Ob Bügeltischbezug, Verpackungsfolie, Kleiderbügel, Wäschekorb oder Ersatzteil für die Reinigungsmaschine – die Hans-Joachim Schneider GmbH bietet so ziemlich alles an Zubehör für Textilreinigung, Wäscherei und Konfektion. RWTextilservice hat das Familienunternehmen nahe Berlin besucht.
3 In einen Überseecontainer passt so einiges. Ein 40-Fuß-Container fasst rund 70 m3. Und er ist in diesem Fall voll mit Zubehör für die professionelle Textilpflege. Kein seltenes Bild bei der der Hans-Joachim Schneider GmbH im Ortsteil Dahlewitz in der brandenburgischen Gemeinde Blankenfelde-Mahlow bei Berlin, denn hier werden täglich tausende Produkte angeliefert und an Kunden rausgeschickt. Hans-Joachim Schneider ist ein weltweit tätiger Fachgroßhandel für die Branchen Textilreinigung, Wäscherei und Konfektion sowie einer der führenden Produzenten von Drahtkleiderbügeln für Textilreinigungen.
Am 1. Oktober 1969 beginnt die Firmengeschichte. Zunächst fokussierte sich der Gründer Hans-Joachim Schneider auf den technischen Bereich, mit der Zeit wurde das Portfolio immer umfangreicher, das Familienunternehmen wuchs und spezialisierte sich ganz auf den Versandhandel. Heute leitet nach dem Tod des Gründers im Jahr 2009 dessen Sohn die Firma. Olaf Schneider-Gröszt bildet zusammen mit seinem Schwager Heiko Nolte die Geschäftsführung. Kerstin Nolte, Tochter des Gründers, ist Gesellschafterin und arbeitet ebenfalls im Unternehmen; Gründerin Ursula Schneider ist auch noch mit an Bord. RWTextilservice hat in Dahlewitz vorbeigeschaut und hinter die Kulissen geblickt. Von außen sind große Hallen mit dem Logo von Hans-Joachim Schneider zu sehen – ein Regenbogen mit den Initialen des Gründers. So vielfältig wie die Farben des Regenbogens ist auch das Produktportfolio. Gelistet sind gut 35.000 Artikel. „Die Artikelvielfalt ist aber nur eine Stärke, die uns auszeichnet“, sagt Olaf Schneider-Gröszt. Für die Kunden zählen ebenfalls hohe Lieferfähigkeit und Schnelligkeit. Das Versprechen: heute per Fax oder Telefon bestellt, morgen per Paketdienst oder Spedition geliefert. Für dieses Ziel arbeiten 27 Mitarbeiter in den Bereichen Verwaltung, Vertrieb, Lager und Produktion.
Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes sind der Bürotrakt, die Kommissionierung sowie der Versand untergebracht. Hier sind mehr als 10.000 verschiedene Produkte in Kleinmengen eingelagert, damit eine rasche Kommissionierung der Aufträge gewährleistet ist und die Pakete in kürzester Zeit „auf die Reise“ gehen können. Die gesamte obere Etage ist reine Lagerfläche für den Nachschub. Als professionelles Versandhaus verschickt Schneider täglich 600 bis 800 Pakete. Das erfordert ein gut strukturiertes Lager und eine ausgeklügelte Logistik. Der Lagerplatz jedes einzelnen Artikels ist im Computer registriert. Eine Software errechnet für jeden Auftrag den kürzesten Weg durch das Lager und gibt diesen dem Kommissionierer vor. Dabei werden auch die etwa 8.000 verschiedenen Artikel berücksichtigt, die in acht Warenpaternostern – jeder ist 7 m hoch – staubgeschützt und sofort verfügbar lagern. Durch Eingabe der Auftragsnummer in den Computer setzen sich die Paternoster selbsttätig in Bewegung und zeigen durch Leuchtzeichen das entsprechende Lagerfach an, aus dem die Ware für den jeweiligen Auftrag entnommen werden kann. Die übrigen Produkte lagern entweder auf über 1.300 m Regalfläche, in einem Hochregal auf einem der mehr als 1.800 Palettenstellplätze oder auf der Freifläche der mittlerweile 90 m langen Lagerhalle.
In der Kommissionierung werden von früh bis spät nur Pakete gepackt. Dabei sehen die Mitarbeiter auf dem PC, wie viele Aufträge noch offen sind. Jeder Auftrag wird nochmals kontrolliert, bevor das Paket rausgeht. Die fertig gepackten Pakete bekommen einen Aufkleber mit einem Barcode zur eindeutigen Identifizierung und gelangen über eine 130 m lange Rollenbahn zur Ausgabestation für den Paketdienst. Morgens sind die Bahnen noch leer, doch spätestens um 11:00 Uhr sieht das schon ganz anders aus: Auf zehn Bahnen liegen dann mehrere hundert Pakete für die erste Abholung durch den Paketdienst bereit. Zwei bis drei LKW-Ladungen gehen täglich an die Kunden raus.
Lieferungen in die ganze Welt
„Unser Kundenstamm beläuft sich auf rund 9.500 Kunden, von denen etwa 7.000 regelmäßig bei uns bestellen“, sagt Heiko Nolte. Die Lieferungen erfolgen weltweit in über 67 Länder, von „der kleinen Bügelstube um die Ecke“ bis zum Industriekonzern. Die meisten Kunden kommen aus Deutschland, gefolgt von Frankreich und den Niederlanden. Auf den laut Unternehmen seit Jahren steigenden Auftragszahlen ruhe man sich aber nicht aus, im Gegenteil. „Ständig erweitern wir unser Produktsortiment, täglich verhandeln wir mit neuen Lieferanten, immer auf der Suche nach Neuheiten, Verbesserungen und besseren Einkaufsquellen zugunsten günstigerer Verkaufspreise“, betont Olaf Schneider-Gröszt. Für beste Preise und jederzeitige Lieferbereitschaft müsse man weltweit einkaufen und große Abnahmemengen ordern. „Nur dadurch erhalten wir beste Einkaufspreise, die wir sofort an unsere Kunden weitergeben.“ Die eingekaufte Ware kommt dann in den anfangs erwähnten Überseecontainern an. Diese werden in kürzester Zeit über mobile Rampen entladen. Zeit ist Geld. Das wissen auch die Kunden aus der Textilpflegebranche und erwarten einen zuverlässigen, flotten Service. Zum Rundum-Service bei Schneider gehören neben Zuverlässigkeit und Schnelligkeit u.a. ein Nulltariftelefon für Beratungen und Bestellungen, Frei-Haus-Lieferungen ab 100 Euro Nettowarenwert oder regelmäßige bedarfsgerechte Informationen über das Produktsortiment und Sonderangebote. „Als einziges Unternehmen unserer Branche informieren wir Kunden und Interessenten regelmäßig einmal pro Monat durch Direktmailings über Neuheiten, Angebote und Produkte“, erläutert Heiko Nolte. „Mit einer eigenen Falz- und Kuvertiermaschine versenden wir pro Aussendung weit über 11.000 Mailings.“ Damit angefangen hat Schneider 1994. Seitdem gibt es den „Preismaßstab“, wie die monatliche Aussendung heißt. Hier bekommt man auch einen guten Eindruck, was der Fachgroßhändler alles im Angebot hat: Wäscheklammern, Transportwannen, Detachierpinsel, Kunststoffsäcke für Infektionswäsche, Drahtbügel, Werbeplakate, Treuekarten, Buntwaschmittel, Teppichreinigungstücher und vieles mehr wird angepriesen. Aber auch allerlei technisches Zubehör bietet Schneider: Von Bügeleisen über Teile für Reinigungsmaschinen bis zu Ventilen und Heizelementen. Außerdem sind Bezüge, Bezugsstoffe und Unterlagen auf Lager, ob für Bügeltische, Pressen oder Finisher. Und natürlich die selbst produzierten Bügel.
Mit der Bügelproduktion begann das Unternehmen 2003 und baute sie seitdem aus. Die zwölf vollautomatischen Maschinen sind ausgerüstet mit elektronisch gesteuerten Drehtellern für eine drallfreie Zuführung des Drahtes. Die Bügel werden von Mitarbeitern im Mehrschichtsystem produziert. Es gibt sie in verschiedenen Stärken (2,0 mm bis 2,65 mm) und Ausführungen (Standard-, Kragenform, mit/ohne Rockkerben). Über die Drahtbügelproduktion berichtete RWTextilservice ausführlich in der Ausgabe 11/2015.
Messepräsentationen und mehr
Wie kommen die an den Kunden ausgegebenen Bügel möglichst wieder zum Reiniger zurück? Auch über diese Frage hat sich Schneider Gedanken gemacht und auf der Texcare 2016 eine Drahtbügelsammelbox vorgestellt. Sie ermöglicht den Kunden von Textilreinigungen die einfache Bügelsammlung und -rückgabe. Es passen bis zu 40 Bügel in die stabile Box aus doppelter Wellpappe, mit nur 14 cm Höhe braucht sie wenig Platz. In Frankfurt am Main kam aber auch der vergrößerte Messestand beim Publikum gut an.
Präsentationen auf Messen gehören für die Hans-Joachim Schneider GmbH dazu – ob Texcare, Clean Show oder ExpoDetergo. Das Team von Hans-Joachim Schneider zeigt viel persönlichen Einsatz. Man ist gut vernetzt in der Branche, sei es über den Kontakt zu anderen Zulieferern oder Verbände wie DTV oder EFIT. So hat das Unternehmen immer ein Ohr am Markt und bei den Kunden, spürt Trends und zukünftige Entwicklungen auf.
Um für die eigene Zukunft gerüstet zu sein, bildet Schneider nicht nur selbst Groß- und Außenhandelskaufleute aus. Man investiert auch anderweitig in den Wirtschaftsfaktor Mensch. „Es ist uns stets ein großes Anliegen, gute Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter zu schaffen, denn zufriedene Mitarbeiter gehören zu den wirksamsten Erfolgsfaktoren“, erläutert Heiko Nolte. Für dieses Jahr ist die Umgestaltung des Büros geplant. Neben ergonomischer Ausstattung wie Stehtische sollen auch die Prozesse angepasst werden. Außerdem soll demnächst ein Konferenzraum entstehen, in dem Schneider auch Lieferantenschulungen abhalten kann. „Die Schulungen machen wir zwar jetzt auch schon, aber unser kleiner Besprechungsraum reicht dafür nicht mehr aus“, erläutert Olaf Schneider-Gröszt.
Onlineshop wächst stetig
Ein Projekt, das ihn und das ganze Schneider-Team auch in Zukunft beschäftigen wird, ist der neue Onlineshop. Er soll für Transparenz und Überblick über das Angebot des Unternehmens sorgen. Unter shop.schneider-berlin.de stehen aktuell mehr als 7.000 Produkte zur Verfügung. Der Bestand wächst stetig, monatlich gibt es neue Artikel und Angebote im Shop. Zwei Mitarbeiter pflegen kontinuierlich weitere Produkte ein, sogar die Fotos für den Shop werden bei Schneider selbst geschossen. Für Kunden gibt es Mengenrabatte, Staffelpreise, aktuelle Verfügbarkeitsangaben, eine Kundenhistorie, zusätzliche Produktdetails und vieles mehr. Und der Webshop soll ständig verbessert und weiter professionalisiert werden.
Infos: www.schneider-berlin.de, shop.schneider-berlin.de