Anerkennung für Mitarbeiter Hervorragende Leistungen loben

Haben Sie heute schon einen Ihrer Mitarbeiter gelobt? Vielleicht wäre es mal wieder an der Zeit, einen besonderen Einsatz anzuerkennen – ein paar ehrliche Worte von innen heraus können das Personal zu noch besseren Leistungen bewegen.

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    Ein Lob vom Chef kann bei Mitarbeitern vieles bewirken. Foto: underdogstudios, Fotolia.com
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    Mitarbeiter, die richtig gelobt werden, sind motivierter. Foto: Karin & Uwe Annas, Fotolia.com

3 Lob und Anerkennung werden zu selten ausgesprochen, weil gute Leistungen als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden. Der Mitarbeiter in der Textilreinigung oder Wäscherei wartet nach erfolgreich erledigter Arbeit vergebens auf die fällige Anerkennung. Durch diese bekommt er die Gewissheit, dass seine Arbeit gut gelungen ist. Wer eine gute Leistung lobt, zeigt, dass er sie und den betreffenden Mitarbeiter positiv wahrgenommen hat. Anerkennung einer Leistung ist Wertschätzung des Mitarbeiters und tut seinem Selbstwertgefühl gut. Eine Anfangsleistung kann sogar noch besser werden, wenn sie zwischendurch gelobt wird. Die positive Beurteilung zwischendurch spornt an, deshalb sollte der Vorgesetzte nicht warten, bis die Leistung zu Ende gebracht ist. Bei der Würdigung von Arbeitsergebnissen geht es um eine Spitzenleistung, um den besonderen Einsatz des Mitarbeiters oder des Teams, nicht um durchschnittliche Leistungen.

Die richtigen Worte finden

Mit einem einfachen „O.K.“ kann eine Leistung bestätigt werden, für Anerkennung oder Lob genügt das nicht. Wenn Ihr Mitarbeiter ein sehr gutes Arbeitsergebnis präsentiert, erwartet er mehr. Der „Schmusekurs“ ist unangebracht und verliert an Wirkung, aber ein bisschen mehr als „gut“, oder „einverstanden“ darf es sein, wenn das Arbeitsergebnis des Mitarbeiters über die Standardleistung hinausgeht.

Wenn Anerkennung nicht von innen heraus kommt, wirkt sie unbeholfen, sogar unglaubwürdig. Mit Einfühlungsvermögen in die Situation des Mitarbeiters findet der Vorgesetzte die richtige Einstellung und die passende Formulierung. Die Bestätigung „Sie haben sich sehr bemüht“ wirkt ironisch und erhöht die Motivation nicht.

Wirkungsvoll ist die Ich-Botschaft. Statt „Das haben Sie sehr gut gemacht“, ist es besser zu sagen: „Ich finde, das haben Sie sehr gut gemacht.“ Das „Ich“ wirkt als persönliche Wertung und motoviert den Mitarbeiter. Die Wirkung kann weiter gesteigert werden, wenn der Vorgesetzte fragt, wie der Mitarbeiter vorgegangen ist, was er genau getan hat, um diese Leistung zu erbringen. Beispiel: „Wie haben Sie das geschafft, wie sind Sie vorgegangen?“ So können auch Verbesserungen im Arbeitsablauf erkannt und umgesetzt werden. Die Anerkennung einer guten Leistung muss sofort folgen. Kommt sie zu spät, ist sie oft wirkungslos. Mitarbeiter, die Anerkennung erfahren …

  • zeigen mehr Interesse und Zufriedenheit an ihrer täglichen Arbeit.
  • sind bereit, sich weiterhin zu engagieren.
  • sind motivierter, weil sie sich akzeptiert fühlen.
  • versuchen das Leistungsniveau zu halten.
  • stecken auch mal Kritik ein, weil Anerkennung Kritik ausgleichen kann.
  • vermitteln auch ihrem Chef Anerkennung.

Wer vom Chef Anerkennung erfährt, wird in seinem Selbstvertrauen gestärkt und wird das anerkannte Verhalten reproduzieren oder gar verstärken. Der Mechanismus, erfolgreiches Verhalten zu wiederholen, ist wissenschaftlich gründlich untersucht und bestätigt worden. Wer sehr gute Leistungen zeigt, aber kein positives Feedback erhält, reduziert seinen Einsatz bis zum Dienst nach Vorschrift.

Obwohl Chefs von der Wirkung der Anerkennung überzeugt sind, fällt es ihnen oft schwer, dies in der Praxis umzusetzen. Vermutlich liegt es daran, weil sie aufkommende Arroganz des Mitarbeiters oder gar Gehaltswünsche befürchten. Oft fehlen dem Chef auch die richtigen Worte für die positive Bewertung. „Bei uns geht es hart und ehrlich zu, da gibt es keine süßen Worte – wir sind nicht im Streichelzoo“, erklärte ein Chef kürzlich in einer Seminarpause.

Ein beliebter Mitarbeiter darf nicht mehr Anerkennung erhalten als der Kollege. Es ist ungerecht, wenn Beliebtheit das Maß an Anerkennung bestimmt. Positive Bewertung schafft Neid unter den Kollegen, weil sie dem gelobten Mitarbeiter dies eventuell nicht gönnen. Deshalb wird Anerkennung am besten unter vier Augen ausgesprochen. Anerkennung tut allen gut. Besonders jüngere Mitarbeiter brauchen sie für ihr Selbstvertrauen und ihre weitere berufliche Entwicklung.

Eigenschaften, die anerkannt werden

Es wird zwischen persönlichen und fachlichen Merkmalen unterschieden. Freundlichkeit, Belastbarkeit und Fleiß sind persönliche Eigenschaften. Fachwissen, Branchenkenntnisse und Umgang mit der EDV sind fachlicher Art. Die Anerkennung richtet sich nach der Ausprägung der Eigenschaften.

Auch Mitarbeiter können sich untereinander etwas Nettes sagen. Positive Rückmeldung sollte nicht ausschließlich vom Chef kommen. Wer etwas Nettes erfährt, freut sich nicht nur, sondern sucht auch einen Anlass, dem Sender etwas Nettes zu sagen. Das muss sich nicht nur auf die Arbeit beziehen. Komplimente zeigen Wertschätzung und erhöhen die Hilfsbereitschaft und Kollegialität, die für das Betriebsklima wichtig sind.

Durch die unterschiedliche Herkunft der Mitarbeiter aus verschiedenen Kulturkreisen ist es für den Chef nicht leicht, positive Bewertungen der Leistung rüberzubringen. Die gleichen Worte können auf verschiedene Mitarbeiter völlig anders wirken. Hinzu kommen sprachliche Schwierigkeiten. Das verlangt ein besonderes Fingerspitzengefühl in der Kommunikation.

Signale der Wertschätzung

Auch ohne Lob und Anerkennung kann sich der Chef wertschätzend verhalten. Gemeinsam verbrachte Pausen, in denen nicht über die Arbeit, sondern über Privates gesprochen wird, ist eine von Mitarbeitern geschätzte Möglichkeit. Auch die Geburtstagsgratulation zählt zur Wertschätzung, wobei es auf die Worte ankommt. Denn ein einfaches „Herzlichen Glückwunsch“ ist steigerungsfähig. Kommt die Wertschätzung von innen heraus, ist es nicht nötig, ein paar Sätze vorzubereiten. Wem aber der eigene Geburtstag nicht sehr wichtig ist, der wird auch Geburtstage der Mitarbeiter nicht oder unwillig wahrnehmen. Auch die Erkrankung des Ehepartners oder der Kinder und die Frage nach dem Wohlbefinden sind ein Signal der Wertschätzung und verbessern die persönlichen Kontakte. Kollegen reagieren allerdings argwöhnisch, wenn sich der Vorgesetzte nach den Befindlichkeiten einer Person erkundigt und andere ignoriert. Richtiges Wertschätzen und Loben will also gelernt sein.