Logistik, Software und Technologien sowie Zubehör waren auf der Texcare International 2016 bestimmende Themen. Maschinen und Prozesse sollen hiermit in Textilpflegebetrieben noch effizienter gemacht werden. Einen Schwerpunkt in diesem Zusammenhang bildet die Automatisierung.
3 Einen Schwerpunkt der Texcare International im Juni 2016 in Frankfurt am Main bildete das Thema Industrie 4.0. Das bedeutet konkret: Noch mehr Automatisierung bringt eine noch höhere Effizienz, egal ob im Maschinen- oder Logistikbereich. Neben Softwarelösungen setzen die Hersteller auch auf energieeinsparendes sowie prozessoptimierendes Zubehör.
Einen Mehrwert für Textilpflegebetriebe will AdvanTex mit seinen Softwarelösungen bieten. Das Unternehmen zeigte u.a. mobile Lösungen für Fahrerunterstützung, Inventuren im Krankenhaus, mobiles Expedieren im Betrieb oder Schrankfachkontrollen. Die Fuhrparklösung beispielsweise soll den Fahrer schon bei der Beladung des Fahrzeugs unterstützen, indem ihm nach der Auswahl der zu fahrenden Tour wichtige Hinweise angezeigt werden. Die Beladung der nötigen Container muss durch einen Scan des Containers bestätigt werden, so dass laut AdvanTex keine Container mehr vergessen werden können. Das mobile Gerät dirigiert den Fahrer dann nach und nach zu den anzufahrenden Kunden und erlaubt dabei das Abrufen von Informationen wie Adresse, Öffnungszeiten, Ansprechpartner und Telefonnummern vor Ort. Es zeigt dem Fahrer genau an, was vor Ort gemacht werden muss. Container abladen, Schmutzwäschecontainer entgegennehmen, Matten und Rollen ausliefern, Stückzahlen bestätigen, bei Barzahlern auch gleich kassieren, sich die Lieferung per Unterschrift auf dem Gerät quittieren lassen – all das soll mit „AdvanTex mobile“ dank intuitiver Bedienung einfach möglich sein. Die unterwegs erfassten Daten werden bei Ankunft im Betrieb oder bei bestehender Datenverbindung auch schon von unterwegs aus automatisch mit dem zentralen AdvanTex-System abgeglichen. Die gesammelten Unterschriften z.B. können als Liefernachweis automatisiert dem Kunden per E-Mail gesendet oder als Sammelbeleg zur Rechnung gedruckt werden. Die Containerdaten gehen in die Containerstatistik ein und stehen für Auswertungen wie „welche Container sind schon lange nicht mehr vom Kunden zurückgekommen“ zur Verfügung. Die Zeiten, die ein Fahrer je Kunde vor Ort verbringt, sind wichtige Parameter für eine Tourenoptimierung.
Ein Beispiel für Energieffizienzlösungen sind die Isolierungen von ASA Horst Wieber. Die zur Fachmesse eingeführte Isolierschale für Schwimmer, Glockenkondensatableiter und Armaturen soll die Wärme im Inneren halten und zudem für den Anwender Schutz vor Verbrennungen bieten. Das Unternehmen legte außerdem den Fokus auf seinen bewährten Glockenkondensatableiter. In Kombination mit der Isolierschale seien durch das Produkt zudem spürbare Energieeinsparungen möglich.
Eine Effizienzerhöhung ganz anderer Art ist dagegen durch die Dienstleistung des AS-Shop Ladenbau möglich. Die Firma aus Mettmann hat sich im Bereich Ladenbau auf Textilreinigungen spezialisiert. Durch eine transparente, helle und freundliche Shopgestaltung könne laut der Inneneinrichtungsexperten Sauberkeit als Dienstleistung verkauft und so viel effizienter Kunden angesprochen werden. Im Trend liegen laut Unternehmen hell-dunkle Farbkontraste, Hochglanzfronten und Mattfarben. Auch ein kleines Regal vor einer Wand mit Digitaldruck oder Flatscreens, auf denen Arbeitsabläufe zu sehen sind, können den Ladenbereich spürbar aufwerten. Ein Beispiel für eine solche Aufwertung durch AS-Shop Ladenbau ist übrigens der Ladenbereich der Jeannette Conradts Textilreinigung in Berlin – diese gewann für ihr modernes, transparentes und luxuriös anmutendes Shopkonzept den „RWin 2016“ als Textilreinigung des Jahres.
Als Spezialist für Banderoliertechnik präsentierte sich ATS Tanner in Frankfurt am Main. Die Maschinen aus der „US-2000“-Serie bündeln die Wäschestapel automatisch mit einer Papier- oder Folienbanderole. Die Banderole wird dabei „just in time“ durch einen in der Maschine integrierten Thermotransferdrucker bedruckt. So lassen sich Informationen wie Namen, Artikelnummern, Artikelanzahl oder interne Codes auf der Banderole anbringen. Diese Informationen werden direkt von einem Server oder via USB-Port an den Drucker übertragen. Die Messstation der Banderolieranlage vermisst dabei laut ATS Tanner die Wäschestapel automatisch und bringt die Banderolen entsprechend an. Da beim Banderolieren wenig Material benötigt wird, sinkt damit auch die Abfallmenge.
Aurora ist bekannt für Produkte wie Bettwäsche, Tischwäsche und Frottierware. Namik Kemaloglu ist Gesellschafter und Geschäftsführer und hat in Zusammenarbeit mit der Firma Ustek in langjähriger Entwicklung ein RFID-System zur Marktreife gebracht. Das RFTT-System (Radio Frequency Textile Tracking) soll eine Lesegenauigkeit von 99,5 Prozent ermöglichen. Das Etikett ist ein passiver, auf UHF-Technik basierender Transponder, der laut Ustek wasserfest und auf 200 Waschzyklen ausgelegt ist. Zum kompletten System gehören außerdem u.a. ein Tunnel (Eggwalk 2500), ein Packtisch (Packman 60) sowie eine RFTT-Software mit Reportingmodul. Kemaloglu erläuterte die Vorteile: „Bei der Inventur kann eine Wäscherei damit genau sagen, wo die Wäsche gerade ist – und sich so Ärger mit den Kunden ersparen.“ Zu den weiteren Vorteilen dieses Systems gehören laut Aurora: kein Zählen der Wäsche, keine Fehlerquote durch Handsortierung, Anzeige der Waschzyklen und des Kundennamen sowie des Lagerbestandes. „Damit das System wirklich funktioniert, müssen Chip, Software und Antenne eine Sprache sprechen“, betonte Kemaloglu. Auf der Texcare wurde eine weiterentwickelte Version der Software präsentiert; außerdem will man noch kleinere Chips entwickeln und ist hierbei gerade in der Testphase.
Das britische Unternehmen Automated Packaging Systems liefert einen Beitrag für die zunehmende Automatisierung der Textilpflegebranche: Mit dem im Juni 2016 vorgestellten „Autobag Ergocon Textile Packaging System“ ist es laut Hersteller möglich, bis zu 7.000 Handtücher pro Stunde zu zählen, zu überprüfen und anschließend zu verpacken. Die Maschine kann dabei während des laufenden Betriebs in ergonomischer Höhe von 864 mm beladen werden. Das benutzerfreundliche Interface sei mit bis zu 14 verschiedenen Spezifikationen zu programmieren. „Unser Produkt reduziert Arbeit, erhöht die Produktionsraten und ist zudem sehr zuverlässig“, betont Chris Rempe, Director of Global Marketing von Automated Packaging Systems. Die Neuheit sei außerdem, falls keine Inspektion nötig ist, auch ohne Bediener zu betreiben.
Die Firma Beck Packautomaten zeigte Verpackungsmaschinen für gewaschene Textilien. Mit dem neuen Beck-Hochpacker SXJ HP soll es möglich sein, jegliche Wäschehöhe flexibel ohne Maschinenumstellung zu verpacken – ob Stapel oder Einzelstück. Das Gerät ist mit wärmeoptimierter Seitenschweißung und neuem Multicolor-HMI-Bedienpanel ausgestattet.
Lösungen für die die Sortierung und Ausgabe von Bekleidungsstücken in der Textilreinigung zeigte die CRA Technolgie KG aus Mettmann. Gemeinsam mit zwei anderen Unternehmen präsentierte man ein komplettes Sortiersystem am Gemeinschaftsstand, bestehend aus einem Speicherband der Firma Pamilas Italia Snc mit Eingabestation, Ausgabestation, einer 24-Stunden-Box der CRA Technologie KG sowie einem Kassensystem mit Warenflusskontrolle von der Ident-Projekt GmbH. Das Speicherband ist laut Unternehmen so konzipiert, das bis zu drei Teile pro Slot ohne Probleme ausgehoben werden können – ohne Zeitverlust, da das Band nicht abbremsen muss. Der Einsatz einer 24-Stunden-Box oder wahlweise einer automatischen Ausgabestation an der Ladentheke soll die Kundenfreundlichkeit fördern. Eine solche Box kann sowohl als Abhol- als auch Annahmestelle eingesetzt werden. Mittels Kunden- oder Prepaidkarte ist das Geschäft bargeldlos abzuwickeln. Das Kassensystem von Ident-Projekt aus Hasloch bietet nach Unternehmensangaben Möglichkeiten von der Warenflusskontrolle über die Qualitätskontrolle bis hin zur Leistungserfassung. Zusammen biete man ein leistungsstarkes System aus einer Hand.
Laut Datamars kommt die Identifikation von Textilien mittels Ultra-High-Frequency-Technik (UHF) kräftig ins Rollen. Auf dem Messestand legte das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz den Fokus daher auf diese Technik. „Die Vorteile liegen auf der Hand“, ist Manfred Möller überzeugt. „Große Mengen können sehr schnell und effizient ausgelesen sowie zweifelsfrei zugeordnet werden.“ Das Unternehmen habe daran gearbeitet, die Technik für den Betriebsalltag zuverlässig zu machen, und verspricht eine hohe Ausfallsicherheit. Dazu muss der voll bepackte Container innerhalb einer Abschirmung gelesen werden, um zu vermeiden, dass knapp dahinter oder davor stehende Container ebenfalls miterfasst werden. Wie dieser Vorgang abläuft, konnten die Messebesucher vor Ort ausprobieren. Einen weiteren Präsentationsschwerpunkt bildete die Anlage Q-Soil, die Berufsbekleidung bereitstellt. Nachdem sich der Träger identifiziert hat, kann er seine Bekleidung einfach entnehmen und schließlich auch komfortabel wieder abgegeben. Das System hält die Textilien gefaltet statt hängend bereit und kommt ohne Fördersystem aus. „Damit wird dem oft vorherrschenden Platzproblem, z.B. in Krankenhäusern, Rechnung getragen“, erklärte Möller. Ein hoher Schwund, der den Dienstleistern oft Sorgen bereitet, könne ebenfalls effektiv eingedämmt werden. Der Anbieter hatte die Anlage auf der Expo Detergo 2014 vorgestellt und 2015 erstmals in der Praxis installiert. „Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage“, so Möller. „Zahlreiche Dienstleister entscheiden sich bereits für die Ultra-High-Frequency-Technik.“
Zufrieden mit der Texcare 2016 zeigte sich Martin Hartwigsen von Deister Electronic. Als Trendthema identifizierte er klar die smarte Wäscherei nach Industrie 4.0. Die Bereitschaft der Interessenten, in diese Technologien zu investieren, sei merklich höher gewesen als auf der letzten Texcare. Als Neuheit wurde am Messestand das „Smart Cabinet“ gezeigt. Die Lösung für Krankenhäuser und Industrieunternehmen soll es ermöglichen, die Wäsche- und PSA-Ausgabe zu optimieren sowie C-Artikel und Werkzeuge „just in time“ bereitzustellen. Beispielsweise könne die Wäscheausgabe von 200 Teilen durch den kompakten Schrank dezentral erfolgen – sprich genau dort, wo die Wäsche benötigt wird. Die „Smart Cabinets“ reduzieren laut Deister die Zeiten für das Besorgen von Wäsche sowie die Umlaufmenge – ein effizientes Wäschemanagement ist das Ziel.
Der Softwareanbieter Düchting hatte in Frankfurt am Main mit „Caesar 3“ eine Weiterentwicklung der bewährten Kassensoftware „Caesar“ dabei. Es vereint laut Anbieter die Vorteile einer technologisch hochentwickelten Programmiersprache mit den umfangreichen Features der Kassensoftware. In Verbindung mit einem Webinterface soll der Textilreinigungsbetrieb für den Anwender transparent werden. Auswertungen in Echtzeit von jedem Internetzugang aus zeigen dem Textilreiniger außer den Kennzahlen seines Betriebs alle kaufmännischen Informationen, die der Inhaber benötigt, um richtige Entscheidungen treffen zu können, verspricht Düchting. Besonderen Wert legen die Kunden laut Unternehmen auf eine einfach zu bedienende Software. Düchting bietet daher z.B. interaktive Hilfestellungen, die in die Software integriert sind. Sie sollen das Nachschlagen in umfangreichen Handbüchern ersetzen.
Mit den Schranksystemen von LCT und den Verbesserungen digitaler Effizienz der Wilgengroep vertreibt Dunnewolt/Rahe ein weiterentwickeltes und ein komplett neues Produkt auf der Texcare International 2016. Letzteres ist sogar so neu, dass es voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres auf den Markt kommt. Möglich wird damit laut Hersteller die Automatisierung von Wäschereiabläufen wie Sortierung und Kontrolle des Energieverbrauchs mittels Robotern, deren Technik auf Trends aus Gewächshäusern basiert. Künftig soll es so möglich sein, eine automatisierte farbliche Erfassung, Gewichtserkennung und Logistik in der Wäscherei zu installieren. Rollbehälter könnten beispielsweise durch ein automatisches Fahrzeug, dem sogenannten „Bitrec“, via im Boden verlegten Induktionsschleifen ohne Personal von den Trocknern zu den Finishern gelangen. Die Software kann außerdem laut Unternehmensangaben auch bei Fremdprodukten eingesetzt werden. Eine Weiterentwicklung im Hause Dunnewolt+Rahe ist das „Chiptex U-Store“-Schranksystem von LCT, das eine skalierbare Lösung für die kontrollierte Ausgabe von Berufsbekleidung darstellt: Durch RFID-Technologie wird die Ausgabe der einzelnen Teile transparent, der Benutzer kann nur so viele Bekleidungsstücke mitnehmen, wie im System hinterlegt sind. Falls dieser mehr mitnimmt, wird die betreffende Bekleidung registriert und je nach Wunsch des Wäschereibetreibers ein Alarmsignal aktiviert. Die Wäscherei soll so zu jeder Zeit die Ausgabe von Berufsbekleidung im Griff haben.
Econ Solutions präsentierte gemeinsam mit Vertriebspartner Alexander Bürkle Lösungen für ein nachhaltiges Energiemanagement: das Multifunktionsmessgerät „econ sens3“ und die Software „econ3“ mit Funktionen für Prozessoptimierungen und Energieeinsparungen. „econ sens3“ misst alle zentralen Parameter der elektrischen Energie. Mit fünf Schnittstellen fungiert es als Integrator für alle energierelevanten Messdaten sowie Produktions- und Prozessdaten. Über das Webinterface haben Nutzer schnellen Zugriff auf die Messdaten und deren Analyse auch bei mobilem Einsatz. Das Gerät ist durch seine flexiblen Strommessspulen mit Klickverschluss innerhalb weniger Minuten einfach zu installieren, auch während des laufenden Betriebs, verspricht Econ Solutions. Analysen, Berichte sowie wichtige Leistungskennzahlen liefert die webbasierte Software „econ3“. Messdaten aller Energieträger fließen mit Produktions- und Prozessdaten aus bestehenden Systemen (MDE/BDE) in die Analysen ein, Wechselwirkungen von Energie- und Produktionsdaten werden sichtbar. Die Lösung ist modular aufgebaut. Das Leitprinzip „Einfachheit“ gilt für die Installation, Inbetriebnahme und Nutzung. „Dass ‚Big Data‘ so einfach zu handeln sind, hat auch die Interessenten an unserem Messestand fasziniert“, so Rolf Wagner, Leiter Business Development, Econ Solutions.
Flexco zeigte die neue elektro-hydraulische Einpressmaschine ARK 150-WNP. Damit verbindet der Servicetechniker die Wäschereigurte mit Drahthaken innerhalb von nur 30 Sekunden, verspricht das Unternehmen. Erreichen könne er dies beispielsweise mit den Anker-Patch-Verbindern der Serie 25. Das Besondere daran: Die Drahthaken sind im Patch-Material bereits vorinstalliert. Mit der Bedieneinheit des integrierten Hydraulikaggregats lassen sich nach Unternehmensangaben zudem sämtliche Funktionen und Einstellungen einfach vornehmen. Der Bediener betätigt den Pressvorgang über einen Fußschalter. Außerdem hat Flexco mit der Anker-Einpressmaschine der Serie AHP 120 eine preiswerte Variante gezeigt. Diese mobile Presse soll dem Servicemitarbeiter eine manuelle, aber dennoch schnelle Möglichkeit bieten, Patchverbinder zu montieren. Sie integriert eine beheizte Zone und eine nicht beheizte, kühlere Nachpresszone.
RFID, „Waschen mit 360 °“ und „Astrum Lite“ – das waren die Topthemen der Firma Fuhlrott auf der diesjährigen Texcare. Vor allem die in einer Lite-Variante angebotene Wäschereisoftware „Astrum“ sorgte dabei laut Unternehmen für Aufsehen. Diese richtet sich speziell an kleinere Wäschereien, welche zurzeit gar keine Software, keine spezielle Branchensoftware, selbstentwickelte Kleinstlösungen oder Ähnliches einsetzen. Das Produkt umfasst laut Hersteller alles, was Betriebe für die einfache Abwicklung ihrer Wäsche benötigen: z.B. die Verwaltung von Kunden und Artikeln, das Hinterlegen individueller Kundenpreise und das Erstellen von Lieferscheinen sowie Rechnungen. Sollten die Anforderungen eines Textilpflegebetriebs zukünftig wachsen, wachse die Lite-Version den Ansprüchen entsprechend zu einer ausgereiften Software für größere Wäschereien mit – zu fairen Preisen, so Fuhlrott. Außerdem ging es am Messestand um die Welt der RFID-Technologie: Fuhlrott präsentierte den Poolwäscheprogrammablauf vom Wäscheeingang bis zum Wäscheausgang – vom Einlesen der Wäsche mittels Tunnel über die Auftragsverteilung, dem Packen der Wäsche mit dem Pickwagen bis hin zur Auslieferung.
Intralogistikkonzepte für kleine Unternehmen bis hin zur Großindustrie bietet Hänel. Die dynamischen Lagersysteme sind nach dem Umlauf- und Förderprinzip konstruiert, d.h. Ware kommt zur Bedienperson und nicht umgekehrt. Durch die kompakte Bauweise kann auf engstem Raum viel Lagerplatz geschaffen werden. Moderne Mikroprozessorsteuerungen ermöglichen permanenten Bestandsüberblick und präzise Warenkontrolle. In einer Wäscherei im Einsatz ist z.B. der Drei-Achs-Lagerlift „Hänel Multi-Space“, der laut Unternehmen auch nachträglich in Breite und Höhe variiert werden kann.
Das österreichische Unternehmen Haghofer war das erste Mal auf der Texcare dabei. Präsentiert wurde u.a. der neue Bügel „Mod. K9 SA“. Er verfügt über einen speziellen Radius im Schulterbereich, der die Höckerbildung an dieser Stelle reduzieren soll. Tests über einen längeren Zeitraum können die positiven Effekte laut Unternehmen bestätigen. Durch die zusätzliche Möglichkeit, den Bügel auch mit Schulterauflagen aus Edelstahl auszustatten, bekomme der Kunde ein Ergebnis, das man mit den herkömmlichen Bügeln nicht vergleichen könne. Darüber hinaus kann der Bügel laut Hersteller aufgrund seiner Verkeilsperren auch mit den derzeit verwendeten Bügeln störungsfrei gemischt werden.
Für IFL Industrie-Leasing war es der erste Auftritt auf der Texcare International. Bereits seit vielen Jahren begleitet das Unternehmen die Finanzierungswünsche der Wäschereien. Viele Bestandskunden nutzten die Einladung und kamen zu persönlichen Gesprächen auf den Messestand. Zusätzlich konnten dem Unternehmen zufolge interessante Neukunden- und Lieferantenkontakte gewonnen werden. Das Fazit: Gern ist IFL Industrie-Leasing bei der nächsten Texcare International wieder dabei.
Zur Texcare 2016 verkündete Invengo die Übernahme des Textilservice- und RFID-Tag-Geschäfts des französischen Unternehmens Tagsys RFID. Invengo Technology Pte. Ltd ist in Singapur ansässig und hat Niederlassungen in den USA und Europa. Das Unternehmen bezeichnet sich als globalen RFID-Technologieanbieter. Die neuen Services werden laut Unternehmen von der Geschäftseinheit „Textile & Custom Application Services“ gesteuert, die in Frankreich sitzt. Das Portfolio, das Invengo von Tagsys übernommen hat, beinhaltet RFID-Tags für den Textilservice (z.B. „LinTrak“ oder „MuTrak“), Lesekabinen (z.B. „u-Door“ oder „-Way“) sowie die Plattform „Acuity“. Letzteres Tool dient dem Wäschemanagement und der Prozessvisualisierung im Sinne des „Internets der Dinge“ anhand von Datenanalysen.
Inwatec präsentierte sich als Hersteller für Spezialmaschinen und Experte für die Automatisierung in Industriewäschereien. Im Fokus der Besucher stand vor allem die Anlage „Inwatec X-Ray“, die mittels Röntgentechnik Fremdkörper wie Stifte oder Nadeln automatisch erkennt. Sophie Ingemann Aagaard erklärte die Funktionsweise: „Befindet sich ein Fremdkörper in einem Bekleidungsstück, z.B. in den Taschen von Arbeitsbekleidung, wird dieser automatisch aussortiert und in einen Ausschussbehälter transportiert.“ Der Hersteller verspricht dabei eine Leistung von bis zu 2.200 Artikeln pro Stunde. Jeder detektierte und aussortierte Fremdkörper wird vom System dokumentiert und mit einem Bild gespeichert. Außerdem kann verschmutzte Arbeitsbekleidung mit Hilfe von RFID-Chips sortiert werden. Zu sehen war auch die „Vortex-Return-to-Operator“-Mattenrollmaschine, für die der Anbieter eine Effizienz von 250 Matten pro Stunde verspricht.
Das US-amerikanische Unternehmen IPA zeigte automatische Textilmanagementsysteme, die die Verwaltung von Bereichsbekleidung, OP-Textilien und Stationswäsche in Krankenhäusern optimieren sollen. „alEx“ ist ein Ausgabesystem für Bettwäsche, Textilien oder anderen medizinischen Bedarf. Es soll die Verfügbarkeit der Wäsche sicherstellen und die unautorisierte oder unangemessene Nutzung verhindern. Das „alEx Linen Center“ ermöglicht die Entnahme größerer Mengen und überwacht diese durch Erfassung des Gewichts. Die „alEx Single Dispence unit“ ist für eine artikelbezogene Überwachung der Entnahme geeignet und stellt jederzeit die Verfügbarkeit aller Artikel sicher, so IPA. Mit „scrubEx“ stellte das Unternehmen ein patentiertes Kontrollsystem für die Ausgabe und Rücknahme von Poolbekleidungssets vor. Dank des geringen Platzbedarfes können die Einheiten laut Unternehmen dort platziert werden, wo sie benötigt werden. Entwickelt wurde das System insbesondere für Bereiche mit hoher Bekleidungswechselfrequenz wie z.B. den OP-Bereich.
KEMAS stellte auf der Messe sein Produktportfolio zur UHF-RFID-basierten Erfassung, Ausgabe und Rückgabe von Textilien vor. Die „texLOG“-Lösung zeichnet laut Unternehmen vier wesentliche Bestandteile aus: eine permanente elektronische Textilkennzeichnung durch UHF-RFID-Transponder; Software zur textilen Bestandsverwaltung und -logistik; die Kopplung von zentralen und dezentralen Versorgungspunkten für Berufsbekleidung; eine intelligente Vernetzung mit vor- und nachgelagerten Anwendungssystemen. Zentraler Bestandteil der Lösung sind die textilen UHF-RFID-Transponder. Diese permanente elektronische Kennzeichnung soll die Dokumentation des Lebenszyklus der Bekleidungsteile ermöglichen. Die Berufsbekleidungsteile werden an den Versorgungspunkten bei Bestückung, Entnahme, Rückgabe und Entsorgung identifiziert. Artikel- und Trägerinformationen werden dadurch nach Unternehmensangaben zur kontinuierlichen Verwaltung des Textilbestands miteinander verknüpft und der textile Warenstrom „Berufsbekleidung“ transparent. Die textile Bestandsverwaltung und -logistik erfolgt über die Software „texNET“. Zahlreiche Auswertungs- und Reportingmöglichkeiten sollen verfügbar sein. „texNET“ kann mit übergeordneten Softwaresystemen gekoppelt werden, so KEMAS.
Pünktlich zum zehnten Unternehmensjubiläum stellte Maxi-Press auf der Texcare eine Produktinnovation vor. Die Easyfix-Membranen sind für Entwässerungspressen der Hersteller Jensen-Senking (SEP 36-90 MD/HD), Lavatec (LP 571-583) und Kannegiesser/Passat (PP10) in den Farben Weiß, Grau und Schwarz erhältlich. Der Befestigungsring zur Montage der Membrane an die Stempelplatte ist laut Unternehmen nun erstmals untrennbar in die Membrane eingearbeitet. Die Montage sei dadurch besonders einfach. Zusätzliche Befestigungsringe wie bisher werden nicht benötigt, auch die Erneuerung von ausgedienten Befestigungsringen entfalle. Die Membrane wird direkt an die Stempelplatte montiert. Die Lebensdauer der neuen Easyfix-Membranen konnte nach Angaben von Maxi-Press verlängert werden. Wie alle Membranen des Unternehmens bestehen auch die Easyfix-Membranen aus hochwertigem, eigens entwickeltem Kautschuk. Das Material sei abriebfrei und verhindere eine Verschmutzung der Wäsche.
Der österreichische Hersteller Mevo verarbeitet Stahl, Kunststoff und Papier zu Produkten für den Reinigungs- und Wäschereibedarf. Ins Auge fiel den Besuchern der Messe besonders die farbenfrohe Präsentation des pulverbeschichteten Kleiderbügels „MevoRainbow“. Neben den Standardfarben Weiß, Gelb, Orange, Rot, Violett, Blau, Grün und Schwarz gibt es das Produkt ab einer gewissen Abnahmemenge in jeder gewünschten Farbe. „Deutschland ist hierfür der Hauptabsatzmarkt. Die Betriebe ordern den Bügel gerne in der Firmenfarbe“, sagte Christian Hagen von Mevo. Das Unternehmen hebt hervor, dass der Bügel nach modernen Produktions- und Ökologiestandards in Österreich produziert wird und verspricht eine hundertprozentige Förderbandtauglichkeit sowie gleichbleibende Gleitfähigkeit. Prominent ausgestellt war auch der multifunktionale Hosenbügel „M-Hanger RG-SH“ mit fest montierter, latexbeschichteter Papierhülse. Er soll eine faltenfreie Auflage garantieren und verhindern, dass Hosen abrutschen. Die Formgebung wurde dabei auf die Anforderungen automatischer Transportbänder angepasst. Darüber hinaus beriet der Anbieter auch zu seinen Artikeln aus den Bereichen Folien und Zubehör.
Kennzeichnung und Veredelung von Textilien waren Themen bei MiRiCal Emblems. Neu im Programm hat das britische Unternehmen einen Thermotransferdrucker. Auf großes Besucherinteresse sei die „M-Press“ gestoßen, eine umgedrehte Heißpresse mit beheizter Tischplatte und schaumstoffbeschichtetem Kopf. Sie soll Druckstellen beim Aufbringen von Logos etc. auf Polos, T-Shirts oder Fleece verhindern, da die Hitze von unten kommt – Glanzstellen entstehen höchstens auf der Innenseite des Textils, also nach außen nicht sichtbar, so das Unternehmen. Mit dem Gerät könne man neue Möglichkeiten zum Einsatz patchbarer Logos auf hitzeempfindlichen Geweben eröffnen. Es gibt die „M-Press“ mit einer Pressfläche von 150 150 mm oder in der Maxi-Version mit 330 180 mm. Sie soll einfach zu bedienen sein, auch dank digital kontrollierter Zeit- und Temperatureinstellung.
Im Mittelpunkt des Messauftritts von Polytex Technologies stand das 2012 in Deutschland eingeführte Wäscheautomatensystem „EcoPool“, das durch die geschlossene Ausgabe die eindeutige Zuordnung von Bekleidung sichern und die Hygiene verbessern soll. Die Ausgabe umfasst laut Unternehmen je nach Bekleidungsmix etwa 800 Artikel auf 2,6 m2 Bodenfläche, die Ausgabeleistung beträgt bis zu sechs Teile pro Minute. Neu waren dabei die überarbeiteten Modelle „D200“ und „D300“, die farbige Touchscreens erhielten und deren Ausgabegeschwindigkeit durch den Einsatz neuer Elektronik erhöht wurde. Außerdem können Polytex-Anlagen jetzt auch mit UHF-RFID ausgestattet werden. Das System braucht laut Herstellerangaben keine RFID-Ausstattung für die Steuerung des Wäschekreislaufs und bietet für normale Pflegebekleidung die Standardversion mit der Zuordnung der Person zu einem Artikel ohne RFID bei der Entnahme und 100 Prozent RFID-Lesung bei der Rückgabe an. Nur bei speziellen Einsätzen mit Reinraumbekleidung empfiehlt Polytex die „RFID Extra Version“, bei der die Chips bei der Ausgabe und bei der Rückgabe einzeln erfasst werden. Die Automaten sind mit der „Polytex-Manager-Software“ verknüpft und können dezentral aufgestellt werden.
Variable Rollbehälter mit diversen Ausstattungen waren das Thema von Ratioplan. Neben den Standardrollbehältern, die das Unternehmen in mehr als 20 verschiedenen Größen liefert, wurden auch neue Zubehörmöglichkeiten gezeigt. So können die Vorderwände mit einer neuen Fallschlosstechnik geliefert und die Bodenplatten je nach Anforderung mit verschiedenen Oberflächen sowie mit Kupplung oder Deichsel ausgestattet werden. Ratioplan stellte außerdem die neue Generation „System R Light“ vor, die Gewicht einsparen und dennoch stabil sein soll.
Das erste Mal auf der Texcare International vertreten war REWAKON. Schwerpunktmäßig ging es beim Messeauftritt um die hauseigene Produktlinie „VL“ („Vorteil durch Leistung“). Für diese Linie liefern Waschmittelhersteller aus dem Profibereich ihre Produkte, die REWAKON dann als Eigenmarke vertreibt. Zusammen mit einem Hersteller hat REWAKON nach eigenen Angaben beispielsweise ein spezielles Produkt für die Oberhemdenwäsche entwickelt. Das Pulverwaschmittel „VL-Shirt Fit“ in Verbindung mit der Bügelleichtausrüstung „VL-Easy Finish“ ist laut Unternehmen kosten- und leistungsoptimiert und somit ein gutes Waschkonzept für den hart umkämpften Hemdenmarkt. Alle Produkte von REWAKON sind im aktuellen Katalog 2016 zusammengefasst, der mit dem neu überarbeiteten Onlineshop ein einfach zu bedienendes, kundenfreundliches Bestellkonzept darstellen soll. Auch eine speziell angepasste Shopversion für das Smartphone wurde gezeigt. Seit Kurzem ist außerdem eine kostenlose Vermittlungsbörse auf der Website unter www.rewakon.de integriert. Hier können Verkäufe und Gesuche eingestellt werden – von Kollegen für Kollegen. Das zweite Standbein von REWAKON ist nach wie vor der Dienstleistungsbereich mit dem Schwerpunkt Lederbekleidungsreinigung.
Horst Kolender, Geschäftsführer von Rohde Consulting, erläuterte auf der Messe das Texkol-System. Das RFID-Konzept für Textilreinigungen arbeitet mit RFID-Chips, die dauerhaft als Kennzeichnung eingesetzt werden, verbunden mit einem Computerprogramm. Das Programm soll auch Hilfestellung zur innerbetrieblichen Organisation bieten. Die eingesetzten Transpondern sollen einer Temperatur bis zu 150 °C standhalten. Sie sind einem Zwei-Euro-Stück nachempfunden mit einem Durchmesser von 22 mm, einer Stärke von 2 mm und einem 10 mm großen Loch in der Mitte. Die Chips kann der Kunden schon zuhause an seine Bekleidung anbringen. Im Geschäft erfolgt nur noch das Einhängen in den Abgabeautomaten. Zur Hardware des Texkol-Systems gehören: Kassenautomat, Annahmeautomat, Speicherförderer mit automatischer Ausgabe, RFID-Chips. Abgabe und Abholung sind für Kunden mit Kundenabholkarte jederzeit möglich. Laut Kolender waren u.a. die ausländische Fachpresse und auch Ausbildungsklassen für angehende Textilreiniger von dem System angetan.
Die Hans-Joachim Schneider GmbH zeigte sich auf einem größeren Stand in neuem Design. So konnte das Unternehmen das ständig wachsende Produktsortiment in größerem Umfang und optisch übersichtlicher präsentieren, aber auch Kundengespräche in entspannter Atmosphäre führen. „Für uns als Versandunternehmen ist es immer eine hervorragende Möglichkeit, unsere Kunden einmal persönlich kennenzulernen und durch Gespräche die Geschäftsbeziehungen zu vertiefen und natürlich auch Anregungen für die Zukunft zu bekommen“, so Geschäftsführer Heiko Nolte. Sehr gut sei bei den Besuchern angekommen, dass das Unternehmen rechtzeitig zur Messe seinen Onlineshop eröffnet hat (shop.schneider-berlin.de). Hier finden die Interessenten mehr als 8.000 verschiedene Produkte mit Schwerpunkt technisches Zubehör und allem, was täglich in der Textilreinigung oder Wäscherei benötigt wird. Der Shop soll kontinuierlich ausgebaut werden. Als Einkaufshilfe soll z.B. jeder Kunde eine Übersicht seiner bisher bezogenen Waren erhalten, was Bestellungen einfacher und fehlerfreier macht. Das Unternehmen hat außerdem sein Angebot um die Textilpflegeprodukte der Marke Cole & Wilson erweitert, ein Hersteller für Waschmittel- und Textilreinigungsprodukte aus England, der zur Christeyns-Gruppe gehört. Hans-Joachim Schneider zieht insgesamt ein positives Messefazit. „Wie viele andere Aussteller sind jedoch auch wir der Auffassung, dass eine Messeverkürzung um einen Tag machbar und aus Kostengründen sinnvoll wäre, da am letzten Messetag ein deutlicher Besucherrückgang zu spüren war“, resümierte Heiko Nolte.
Michael Burkardt von Sealed Air (Sparte Product Care) informierte die Messebesucher rund um nachhaltige Schrumpffolienlösungen für die Wäscherei und Reinigung. Die „Cryovac-CT-Folien“ des Anbieters versprechen niedrigere Betriebskosten, da mehr Folie auf eine Rolle passt. Laut Anbieter sind die Folienrollen bis zu fünfmal länger als herkömmliche PE-Folien. Dabei soll sich die Folie durch hohe Stabilität und gute Handhabbarkeit auszeichnen. Das Produkt hat, wie uns Michael Burkardt erzählte, bereits Preise gewonnen, u.a. den Nachhaltigkeitspreis während der Messe Jet Expo 2015. Durch die Verwendung von bis zu viermal dünneren Folien als PE verringere man den Verpackungsabfall sowie den CO2-Ausstoß, da pro LKW-Ladung mehr Folie transportiert werden kann. Ebenfalls auf der Messe vertreten war Diversy Care, eine weitere Sparte von Sealed Air. Angeboten werden nachhaltige Lösungen im Bereich Reinigung und Hygiene für professionelle Textildienstleister. Zur Verfügung stehen Komplettprogramme, die unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit entwickelt wurden. Ebenso bietet das Unternehmen Programme zur Verlängerung der Lebensdauer von Weißwäsche sowie eine Palette an Dienstleistungen einschließlich Anwendungsoptimierung, Prozessverbesserung, Hygienebewertung und Sicherheitsschulungen.
Zwei große Themen stellte SoCom auf der diesjährigen Texcare International vor. Ein Hauptaugenmerk lag auf den mobilen Smartphone-Apps. Alle Apps wurden nach Unternehmensangaben so konzipiert, dass eine Anbindung an jedes beliebige ERP-System möglich ist. Neben texRoute für das mobile Tourenmanagement, texResident für das Textilmanagement in Alten- und Pflegeheimen oder texOrder als App für Bestellungen und Inventuren zeigte das Standteam auch texScan für die Erfassung von Artikelmengen mittels RFID-Technologie (UHF). Ziel ist es, auf einfache und schnelle Weise mit dem Smartphone oder einem Tablet-PC herauszufinden, wie viel Wäsche sich wo befindet. Mit Hilfe von RFID-Technik und einem mobilen Bluetooth-Reader können alle Teile jederzeit und ortsunabhängig (z.B. auch beim Kunden vor Ort) erfasst und mit der Wäschereisoftware TIKOS abgeglichen werden. So soll eine einfache, schnelle und ortsunabhängige Bestandszählung möglich sein. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das neue Produkt TEXPRO. Unter diesem Markennamen vereinigt SoCom alle Softwarelösungen zur Gewinnung und Auswertung von betriebsspezifischen Kennzahlen sowie zur Steuerung aller Produktionsabläufe. Überzeugen konnten sich die Besucher am Stand auch von bewährten und innovativen Lösungen der Softwarelösung TIKOS. SoCom-Geschäftsführer Wolfgang Faist und Peter Turek zeigten sich sehr zufrieden mit dem Besuch am Stand und vor allem mit der Qualität der Kontakte. Der Zuwachs internationaler Besucher sei deutlich zu spüren gewesen.
Um Selbstbedienungslösungen für Waschsalons ging es bei Suzohapp mit der deutschen Tochter Suzo International GmbH. „Laundry Pro“ ist eine automatische Kasse mit Touchscreendisplay. „Laundry Pro“ kann laut Anbieter bis zu 40 Waschmaschinen oder Wäschetrockner schnell und einfach verwalten. Der Barcodeleser (auf Wunsch erhältlich) ermöglicht die Verwaltung gezielter Preispolitiken wie Preisnachlässe, Boni und Promotionen. Das System gewährleistet außerdem große Zahlungsflexibilität: Dank des integrierten Kartenlesers akzeptiert das System nicht nur Münzen und Banknoten, sondern auch Mikrochipkarten.
Systeme und Produkte für die Kennzeichnung und Veredelung von Textilien im Wäschereimarkt zeigte Thermopatch. Die neue Direktkennzeichnungsmaschine DP Junior soll die Kennzeichnung großer Mengen an Wäsche, z.B. Flachwäsche, aber auch Handschuhe, Socken oder T-Shirts, schnell, einfach und kostengünstig ermöglichen. Die kompakte Maschine arbeitet mit Druckluft. Mit ihr können sowohl einzelne Zeichen, z.B. ein Nummerncode, als auch Logos oder Symbole, z.B. Pflegehinweise, auf das Textil gedruckt werden. Die Klischees (Druckplatten) werden nach Kundenvorgabe individuell angefertigt. Spezielle Farbbänder gibt es in 13 Farben und verschiedenen Breiten, so dass jeder einfarbige Aufdruck möglich ist, verspricht Thermopatch. Zur Texcare wurde die kompakte Patchmaschine HS-4-C um die Modelle HS-4-C AIR und HS-4-C AIR PRO ergänzt. Beide neuen Geräte arbeiten mit Druckluft. Ihr Vorteil nach Unternehmensangaben: Der konstante Druck bewirke auch bei dickeren Textilien ein sicheres, einwandfreies Patchergebnis. Die HS-4-C AIR PRO verfüge außerdem auch über eine beheizbare Unterplatte. Daraus resultiere eine höhere Heizleistung und eine Zeitersparnis beim Patchen der Wäsche. Mit dem Messeverlauf zeigte sich Thermopatch sehr zufrieden. Viele der geführten Gespräche bezogen sich auf konkrete Projekte oder geplante Investitionen, so das Unternehmen.
Einen Fokus auf RFID-Technologie setzte ThermoTex: Das Unternehmen aus dem badischen Schutterwald präsentierte auf der Texcare International 2016 weiterentwickelte „UHF-Boxen“ sowie das neu entwickelte „UHF-Gate“. Laut Herstellerangaben ist es mit Letzterem möglich, rund 500 Wäscheteile in zehn Sekunden zu registrieren. Die Neuentwicklung erfasst die Teile unsortiert im Rollbehälter und kann diese anhand der RFID-Nummer nach Wäscheart getrennt registrieren – so sei schon beim Wareneingang klar, ob es sich z.B. um Flach- oder Berufswäsche handelt und in welcher Anzahl diese vorhanden ist. Für komplett nasse Wäsche wie Wischmopps ist dieses System allerdings nicht geeignet; dafür entwickelte die Firma das hochfrequentige „HF-Tunnelsystem“, das die Teile aus einer Entfernung von bis zu 40 cm in ihren Transportbehältern registrieren kann. „Der Trend geht hin zu immer schnelleren und effizienteren Prozessen, daher entwickeln wir die RFID-Technologie ständig weiter“, zog ThermoTex-Geschäftsführer Dietmar Nagel am Messestand sein Resümee. „Wir stoßen hier in Frankfurt am Main auf riesiges und vor allem gezieltes Interesse. Die Texcare-Kunden sind sehr gut vorbereitet.“
Mit dem „W#Tag“ zeigte Werkcam aus Italien einen UHF-RFID-Tag mit flexibler Silikonummantelung. Das verwendete Silikon soll die UHF-Technologie schützen und heißem Wasser, Chemikalien etc. standhalten. Der „W#Tag“ soll nicht allergen und komplett weich sein– ohne einen harten inneren Teil, was wiederum die Wäsche schonen soll. Als Lebensdauer gibt das Unternehmen drei Jahre bzw. 200 Bearbeitungszyklen an.
Mechanische Neuheiten präsentierte Wilhelm Wäschereibedarf auf der Frankfurter Fachmesse. Mit den zu Jahresbeginn 2016 erschienenen Mangelunterbewicklungen „Easytape“ und „Spring Pad“ soll das Verbrauchsmaterial für die Heißmangel ein knitter- und abdruckfreies Finish bieten und darüber hinaus einfach zu bedienen, reparaturfreundlich und kostengünstig sein. Insbesondere das verwendete Edelstahl mache die Produkte stabil gegen Verformung und bringe sie nach der Deformation durch die Mangelwäsche wieder zurück in die alte Position. Zusätzlich seien sie auch vor Rost geschützt. „Der Trend in Deutschland geht zu hochwertiger Qualität mit überschaubaren Kosten. Auch der neu eingeführte, flexible Montageservice für die modernen Maschinen wird verstärkt nachgefragt“, erklärte Uwe Rühle, Servicetechniker bei Wilhelm Wäschereibedarf. „Insgesamt war unser kleiner Stand sehr gut besucht und das Interesse der Messebesucher groß.“
Das niederländische Unternehmen WSP setzte auf der Texcare International 2016 auf ein ganzheitliches Konzept zur Wäschereioptimierung. Im Systembereich thematisierte die Firma logistische Produkte wie Hängebahnen, Förderbänder, Steuereinrichtungen und Sortiersysteme. Bei der Software stellten die Niederländer „WinWash“ vor, das den Produktionsablauf optimieren soll. Das System zur Prozessvisualisierung und Steuerung soll die vollständige Beherrschung des Prozesses in der Wäscherei ermöglichen – vom Eintreffen des Waschgutes bis zur Auslieferung. „WinWash“ ist ein System, das laut WSP bereits seit mehr als zwölf Jahren weiterentwickelt wird. Ebenfalls ständig optimiert wird das Onlinemanagementtool „Laundry Dashboard“, das WSP zusammen mit Christeyns anbietet. Mit dem System sollen die Produktionsleistungen der Wäscherei jederzeit und überall in Echtzeit überwachbar sein. „Laundry Dashboard“ misst und analysiert den Energieverbrauch und die Leistungen von Maschinen und Mitarbeitern. Die benutzerfreundliche Lösung ist webbasiert, also jederzeit und überall verfügbar. Auf diese Weise sollen Wäschereien die Kosten, Leistungen und Ergebnisse immer im Griff haben. Als Neuheit zeigte WSP ein Konzept zur Schmutzwäschesortierung. Es soll die Produktivität in diesem arbeitsintensiven Bereich erhöhen. Die eingehende Wäsche wird zunächst unsortiert gespeichert; basierend auf einem automatisierten Produktionsplan kommen die Textilien kontinuierlich und in dosierter Menge zur Sortierplattform – gesteuert wird das von „WinWash“. Auch der Dienstleistungsbereich wurde gestärkt: Beim Bau einer neuen Wäscherei oder beim Anpassen eines bestehenden Layouts bietet WSP seine Logistikexpertise an. Der letzte vorgestellte Bereich „WSP-Konzepte“ soll die drei vorigen Bereiche kombinieren. Systeme, Software und Dienstleistungen ergeben laut Unternehmen zusammen eine integrale Gesamtlösung – die Idealvorstellung ist eine Wäschereiplanung und Betreuung aus einer Hand.
Spezialprodukte für den Wäschereibedarf bietet Zöllner. Auf dem Messestand konnten sich die Besucher u.a. über ein Granulat zur einfachen Sanierung von Taktwaschstraßen und Waschschleudermaschinen informieren. „Dismozon process“ wurde von der Paul Hartmann AG zusammen mit Kannegiesser entwickelt. Es handelt sich um einen sauerstoffaktiven Desinfektionsreiniger mit umfassendem Wirkungsspektrum und hoher Materialverträglichkeit. Der Sanierungsprozess mit „Dismozon process“ ist zweistufig und kann im laufenden Produktionsbetrieb erfolgen. Auch Zubehör zum Messen, Prüfen und Dokumentieren zeigte Zöllner. Der Lumitester ermöglicht laut Unternehmen z.B. den „Vor-Ort-sofort“-Nachweis von Mikroorganismen, Bakterien etc. Produkte für die Flächen- und Händedesinfektion sowie zur Entkeimung mittels UV-C-Technik runden das Portfolio von Zöllner ab. Wichtig ist dem Unternehmen, dass man nicht nur als Händler fungiere, sondern auch umfassende Beratung und Service biete.