In ländlichen Gebieten haben es Wäschereien nicht immer leicht. Die Wäscherei Syberg in Haldern gibt es schon in der dritten Generation. Sie setzt dabei nicht nur auf einen traditionellen und engen Kundenkontakt, sondern auch auf kreative Dienstleistungsideen wie die Kooperation mit einem Bettenhaus.

3 Haldern: Ein Stadtteil von Rees, am unteren Niederrhein gelegen, ganz im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen, unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden, zum Kreis Kleve gehörig. Ein Ort mit circa 5.000 Einwohnern. Die Bevölkerungsdichte liegt bei unter 200 Einwohnern pro Quadratkilometer. Highlight des Orts mit dem ländlichen Charakter ist das jährlich seit 1984 stattfindende überregional bekannte Open-Air-Festival Haldern Pop. Die Festwiese, ein Reitplatz, wird dann für tausende Besucher zum Zelten hergerichtet. Ansonsten kommen Touristen eher zum Radfahren oder zum Besuch des Naherholungsgebiets Reeser Meer dorthin und genießen den freien Blick über das flache Land und auf den niederrheinischen Himmel. Und genau hier, in der Idylle, ist der Firmensitz der Wäscherei Syberg – der einzigen Wäscherei im Umkreis von gut 20 km.
„Dass wir in diesem Umkreis alleine sind, lässt sich als großer Vorteil nutzen. Ganz einfach ist es dennoch nicht in dem ländlichen Gebiet“, sagt Werner Syberg, Firmeninhaber mit viel Unternehmergeist in dritter Generation. Sein Großvater hat im heimischen Wohnzimmer das Unternehmen gegründet. Noch heute ist der Firmensitz derselbe, zwei Hallen sind angebaut worden. Das mittelständische Familienunternehmen hat sich insbesondere auf Wäsche aus dem Gastgewerbe spezialisiert und legt Wert auf kundenindividuelle Bearbeitung.
Tradition bewahren
Der Niederrheiner als solches ist eher ein Traditionalist und liebt das persönliche Verhältnis untereinander. Nicht zuletzt daher ist auch ein enger Kontakt zum Kunden gefragt. Ist ein Kunde gewonnen, dann braucht es oft gar keine Verträge. Die Sache läuft – über Jahre hinweg. Und es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man sich unter Kollegen im erweiterten Umkreis hilft, aber keinen direkten Wettbewerb macht. Am Niederrhein bleibe jeder in seinem „Revier“, sagt Syberg.
Gewisse wirtschaftliche Entwicklungen machen natürlich auch vor der Tradition am Niederrhein nicht Halt. So kann ein Wechsel in der Geschäftsführung eines Hotels schon mal dazu führen, dass auch die Konditionen der Wäscherei in der Nähe unter die Lupe genommen werden. Dann wird mit den Großen in der Ferne, die gänzlich andere Kosten- und Logistikstrukturen haben, verglichen und die langjährige Geschäftsbeziehung beendet.
Auch im meist etwas verschlafenen Niederrhein – abgesehen natürlich von dem Wochenende im August, wenn das Rock-Pop-Festival steigt – muss man auf der Hut sein und sich dem Markt anpassen. Platzhirsch zu sein, reicht lange nicht mehr. Das weiß auch Syberg, der im Übrigen Mitbegründer des großen jährlichen Musikevents ist und in seinem Betrieb 14 Mitarbeiter beschäftigt. Ständig sind neue Dienstleistungsideen gefragt und die Entwicklungen im eigenen Revier müssen beobachtet werden.
Konzepte entwickeln
So hat Syberg zum Beispiel den Trend der Bettenindustrie aufgenommen. Im Vergleich zu früher bestehen die Betten heute aus immer mehr Komponenten, die regelmäßig zu waschen sind. Bezüge für Wasserbetten und Topper für Boxspringbetten haben eine derartige Größe, dass sie nicht in der Haushaltswaschmaschine zu pflegen sind. Daraus entstand ein neuer Geschäftsbereich der Wäscherei Syberg, die eine Kooperation mit einem Bettenhaus eingegangen ist. Neben den direkten Aufträgen aus dem Fachgeschäft profitiert die Wäscherei auch von den Empfehlungen an die Kunden, die sich gerne ins frische Bett legen.
Weiter tun sich durch den Bau von neuen Ferienwohnungsanlagen sowie Hotels ständig neue Gelegenheiten auf, die Potenzial bieten. Wie beschrieben ist der grüne Westen der Republik durchaus beliebt, um eine Auszeit zu nehmen – Tendenz steigend.
Dass es genügend Platz gibt am Niederrhein, hat auch zur Folge, dass einige Flüchtlingsunterkünfte gebaut wurden. Auch dort fällt Wäsche an, die es zu pflegen gilt.
Ebenso nicht uninteressant ist die Übernahme von Kunden, wenn Kollegen aus dem weiteren Umfeld den Betrieb einstellen. Bekanntlich ist es in der Branche nicht immer einfach, einen Nachfolger zu finden. Aus Altersgründen der Inhaber werden nicht selten Betriebe geschlossen und nicht an die nächste Generation übergeben.
Bei Syberg reift gerade noch eine weitere Idee. Denn auch die Art, Feste zu feiern, ändert sich gerade am Niederrhein und bietet einen weiteren Ansatz für eine Geschäftsidee seiner Wäscherei. Konkretes dazu wird noch nicht verraten, aber sobald es Näheres dazu gibt, wird die RWTextilservice-Redaktion darüber berichten.
Infos: www.waescherei-syberg.de