DTV und Fraunhofer-Institut Großwäschereien voranbringen

RFID-Technologie und Automatisierung: Um Wäschereien in Sachen Energieeffizienz zu unterstützen, haben der Deutsche Textilreinigungs-Verband und das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung eine Kooperation vereinbart. Die Rede ist von einer „Industrie 4.0“ in Großbetrieben.

Joachim Krause (li.), Deutscher Textilreinigungs-Verband, und Prof. Michael Schenk, Fraunhofer IFF, bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Foto: Fraunhofer IFF - © Fraunhofer Institut

3 Die Textilienberge, die eine Wäscherei täglich vom Schmutz befreit, sind gigantisch. 20 bis 50 t Wäsche schleust ein großer Betrieb durch seine Waschstraßen – pro Tag. Sie schaffen dabei 50.000 bis 100.000 Wäschestücke. Ebenso gigantisch ist auch der Energieverbrauch. Die Branche steht damit vor einem Problem. Denn Energie wird immer teurer. Um den Kostenanstieg zu bremsen, geht der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) nun neue Wege. Gemeinsam mit dem Magdeburger Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF wollen die Mitgliedsunternehmen neue Lösungen finden, die ihnen beim Energiesparen helfen sollen. Ende Juni 2014 unterzeichneten die Partner eine Kooperationsvereinbarung.

Einsatz von RFID vorantreiben

„In der Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IFF sehen wir die Chance, mit versierter wissenschaftlicher Unterstützung fachliche Zukunftsfragen für die Betriebe anzugehen“, sagt Joachim Krause, Präsidiumsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses für Technik und Umweltschutz im DTV. „Ganz wichtige Aspekte sind dabei der Automatisierungsgrad und die Logistik und die damit verbundenen Verbesserungsmöglichkeiten bei den energetischen Prozessen. Wir können durch technische Veränderungen in Prozessabläufen die Ressourcen- und Energieeffizienz unter die Lupe nehmen und steigern. Hierzu wollen wir gemeinsam forschen und die Prozesse sowie Technologien weiterentwickeln.“ Das Fraunhofer IFF ist unter anderem auf die Planung energie- und ressourceneffizienter Produktionsmethoden spezialisiert. „Unser gemeinsames Ziel ist es, neue Wege zu finden, mit denen sich die wachsenden technologischen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen für die kleinen und mittleren Unternehmen bewältigen lassen“, erläutert Institutsleiter Professor Michael Schenk. „Uns kommt dabei zugute, dass wir Lösungen für die ­Erhöhung der Ressourcen- und Energieeffizienz, die wir bereits erfolgreich für andere Branchen entwickelt haben, transferieren können.“

Einer der Schwerpunkte der Zusammenarbeit ist der ganzheitliche Einsatz von RFID-Technologien im Flachwäschebereich, wie ­Hotel- und Krankenhaustextilien. Mit Hilfe der RFID-Chips in den Wäschestücken ließen sich die komplexen Prozesse in den Wäschereien über Steuerungsmöglichkeiten optimieren. Zudem steigt die Transparenz der Abläufe auch gegenüber den Auftraggebern.

Ein weiteres Thema ist die Erhöhung der Automatisierung. Während beispielsweise schmutzige Krankenhauswäsche gar nicht manuell bearbeitet werden darf, wird die letztlich saubere Wäsche momentan noch per Hand sortiert. Erkrankte Mitarbeiter könnten diese aber möglicherweise gleich wieder infizieren. Hinzu kommt die große körperliche Belastung der anstrengenden Tätigkeit, für die sich nur noch schwer Mitarbeiter finden lassen. Serviceroboter, die dank der RFID-Technologie die einzelnen Wäschestücke fehlerfrei identifizieren können, sollen hier in Zukunft Entlastung bringen.

Ziel ist die sich selbststeuernde Wäscherei

Zunächst wollen die Fraunhofer-Forscher die Mitgliedsunternehmen des DTV bei der Einführung von RFID-Technologien unterstützen. Schon seit 2011 arbeitet das Fraunhofer IFF auf diesem Gebiet eng mit dem deutschen Laundry Innovation Network zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit resultiert auch die nun erfolgte Kooperation mit dem DTV.

Neben dem Technologietransfer steht die Beratung der Unternehmen mit Blick auf die Optimierung ihrer energetischen Prozesse im Mittelpunkt. Mittelfristig, so Professor Schenk, sei sogar die Chance für die Umsetzung einer „Industrie 4.0“ in der Wäschereibranche realistisch. Mit der unternehmensweiten Einführung von RFID-Technologien und dem Einsatz von Servicerobotern sei man nicht mehr weit von einer selbststeuernden und selbstüberwachenden Prozesskette entfernt. Die Möglichkeiten für weitgehende Energieeinsparungen und noch höhere Flexibilität würden damit noch mehr wachsen.

Infos: www.iff.fraunhofer.de, www.dtv-bonn.de, www.w-lin.eu

www.dtv-bonn.de

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