Hier ein bisschen Energie gespart, dort ein bisschen den Verbrauch reduziert – keine ideale Herangehensweise an das Thema, sagt Sven Engelmann. Der Inhaber von Wäscherei-Technik Engelmann empfiehlt: Maßnahmen zur Energieeffizienz sollte man ganzheitlich planen. RWTextilservice hat den Elektromechanikermeister in Dresden besucht.
3 Zur Optimierung der Energieeffizienz sollten Textilreiniger nie auf billige, sondern auf nachhaltige Lösungen setzen, empfiehlt Sven Engelmann, Elektromechanikermeister und Inhaber der Wäscherei-Technik Engelmann, Dresden. Konkrete Tipps hat er beispielsweise im Falle desinfizierender Waschprozesse. Bei der Pflege von Wäsche für Pflegeheime und Hotels sind solche bisher zwar noch nicht zwingend vorgeschrieben. „Dennoch spielen desinfizierende Waschprozesse in Seniorenheimen und neuerdings auch im Gastgewerbe eine immer größere Rolle“, so Sven Engelmann. Mit dem Hinweis, dass die Bewohner oder Gäste in desinfizierend gewaschener Bettwäsche besser schlafen können, erlange mancher Betreiber Wettbewerbsvorteile, versichert der autorisierte Electrolux-Partner. Der desinfizierende Waschprozess erfolgt in der Regel während des Hauptwaschgangs. Nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) werden dafür eine vorgegebene Zeit und Temperatur sowie die entsprechende Wassermenge benötigt. „Diese Parameter kann man nicht zugunsten der Energieersparnis ändern“, räumt Sven Engelmann ein. Aber: „Eine Waschschleudermaschine ist keine Wasserheizung. Besser und kostengünstiger ist es, extern aufgeheiztes Wasser in die Maschine einzuleiten“, schlägt der Elektromechanikermeister vor.
Viele Unternehmer befänden sich aber bei Investitionsvorhaben in einem Spannungsfeld zwischen langfristigem Denken und Handeln und limitierten Planungs- und Anschaffungskosten, räumt Sven Engelmann ein. „Vorteilhaft und effizient ist zum Beispiel die Nutzung von Sonnenenergie. Textilreiniger sollten daher nach Möglichkeiten suchen, die gegenwärtig günstigen Zinsen für langfristige und nachhaltige Investitionen zu nutzen“, so der Electrolux-Partner. Falls aber beispielsweise aus baulichen Gründen die Installation einer Solaranlage nicht möglich ist, kann auch Gas als effiziente Energiequelle für die externe Wassererhitzung genutzt werden: „Wenn erwärmtes Wasser in die Maschine geleitet wird, verkürzt sich der Waschprozess erheblich“, erklärt Sven Engelmann.
Natürlich wird auch bei der Entwicklung innovativer Waschtechnik der Fokus auf die Ressourcenersparnis gerichtet: „Bei den neuen Waschschleudermaschinen von Electrolux sind zwei Spülgänge Standard“, so der Elektromechanikermeister. Im jeweiligen Spülgang sei der Wasser- und Zeitaufwand zwar geringfügig höher. Durch die optimierte Mechanik sei jedoch ein dritter Spülgang verzichtbar. Daher würden unterm Strich Wasser, Zeit und Strom gespart und trotzdem ein optimales Spülergebnis erreicht.
Dosieranlage gewährleistet Prozesssicherheit
Auch eine automatische Dosierung der Waschchemie hilft Energie einzusparen. „Die manuelle Dosierung birgt das Risiko, dass manche Mitarbeiter zum ‚Hausfrauenschwapp‘ neigen, andere wiederum zu geizig mit Chemie umgehen“, erläutert der Electrolux-Partner. Falsch dosiertes Waschpulver könne aber zu Ablagerungen an der Heizung der Waschschleudermaschine führen und somit deren Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Bei der Verwendung flüssiger Waschmittel träten hingegen äußerst selten Probleme an der Heizung auf. „Bleibt aber der Risikofaktor Mensch“, räumt Engelmann ein. Eine automatische Dosierung gewährleiste nicht nur Prozess- und Qualitätssicherheit. Es seien auch seltener Wartungs- oder Reparaturarbeiten an der Heizung erforderlich, wodurch wiederum die Betriebskosten spürbar gesenkt werden können.
Weiterhin können die Energiekosten durch stufenweises Einschalten der Waschschleudermaschinen gesenkt werden: „Der Versorger orientiert sich immer an den Verbrauchsspitzen. Insbesondere bei der Einspeisung von kaltem Wasser kann man aber diese Spitzen senken, wenn die Waschschleudermaschinen nicht gleichzeitig heizen müssen“, erklärt der Fachmann. Sinnvoll sei es auch, die Maschinen am Abend kurz vor Betriebsschluss zu beladen und die Waschprozesse möglichst unter Nutzung von Niedrigtarifen auf eine Stunde vor Betriebsbeginn zu programmieren. „Dadurch wird zwar keine Energie, aber doch bares Geld gespart“, so der Elektromechanikermeister.
Auch durch den Einsatz innovativer Waschschleudermaschinen lässt sich – ganzheitlich betrachtet – der Energieverbrauch optimieren. Electrolux-Waschschleudermaschinen der jüngsten Generation z.B. sind mit einem „Power Balance“-System ausgestattet. Eine intelligente Kontrolle der Unwucht garantiert, dass die Maschine jederzeit mit der höchstmöglichen Drehzahl schleudert. Je nach Beladung kann diese aber unterschiedlich sein. Verteilt sich die Wäsche gleichmäßig, wird schnell hochtourig geschleudert. Bei ungleichmäßiger Verteilung aber wird trotzdem mit der prozessgesteuerten höchstmöglichen Drehzahl gearbeitet. Mit fortschreitender Entwässerung kann die Maschine trotz ungleichmäßiger Wäscheverteilung optimale Schleuderergebnisse liefern. Der maximierte Schleuderprozess bewirke eine bessere und schnellere Entwässerung und somit eine Energie- und Kostenersparnis beim nachfolgenden Trocknen.
Bei Trocknern ist zu beachten, dass neben der Auswahl eines energieeffizienten Geräts vor dessen Inbetriebnahme auch der Abluftstrom effektiv justiert wird. Die Maschine sollte ferner im Hinblick auf ihr Volumen sowie die Beheizungsart auf das betriebsspezifische Leistungsprofil und das Produktionsvolumen sowie die Installationsbedingungen vor Ort abgestimmt werden. „Grund genug, eine Komplettlösung zu entwickeln“, so Engelmann.
Ein Kreuzstromwärmetauscher, der die Frischluft mit der warmen Abluft des Trockners aufheizt, könne den Energiebedarf für die Trockenprozesse senken. Wärmepumpentrockner zeichnen sich zwar durch eine hohe Energieersparnis aus, die Trockenprozesse benötigen jedoch mehr Zeit. Daher muss der Unternehmer gründlich abwägen, ob und wie sich die Geräte in die betrieblichen Abläufe integrieren lassen. Auch ist individuell abzuklären, ob unter den Bedingungen vor Ort eine Spülwasserrückgewinnung vorteilhaft ist. „Das Spülwasser ist relativ kalt, die Erwärmung erfordert einigen Energieaufwand. Außerdem wird für die Rückgewinnung ein Tank benötigt und die Schlammentsorgung verursacht gegebenenfalls Kosten“, gibt der Elektromechanikermeister zu bedenken. Letztendlich müsse auch der Platzbedarf in die Überlegungen einbezogen werden. Eine fundierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vom Fachmann unter Einbeziehung aller Installationsbedingungen ist dabei unbedingt zu empfehlen.
Mitarbeiter für Nachhaltigkeit sensibilisieren
„Maßnahmen zur Optimierung der Energieeffizienz sollten immer ganzheitlich und langfristig geplant werden“, unterstreicht Sven Engelmann. Der Unternehmer sollte nicht nur die Prozesse in seinem Betrieb kritisch hinterfragen und gegebenenfalls verbessern, sondern auch die Mitarbeiter für wirtschaftliches und somit Ressourcen schonendes Arbeiten sensibilisieren.
Infos: www.wte-dresden.de