Die Frage des Lösungsmittels in Reinigungen: Per, KWL oder K4 – darüber scheiden sich die Geister. RWTextilservice hat mit einem Textilreiniger gesprochen, der alle ausprobiert hat. Die Entscheidung ist für Reinigungsinhaber Frank Räuschel eindeutig.
3 Spricht man mit Frank Räuschel über seine Erfahrungen mit dem Lösungsmittel K4, braucht man auf einer Pro-Contra-Liste nur eine Spalte – und zwar für Pro. Der Inhaber von Räuschel Textilpflege in Göttingen reinigt seit Oktober 2012 in einer seiner fünf Filialen mit K4. Gefragt nach Nachteilen sagt er: „Eigentlich habe ich bisher keine festgestellt.“
Als er mit seiner Filiale umzog, gab es die Überlegung, die immerhin schon 30 Jahre alte Per-Reinigungsmaschine noch einmal einzubauen. „Ursprünglich hatte ich tatsächlich vor, die Per-Maschine wieder zu verwenden, da die Investition doch recht groß ist“, sagt Räuschel. Doch dann teilte ihm das Gewerbeamt mit, welche Auflagen, vor allem bezüglich des Emissionsschutzes, er erfüllen muss. Alleine die Diffusionssperre hätte 20.000 Euro gekostet. „Da habe ich gesagt, das tue ich mir nicht an“, sagt der Geschäftsinhaber.
Obwohl das Lösungsmittel K4 anfänglich aufgrund des Geruches und der Reinigungseigenschaften in der Kritik stand, entschied er sich dafür. „Teilweise wurde da einfach mit falschen Maschinen getestet“, glaubt Räuschel. Gemeinsam mit der Firma Treysse machte er sich dann auf die Suche nach einer Reinigungsmaschine.
Räuschel: Kein unangenehmer Geruch
Nach zwei Jahren, in denen in der Filiale etwa 3.000 bis 3.500 Teile im Monat gereinigt wurden, ist der Unternehmer von dem Lösungsmittel immer noch überzeugt – sowohl im Vergleich zu KWL als auch zu Per. „Der Aufwand an Detachur und Nacharbeiten ist wesentlich geringer“, sagt Räuschel. Bei K4 könne man außerdem mit Wasser nacharbeiten und die Textilien kämen trotzdem in gutem Zustand aus der Maschine heraus. „Ich würde sagen, das Schmutzlösevermögen ist wie bei Per, der Warenausfall wie bei KWL“, konstatiert der Reinigungsbesitzer.
Den unangenehmen Geruch, den einige beim dem Lösungsmittel feststellten, kann Räuschel nicht bestätigen. Zwar habe die Ware nach dem Öffnen der Maschine einen etwas fruchtigen Geruch, wie der Textilreiniger es beschreibt. „Nimmt man die Textilien heraus und schlägt sie einmal um, ist der aber weg.“ Ebenfalls positiv bewertet Räuschel es, dass nicht mehr regelmäßig das Gewerbeaufsichtsamt für Kontrollen vor der Türe stehe. „Als ich noch mit Per gereinigt habe, hatte ich ständig das Gefühl, mit einem Bein im Gefängnis zu stehen.“
Kunden fragen selten nach
Auch die Geruchsbelästigung für die Nachbarn sei nun geringer. Hinzu kommt, dass für K4 ein wesentlich geringerer Destillationsdruck nötig sei – 2 bar im Vergleich zu 4 bar bei KWL und etwa 5 bar bei Per. Energiesparend ist das Lösungsmittel also auch noch.
Die Kunden interessiert es derzeit jedoch noch wenig, mit welchem Lösungsmittel die Reinigung arbeitet, obwohl Informationsblätter ausliegen. „Sie sind eine recht hohe Qualität gewohnt, darauf verlassen sie sich einfach“, erzählt der Unternehmer. Teils stellten die Kunden beim Abholen der Garderobe jedoch fest, dass die Farben leuchtender seien, meint Räuschel.
Bräuchte er wieder eine neue Maschine, würde sich Räuschel nur noch für K4 entscheiden. „Bei KWL habe ich oft das Gefühl, dass die Möglichkeiten, Flecken zu entfernen, einfach begrenzt sind.“ Bei K4 bekomme er meist alles heraus – und das gelte sowohl für die Privatwäsche, Polizeiuniformen oder Hotelwäsche, die er und seine Mitarbeiter in der Filiale bearbeiten.
