Funktionstextilien richtig pflegen GoreTex: Gepflegt in den Schnee

Gegen Schnee, Regen und Kälte tragen viele im Winter gerne Funktionsbekleidung. Skijacken sind häufig aus GoreTex. Dies ist kein Gewebe, sondern eine Membran. Das Textil besteht aus dem Grundstoff Teflon. Winterbekleidung aus diesem Material kommt zur Säuberung in die Waschmaschine. Wie die Membranen wirken und wie sie richtig gepflegt werden, zeigt dieser Beitrag.

Funktionstextilien für den Wintersport sind aus einer speziellen Membran hergestellt, die besonderer Imprägnierung bedarf. Foto: W.L. Gore & Associates - © W.L. Gore & Associates

Auf Skitouren können vom Lift leicht Öl- oder andere Schmutzflecken entstehen. Obwohl Funktionstextilien wie GoreTex in Haushaltswaschmaschinen gewaschen werden können, bringen Kunden sie auch in die Reinigung. Da die Wintersportbekleidung aus GoreTex vergleichsweise teuer und langlebig ist, kann ein Textilreiniger mit seinem Fachwissen gerade bei der Detachur vor dem Waschen den Kunden helfen.

GoreTex gehört zu den mikroporösen Membranen. Ihr Aufbau ist ein Porengerüst. Dabei ist eine Pore 500-mal kleiner als ein Nebeltropfen, aber 670-mal größer als ein Wasserdampfmolekühl (Nesso 2007, S. 18). Der Vorteil dieser Membranen ist, dass der Schweiß nach außen entweichen kann. Gerade wenn es draußen kalt ist, frieren Wintersportler, wenn ihre Kleidung auf der Haut klebt. Gleichzeitig hält die Membran Schnee, Regen und Wind ab. Die Membran liegt zwischen einem Oberstoff, häufig aus Polyamid, und einem Innenfutter. „GoreTex ist ein Funktionstextil aus Polytetrafluorethylen, besteht also aus dem Grundstoff Teflon“, erläutert Roswitha Straßer, Customer Service der W. L. Gore & Associates GmbH. Damit ein Hersteller ein Bekleidungsstück freigibt, muss es über 500 Waschzyklen bestehen. Für die Wäsche rät Straßer zu einem Schonwaschgang bei 30 °C mit einer Schleuderzahl von maximal 800 bis 1.000 Umdrehungen. Nähere Angaben stehen im Pflegeetikett des jeweiligen Textils. Straßer empfiehlt ein flüssiges Waschmittel ohne Silikon und ohne Weichmacher. Denn die Zusätze könnten sich in der Membran festsetzen, was die Oberflächenspannung des Textils beeinträchtigen könnte. Diese garantiert neben der Imprägnierung das Abperlen des Wassers.

Imprägnierung nach Waschgang erneuern

Bei einem Öl- oder sonstigen Schmutzfleck muss die Imprägnierung angelöst und mit einem entsprechenden Fleckentferner vorbehandelt werden, so Straßer. Nach einem Waschgang sollte die Imprägnierung erneuert werden. Straßer rät zur Verwendung eines Imprägniersprays. Ein Tauchbad oder eine Waschimprägnierung sind nach ihrer Erfahrung weniger geeignet: „Manche Hersteller raten von einer Waschimprägnierung ab, weil dann das Bekleidungstextil auch von der Innenseite imprägniert ist. Wenn ich schwitze, schlägt vielleicht der Schweiß zurück. Dieser Effekt ist aber minimal.“ Imprägniersprays haben auch den Vorteil, dass sie für partielle Auffrischung, z.B. dort wo der Träger einen Rucksack hatte oder an den Ärmelbündchen, geeignet sind. Grundsätzlich sollte die Skibekleidung immer dann imprägniert werden, wenn die Oberware sich vollsaugt. „Wenn die Wassertropfen keine Perlen mehr formen und nicht abrollen, ist es Zeit für die Imprägnierung“, sagt Straßer. Ein praktischer Test ist das Ansprühen der Ware mit anschließender Beobachtung, ob sich Tropfen bilden. Zur zusätzlichen Fixierung der Imprägnierung kann eine Wärmebehandlung genutzt werden. Diese birgt aber auch Risiken. Das Bügeln - ein Tuch sollte zwischengelegt werden - ist aufwendig. Bei der Behandlung im Trockner besteht das Risiko, dass das gesamte Bekleidungsstück und insbesondere Reißverschlüsse sowie Applikationen einlaufen.

Infos: Nesso Margot (2007) Rationelle Wäschebehandlung. Hamburg: Verlag Handwerk und Technik, www.gore-tex.de

Weiterführende Informationen rund um imprägnierte Textilien 

Mehr zum Thema Imprägnierung von Textilien, professionelle Verfahren in Reinigung und Wäscherei lesen Sie im Überblicksartikel von R+WTextilservice: "Mehr als wasserabweisend: Imprägnierung von Textilien".