Tadellose Textilpflege! Jürgen Felmet und sein Team feiern diese Erfolgsstrategie und das 50-jährige Jubiläum des Familienbetriebs in Münster. Im Jahr 1984 war er mit 23 Jahren der jüngste Textilreinigermeister der Stadt. Seinen Schwung hat er sich bewahrt. Der jung gebliebene Obermeister machte sein Geschäft zur Lieblingsreinigung vieler Stammkunden und Prominenter der Region.

Jürgen Felmet ist stolz darauf, dass Künstler wie Roland Kaiser seit mehr als 20 Jahren seiner Expertise in Sachen Textilreinigung vertrauen. Er kennt die Lebensgeschichte des Schlagerstars fast so gut wie dessen Textilien, die sein Team wäscht und reinigt. Zu weiteren Stammkunden zählen Musiker wie Götz Alsmann oder die Zucchini Sistaz – drei Künstlerinnen, die in stilechter Kleidung die goldene Swing-Ära im Münsterland wiederbeleben.
Für viele mehr oder weniger Prominente im münsterschen Karneval bringt die Felmet Textilpflege Ornate und Kostüme wieder in Bestform. Tadellos gereinigt, versteht sich, für saubere Auftritte. Der Schriftzug über dem Eingang ist Programm.
Ein solider Mix: Expertise und Bodenständigkeit
Jürgen Felmets guter Ruf als Obermeister der Textilreiniger-Innung Münster-Münsterland eilt ihm voraus. Nicht nur Prominente, sondern alle Felmet-Kunden dürfen selbstverständlich erstklassige Waren- und Servicequalität erwarten, ob im Privatkundengeschäft oder im Businessbereich.
„Unsere Kunden kommen aus dem gesamten Münsterland, aus Orten wie Hiltrup, Münster, Wolbeck, Amelsbüren oder Rinkerode. Auf großen Wunsch haben wir inzwischen auch in Senden und Sendenhorst Annahmestellen eingerichtet. Da wir unter anderem als Spezialisten für Tanzsportkleidung bekannt sind, nehmen unsere Kunden auch weitere Wege zu uns in Kauf. Ein Tanzsportverein aus Stadtlohn beispielsweise.“
Die Kernkompetenz des Familienbetriebs liege eindeutig im Werterhalt von Oberbekleidung im Privatkundenbereich. „Darüber hinaus bieten wir die Pflege von Wäsche und Mangelwäsche, Gardinen und Dekorationen, Teppichen, Leder und Polstern an“, erklärt Jürgen Felmet, dessen Eltern bereits großen Wert auf Kundennähe legten.
Ingeborg und Bruno Felmet gründen 1966 ihre Textilreinigung in der Scharnhorststraße in Münster. Im Jahr 1975 eröffnen sie ein zweites Geschäft in Hiltrup am Caldeloer Weg, das später zum Hauptbetrieb wird. Ingeborg Felmet führt es, bis sie es 1985 aus gesundheitlichen Gründen in die Hände ihres Sohnes legt. „Mein Vater hat 57 Jahre lang aktiv mitgearbeitet. Bis zum Schluss ist er gern in seinen ersten Betrieb nach Münster gefahren“, erinnert sich Jürgen Felmet.
Überzeugungsarbeit bei der Bundeswehr
Er habe jede Menge Ideen für seine Zukunft gehabt, Sportlehrer zu werden oder vielleicht Fallschirmjäger. „Ich bin allerdings in einem Textilreiniger-Unternehmen aufgewachsen und habe schnell gemerkt, wie dankbar und begeistert die Kunden waren, wenn sie ihre Garderobe abholten.“ Das habe ihn angespornt. Sein Vater Bruno Felmet überzeugte ihn außerdem von der Notwendigkeit einer handwerklichen Ausbildung als solide berufliche Grundlage und um die Maschinen im eigenen Betrieb warten und reparieren zu können.
„Mein Vater hat mich nicht gedrängt, das Geschäft weiterzuführen. Er hat mich ermutigt und sich natürlich gefreut, dass ich es tat."
Jürgen Felmet
So macht Jürgen Felmet zunächst eine Lehre zum Maschinenschlosser, die sich als überaus nützlich für seine unternehmerische Karriere erweist „Mein Vater hat mich nicht gedrängt, das Geschäft weiterzuführen. Er hat mich ermutigt und sich natürlich gefreut, dass ich es tat.“
Der Entschluss, eine Ausbildung zum Textilreiniger zu absolvieren, reift während seiner Zeit bei der Bundeswehr. „Ich diente in einer Transporteinheit in Rheine. Mein Kompaniechef war ein junger Hauptmann, der mir nach einem intensiven Gespräch die Möglichkeit gab, mich an den Wochenenden auf meine Gesellenprüfung in Münster vorzubereiten. Im Umkehrschluss musste ich alle weniger schönen Dienste übernehmen, auch an den Feiertagen.“
Jürgen Felmet lässt sich auf den Kompromiss ein, mit der Entschlossenheit und Energie, für die er in seiner Branche bekannt ist. Direkt nach der Gesellenprüfung startet er den Meisterkurs, den er ebenfalls schnell und erfolgreich abschließt. Mit 23 Jahren ist er im Jahr 1984 der jüngste Textilreinigermeister in Münster.

Der Meisterbrief muss sein!
Nach wie vor hält er die Meisterausbildung in seinem Handwerk für notwendig. „Sie gibt dir einen brauchbaren, intensiven und breiten Wissensstand. Die Ausbildung vermittelt Wissen, das weit über die Inhalte einer Gesellenausbildung hinausgeht“, erklärt Jürgen Felmet. „Ich bin tatsächlich enttäuscht, sogar verärgert darüber, dass es in unserem Berufsstand nicht mehr verpflichtend ist, eine Meisterprüfung zu haben, um einen Betrieb zu führen. Für uns und vor allem für mich war es wichtig, den Meisterbrief zu besitzen. Zwar durfte ich im Alter von 23 Jahren noch nicht ausbilden, die Voraussetzungen dafür waren jedoch geschaffen.“
Ein Überflieger sei er allerdings nie gewesen. Er habe sich alles recht mühsam erarbeiten müssen. „Aufgeben war jedoch keine Option“, betont er. „Ich war willig und wollte in unserer Firmengeschichte der erste Meister sein.“ Mit dem Meisterbrief „in der Tasche“ übernimmt er im Jahr 1985 die Leitung des Betriebs in Hiltrup. Ehefrau Iris Felmet, Mutter der gemeinsamen Kinder Marius und Jennifer, arbeitet in einem Lederfachgeschäft in Münster. Sie steigt schließlich ebenfalls in den Betrieb ein, um ihren Mann zu unterstützen und die Familientradition fortzuführen.
Rückblickend erfreuliche Entwicklungen

Das Geschäft floriert. Wie viele seiner Branchenkollegen steht jedoch auch Jürgen Felmet im Jahr 1994 plötzlich vor existenziell bedeutenden Entscheidungen. Die 2. BImSchV tritt in Kraft und verbietet den Betrieb von Reinigungsmaschinen in Wohnhäusern. Glücklicherweise bietet das eigene Grundstück in Hiltrup die Möglichkeit, den Betrieb zu erweitern und damit die Maschinen auszulagern. Gleichwohl folgen hohe Investitionen in den Maschinenpark. „Wir haben komplett modernisiert. Das war im Nachhinein eine erfreuliche Entwicklung, zu der Zeit jedoch eine große Belastung“, kommentiert Jürgen Felmet, der gemeinsam mit acht Mitarbeitenden nach wie vor ein hohes Maß an persönlicher Leistung einbringt, um sein Unternehmen für die Zukunft aufzustellen.
Dass sein Sohn Marius den Betrieb weiterführt, ist denkbar, während Tochter Jennifer Felmet ihre Karriere als Journalistin verfolgt. Ihr Bruder Marius Felmet, seit 2022 gelernter Hotelfachmann, hat inzwischen seine Gesellenausbildung zum Textilreiniger erfolgreich abgeschlossen. Auch er werde sich nun weiterbilden, sagt sein Vater Jürgen Felmet: „Ich möchte es machen wie mein eigener Vater und Marius die freie Entscheidung überlassen. Sollte er bereit sein, das Geschäft zu übernehmen, werde ich ihn unterstützen und mich selbstverständlich sehr darüber freuen.“
Bis es so weit ist, wird sich Jürgen Felmet so ambitioniert wie eh und je einbringen. Er mag es sportlich, im Business, im Ehrenamt und in der Freizeit. Dass alles im Leben ausreichend Motivation und Engagement erfordere, habe sich für ihn stets bewahrheitet, ob im Rahmen der Aus- und Weiterbildungen, der Weiterentwicklung des Familienunternehmens, für die Aufnahme in den Textilreiniger-Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer Münster oder das Amt des Obermeisters. All das sei glücklicherweise gelungen, ebenso wie der Zusammenhalt in der Familie. Und die ist Jürgen Felmet wichtig – ob tadellos oder nicht!