Dass Textilpflegebetriebe sich mit Brandschutz beschäftigen müssen, ist eigentlich klar. Gefahrstoffe, leicht entzündliche Materialien und die Arbeit mit Maschinen, die heißlaufen können, machen Brandschutz zum absolut notwendigen Thema. Also ein alter Hut oder doch brandaktuell?

Ein ganz heißes Thema
Ein winziger Funke genügt manchmal - und der ganze Betrieb steht in Flammen. Von Wäschereibränden hört und liest man immer wieder. Die Folgen sind neben Sachschäden der Verlust der Lieferfähigkeit und damit eventuell das Abwandern von Kunden. Die finanziellen Verluste können insgesamt enorm sein.
„Das Thema ,fehlender Brandschutz‘ ist und bleibt ein nicht zu unterschätzendes, existenzbedrohendes Risiko“, bestätigt Katharina Meyersrenken, Vorstand Versteegen Assekuranz-Versicherungsmakler AG in Bonn. Unternehmer sind gefordert, sich mit dem Thema eingehend und regelmäßig zu beschäftigen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen.
Der Verantwortung bewusst sein
Wichtig dabei: Brandschutzmaßnahmen sind nur dann hilfreich, wenn die verantwortlichen Personen sich ihrer Verantwortung bewusst sind und dafür Sorge tragen, dass ausreichend Mitarbeiter im Umgang mit den vorhandenen, vorbeugenden Brandschutzeinrichtungen geschult bzw. mit den festgelegten Brandschutzregelungen vertraut sind. Meyersrenken erläutert: „So muss z.B. die Überprüfung der elektrischen Licht- und Kraftanlagen auch dann noch vorschriftsgemäß erfolgen, wenn der dafür bisher verantwortliche Mitarbeiter das Unternehmen verlässt.“ Gefahrenquellen kennen und ausschalten ist ein weiterer Schritt. In Wäschereien sind z.B. Flusenansammlungen ein potenzieller „Brennpunkt“. Sie sind leicht brennbar und bilden sich oft auch an schwer zugänglichen Stellen. Regelmäßige Reinigung beseitigt diese Gefahrenquelle beispielsweise durch das Anbringen von Deckenventilatoren (siehe auch Kasten „Frischer Wind für die Wäscherei“). Feuerlösch- und Brandmeldeeinrichtungen müssen regelmäßig überprüft werden. Praktische Löschübungen helfen beim sicheren Umgang mit dem Feuerlöscher. Katharina Meyersrenken betont: „Kernwissen um vorhandene Risiken und der Umgang mit Brandschutzeinrichtungen ist eine tragende Säule innerhalb der Brandschutzkette.“ Die Investitionen in den Objektschutz, z.B. Sprinkler in Trocknern oder in Tunnelfinishern, sind nur dann hilfreich, wenn sie im Ernstfall ihre gewünschte Schutzfunktion bieten.
Ventilatoren unterhalb der Hallendecke zur Bekämpfung der Flusenbildung sollten nicht unbeaufsichtigt betrieben werden. Sie müssen auf jeden Fall, sobald die Brandmeldeanlage einen Entstehungsbrand detektiert, automatisch abgeschaltet werden. Nur so kann laut Meyersrenken sichergestellt werden, dass die positive Wirkung solcher Ventilatoren im Hinblick auf die Flusenbildung sich bei einem Entstehungsbrand nicht ins Negative umkehrt.
Und falls es doch zum Brand kommen sollte? Damit die Versicherung im Fall der Fälle zahlt, ist es wichtig, die Versicherungsbedingungen den betrieblichen Verhältnissen anzupassen. Erkennbar ist laut Meyersrenken, dass Versicherungsgesellschaften die Frage einer möglichen Mitschuld vermehrt prüfen. So kann es auch bei kleineren Schäden zu finanziellen Einbußen bei der Schadenregulierung kommen. Ihr Aufruf lautet deshalb: „Schützen Sie Ihr Unternehmen davor, dass die bereits teuer und zeitaufwändig erworbenen Kenntnisse zum Thema vorbeugender Brandschutz nicht als Platzhalter im Ablagesystem verweilen, sondern mit Sinn und Verstand zur gelebten Praxis im Betrieb werden.“
Mehr Infos rund um Brandschutz
Weitere Tipps, Informationen und Seminarangebote zum Thema gibt es beispielsweise von der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Auch der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) bietet Checklisten für den Brandschutz in Textilpflegebetrieben. Der Bundesverband Brandschutz-Fach-betriebe (bvbf) stellt online allgemeine Tipps zum Brandschutz bereit. RWT
www.dtv-bonn.dewww.bgetem.dewww.bvbf-brandschutz.dewww.versteegen.de