Persönlichkeitsentwicklung Das Selbstbewusstsein steigern

Im Beruf ist es wichtig, selbstbewusst zu sein und auch so aufzutreten. Das gilt auch schon für Berufseinsteiger. Ein gesundes Selbstvertrauen kann man sich antrainieren – und so auch auf die Kollegen ­Eindruck machen. Also: Keine Angst, einfach weiterlesen.

Selbstbewusstsein ist die Basis für den beruflichen Erfolg. Foto: Jeanette Dietl, Fotolia.com - © Jeanette Dietl, Fotolia.com

3 „Mir fehlt noch Erfahrung beim Finish“, „Ich traue mir nicht zu, Kunden zu bedienen“, „Das Detachieren läuft bestimmt schief“: Denkt ihr manchmal auch so oder ähnlich? Man hat das Gefühl, den beruflich gestellten Ansprüchen nicht zu genügen; die Befürchtung, zu versagen, kommt auf – vor allem Älteren gegenüber, die viel Erfahrung mitbringen und stets selbstbewusst auftreten. Mit Selbstzweifeln schadet man dem Selbstbewusstsein. Man macht sich Gedanken über negative Folgen, wenn etwas falsch läuft und darüber, was andere von einem denken könnten. Die eigene Selbstwahrnehmung wird kritisch und das kann man nicht verstecken. Für das Selbstbewusstsein gibt es keinen Schalter, den man einfach umlegen kann. Selbstbewusstsein funktioniert wie ein Muskel, der durch ständiges Training gestärkt wird. Die eigenen Bedenken überwinden und den Selbstwert zu erkennen, ist ein laufender Prozess, der in vielen Schritten abläuft. Geringes Selbstbewusstsein ist für Arbeitskollegen erkennbar und man wird entsprechend behandelt.

Im Beruf geht es darum, die eigene Leistung zu präsentieren und Mut für eine neue, ungewohnte Aufgabe zu entwickeln. Während sich manche Menschen mehr zutrauen, als sie können, warten andere erst einmal ab und trauen sich nicht an eine schwierige Aufgabe. Angst, Fehler zu machen, schadet dem Selbstwert und der eigenen Weiterentwicklung. Wer immer wieder an sich zweifelt und nichts wagt, dem traut man nichts zu. Wer mehr wagt, risikofreudiger ist und gelegentliche Misserfolge übersteht, gewinnt an Selbstbewusstsein. Sicherheit erlangt man in der Erprobung der Kräfte, indem man in Kauf nimmt, mit einer Aufgabe nicht direkt klarzukommen. Und warum sollte man dann Hemmungen haben, Kollegen um Hilfe zu bitten? Das Selbstwertgefühl sollte man also immer weiter stärken; aus Angst, überheblich zu wirken, kann man den Selbstwert frühzeitig ausbremsen.

Vor einer Verhaltensänderung müssen die eigenen Gedanken neu ausgerichtet werden. Ob etwas peinlich oder beängstigend ist, hängt nicht nur vom Ereignis ab, sondern eher von der Bewertung der Situation. Ein Beispiel: Ihr habt einen Verbesserungsvorschlag, aber fürchtet, dass er abgelehnt wird. Die negativen Gefühle führen dazu, dass ihr den Vorschlag nicht äußert. Oder ihr zeigt durch die Formulierung Unsicherheit: „Ich würde vorschlagen … vielleicht wäre es möglich, dass …“ Die Möglichkeitsform lässt Zweifel erkennen, die Wirklichkeitsform überzeugt: „Ich schlage vor … habe eine Idee … bin mir sicher, dass …“ Man sollte kein Opfer der eigenen negativen Gefühle werden. Sonst kommt es zur sogenannten „Self-Fulfilling-Prophecy“, einer sich selbst erfüllenden Voraussage. Das bedeutet, dass sich die Annahme, dass etwas nicht klappt, meist auch erfüllt. Unter Umständen fühlt man sich dann sogar noch bestätigt („Ich habe es doch gewusst.“).

Durch Körperhaltung und Mimik können andere die eigene Einstellung erkennen. Es ist schwierig, an jemanden zu glauben, wenn dieser es selbst nicht tut. Eine aufrechte Körperhaltung und der direkte Blickkontakt tragen zum selbstbewussten Auftreten bei. Kleine Fehlschläge sollten kein Grund für Selbstzweifel sein. Gestattet euch mal einen Rückschlag; aus Fehlern kann man lernen. Diese sollten sich allerdings nicht wiederholen. Durch die Planung kleinerer Ziele wird Druck rausgenommen und die Chance, das Ziel zu erreichen, ist größer, als wenn man sich große Ziele setzt.

Viele Gedanken vor einer schwierigen Aufgabe sind negativ und beeinflussen das Verhalten. Und das schadet dem Selbstwertgefühl. Achtet darauf, wie ihr denkt und wie ihr mit euch selbst sprecht. Aus negativen Gedanken macht man Chancen, indem man sie hinterfragt. Dabei kommt es auf die positive Formulierung an. Häufig fragt man negativ („Warum dauert das so lange?“) und bleibt in der negativen Gedankenspirale gefangen, weil es schwierig ist, eine positive Antwort auf eine negative Frage zu finden. Bedenken muss man früh erkennen und hinterfragen: „Warum denke ich so? Weshalb traue ich mir das nicht zu? Was kann schlimmstenfalls passieren?“

Fragt man Berufseinsteiger und junge Nachwuchskräfte, wie sie sich positiv programmieren, gibt es interessante Antworten: „Ich konzentriere mich auf meine Stärken und lobe mich selbst, wenn die Anerkennung von anderen ausbleibt.“ „Ich habe gelernt, unberechtigte Ansprüche an mich abzulehnen.“ Oder: „Ich verabschiede mich vom übertriebenem Perfektionismus.“ Das Streben nach Perfektion führt direkt zu Selbstzweifeln.

Den oft unbewussten Mangel an Selbstwertgefühl kann man sich angewöhnen und bekommt ihn nicht mehr los. Ein gutes Selbstwertgefühl ist Grundlage für den Glauben an sich und damit für die eigene Motivation. Werft alles über Bord, was einengt und die Energie bremst. Selbstwert ist eine wesentliche Voraussetzung für den beruflichen und privaten Erfolg. Und ihr tragt die Verantwortung dafür.