CHT-Hausmesse Einblick in die Chemieherstellung

Am 9. September 2011 lud die CHT R. Beitlich GmbH in Tübingen zur ersten Hausmesse Textilpflege in das Unternehmen. Besucher konnten Labors und das Werk in Dußlingen besichtigen und sich an den Messeständen der Aussteller informieren.

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    Über mehrere Stockwerke ziehen sich die Produktionsanlagen im CHT-Werk Dußlingen. Fotos: Schönhaar
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    In großen Kesseln werden die Rohstoffe nach einer festgelegten Rezeptur vermischt.
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    Mitarbeiter befüllen Container und Fässer mit den fertigen Chemieprodukten.
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    An den Ständen der Hausmesse konnten sich die Besucher über die Angebote der Aussteller informieren.

Einblick in die Chemieherstellung

Neben Vorträgen und Laborführungen am Standort Tübingen gab es bei der Hausmesse auch Führungen durch das CHT-Werk im circa 10 km entfernten Dußlingen. Während in Tübingen die Forschung und Verwaltung ihren Sitz haben, wird in Dußlingen „richtig gearbeitet“, wie es Joachim Barth, tätig in der technischen Planung von Anlagen bei CHT, ausdrückt.

Jeder Besucher des Werks bekommt von Barth einen Helm und eine Schutzbrille. Für neugierige Journalisten mit Fotokameras gibt es einen Hinweis dazu, doch bitte keine Fotos zu machen, wenn die „Ex-Leuchte“ blinkt. „Ex“ steht für „explosiv“ - diese Produkte könnte bereits ein kleiner Funken einer Kamera beim Auslösen zum Explodieren bringen. Sicherheit wird großgeschrieben.

In Dußlingen werden pro Jahr 50.000 t Chemieprodukte hergestellt - als Flüssigkeit, Pasten oder Pulver. Zum Angebot gehören Farbstoffe, chemische Hilfsmittel, die die Eigenschaften von Textilien im Herstellungsprozess verbessern sollen, oder Systemlösungen für die Textilpflege. Das können Beschichtungen für flammhemmende oder wasserabweisende Stoffe sein, Flockprodukte zur Aufbringung auf Stoff oder Papier, Enzyme gegen Pilling oder ein Verfahren für „Stonewashed“-Stoffe ohne Steine, aber auch das Textilpflegesystem Smartec.

In großen Kesselanlagen geht die Herstellung der Produkte vonstatten. Verschiedene Stoffe werden durch Vakuum, Hitze, Destillation und andere Verfahren zum Verbinden gebracht. „Wir arbeiten dabei halbautomatisch“, sagt Barth. Die einzelnen Komponenten kommen aus Tanklagern im unteren Bereich des Werks. Über Ventile, die 52 m vom Kessel entfernt sind, werden Salzsäure, Ameisensäure, Natronlauge usw. in den Kessel gepumpt. Wie viel von jeder Substanz, das bestimmt die Rezeptur, die der jeweilige Arbeiter am Kessel vor sich liegen hat. Insgesamt rund 200 Mitarbeiter arbeiten zweischichtig im Werk Dußlingen, bei Bedarf auch in drei Schichten.

Barth betont, dass das Werk vor allem auch logistische Meisterleistungen vollbringen muss. „Die Kosten für Herstellung und Versendung sind eins zu eins“, sagt er. Verschickt werden müssen die Chemikalien in die ganze Welt, denn „bis zu 90 Prozent der Textilien, die in Deutschland verkauft werden, werden im Ausland hergestellt“. Um den teuren Transport großer Mengen an Flüssigkeiten etc. zu vermeiden, stellt man in Dußlingen das Reaktionsprodukt her, das dann im Ausland abgemischt wird. „Damit bleiben das Know-how und vertrauliche Rezepturen in Deutschland“, erläutert Barth.

Es gibt noch weitere Herausforderungen zu meistern: Das Dußlinger Werk liegt im Hohenzollerngraben, einem Erdbebengebiet. Deshalb durften die Gebäude aus Sicherheitsgründen nicht zu hoch gebaut werden. „Also wurden die großen Kessel versetzt aufgestellt“, weiß Barth„Nicht zu hoch“ ist allerdings relativ, wenn man in das vollautomatische Hochregallager mit seinen 15 Etagen kommt. Mannlos werden hier Sackware, Kartons, Fässer und Container durch Barcodes erfasst und verteilt. Etwa 1.500 verschiedene Produkte lagern auf 10.000 Stellplätzen.

Nach der eindrucksvollen Werksbesichtigung in Dußlingen ging es für die Besucher der CHT-Hausmesse mit Shuttlebussen zurück nach Tübingen.

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ konnten die Gäste die Stände der 15 Aussteller besuchen. Im Messezelt zeigten sich renommierte Unternehmen (siehe Kasten „Bildergalerie“). Auch RWTextilservice war mit einem eigenen Stand vertreten.

Ein Rahmenprogramm mit Vorträgen rundete die Veranstaltung ab. Unter anderem ging es um effizientes Waschen bei 80 °C (mehr dazu in einer der kommenden Ausgaben von RWTextilservice ).

Der Abend klang mit einem gemütlichen Beisammensein auf der Terrasse des Betriebsrestaurants aus.Elena Schönhaar