Richtige Mangelpflege Damit beim Mangeln alles glattläuft

Für eine hochwertige und effektive Flachwäschebearbeitung in einem Textilpflegebetrieb muss an der Mangel alles glattlaufen. Unabdingbar dafür ist die richtige Mangelpflege. Dipl.-Ing. Andre Rövensthal, Geschäftsführer der Andresen GmbH, hat für RWTextilservice einige einfache, aber nützliche Tipps aus der Servicepraxis zusammengestellt.

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    Die Servicemannschaft der Andresen GmbH hat bei ihren Einsätzen in Wäschereien viel praktische Erfahrung gesammelt. Foto: Andresen GmbH
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    Das ARAMID-Muldenreinigungstuch „INOX-MRT 180“ mit Stahlwollestreifen aus Edelstahl.

3 „Mangelpflege ist wohl unbestritten ein Thema, welches in seiner ganz eigenen Erotik kaum zu unterbieten ist. Und doch ist es bei unseren Serviceeinsätzen immer wieder ein brennendes Gesprächsthema, da sich Mangelstörungen enorm negativ auf den Wäschelauf auswirken“, sagt Andre Rövensthal, Geschäftsführer der Andresen GmbH aus Bargteheide. Schließlich ist die Mangel der abschließende personalintensive „Flaschenhals“ der Flachwäschebearbeitung. Bei der Störungsbeseitigung stößt das Andresen-Team häufig auf Optimierungspotenzial im Pflegeablauf. Betriebe, die sich ordentlich um die Mangelpflege kümmern, erfreuen sich meist unproblema­tischer Funktionalität und Produktivität ihrer manchmal sogar alten Technik, weiß Rövensthal. „Diese Wäschereien haben erkannt, dass eine hohe und kontinuierliche Produk­tivität nur durch vorbeugende Instandhaltung und Pflege zu erreichen ist.“ Die folgenden Maßnahmen und Werkzeuge aus der
Praxis haben sich nach Erfahrung der Andresen GmbH als zwingend notwendig erwiesen.

1. Schritt: das Muldenreinigungstuch

Das Muldenreinigungstuch (MRT) sollte täglich bei Arbeitsbeginn zu einem festgelegten Zeitpunkt durch die Mangel gefahren werden. Muldenablagerungen, die sich beim Verdampfen der Restfeuchte zwangsläufig ergeben, sollen wirksam entfernt werden. In Wäschereien sind verschiedene Reinigungstücher mit unterschiedlicher Wirksamkeit zu finden:

1. Mit Schleifbändern oder Schleifleinen bestückt haben sie nur kurzfristig eine gute Wirkung, kommen nicht in Vertiefungen hinein und stumpfen schnell ab, so Rövensthal. Die Korund-Kristalle seien nach einmaligem Gebrauch in der Regel stumpf und vom Schleifabtrag verstopft. Fazit: Nicht dauerhaft geeignet.

2. Muldenreinigungstücher mit Schleifvlies (wie ein Topfschwamm) sind auch mit Korund-Kristallen bestückt. Das Abstumpfen der Kristalle bleibt laut Rövensthal in der Regel unbemerkt, weil das verbleibende Kunststoffvlies sich immer noch rau und wirksam anfühlt. Fazit: Nicht dauerhaft geeignet.

3. Die dauerhaft beste Wirksamkeit hat nach Angaben des Mangelexperten das Mangelreinigungstuch mit Stahlwollestreifen. Die Stahlwolle schneidet unter Hochdruck wie viele kleine Messerklingen über die Metalloberfläche, schabt die Ablagerungen von der Mulde; die flauschig weichen Polierstreifen transportieren den gelösten Schmutz aus der Mangel. Dabei werden alle Vertiefungen und Unebenheiten erfasst. Das Schleifmedium wird nie stumpf, betont Rövensthal. Solange Stahlwolle vorhanden ist, werde Schmutz wirkungsvoll entfernt. Mit normaler Stahlwolle als
MRT-ST und mit ferritischer Edelstahlwolle als INOX-MRT produziert die Andresen GmbH dieses Produkt in unterschiedlichen Breiten.

Tipp der Mangelprofis: Nasse Bettbezüge direkt hinter den Reinigungstüchern durch die Mangel zu schicken, soll für noch mehr Sauberkeit sorgen.

2. Schritt: das Wachsen

Das Wachsen folgt auf den Muldenreinigungsprozess. Bei der Auswahl des richtigen Mangelwachses gilt laut Rövensthal: „Je besser die Wachsqualität, desto geringer die Dosierung!“ Und: „Es gibt kein zu gutes Mangelwachs.“ Das Mangelwachs muss lediglich auf die Muldentemperatur und den Mangeltyp abgestimmt sein. Rövensthal ist überzeugt: „Pflanzliche Wachse in Kombination mit synthetischen Hochtemperaturkomponenten, Antistatikum und Reinigungszusätzen erzielen hier die beste Wirkung bei geringstem Verbrauch; d.h., sie verbleiben auch bei extremer Belastung in der Mulde, ohne bereits vorher zu verdampfen. Billigwachse hingegen verdampfen und zersetzen sich schnell thermisch – spätestens, wenn sie ihre Temperatureinsatzgrenze erreichen.“ Klebrige braune Ablagerungen in der Mulde, auf den Brücken und der Walze oder im Abluftkanal seien die Folge. Keinesfalls sollten Tierfett oder einfache Paraffine enthalten sein.

Es gilt außerdem das Motto: „So viel Wachs wie nötig und so wenig möglich!“ Eine erste Dosierungsempfehlung gibt der Maschinenhersteller vor. Die sparsamste Dosierung ermittelt man durch Versuche. Überdosierung verhindert man durch den Einsatz kleiner Plastikbecher, z.B. aus Haushaltswaschmitteln, oder abgeschnittener Kunststoffgefäße.

Beim Mangeldurchlauf beginnt das Wachs bereits bei 70 °C bis
80 °C zu schmelzen. Die kleinen Wachsperlen des Produkts EUROWAX-HT schmelzen schnell auf Mangeln mit ein oder zwei Walzen, so Rövensthal. Auf Mangeln mit zwei bis vier Walzen werden auch die hinteren Mulden noch optimal mit Wachs versorgt, weil die großen Flocken des EURO-HT-WAX verzögert aufschmelzen. Das High-Power-Wax-Plus soll für alle Mangeln geeignet sein. Pulverwachse seien nicht zu empfehlen, da sie zur Klumpenbildung neigen.

Tipp der Mangelprofis: Die Farbe des Wachses spielt für die Wirkung in der Regel keine Rolle. Mehrlagige Tücher – gerne alte Bettbezüge – werden dem Wachstuch hinterhergeschickt, um das überschüssige Wachs zu entfernen.

Das Aramid-Wachstuch Orange, wie es die führenden Maschinenhersteller seit Jahren mit ihren neuen Mangeln ausliefern, ist optimal für die gleichmäßige Verteilung des Wachses in der Mulde, sagt Rövensthal: „Das flüssige Wachs kann durch die silikonisierte Wachstasche nicht zur textilen Deckbewicklung der Mangelwalze durchdringen.“ Es verteile sich flüssig im Aramid-Gewebe und die Muldenoberfläche werde gleichmäßig benetzt.

Die textile Mangelbewicklung und die Gurte von Eingabe und Faltung dürfen kein Wachs abbekommen. Deshalb sollte das heiße Wachstuch bereits vom Streckförderer der Faltmaschine genommen werden. Jedem Aramid-Wachstuch Orange wird daher ein Paar baumwollener Hitzeschutzhandschuhe beigelegt.

Weitere Tipps der Mangelprofis:

  • Ein abgekühltes Wachstuch, welches sehr steif vom erkalteten Wachs ist, deutet auf eine eventuelle Überdosierung des Wachses hin. Bitte ohne Wachszugabe so lange benutzen, bis es sich auch abgekühlt wieder weich anfühlt.
  • Wird mit zusätzlichem Wachsen versucht, Wäschelaufprobleme zu beseitigen, so wären hier die Beobachtung, Ursachen­ermittlung und Problembeseitigung sinnvoll.
  • Wer gleich zwei Aramid-Wachstücher Orange parallel durch die Mangel schickt, spart Zeit beim Wachsen. Das gilt auch für Muldenreinigungstücher.

Werden die beiden Schritte „Muldenreinigung“ und „Wachsen“ täglich wiederkehrend durchgeführt, haben Wäschereien schon viel für ihren Wäschefluss auf der Mangel geleistet.

Intensivmaßnahmen für den Sonderfall

Natürlich gibt es immer Steigerungen in der Muldenverschmutzung. Verschiedene Maßnahmen helfen nach Angaben von Rövensthal bei besonders hartnäckigen Ablagerungen: Schleifband/
Leinen mit 240er-Körnung oder hitzebeständiges Schleifvlies mit 180er-Körnung – meist angewendet beim Mangeltuchwechsel. Chemisch wirkende Reinigungspasten seien einfach anzuwenden und ebenfalls hochwirksam. Einen weiteren Tipp hat Mangel­experte Rövensthal noch: „Wer diesen Aufwand scheut, der steckt das Aramid-Muldenreinigungstuch INOX-MRT Orange mit den Edelstahlwollestreifen unter die Überlappung am Mangeltuchende und dreht die Walze damit mehrfach. Dieses MRT ist gegenüber den extrem hohen Temperaturen dieses Sondereinsatzes resistent.“