Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Fachkräftesicherung – das waren drei der Schwerpunktthemen beim diesjährigen Verbandstag des Deutschen Textilreinigungs-Verbands. Über beide Veranstaltungstage am 8. und 9. September 2017 kamen etwa 180 Teilnehmer ins bayerische Starnberg.
Über gut gefüllte Reihen freute sich das Team des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (DTV) beim diesjährigen Verbandstag in Starnberg. Nach einer Betriebsbesichtigung und weiterem Rahmenprogramm inklusive Abendveranstaltung (siehe Kasten auf Seite 19) am Freitag, ging es am Samstag, 9. September 2017, zum offiziellen Teil. DTV-Präsident Friedrich Eberhard begrüßte die Mitglieder im Hotel Vier Jahreszeiten, blickte auf das vergangene Verbandsjahr sowie auf die zukünftigen Herausforderungen.
Die Branche habe ein gutes Jahr hinter sich. "Unsere aktuelle Geschäftsklimaumfrage zeigt, dass die Umsatzzahlen der Betriebe gestiegen sind. Und auch die Zahl unserer Mitglieder konnte ausgebaut werden", berichtete Eberhard. "Wir haben viele neue Projekte und Initiativen angestoßen, beispielsweise zum Thema Nachhaltigkeit." In diesem Jahr habe der Verband beispielsweise im Rahmen der Mitgliedschaft im UN Global Compact seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.
Mit dem Wirtschaftsverband Textil Service (WIRTEX) ging man eine "Nachhaltigkeitsallianz Textil Service" ein, um gemeinsam das Engagement der Branche glaubwürdig nach außen zu kommunizieren. Generell betonte Eberhard, wie wichtig es sei, starke Partner zu haben, um die Branche in Gesellschaft und Politik erfolgreich vertreten zu können. Im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) habe man solch einen Partner gefunden. Aber auch andere Fachverbände wie die EFIT, der Fachverband für Berufs-, Sport- und Freizeitbekleidung (BESPO) oder der Verband der deutschen Federindustrie (VDFI) seien wertvolle Kooperationspartner.
Ein großes Thema des Verbandstags war die Digitalisierung, ihre Vor- und Nachteile für Betriebe. "Der DTV möchte seinen Mitgliedern hier in Zukunft verstärkt Hilfestellung bieten mit Informations-, Qualifikations- und Unterstützungsangeboten", kündigte der Verbandspräsident an. Ein Wehrmutstropfen für die Branche seien die Ausbildungszahlen. "Zwei Berufsschulstandorte mussten zuletzt aufgrund zu geringer Schülerzahlen schließen", so Eberhard. Der Fachkräftemangel stelle Textilpflegebetriebe vor große Herausforderungen.
Zwischen Digitalisierung und Personalmangel
Eine allgemeine Einordnung dieser Megatrends nahm die Keynote-Speakerin vor. Prof. Dr. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) in Ludwigshafen sprach zum Thema "Moderne Trends in der Arbeitswelt – zwischen Digitalisierung und Personalmangel die Arbeitsorganisation gestalten". Sie stellte Zusammenhänge zwischen demografischen, technisch-ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen her. So gehe eine Schrumpfung der Gesellschaft zwingend mit einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit her.
"Jeder Unternehmer sollte sich fragen, ob seine Prozesse mit einer Belegschaftsstruktur mit Mitarbeitern im Alter 60+ noch handlebar sind. Was müssen Sie heute tun, um das Leistungsniveau der Belegschaft in Zukunft zu halten?", regte Rump an. Sie erwartet, dass Mitte der 2020er-Jahre das Durchschnittsalter in deutschen Betrieben um die 50 Jahre liegt. Die Folge sei u.a. ein Wettbewerb um Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt. "Um hier Chancen zu haben, benötigen Arbeitgeber eine Strategie, eine Marke", so Rump.
Unternehmen müssen nicht nur ihre Produkte und Dienstleistungen, sondern auch sich selbst bewerben. Weitere Ratschläge der Beschäftigungsexpertin: Stärken und Talente der Mitarbeiter einsetzen, die Identifikation mit dem Arbeitgeber, der Arbeit und dem Team fördern und eine langfristige Personalbedarfsplanung durchführen. Dabei sollten Unternehmen auch auf die Ansprüche verschiedener Generationen eingehen – von Baby Boomer bis Generation Z. "Im Hinblick auf die Digitalisierung ist es wichtig, die Mitarbeiter entsprechend zu qualifizieren", so Rump. Langfristige Überlegungen sollte es auch geben, wo Menschen durch Technik ersetzt werden könnten.
Podiumsdiskussion: passende digitale Lösungen
Im Anschluss wurde unter dem Titel "Märkte, Maschinen, Mitarbeiter – alles digital?" bei einer Podiumsdiskussion das Thema vertieft. Unter Moderation von DTV-Geschäftsführer Andreas Schumacher diskutierten:
- Barbara Schäfer, Geschäftsführerin Schäfer Matten, Gröbenzell,
- Dr. Alexander Barthel, Abteilungsleiter Wirtschafts- und Umweltpolitik, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Berlin,
- David Weigert, Geschäftsfeld Logistik- und Fabriksysteme am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Magdeburg,
- Lutz Stratmann, Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH, Hannover.
"Wir müssen die Mitarbeiter durch Weiterbildung auf die Entwicklungen vorbereiten", sagte Stratmann, "aber es muss uns auch klar sein, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze entbehrlich macht." Dadurch könne das Problem des demografischen Wandels entschärft werden. Laut Barthel bietet die Digitalisierung zahlreiche Möglichkeiten zur Erschließung neuer Märkte und Kundenkreise, z.B. durch neue Dienstleistungen wie Onlinereinigungsservices.
Er informierte über das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH), bei dem der DTV seit Kurzem offizieller Transferpartner ist (siehe Kasten links), und betonte: "Digitalisierungsmaßnahmen müssen immer individuell sein – nicht jeder muss alles machen, sondern nur das, was Sinn macht und zum jeweiligen Betrieb passt."
Am konkreten Beispiel erläuterte Schäfer die digitalisierten Prozesse in ihrer Mattenwäscherei. Seit dem Jahr 2000 hat der Betrieb RFID-Transponder in Anwendung. "Seit 2011 können wir die Technologie mit all ihren Vorteilen auch wirklich für unsere Logistik nutzen", berichtete Schäfer. Da es immer wieder Neuerungen gebe und die Technologieentwicklung sehr schnell gehe, sei es wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben. Aktuell geht Schäfer Matten das Thema UHF-RFID an. Als eine Hürde identifizierte die Geschäftsführerin die Schnittstellen zwischen verschiedenen Softwarelösungen, die den Datenaustausch erschweren.
Weigert pflichtete ihr bei und betonte: "Man muss immer den Gesamtprozess betrachten und darf seine Kernkompetenzen nicht vergessen. Insellösungen sind nicht ideal." Im Wäschereibereich sei es auch eine Herausforderung, dass die Prozesse sehr individuell von Betrieb zu Betrieb sind. Das IFF analysiert im Hinblick auf Nachverfolgbarkeit von Wäsche bereits Alternativen zu RFID. Schäfer berichtete abschließend, dass die Digitalisierung nicht nur im Produktionsprozess Chancen biete. "Wir haben auch bei Marketing, Verwaltung und externer Logistik vieles digitalisiert."
DTV-Verbandstag 2017 beleuchtet vier Schwerpunktthemen
In zwei Parallelsessions konnten sich die Teilnehmer anschließend über aktuelle Schwerpunktthemen tiefergehend informieren.
Stromeffizient
Im ersten Block ging es um Unternehmen und Arbeitswelt. Georg Ratjen von der ÖKOTEC Energiemanagement GmbH stellte das Projekt "STEP up!" vor. Das wettbewerbliche Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fördert investive Maßnahmen von Unternehmen zur Verbesserung ihrer Stromeffizienz.
Die Förderentscheidung orientiert sich am sogenannten Kosten-Nutzen-Wert. Dieser setzt die beantragte Fördersumme ins Verhältnis zu der erwarteten Stromeinsparung („Förder-Euro“ pro eingesparter kWh Strom). Es gibt zwei Ausschreibungsrunden pro Jahr mit Start jeweils im März und September. Die aktuelle vierte Runde ist am 1. September 2017 gestartet und läuft bis 30. November 2017. Es gibt jeweils eine sektor- und technologieoffene Ausschreibung sowie eine geschlossene mit wechselnden Themen; aktuell lautet das Thema "Energieeffizienzmaßnahmen in Trocknungs- und Reinigungsprozessen". Im Rahmen dieser vierten geschlossenen Ausschreibung werden erstmals bei "STEP up!" neben reinen Stromeffizienzprojekten auch investive Projekte gefördert, bei denen zusätzlich wärmeseitig Effizienzverbesserungen anderer Energieträger erzielt werden können (Kombiprojekte „Strom-Wärme“). Die maximale Fördersumme beträgt 1,5 Millionen Euro, der maximale Fördersatz 30 Prozent der Investitionskosten. Weitere Informationen gibt es online unter www.stepup-energieeffizienz.de.
Qualifiziertes Personal finden
Lutz Stratmann informierte über die Demografieagentur und ihre Dienstleistungen. Sie wurde 2012 von Arbeitgebern und Gewerkschaften gegründet mit dem Ziel, Unternehmen bei der Bewältigung des demografischen Wandels und des sich immer schneller vernetzenden und digitalisierendem Arbeitsumfelds zu unterstützen. Stratmann weiß: "Qualifiziertes Personal zu finden und langfristig zu binden, ist heutzutage anspruchsvoller denn je. Eine gute Vergütung allein reicht dazu nicht mehr aus, vor allem die Unternehmenskultur und Faktoren wie familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, Weiterbildungsangebote oder ein gesundheitsförderlicher Arbeitsplatz gewinnen immer mehr an Bedeutung."
Unternehmen seien im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte gefordert, die Qualität der Arbeit in ihrem Betrieb zu verbessern. Hier setzt das Audit "Zukunftsfähige Unternehmenskultur" an, ein Angebot der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Es unterstützt Arbeitgeber sowie Beschäftigte dabei, ein besseres Arbeitsumfeld zu entwickeln. Weitere Informationen über das Audit, den Ablauf und die Kosten gibt es online unter www.inqa-audit.de. Stratmann empfahl außerdem das Beratungsprogramm "unternehmensWert: Mensch".
Mit passgenauen Beratungsdienstleistungen unterstützt es kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung moderner, mitarbeiterorientierter Personalstrategien. Das Programm bezuschusst die Kosten der Beratung je nach Unternehmensgröße zu 50 oder 80 Prozent. Das Beratungsangebot von "unternehmensWert: Mensch" greift ebenfalls auf das Expertenwissen der Initiative Neue Qualität der Arbeit zurück. Mehr unter www.unternehmens-wert-mensch.de.
Forschung und Bildung
Der zweite Block hatte als Fokusthemen Forschung und Bildung. Hier referierten Dr. rer. nat. Jürgen Bohnen, Institutsdirektor des wfk – Cleaning Technology Institute in Krefeld, und Anke Horst, Lektorin beim Verlag Europa-Lehrmittel in Haan-Gruiten bei Düsseldorf. Bohnen gab einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten der Forschungsförderung wie die Industrielle Gemeinschaftsförderung (IGF), das ZIM-Programm (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand), die Förderung von Vorhaben zum Schutz der Umwelt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und den Förderbereich "Energieeffizienz in der Industrie und Gewerbe, Handel und Dienstleistungen" (GHD) des BMWi.
"Die finanzielle Situation der Forschungsträger ist derzeit als sehr gut zu beschreiben", sagte Bohnen und motivierte das Auditorium, die Fördermöglichkeiten zu nutzen. Das wfk zählt zu den führenden Instituten rund um die Forschungsgebiete Reinigung, Wiederaufbereitung, Funktionalisierung und Hygiene. So entwickelte das wfk z.B. im Rahmen eines Forschungsvorhabens eine auf plasma-aktiviertem Wasserdampf basierende Finishbehandlung zur Wäschedesinfizierung. Dadurch können laut Bohnen selbst empfindliche Textilien schonend hygienisch aufbereitet werden. Ein weiteres Projekt behandelt die Rückgewinnung von Tensiden im Waschprozess. Schwämme absorbieren im Waschprozess den Schmutz, der später durch Abquetschen wieder von der Waschflotte getrennt wird. Weitere Einblicke erhielten die Teilnehmer bezüglich der Entwicklung eines ressourcenschonenden Aufbereitungsverfahrens auf Basis erneuerbarer pH-schaltbarer Soil-Release-Systeme.
Neues Fachbuch: Fachwissen professionelle Textilpflege
Anke Horst stellte im Anschluss das neue Fachbuch für die professionelle Textilpflege vor, das in Kürze erscheinen soll, verlegt durch den Verlag Europa-Lehrmittel. Das Buch mit dem Titel „Fachwissen professionelle Textilpflege“ wurde zusammen mit dem DTV und weiteren Fachautoren erarbeitet und befindet sich gerade in der Korrekturschleife, berichtete Horst. Es soll die Fachbuchreihe des DTV, die seit einiger Zeit zur Überarbeitung anstand, ablösen. Der Inhalt umfasst Wissenswertes über den Prozess der Textilpflege, Eigenschaften zu pflegender Textilien, Teppiche, Leder und Pelze bis hin zu Umwelt- und Managementthemen ebenso wie Grundwissen zu Kundenberatung uvm.
Mitgliederversammlung mit Blick nach vorne
Am Nachmittag folgte die Mitgliederversammlung. DTV-Geschäftsführer Andreas Schumacher erwähnte in seinem Tätigkeitsbericht einige Highlights des vergangenen Jahres. Besonders die Vernetzung und der Austausch mit Partnern der Textilpflegebranche, Forschungsinstituten, europäischen Dachverbänden sowie Verbraucher- und Zuliefererorganisationen nehme immer größeren Raum in den Tätigkeiten des Verbands ein. "Ziel ist es, die handwerks-, berufs- und wirtschaftspolitischen Interessen der Branche gegenüber der Politik zu vertreten und die Positionen mit anderen Verbänden und Partnern abzustimmen", erläuterte Schumacher.
Zur Lobbyarbeit in Brüssel zählt auch das Engagement in der europäischen Normierungsarbeit. Gemeinsam mit Kollegenverbänden auch im europäischen Ausland hat man Projekte für die Branche auf den Weg gebracht, die Synergien nutzen. So ist aus der gemeinsamen Arbeit mit WIRTEX in der "Nachhaltigkeitsallianz Textil Service" der Wunsch entstanden, den Mitgliedern etwas an die Hand zu geben, mit dem sie gegenüber Kunden ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit glaubwürdig kommunizieren können.
Das Ergebnis ist ein vereinfachter Nachhaltigkeitsbericht mit Branchenfokus, basierend auf den anerkannten Kriterien der Global Report Initiative (GRI). Auch im kommenden Jahr will der DTV laut Schumacher die Branche nach vorne bringen und den Mitgliedern konkrete Hilfestellung leisten. Zur Palette der Dienstleistungen des DTV gehört neben Rechtsberatung, Weiterbildungsangeboten und Unterstützung bei der Auszubildendensuche u.a. auch die Verbandszertifizierung. Im Sommer wurden fünf weitere Betriebe zertifiziert und in die Gruppe der mittlerweile 49 Teilnehmerbetriebe aufgenommen. Es folgten die Berichte aus den Arbeitsgremien des DTV.
DTV-Verbandstag 2018: Das bewegt sich
- Tarifpolitische Arbeitsgemeinschaft TATEX: Sprecher Ralph Rouget berichtete von den aktuellen Tarifverhandlungen. Es habe erstmals keine Einigung zwischen DTV und "DHV – Die Berufsgewerkschaft e.V." gegeben. Nach dem nächsten Verhandlungstermin informiert der DTV die Mitglieder über die Ergebnisse in einem Rundschreiben. Für die der TATEX angeschlossenen Wäschereibetriebe gilt seit 2011 ein Manteltarifvertrag, der jedoch zum 30. September 2017 auslief; ebenso der dazugehörige Entgelttarifvertrag. Rouget betonte, dass für alle nicht durch den TATEX-Tarif gebundenen Textilpflegebetriebe seit 1. Oktober 2017 der gesetzliche Mindestlohn gilt.
- Ausschuss Aus- und Weiterbildung: Marco Seifen vom DTV informierte darüber, dass nach der Meister- auch die Gesellenprüfungsordnung überarbeitet werden soll. In einer ersten gemeinsamen Sitzung von Vertretern des DTV und WIRTEX sowie weiteren fachkundigen Branchenvertretern wurden die Anforderungen und Wünsche an eine neue Prüfungsordnung diskutiert. Dabei zeichnete sich laut Seifen ab, dass eine Änderung der Berufsbezeichnung "Textilreiniger/in" unumgänglich wird, da sie technischen Anforderungen an den Beruf nicht widerspiegelt. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit WIRTEX wurde eine Fachmitarbeiterausbildung im Bereich Textilservice gestaltet. Darüber hinaus hat der Ausschuss Fachmitarbeiterlehrgänge für die Bereiche Textilreinigung sowie Wäscherei konzipiert, die vor allem für Quereinsteiger geeignet sein sollen. Weiterhin anbieten will der DTV branchenspezifische Seminare; außerdem sollen Workshops für Berufsberater aus Berufsinformationszentren veranstaltet werden, um diesen den Ausbildungsberuf Textilreiniger näherzubringen.
- Fachgruppe Heimtextilien: Bei der Fachgruppentagung 2017 in Dülmen wurde Martin Grebe als erster Vorsitzender bestätigt und Michael Piene als zweiter Vorsitzender gewählt, berichtete Seifen. Die Fachmitarbeiterausbildung für die Teppich- und Polstermöbelreinigung habe 2017 erfolgreich stattgefunden und soll 2019 wieder angeboten werden.
- Arbeitskreis persönliche Schutzausrüstung (PSA): Der 2016 neuformierte Arbeitskreis setzt sich aus Vertretern der Wäschereibranche, Konfektionären und Waschmittelherstellern zusammen. Vorsitzende ist Beate Schäfer aus Walldorf. Themen sind z.B. die neue PSA-Verordnung, rechtliche Fragen, Pflegekennzeichnung u.v.m. RWTextilservice berichtet regelmäßig zu den Sitzungen des PSA-Arbeitskreises.
- Ausschuss Technik und Umwelt: Das abgeschlossene Forschungsprojekt zu Energieeinsparmaßnahmen in Wäschereien wird derzeit auch für den Bereich Reinigungen umgesetzt und soll noch 2017 abgeschlossen werden. Zudem soll ein Energieeffizienznetzwerk gegründet werden, berichtete Seifen, um einen systematischen, unbürokratischen Erfahrungs- und Ideenaustausch zu ermöglichen.
- Ausschuss Marketing und PR: DTV-Mitarbeiter Daniel Dalkowski informierte über verschiedene Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit. Zusammen mit anderen europäischen Verbänden habe man z.B. ein Branchenvideo für den Textilservice erstellt; ebenso gebe es aktuelles, professionelles Bildmaterial, das Mitglieder beim DTV anfragen und kostenfrei nutzen können, so Dalkowski. Die Branchenkampagne wird fortgeführt. Für die Azubiwerbung gibt es ein neues Plakatmotiv, Postkarten und Give-aways.
- Arbeitskreis der Junioren (AKJ): Anja Fuhner berichtete aus dem AKJ. Sie ist als Vorsitzende nachgerückt, da der bisherige Vorsitzende Felix Heim aus persönlichen Gründen die Branche verlassen habe. Sie blickte zurück auf die Jubiläumsfeier zum 50. AKJ-Geburtstag im März 2017 in Hofheim im Taunus. Rund 60 aktive und ehemalige Mitglieder nahmen teil. Die Herbsttagung wird am 23. November 2017 in Belgien stattfinden.
- Fachgruppe Krankenhaus- und Pflegeheimversorgung/DTV med: Um Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen von den Vorteilen der textilen Dienstleistung zu überzeugen, hat die DTV-med-Fachgruppe u.a. mit den Veranstaltern der Messe Altenpflege zusammengearbeitet und eine Vortragsreihe auf der Messe organisiert, so Schumacher in seinem Bericht. Darüber hinaus werde aktuell an zwei Leitfäden zur Textilversorgung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gearbeitet. Themen sind u.a. das neue Vergaberecht, die elektronische Vergabe, Bekleidungsausgabesysteme oder die Restwertberechnung.
DTV-Verbandstag 2018 beschließt neue Beitragsregelung
Nach der Verabschiedung der Verbandsfinanzen informierte Präsidiumsmitglied Holger Schäfer über eine neue Beitragsregelung. So soll der Grundbeitrag für Einzelmitglieder erhöht werden, die direkt beim DTV Mitglied sind und nicht über Landesverbände. Für Mitglieder der Landesverbände ändere sich nichts. Man will es so für kleinere Einzelmitglieder attraktiver machen, in die Landesverbände zu wechseln. Durch eine Änderung bei der Rückvergütung an die Landesverbände soll das System zudem vereinfacht werden. Die Mitglieder stimmten für die geänderte Beitragsregelung.
Anschließend ging es um den Verkauf der DTV-Immobilie in Bonn. Andreas Schumacher betonte: "Das ist eine langfristige, strategische Entscheidung für den Verband." Man wolle mit der Geschäftsstelle dort vor Ort sein, wo man etwas bewegen kann, wo die Infrastruktur stimmt und relevante Institutionen, Partner etc. gut erreichbar sind. Ein Umzug nach Frankfurt am Main oder Berlin werde schon seit Jahren im Verband diskutiert. Nun kommt laut Schumacher hinzu, dass das Gebäude vor notwendigen Sanierungen steht. Ein Grund mehr, die Immobilie zu verkaufen und den Verkaufserlös zum Erwerb einer neuen Immobilie zu nutzen. Zunächst soll die Geschäftsstelle in Bonn bleiben, um dort die Mitarbeiter zu halten. Dafür suche man neue Räume zur Miete. Nach einiger Diskussion stimmte die Mehrheit der Mitglieder für den Verkauf der Immobilie in Bonn und den Neukauf einer Immobilie in Berlin bzw. Frankfurt am Main.
Der nächste DTV-Verbandstag findet am 7. und 8. September 2018 in Berlin statt.