Auszubildende und Gesellen, die bewusst mit den Hygieneanforderungen umgehen, haben gute Aufstiegschancen - nicht nur in gewerblichen Wäschereien, auch private und öffentliche Gesundheitseinrichtungen betreiben eigene Textilpflegebetriebe. In der krankenhauseigenen Wäscherei der privaten Segeberger Kliniken GmbH begann Gesellin Anke Knaul als stellvertretende Wäschereileiterin.
Aufstiegschancen für Souveräne
Rund 1.000 Betten in mehreren Krankenhäusern, zwei Hotels, Präventions- und Rehabilitationszentren gehören zur Klinikgruppe in Bad Segeberg. Die Wäscherei bearbeitet wöchentlich mit 14 Vollzeitkräften rund 20 t Wäsche, hauptsächlich die hauseigene Flachwäsche.
Die Führungsposition hat Anke Knaul unmittelbar nach ihrem Ausbildungsabschluss bekommen. Ausschlaggebend waren nicht die guten Noten der Drittplatzierten im Bundesleistungswettbewerb des Deutschen Textilreinigungs-Verbands e.V. (DTV), sondern ihr souveränes Auftreten hat Wäschereileiter Holger Wilhelm überzeugt. Er suchte eine Nachwuchskraft, mit der fachliche Diskussionen nicht im „das haben wir schon immer so gemacht“ enden. Um Knaul in das bestehende Team zu integieren, übertrug er ihr Bürotätigkeiten. „Wir bekommen Bestellungen von den Stationen und ich hake dann nach, wie viel tatsächlich gebraucht wird“, berichtet Knaul. Ihr Blickwinkel auf den Arbeitsalltag hat sich geweitet: „Ich stehe nicht mehr den ganzen Tag an den Maschinen, sondern habe andere Aufgaben, z.B. Personenbekleidung patchen und Fragen der Mitarbeiter beantworten.“ An die Mitarbeiterführung hat Wilhelm sie langsam herangeführt: „Ich habe sie am Anfang nicht mit ihren Aufgaben alleine gelassen, sondern sie hat mich bei allen Aufgaben begleitet.“
Seit August gehört zum Wäschereiteam auch die Auszubildende Jacqueline Bedey. Zwar hatte sie erst ein anderes Berufsziel, doch ein Praktikum überzeugte sie. „Manchmal haben junge Menschen einen Traumberuf im Kopf, der schwer realisierbar ist“, sagt Wilhelm. Wichtiger ist Wilhelm, dass seine Auszubildende wissbegierig ist und gern arbeitet: „Ich sehe, dass es für sie ein gutes Gefühl ist. Jetzt müssen wir noch das fachliche Wissen fördern.“ Damit mehr Zeit bleibt, um die Theorie mit den Mitschülern zu üben, will er beim nächsten Berufsschulblock die Kosten für das Internat übernehmen.Christina Geimer