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Allegra Textilreinigung AG, St. Moritz Textilservice "de luxe": Emotionen inklusive

Zu ihr kommen die Schönen und Reichen. Renata Martelli und ihr Team der Allegra Textilreinigung AG im ­exklusiven St. Moritz überzeugen nicht nur Celebrities mit ihrem 5-Sterne-Konzept. Denn zu "Textilservice de luxe" gehört immer auch eine persönliche und emotionale Kundenansprache. Gerade in Zeiten wie diesen ist "Mehr-Gefühl" für viele Menschen entscheidungsrelevant.

Sich neidlos für andere freuen zu können, in jeder Lebenssituation für andere da zu sein und zuhören können. So würde Renata Martelli ihren USP beschreiben, emotionalisierende
Alleinstellung. Dass diese Eigenschaften nicht nur weiche, sondern durchaus messbare Erfolgsfaktoren sind, zeigt der Erfolg der Schweizer Unternehmerin, die ihrer Idee auch in Zeiten der Pandemie treu geblieben ist. Und bestätigen kann: Das Allegra-Konzept geht mit der Zeit!

Am Anfang sei das nicht so leicht gewesen, räumt die Chefin ein: "Sich die Sporen zu verdienen, gestaltete sich manchmal schwierig. Aber wir haben mit unseren Soft-Skills gepunktet: persönliche Ansprache, Freundlichkeit, Verlässlichkeit und viel Geduld. Damit haben wir viele zum Bleiben überredet, die bei unseren Vorgängern schon auf dem Absprung waren. Mit durchgehenden Öffnungszeiten von 7 bis 18.30 Uhr und Erreichbarkeit auch am Samstag, haben wir unsere Dienstleistungsbereitschaft unter Beweis gestellt." Sehr wahrscheinlich sei es jedoch ihr Herzblut für die Textilpflege und die Wertschätzung für ihre Kunden gewesen, die für einen raschen und erfolgreichen Markteinstieg sorgten. Im Konkreten bedeute das: sich ausreichend Zeit zu nehmen, um auf individuelle Wünsche einzugehen, manchmal eben auch außerhalb der Geschäftszeit.

Inspiration für die Textilpflegebranche

Mit ihrer Idee von Textilreinigung überzeugt die Inhaberin der Allegra Textilreinigung AG nicht nur regionale und internationale Kunden; sie inspiriert auch ihre Branchenkollegen europaweit. Das sei ganz in ihrem Sinne, auch als Mitglied im Vorstand des Schweizerischen Textilreinigerverbandes. Branchenloyalität und Teamwork sind ihr wichtig. "Ich wünsche mir gemeinsames Wachstum", sagt sie im Gespräch mit R+WTextilservice. Und das sei nur möglich, wenn Erfahrungen ausgetauscht und weitergegeben würden. Renata Martelli möchte den Glauben an die Textilpflegebranche stärken und mit der Schaffung neuer Dienstleistungsangebote den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebnen. Nicht jeder müsse das Rad neu erfinden und dürfe von den Erfahrungen ihrer Marktpartner profitieren.

In den letzten zwei Jahren sei es die größte Herausforderung gewesen, sich selbst und die Allegra Textilpflege neu zu erfinden und dabei ihren Werten treu zu bleiben. "Als wir in den Anfängen der Pandemie plötzlich keine Ware mehr bekamen, haben wir Stoffmasken genäht." Nichts zu tun, war keine Option. Renata Martelli machte daraus eine Aktion und die Aufforderung zur guten Tat: "Ein Lächeln schenken mit Ihrer Spende." Durch die Maskenproduktion kamen 3.000 Schweizer Franken als Spendengeld zusammen, das der Organisation MOVIMENTO, einem Verein für die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen, zugutekam.

Stetiger Wandel ist Realität

Die Flexibilität des zehnköpfigen Allegra-Teams ist seit der ersten Corona-Welle immer wieder gefragt. Stammkunden, die bisher ihre Hemden und Businessmode brachten, arbeiteten im Home-Office, Häuser und Ferienwohnungen wurden von ihren Besitzern als Dauerwohnsitz genutzt, Feriengäste und deren Textilien blieben weg. Ein gefragtes Nischengeschäft blieb die "Wohnungsbetreuung", die allerdings auch eine Neuorganisation erforderte.

Kaum hatte sich die Lage im letzten Sommer beruhigt, wurde die Straße vor dem Geschäft fünf Monate lang zur Großbaustelle. In solchen Situationen gelassen zu bleiben und für eine weiterhin zuversichtliche Stimmung im eigenen Team zu sorgen, ist auch eine emotionale Kompetenz, die Renata Martelli in den vielen Jahren als Chefin weiterentwickelt hat. Statt zu delegieren, griff sie selbst zum Telefon und arbeitete sich durch die Kartei der Stammkunden von A bis Z, um Aufträge zu generieren. "Wir waren noch nie so viel unterwegs", sagt sie. Sie und ihr Team müssen sich perspektivisch auf einen stetigen Wandel einrichten. Für sie persönlich bedeute das auch, geistig und körperlich fit zu bleiben. Nicht nur, um den Anforderungen gerecht zu werden, sondern in der eigenen Kreativität und Freude am Geschäft zu bleiben. Das sei stets ihr Antrieb gewesen, das Quäntchen mehr zu leisten, für das zahlreiche Prominente bereit waren, einen angemessenen Preis zu zahlen – unabhängig vom guten Gefühl.

Ihr Erfolgsrezept ist keine ausgeklügelte Marketingstrategie, sondern die authentische Haltung einer Unternehmerin, deren Geschäft ihr größtes Hobby ist. "Mode und textile Dekorationen faszinieren mich seit meiner frühen Kindheit. Feine, kuschelige Fasern und weiche Stoffe haben auf mich eine hohe Anziehungskraft. Sie sind der Inbegriff von etwas Wertvollem und Schönem.“"

Gespür für Bedürfnisse

Mit dieser Idee und einer großen Leidenschaft wagt Renata Martelli 1994 den Schritt in die Selbständigkeit. Sie übernimmt eine Textilreinigung in der Via Grevas in St. Moritz, die seit Jahren geschlossen war. Die Qualität des Standortes, in der Nähe des Sees, mit Parkplätzen und einem wunderschönen Außengelände, hatte sie erkannt. Von dem Bedarf in St. Moritz war sie überzeugt. Trotz Platzmangels habe sie nie an einen Standortwechsel gedacht. "Unsere Kunden lieben seine hohe Qualität, unseren kleinen Vorgarten neben dem Parkplatz, den wir immer wieder aufwendig gestalten. Unsere Dekorationen sind etwas für das Herz und bieten immer ein wenig Märchenfeeling. Darüber hinaus schätzen unsere Kunden unser neues Shop-in-Shop-Angebot. Wir bieten inzwischen ein kleines, exklusives Wein-Sortiment." Da solle noch einer sagen, in der Textilreinigung sei kein Erlebniseinkauf möglich!

Feines Gespür für Bedürfnisse anspruchsvoller Kunden war ideale Voraussetzung für einen raschen, erfolgreichen Brancheneinstieg, neben der nötigen Fachkompetenz. Das verstehe sich von selbst. Zu ihren Kunden gehörten sehr bald Prominente und Modebewusste aus aller Welt, die ihre Kleidung per Post oder Paketdienst in die Schweiz schicken. Sie wollen sicherstellen, dass ihre Lieblings- und Designerstücke so gut wie neu bleiben: ob Abendrobe, Skianzug oder Designertasche. Für sie ist exquisite Textilreinigung ein Must-have. Und wer Textilreinigung als Livestyle bieten möchte, komme an den Emotionen seiner Kunden definitiv nicht vorbei, sagt Renata Martelli. Wir wollten nun wissen:

Frau Martelli, hochwertige Abendmode und Luxusgarderobe waren für Sie Umsatzträger. Kunden haben Ihnen Abendroben anvertraut, deren Wert im fünfstelligen Bereich liegt. Welchen Einfluss hatte die Pandemie auf dieses Luxussegment?

Renata Martelli: Wie fast auf der ganzen Welt wurden auch in St. Moritz während der Pandemie keine Feste gefeiert. Jedoch ist auch die ‚normale‘ Kleidung der meisten unserer Kunden sehr exklusiv und will gut gepflegt sein. Und die Pflege hochwertiger Kleidung für jeden Tag erfordert einen nahezu vergleichbaren Aufwand wie die Pflege von Abendmode.

Die Welt dreht sich immer schneller. Deshalb ist unser Express-Service ein Entscheidungskriterium für viele unserer Kunden. Die meisten reisen gern mit leichtem Gepäck für ein Wochenende nach St. Moritz. Nicht selten ruft ein Hotel bei uns an, ob das fertige Teil abgeholt werden kann, noch bevor es bei uns überhaupt angekommen ist. Skianzüge werden oft erst um 17 Uhr gebracht und müssen am selben Abend gereinigt und imprägniert wieder beim Kunden sein. Damit dieser am kommenden Morgen zum „Early-Bird-Frühstück“ im perfekt gepflegten Skianzug auf den Gipfel fahren kann. Die Hotels, die wir inzwischen auch wieder mit Wäscheservice beliefern und die Boutiquen in der Stadt wissen unseren schnellen und zuverlässigen Service zu schätzen.

Welchen Stellenwert hat Emotionalität in dieser Zeit – neben den für unsere Branche typischen Faktoren wir Hygiene, Qualität und Werterhalt?

Wenn eine Kundin uns mit ihrem Lieblingsstück etwas einmalig Wertvolles an die Hand gibt – ihre zweite Haut – geht das weit über das Sachliche hinaus. Und wenn dieses gute Stück vielleicht so verunreinigt ist und kaum noch zu reinigen scheint, erfahren wir dabei meist die ganze Geschichte: ein Stück Leben, das sie mit diesem Teil verbindet. Und das wollen wir retten! So springen die Emotionen der Kundin über. Wir greifen sie auf und finden eine Lösung: Manchmal ist es ein fehlender Knopf oder abgefallene Pailletten, wenn das Kleid eine rauschende Party überstanden hat. Dann unternehmen wir selbstverständlich alles, um das fehlende Detail zu ergänzen und das Kleid in den Zustand zu bringen, wie es in der Designerboutique erstanden wurde. Ein zufriedenes Lächeln und die Freude im Gesicht der Kundin sind für mich bis heute der eigentliche Leistungsausgleich. Aus diesem Mehr-Gefühl, das wir zeigen, wächst das Vertrauen unserer Kunden.

Allegra Bügelfeen Textilreinigung

Das geht natürlich nur mit einem starken Wir-Gefühl im eigenen Betrieb, mit Mitarbeitenden, die mein Credo Hand in Hand mitgehen. Das Team ist der Schlüssel zum Erfolg. Die Abläufe sind wie ein Zahnrad, funktioniert eines nicht, herrscht Stillstand. Was ich an der Front verspreche, muss in der versprochenen Qualität geliefert werden können. Das geht nur gemeinsam.

Das heißt: Ihre Haltung und Ihr Konzept haben sich auch in der Pandemie bewährt?

Ja, die Pandemie hat eindrücklich gezeigt, dass wir zuerst Mensch sind: Wesen mit vielfältigen Gefühlen und Ängsten, die auf Gemeinschaft ausgerichtet sind. Mitarbeiter auf dieser Ebene abzuholen, ist die einzige Möglichkeit, um der Unsicherheit und Lethargie dieser Zeit zu begegnen. Ich habe mich bemüht, entgegenkommend und mit viel Flexibilität und Einfühlungsvermögen mein Personal durch diese Zeit zu führen und dies auch im Kontakt zu Kunden und Geschäftspartnern durchscheinen zu lassen.

Die Menschen wünschen sich Sicherheit und Verlässlichkeit, besonders im Bereich von Hygiene. Das hat mich bewogen, mich als einer der ersten Textilpflegebetriebe der Schweiz im Dezember 2020 der geprüften FashionCare-Hygiene zu verpflichten. Seither stellen wir uns jährlich dem Hygiene-Monitoring, das durch die Labors der Hohensteiner Institute ausgewertet wird. Das gibt mir und meinem Team die Sicherheit, dass unsere Produktions-Abläufe hygienetechnisch einwandfrei sind. Für unsere Kunden ist das Zertifikat der Nachweis, dass ihre Textilreinigung hygienisch wirkt und gesundes Leben unterstützt.

Renata Martelli Fashion Care Allegra

Um die Wahrnehmung für hygienische Sauberkeit zu unterstreichen, haben Sie Ihr Angebot buchstäblich aufgefrischt.

Ja, für die feinen Nasen unserer Kunden liefern wir ein "Extra-Fresh" für getragene Skischuhe oder Helme, Autoinnenräume, Hotelzimmer oder Büros. Mithilfe moderner Technik und dem Einsatz von Biofresh Ozon erreichen wir durch und durch saubere Resultate, die für ein gutes Trage- und Raumgefühl sorgen.
Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Das gilt für alle Produktionsschritte in der Textilreinigung. Eine entscheidende Voraussetzung dafür ist heute ein ressourcenschonender Maschinenpark. Wir haben daher trotz Pandemie in energieeffiziente Nassreinigungssysteme investiert.

Sie sagten, dass Ihr Angebot der "Wohnungsbetreuung" in den vergangenen Jahren einen höheren Stellenwert bekommen hat. Was genau verbirgt sich dahinter?

Dieser Bereich hat sich entwickelt, weil wir schon immer geschaut haben, wo wir unsere Kunden entlasten können. Als wir von einer Kundin gefragt wurden, ob wir auch ihr Ferienhaus putzen könnten, haben wir ja gesagt und damit eine weitere Lücke in unserer Servicekette geschlossen. Wenn wir von Wohnungsbetreuung sprechen, sind meist Concierge-Leistungen darunter zu verstehen: Restaurants buchen, kleine Reparaturen durchführen, Blumendeko organisieren, Babysitter vermitteln, Medikamente aus der Apotheke abholen und so weiter.

Auch das klingt nach einem Geschäft, das auf Vertrauen basiert.

Ja, in den gehobenen Kreisen der St. Moritzer Gästeschar ist Empfehlung der einzige Weg. Kunden, bei denen wir durch die Pflege ihrer Kleidung oder Heimtextilien Vertrauen aufbauen konnten, reichen uns weiter. Unser Angebot und die Entwicklung unseres Dienstleistungsportfolios hängen von den Bedürfnissen und Wünschen ab, die an uns herangetragen werden. Meistens können wir diesen Wünschen nachkommen, dank unseres großen Netzwerks und guten Beziehungen zu einheimischen Handwerksbetrieben und Kleinunternehmen.

Das läuft nicht ohne Kundenpflege?

Richtig. Die teuren Boutiquen von St. Moritz vor Saisonbeginn zu besuchen, um das neue Team zu begrüßen und persönliche Kontakte zu knüpfen, hat sich sehr bewährt. Das gibt uns die Möglichkeit, Fashion-Verkäuferinnen mit der Arbeitsweise von professioneller Textilpflege vertraut zu machen. Mir und meinen Mitarbeiterinnen gibt es die Gelegenheit, die Modelle der neuen Saison im Neuzustand zu sichten. Diesen Ansatz wollen wir nun auch auf Hotels übertragen, um unsere Ansprechpartner für die Reinigung der Gästekleidung persönlich kennenzulernen. Wir planen für die nächste Saison einen ‚Abend der offenen Tür‘, bei dem wir zeigen, wie wir die Textilien pflegen. So ein direkter Kontakt erleichtert die Abläufe in der stressigen Hochsaison.

Dass Sie die Ware Ihrer privaten und gewerblichen Kunden schnell und anziehfertig liefern können, ermöglicht Ihre eigene Maßschneiderei. Das dürfte auch für Liebhaber der angesagten Vintage- und Second-Hand-Designermode in Zukunft attraktiver werden. Sehen Sie hier einen Trend, der für Sie und andere Betriebe in der Branche lukrativ werden könnte?

Vintage- oder Design-Upcycling ist tatsächlich auch bei der High Society ein Thema, das einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Kunden, die beispielsweise einen Pelzmantel von Eltern oder Großeltern geerbt haben, haben dazu eine emotionale Verbindung. Sie möchten dieses Erbstück behalten, es aber vielleicht nicht tragen, weil Schnitt oder Stil nicht mehr zeitgemäß sind. Hier kommt mein kreatives Faible zum Tragen. Es zaubert immer ein dankbares Lächeln auf die Lippen unserer Kunden, wenn wir ein elegantes Fellkissen, ein warmes Mäntelchen für den treuen Begleiter Hund, ein feines Haarband oder einen Schlüsselanhänger in Herzform als Andenken daraus machen.

Natürlich muss jeder Textilpflegebetrieb sein Konzept auf die Kundschaft vor Ort und die Schwerpunkte seines Betriebs zuschneiden. Hier gilt es für alle, kreativ zu sein, sich inspirieren zu lassen und mutig auszuprobieren. Was bei der Kundschaft ankommt, sollte man pflegen. Das darf und kann jeder so sehen, wie er mag. Ich glaube an das, was ich mit Herzblut tue.


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