Textilien -

Pflegekennzeichnung Das bedeuten die Waschsymbole auf dem Pflegeetikett

Durchgestrichenes Dreieck? Ein "P" im Kreis? Ein Viereck mit Punkt? Ein Waschbottich mit zwei Strichen? Viele Verbraucher können mit Waschsymbolen und Pflegekennzeichnung nichts anfangen. Sorgen Sie als Profi für Aufklärung. R+WTextilservice hilft mit einer Übersicht über die Wäschezeichen und ihre Bedeutung.

Das bedeuten die Waschsymbole auf dem Pflegeetikett
Wäschezeichen sind manchmal nicht einfach zu entziffern. RWTextilservice hilft dabei. -

Waschzettel, Waschanleitung, Pflegekennzeichnung, Waschsymbole, Wäschezeichen – viele Bezeichnungen, die eine Sache meinen: Die kleinen Zeichen auf dem Zettel, der an jedem Textil angebracht ist. Doch was bedeuten diese Zeichen und Symbole, Kreise und Vierecke, Striche und Punkte eigentlich?

Auf dem Etikett ist z.B. symbolisch dargestellt, bei welcher Temperatur maximal und in welchem Waschprogramm ein Textil gewaschen werden darf, ob Sauerstoffbleiche erlaubt ist und wie das Textil zu trocknen ist. Generell gesehen: Das Pflegeetikett sagt aus, wie ein Textil sachgemäß gepflegt werden sollte. Die Symbole stehen für die maximal zulässige Behandlung - eine schonendere, mildere ist dabei "erlaubt".

Die Angaben sind Sache der Hersteller. Die Textilhersteller müssen dabei beachten: Das Zusammenfügen von Textilien mit unterschiedlichen Pflegekennzeichen muss in Abstimmung auf das danach hergestellte Textilgut, seinen Materialien und seinen Accessoires wie Applikationen, Knöpfe usw. zu einer Kennzeichnung geschehen. Fasereigenschaften, Garnkonstruktion, Echtheit der Färbung aber auch Eigenschaften der Zutaten und Verarbeitung spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Die Pflegeempfehlung soll die maximal zulässige Pflegebehandlung, die das Kleidungsstück mehrfach aushalten kann, ohne reversible Beschädigungen zu verursachen, beinhalten. Eine Pflege bei niedrigeren Waschtemperaturen beispielsweise oder die Wahl einer sanfteren Behandlungsart, als auf dem Etikett beschrieben, ist selbstverständlich immer möglich und obliegt demjenigen, der die Pflege durchführt. Die schonendste Pflege gilt also für das gesamte Textilgut. Wird ein Bekleidungstück mit einer Pflegekennzeichnung versehen und dann durch nachträgliches Einbringen von Drucken oder Accessoires wie Applikationen, Knöpfe verändert, ist der verantwortlich, der diese nachträgliche Änderung vorgenommen hat, da der Textilpfleger von der vorhandenen Kennzeichnung ausgeht.

Waschmaschine Haushalt Programm einstellen

Die Angaben der Pflegekennzeichnung sollen also gewährleisten, dass das Textilerzeugnis bei der korrekten, entsprechend aufgeführten Behandlung keinen Schaden nimmt. Was die Waschanleitung nicht garantiert: Dass die Textilien wirklich sauber werden und jeder Fleck entfernt wird. Trotzdem sind die Wäschesymbole nicht nur für Verbraucher wichtig, z.B. um das richtige Waschprogramm an der Waschmaschine einzustellen, sondern vor allem auch für Wäschereien, Textilreinigungen und Textilservicebetriebe, die die professionelle Aufbereitung und Pflege von Textilien übernehmen. Sie haben noch mehr und schonendere Möglichkeiten der Textilpflege als die Haushaltswäsche (siehe unten unter Stichwort "Handwäsche" bei Punkt 1 bzw. "professionelle Textilpflege" bei Punkt 5).

Pflegesymbole international genormt

Die Pflege von Textilien wird entsprechend der Richtlinien für die Pflegekennzeichnung von Textilien international geregelt. Dabei werden die jeweils maximal zulässigen Behandlungsarten, eine lückenlose Verwendung in vorgeschriebener Reihenfolge und in leicht verständlicher, problemlos anwendbarer und sprachunabhängiger Form genannt. Die Pflegesymbole sind international genormt; ebenfalls deren Prüfmethoden, deren Anforderungsprofile in Industrienormen hinterlegt sind.

In Deutschland ist die Pflegekennzeichnung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Allerdings sind die Symbole der Pflegekennzeichnung markenrechtlich geschützt. Eigentümer der Marken ist das Groupement International d’Etiquetage pour l’Entretien des Textiles (GINETEX) mit Sitz in Paris. Die Pflegekennzeichnung ist außerdem Gegenstand der internationalen Norm ISO EN DIN 3758:2012. Die Rechte liegen bei den jeweiligen GINETEX Länderorganisationen. Ein Ziel der Vereinigung ist die globale Harmonisierung der Pflegekenneichnung. Die sprachenunabhängigen Symbole und deren Bedeutung sollen weltweit vereinheitlicht werden.

Grundsätzlich sind die fünf Grundsymbole stets lückenlos und in der vorgeschriebenen Reihenfolge zu verwenden: Waschen, Bleichen, Trocknen, Bügeln, Professionelle Textilpflege. Ergänzt werden können die Symbole durch Text wie beispielsweise „mit ähnlichen Farben waschen“ oder „auf links waschen“.

Eine Übersicht der Waschsymbole und Pflegekennzeichen von GINETEX Germany mit Erläuterungen steht hier als PDF-Datei zum Downloaden und Ausdrucken bereit:

Deutsche kennen Waschsymbole am besten

Eine Verbraucherumfrage zum Waschverhalten von der GINETEX zeigt, dass die Deutschen im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn nachhaltiger und bewusster waschen. 93 Prozent der Verbraucher ergreifen regelmäßig Maßnahmen, um ihre Bekleidung umweltverträglich zu pflegen, etwa mit natürlichem Trocknen oder Waschen bei niedrigen Temperaturen.

Das hängt auch damit zusammen, dass den Deutschen im Vergleich zu den anderen Teilnehmerländern die Pflegekennzeichnung besonders wichtig ist und sie die Pflegesymbole am besten kennen. Für die Verbraucherumfrage interviewte GINETEX jeweils 1.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren in Frankreich, Deutschland, Italien, Schweden, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich.

Bedeutung von Pflegeetiketten an der Bekleidung

Die wichtigste Information auf dem Etikett ist für die Deutschen:

  • Größe 95 Prozent (für 67 Prozent sogar sehr wichtig)
  • Materialzusammensetzung 70 Prozent (vor allem für 60-65 Jährige mit 79 Prozent)
  • Pflegekennzeichnung 68 Prozent
  • Qualitätssiegel 52 Prozent
  • Nachhaltigkeitssiegel 39 Prozent
  • Herkunftsland 35 Prozent
  •  Marke 34 Prozent

69 Prozent der befragten Deutschen kaufen Bekleidung auch ohne Pflegekennzeichnung (15 Prozent oft, 54 Prozent selten und vor allem junge Leute zwischen 18-34 Jahren).

31 Prozent kaufen nie Kleidung ohne Pflegekennzeichnung (37 Prozent bei den 45-59 Jährigen). Im Vergleich zu den anderen Ländern ist die Prozentzahl der Deutschen, die Bekleidung ohne Pflegekennzeichnung kaufen, am niedrigsten.

"Als die Organisation für die Pflegekennzeichnung in Deutschland freuen wir uns insbesondere über die Tatsache, dass die Deutschen die Pflegesymbole so ausgesprochen gut kennen", sagt Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer des deutschen Modeverbandes GermanFashion.

Sowohl das Bügelsymbol als auch das Waschsymbol haben bei den Deutschen einen Bekanntheitsgrad von über 90 Prozent. Das Trocknensymbol kennen hingegen nur noch rund 30 Prozent. Knapp 70 Prozent der Befragten beachten die Symbole, weil sie beim Waschen Probleme wie Einlaufen, Verfärbung, Vergrauung etc. verhindern wollen und um die Bekleidung in gutem Zustand zu halten, damit sie länger getragen werden kann.

Bekanntheit der Pflegesymbole

In Deutschland haben die einzelnen Symbole folgenden Bekanntheitsgrad:

  • Bügelsymbol 97 Prozent
  • Waschsymbol 93 Prozent
  • Trockensymbol 32 Prozent
  • Bleichsymbol 27 Prozent
  • Professionelle Textilpflege 18 Prozent (wird insgesamt in allen Ländern oft mit dem Trockensymbol verwechselt)

Im Vergleich mit den anderen Ländern ist das Wasch- und Bügelsymbol besonders bekannt, die anderen Symbole besonders unbekannt. 73 Prozent haben die Punkte im Bügeleisen und/oder im Trocknersymbol bewusst wahrgenommen (vor allem Frauen mit 77 Prozent).

Pflegekennzeichen

Nur 32 Prozent haben den Unterstrich unter dem Waschbottich und/oder Professionelle Textilpflege wahrgenommen. Das ist im Vergleich mit den anderen Ländern nach Schweden (39 Prozent) die größte Zahl.

  • 72 Prozent davon denken, es bedeutet schonende Behandlung. Das heißt, sie verstehen den Unterstrich richtig.
  • 9 Prozent denken, es bedeutet, dass die intensivsten Einstellungen möglich sind.
  • 19 Prozent verstehen es gar nicht.
 

Onlinetipp: Pflegehinweise für Textilien im Überblick

Eine Pflegekarte für Textilien mit allgemeinen Tipps zur Wäschepflege und ausführlichen Erklärungen zu allen Symbolen der Pflegekennzeichnung gibt es hier als pdf zum Download.

Die Symbole auf dem Etikett sind immer fünf an der Zahl und immer in der gleichen Reihenfolge angegeben:

  1. Waschen
  2. Bleichen
  3. Trocknen
  4. Bügeln
  5. professionelle Textilpflege

1. Pflegesymbole WASCHEN

Die Abbildung mit dem Wäschebottich gibt an, ob eine Haushaltswäsche möglich ist oder nicht . Die Zahlen im Symbol stehen für die maximal erlaubten Waschtemperaturen in Grad Celsius.

Ein Balken unterhalb des Waschbottichs verlangt eine schonende Behandlung mit reduzierter Waschmenge und geringer Drehzahl beim Schleudern. Der doppelte Balken bedeutet eine sehr milde Behandlung mit reduzierter Mechanik (z. B. Wollwäsche).

Diese Kennzeichnung gilt generell für alle Wäschepflegesymbole: Ein Strich oder mehrere Striche unter dem Symbol bedeuten, dass ein schonenderes Verfahren oder niedriegere Temperaturen gefordert sind.

Genauso sagt immer ein durchgestrichenes Symbol, dass diese Bearbeitungsmethode nicht erlaubt ist bzw. Schäden am Textil hervorrufen wird.

Was bedeutet Handwäsche?

Viele, gerade hochwertige Bekleidungsteile tragen in der Pflegekennzeichnung das Symbol für Handwäsche auf dem Waschetikett. Kann diese Handwäsche im Textilpflegebetrieb in der professionellen Waschschleudermaschine erfolgen? Antworten gibt Textilreinigungssachverständiger Rudolf Kreckel.

Handwäsche Textilpflegekennzeichnung

Grundsätzlich gibt das Handwaschsymbol in der Pflegekennzeichnung vor, dass eine Handwäsche bei einer Temperatur bis zu 40 °C je nach Artikel vorgenommen werden kann. Dazu soll das Feinwaschmittel zuerst in reichlich Wasser gut aufgelöst werden. Danach werden die Textilien schwimmend in der Waschlösung gegeben und vorsichtig bewegt .Das Textilgut soll nicht gerieben, nicht gezerrt und nicht ausgewrungen werden. Es wird gespült, ausgedrückt und in Form gezogen. Farbige und empfindliche Wäsche soll rasch behandelt werden und nicht in nassem Zustand liegen bleiben. Es handelt sich hier nicht grundsätzlich um ein Wollwaschsymbol. Grundsätzlich muss der Textilpfleger auch bei der Handwäsche seine Kenntnisse über die Eigenschaften des Textilguts in die Pflege mit einbringen. Die mit Handwäsche gekennzeichneten Teile können nicht im Trockner getrocknet werden.

Es stellt sich die Frage, ob eine derartige Bearbeitung in einem Reinigungsbetrieb durchgeführt werden kann?

Betrachten wir relevante Wasch- und Nassreinigungssymbole näher.

Waschen in nichtgewerblichen Waschmaschinen (DIN EN ISO 6330:2012): Hier gibt es die Vorgabe, dass Wolle bei 30 °C gewaschen werden soll und dass der Waschprozess (bei zwei Balken) so ablaufen soll, dass die Trommel drei Sekunden rotiert und für zwölf Sekunden pausiert. Dieser Prozess beinhaltet eine leichte mechanische Beanspruchung und kann so als Wollprogramm angesehen werden (Stand 2012).

Maschinenwäsche für Handwäscheartikel (Profi): Die in der Pflegekennzeichnung genannte Pflege ist als die jeweils maximal zulässige Behandlung anzusehen. Für eine schonendere Bearbeitung lassen sich alle modernen Waschschleudermaschinen verwenden, sofern sie frei programmierbar sind und die für derartige Behandlungen vorgesehenen Kriterien erfüllen. Sie sollen eine Niveauregelung besitzen, die Flottenverhältnisse bis 1:3 ermöglichen und ein frei programmierbares Regelantrieb. Hinzu kommt, dass die Mitnehmerrippen auf die eingesetzten Verfahren abgestimmt werden können und die Trommel so beschaffen ist, dass die Ware mit einem G-Faktor größer als 350 geschleudert werden kann, um so die Ware so an die Wandung der Trommel anzulegen, so dass eine Entwässerung durch den Anpressdruck möglich ist und weitere Mechanik vermieden wird.

Nassreinigung: Grundsätzlich ist hier zu beachten, dass das Nassreinigungssymbol immer sowohl für das Reinigen als auch für das Trocknen steht. Die Anforderungen an die Maschinenausstattung, an die eingesetzten Hilfsmittel und die Finishmethoden können nicht durch die Bedingungen der Haushaltsmaschinen erreicht werden. Immer wieder ist in Gesprächen mit Textilreinigern festzustellen, dass die Symbole der Nassreinigung unzureichend bekannt sind und Bekleidungshersteller diese zum Teil nicht oder nicht mehr nutzen (z.B. weil die Textilreiniger angeblich die Nassreinigungsvorgaben nicht erfüllen). Es gibt drei Stufen der Nassreinigung.

  • Stufe 1: W ohne Balken. Das Symbol steht für Reinigungsverfahren in Wasser bei einer Behandlungstemperatur von 30 °C und einer Trocknung im Tumbler bei 60 °C.
  • Stufe 2: W mit einem Balken. Reinigungsverfahren in Wasser bei reduzierter Mechanik und einer Behandlungstemperatur von 30 °C; Trocknung im Tumbler bei 60 °C bis zu einer Restfeuchte von etwa 15 Prozent.
W im Kreis mit zwei Strichen Textilpflegekennzeichnung
  • Stufe 3: W mit zwei Balken. Reinigungsverfahren in Wasser mit stark reduzierter Mechanik bei einer Behandlungstemperatur von 30 °C; Auflockern im Tumbler maximal zwei Minuten und Lufttrocknung hängend oder liegend. Dieses Symbol wird auch für sehr empfindliche Textilien wie Wolle vergeben. Die Mechanik bei der Nassreinigung wird noch stärker reduziert als bei den Verfahren für empfindliche Textilien, das heißt auch stärker wie in Wäsche bei .

Dabei ist zu beachten, dass hier nur Wolle einer Behandlung unterzogen und dabei die Wäschemenge stark reduziert wird, wobei grundsätzlich Mechanik und Temperaturauf die Wolle abgestimmt sind. Dieses Verfahren bei Unterbeladung, niedrigem Niveau mit einem sehr schonenden Reversierrhythmus (drei Sekunden laufen und 57 Sekunden stehen), einer Wassertemperatur von unter 30 °C und einem G-Faktor von 250 bis 400 je Warenart kommt der Handwäsche sehr nahe. Werden zusätzlich die Eigenschaften der Textilien, Fasermaterial usw. einbezogen, kann man hier von der Handwäsche in einer Waschschleudermaschine sprechen. Generell erfolgt danach keine Trocknung im Trockner, sondern lediglich ein Auflockern im dafür geeigneten Trockner.

Zusammenfassend kommen grundsätzlich folgende Fragen immer auf den Textilreiniger zu:

  • Welche Pflege wird vom Hersteller empfohlen?
  • Welches Material soll behandelt werden?
  • Kann das Teil ausbluten und andere Teile anfärben?
  • Worauf sollte ich bei den Waschmitteln achten?
  • Was geschieht nach dem Waschprozess?

Dabei sollten die Leistungsarten nach RAL RG 995 ebenso bekannt sein wie die Normen über die fachgerechte Pflege entsprechend der DIN EN ISO 3175. Hier werden die Abläufe festgelegt, wobei besonderes Augenmerk auf die Warendurchsicht und somit auf das Vorsortieren nach Farbe, Materialeigenschaft, Verschmutzungsgrad zu legen ist. Die Erfahrung zeigt, dass in diesem Bereich der Vorbereitung zur Reinigung oder dem Waschprozess viele Fehler gemacht werden.

Die Nassreinigungsverfahren und Schonwäsche werden als Wollprogramme bezeichnet. Beim Handwaschsymbol wird die Pflege einzelner Wäscheteile auf dieses Teil hinsichtlich Temperatur, Mechanik und Waschmittel abgestimmt. Kann die Handwäsche in die Waschmaschine verlegt werden, ist ein Nassreinigungsverfahren, wie unter beschrieben, dafür geeignet und führt grundsätzlich zu einer schonenderen Behandlung.

Antwort auf die Frage: Kann die Handwäsche in die Waschmaschine?

Ja, wenn ein Nassreinigungsverfahren in geeigneten Waschschleudermaschinen zum Einsatz kommt, wie es in Stufe 3 steht. Das heißt mit stark reduzierter Mechanik bei einer Behandlungstemperatur von 30 °C in einer vorgegebenen Zeit und ohne Trocknung.

Auf Seite 6 der RAL RG 995 finden Sie unter Punkt 2 „Erläuterung gängiger Begriffe“: Nassreinigung von Textilien sind spezielle Reinigungsverfahren auf Wasserbasis, die in speziellen Nassreinigungsmaschinen und dazu passenden Trocknern im Rahmen der professionellen Textilreinigung durchgeführt werden. Es wird eine wesentlich größere Warenschonung erreicht als dies mit einer sogenannten Handwäsche oder einer Handwäsche im Schonwaschverfahren möglich ist.

Tipp des Sachverständigen: Die RAL-RG 995:2014-12 „Leistungsarten der Reinigung von Textilien und dergleichen – Begriffsbestimmung“ ist seit Dezember 2014 auf dem Markt und ersetzt die vorherige RAL. Zu beziehen ist sie beim Beuth-Verlag.

2. Pflegesymbole BLEICHEN

Das Dreieck sagt aus, ob der Artikel gebleicht werden darf oder nicht. Ist das Dreieck durchgestrichen, ist Bleichen verboten. Beim Bleichen sorgen bestimmte chemische Stoffe für bessere Schmutz- und Fleckenentfernung und/oder für einen höheren Weißgrad. Verwendet werden z.B. Aktivchlor oder chlorfreien Aktivsauerstoff abgebende Produkte.

Trocknung Textilpflegekennzeichnung

3. Pflegesymbole TROCKNEN

Das Quadrat ist das Symbol für den Trocknungsprozess. Der Kreis darin gibt Hinweis auf die Trocknung im Wäschetrockner, die Striche auf die natürlichen Trocknungsprozesse. Im Wäschetrockner gibt es die normale Trocknung bei 80 °C (gekennzeichnet mit zwei Punkten im Kreis) oder die schonende Trocknung bei 60 °C (gekennzeichnet mit einem Punkt im Kreis). Beim natürlichen Trocknen wird mittels verschiedener Zeichen festgelegt, ob das Textil besser auf der Wäscheleine, liegend oder im Schatten getrocknet werden soll.

4. Pflegesymbole BÜGELN

Das Symbol des Bügeleisens enthält ebenfalls Punkte. Diese kennzeichnen die Temperaturbereiche der Bügeleisen. Drei Punkte stehen für maximal 200 °C (z.B. für Baumwolle), zwei Punkte für maximal 150 °C (z.B. für Wolle, Seide, Polyester, Viskose), ein Punkt für maximal 110 °C (z.B. für Polyacryl, Polyamid/Nylon, Acetat).

5. Pflegesymbole PROFESSIONELLE TEXTILPFLEGE

Pflegekennzeichen Pflegekennzeichnung Textil

Die Symbole ganz rechts auf der Pflegekennzeichnung geben Auskunft darüber, ob eine professionelle Textilpflege empfohlen wird oder nicht. Die Buchstaben im Kreis sind in erster Linie für den professionellen Textilreiniger bestimmt. Sie geben einen Hinweis über die in Frage kommenden Lösemittel. Das P im Kreis steht für die Reinigung in Perchlorethylen, das F im Kreis für die Reinigung in Kohlenwasserstoff.

Projekt zur Untersuchung neuer Lösungsmittel

Es gibt noch einige andere Lösungsmittel, die in der professionellen Textilreinigung eingesetzt werden. Für diese gibt es keine eigenen Symbole in der Pflegekennzeichnung. Allerdings hat die Europäische Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege (EFIT) ein Projekt zur Untersuchung des Verhaltens neuer Lösungsmittel für die Textilpflege ins Leben gerufen. Im Rahmen des EFIT-Projekts untersuchte eine Expertenrunde die alternativen Lösungsmittel Dibutoxymethan (DBM) und Cyclosiloxan im Vergleich zu Per und KWL. Verschiedene Bekleidungsstücke, aber auch Knöpfe, Einlagen und Volumenvliese wurden vergleichenden Versuchen in den verschiedenen Lösungsmitteln unterzogen. Das Ergebnis nach zahlreichen Tests: Für Cyclosiloxan wird die Pflegekennzeichnung F im Kreis empfohlen, für Dibutoxymethan das Kennzeichen P im Kreis.

Das internationale technische Komitee der GINETEX hat bereits Interesse an der Übernahme der Ergebnisse des EFIT-Projekts in die technische Richtlinie für die Pflegekennzeichnung signalisiert. Des Weiteren konnten die Ergebnisse im Rahmen der Überarbeitung der Normen zur Leistungsüberprüfung der Lösungsmittel Per und KWL (DIN EN ISO 3175-2 und -3) im europäischen Normenausschuss eingebracht werden. Beides stellt eine gute Grundlage zur Integration dieser neuen Lösungsmittel in die DIN EN ISO 3758 (Pflegekennzeichnungs-Code auf der Basis von Symbolen) und zur entsprechenden Zuordnung zu den vorhandenen Pflegekennzeichen dar.

Für das 2014 abgeschlossene Projekt erhielt die EFIT den Branchenaward "RWin" als Sonderpreis für ein Branchenprojekt.

Und das Projekt wird fortgeführt, da immer wieder neue Lösungsmittel für die Textilreinigung wie Sensene, intense oder HiGlo auf den Markt kommen. Die EFIT möchte daher an den Erfolg des ersten Projekts anknüpfen und auch diese weiteren Lösungsmittel in vergleichbarer Weise untersuchen, um eine Grundlage für die Einordnung in die Pflegekennzeichnung zu schaffen.

Nassreinigung: Schonendes Verfahren

W im Kreis Textilpflegekennzeichnung

Zudem gibt es das Zeichen W im Kreis, das für Nassreinigung steht. Es handelt sich um ein spezielles, besonders schonendes Waschverfahren, das nur mit Fachwissen, Spezialprodukten und entsprechenden Maschinen durchführbar ist (siehe hierzu auch oben unter Punkt 1 "Was bedeutet Handwäsche", drei Stufen der Nassreinigung). Die Trocknung ist bei der Nassreinigung ebenfalls mitinbegriffen. Selbst wenn das Trocknersymbol durchgestrichen ist, kann der Fachmann das Textil mit spezieller Technik maschinell trocknen.

In der Bekleidungsbranche ist das Verfahren noch nahezu unbekannt. Infolgedessen ist heute auch nur ein geringer Anteil an Bekleidungstextilien mit dem W-Symbol gekennzeichnet. Das Symbol der Pflegekennzeichnung für die Nassreinigung, der Buchstabe W im Kreis, wurde im Jahr 2001 von GINETEX in die Reihe der Pflegesymbole aufgenommen.

Was bedeutet "Clevercare"?

Clevercare

Zusätzlich zu den gängigen Symbolen gibt es manchmal auch noch andere Logos oder Hinweise auf dem Etikett. Beispielsweise "Clevercare", ein international anwendbares Logo für nachhaltige Pflege. Es soll Verbraucher darauf aufmerksam machen, dass sie die ökologischen Auswirkungen bei der textilen Pflege durch Beachtung der Tipps unter clevercare.info und unter Einhaltung der auf dem Pflegeetikett angegebenen Pflegebehandlungen beeinflussen können. Es wird in erster Linie unter der Pflegesymbolreihe angebracht, damit es dem Verbraucher direkt ins Auge fällt und der Zusammenhang zur Pflege deutlich wird.

Das Clevercare-Logo ist eine registrierte Marke und Eigentum von GINETEX. Unter dem Dach des Modeverbandes GermanFashion ist die in Deutschland zuständige Stelle der Pflegekennzeichnung GINETEX Germany ansässig.

Spezielle Symbole für Aufbereitung von Arbeitsbekleidung

Ein weiterer Spezialfall ist die Pflegekennzeichnung bei Berufsbekleidung. Von den Hohenstein Instituten gibt es einen Anforderungskatalog für die Symbolzuordnung speziell für Arbeitsbekleidung.

Arbeitsbekleidung befindet sich nicht nur viele Stunden im Einsatz, sondern auch häufig in Waschmaschine, Trockner oder Finisher. Dennoch soll sie auch nach oftmaligem Tragen und vielen Wäschen immer sauber sein, lange form- und farbstabil bleiben und vor allem auch ihre vielfältigen Funktionen auf Dauer bewahren. Bei der Aufbereitung von Arbeitsbekleidung in gewerblichen Wäschereien muss der Aufbereitungsprozess von der Sortierung bis hin zu spezifischen Wasch- und Trocknungsverfahren auf die besonderen Anforderungen der jeweiligen Arbeitsbekleidung abgestimmt sein.

Mit einem speziell für den professionellen Wäschereibereich entwickelten Kennzeichnungscode für die Pflege stellen Produzenten und Lieferanten von Arbeitsbekleidung sicher, dass diese optimal behandelt werden kann. Bevor jedoch diese Pflegesymbole an den Bekleidungsstücken angebracht werden können, muss anhand von festgelegten Testwaschverfahren zuvor eine Prüfung von festgelegten Eigenschaften erfolgen. Die Hohenstein Institute haben einen Anforderungskatalog für die qualifizierte Zuordnung der Symbole entsprechend der geprüften Artikel entwickelt. Zusätzlich können diese Bekleidungsstücke mit dem Hohenstein-Label für die Pflegekennzeichnung von Arbeitsbekleidung ausgezeichnet werden.

Symbol Trocknen Arbeitsbekleidung

Da die Waschverfahren in gewerblichen Wäschereien komplexer sind als die der Haushaltswäsche und zudem jede Wäscherei individuelle Waschverfahren einsetzt, können die Ergebnisse stark voneinander abweichen. Unterschiedliche Behandlungsbedingungen in industriellen Wäschereien gegenüber der Haushaltswäsche ergeben sich in erster Linie aus der Maschinengröße, der Gestaltung der Waschverfahren, dem Einsatz der Wasch- und Hilfsmittel sowie den rationellen Trocknungsmethoden. Die Textilien, die ohne Verlust ihrer Funktionen in Wäschereibetrieben behandelt werden, müssen deshalb im Vorfeld auf ihre Eignung für die industrielle Wiederaufbereitung geprüft und auch entsprechend gekennzeichnet werden. Die Pflegesymbole sind aus der Norm DIN EN ISO 30023 „Textilien – Qualifizierungssymbole zur Kennzeichnung von Arbeitsbekleidung für die industrielle Wäsche“ abgeleitet. Ergänzend definieren die Testwaschverfahren nach der Norm DIN EN ISO 15797 „Industrielle Wasch- und Finishverfahren zur Prüfung von Arbeitsbekleidung“ die Anforderungen an die Maschinentechnik, Waschverfahren, Waschmittel und Trocknungsverfahren. Diese Testwasch­verfahren sind in der Regel nur in Prüflaboratorien anwendbar.

Die Pflegesymbole für das Waschen und Trocknen in gewerblichen Wäschereibetrieben setzen sich aus mehreren Einzelkomponenten zusammen. Die Auswahl der für die Bekleidungsstücke geeigneten Symbole erfolgt nach Prüfung von bestimmten Eigenschaften. Die Eigenschaften sind für die Verwendung von Arbeits- und Schutzbekleidung wichtig und können durch Pflegebehandlungen negativ beeinflusst werden. Je nach Material, Struktur und Verwendung des Artikels können variable Eigenschaften Berücksichtigung finden. Die Norm DIN EN ISO 30023 definiert beispielhaft die zu prüfenden Eigenschaften, stellt allerdings keine Anforderungen an die jeweiligen Eigenschaften wie beispielsweise Maßänderung, Farbechtheit oder Ausfransen von Nähten. Die Hohenstein Institute haben hierzu einen Anforderungskatalog erarbeitet, anhand dessen die für den Artikel geeigneten Symbole zugeordnet werden können; bei Erfüllung der Anforderungen kann das Hohenstein-Label für Pflegekennzeichnung in der gewerblichen Wäscherei vergeben werden.

Praxistipp: Pflegekennzeichen als Schriftart

Die Textilverbände Gesamtmasche und Südwesttextil bieten einen interessanten Service. Wer die GINETEX-Symbole zur Pflegekennzeichnung normgerecht und einfach abbilden will, bekommt ein praktisches Tool an die Hand: TEXTYPE – die textile Schrift. Gesamtmasche und Südwesttextil haben über die Tochtergesellschaft TIV GmbH eine Schrift entwickelt, die dabei hilft, Pflegesymbole schnell und richtig zu erstellen. Die Symbolschrift soll ein nützliches Arbeitstool sein, das die Gestaltung und Beschriftung der Etiketten oder die Angaben zu Textilien in Onlineshops erleichtert. Auf dem Computer wird die Schrift wie eine herkömmliche Schriftart installiert. Über das Schriftmenü wird die Schrift ausgewählt und direkt im jeweiligen Programm platziert und eingefärbt. Zusätzlich enthält die Datei Web-Schriftarten, die über CSS (Cascading Style Sheets) eingebettet werden.

Die Schriftlizenzkosten für jeweils fünf Arbeitsplätze betragen für Mitglieder 30 Euro (zzgl. MwSt.) und für Nicht-Mitglieder 100 Euro (zzgl. MwSt.). Weitere Informationen zu TEXTYPE gibt es hier online.

Onlinetipp: GINETEX-App

Alle Informationen über Waschsymbole und Pflegekennzeichnung bietet die App von GINETEX im Überblick. So haben Sie die Wäschezeichen inklusive Erklärung immer auf dem Smartphone dabei. Kostenloser Download der Pflegesymbol-App von GINETEX gibt es hier bei iTunes für Apple und hier bei Google Play für Android.

Weitere Lesetipps zum Thema Pflegekennzeichnung

Unwissen bei Verbrauchern: Ein Erfahrungsbericht rund um Pflegekennzeichen aus dem wahren Leben von RWT-Chefredakteurin Elena Schönhaar

Aus der Sachverständigenpraxis: Handwäsche in der Waschschleudermaschine?

Verwandte Inhalte
© rw-textilservice.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen