Vom 3. bis 6. Oktober 2014 lockte die Fachmesse EXPOdetergo Publikum aus der ganzen Welt nach Mailand. Aber auch die zahlreichen Aussteller, gerade im technischen Bereich, waren international und zeigten eine Mischung aus bewährter Technik und Innovationen.
3 Die Trendschau in Mailand hatte viel zu bieten, immerhin stellten fast 300 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Ein Großteil stammte dabei aus dem Bereich Maschinen. Ob Wasch- oder Reinigungstechnik, Finishanlage oder Presse – auf der EXPOdetergo 2014 konnten sich die mehr als 20.000 Besucher über Lösungen für alle Textilpflegeprozesse informieren.
In Sachen Automation haben sich BIKO aus der Schweiz, Mobics aus den Niederlanden und HeBeTec aus Deutschland zu einem internationalen Joint Venture zusammengetan und präsentierten auf der Messe neben einer Palette von Produkten der Firma BIKO u.a. eine Faltmaschine mit zehn Staplern. Diese Großteilefaltmaschine vom Typ „Frieda“ – eine Reversierfaltmaschine folgt unmittelbar – ist eine Weiterentwicklung des Hauses BIKO. Die Sortierung in Farben, Größe und Muster wird durch einen Mobics-AI-Scanner erreicht. Dieser arbeitet mit einem sogenannten „Pre-Analyser“, der zuerst den Artikel erkennt, dann die Staplerposition und das Faltschema an die Faltmaschine weitergibt und jedes Teil nach Konturfehler, Löcher, Flecken, Fremdkörper etc. scannt und gegebenenfalls an bis zu vier Positionen aussortiert. Der Vorteil dieser Anlage liegt laut Unternehmen neben der hohen Qualität durch den Einsatz des Scanners vor allem in der Einsparung der Vorsortierung nach Farben, Muster und Größen. Auch befindet sich niemand mehr hinter der Faltmaschine. Vielmehr werden sortenreine Stapel auf ein zentrales Abförderband befördert und erleichtern so die Expeditionsarbeit. Die Technik kann in jeder herkömmlichen Mangelstraße integriert werden. Bei BIKO in allerletzter Minute fertig geworden ist eine Erweiterung der universellen Faltanlage für Berufsbekleidung „Laura“: Neu ist die Möglichkeit der vollautomatischen Beladung mittels eines Kuka-Roboterarms.
HeBeTec hatte außerdem den Jetstream Aire dabei, eine Ventilatortechnik, die gezielt Flusen und Staub in Wäschereien bekämpft.
Auch der Textilreinigungsmaschinenhersteller BÖWE zeigte in Mailand seine Technik. Unter anderem war am Stand die im Design einmalige WM-2014-Maschine in Deutschlanddesign zu sehen, die mit dem neuartigen Lösungsmittel HiGlo arbeitet. BÖWE-Maschinen sind so konzipiert, dass bei ein und derselben Maschine alle Lösungsmittel, die eine geringere Dichte als Wasser haben, verwendet werden können. Die sogenannten „Multi-Solvent“-Maschinen haben nach Angaben von BÖWE eine spezielle Bauweise, so dass eine einfache Umstellung möglich sei.
Der Wäschereitechnikhersteller Domus aus Barcelona konnte dem Messepublikum in Mailand ein Paket an Neu- und Weiterentwicklungen auf dem Stand der Onnera-Group, der Domus angehört, präsentieren. Um die Bedienung der Maschinen zu vereinfachen, hat Domus eine Computersteuerung mit Touchscreendisplay entwickelt. Bei der Aufbereitung der Programme für die Steuerung hat Domus nach eigenen Angaben Wünsche und Anregungen des internationalen Marktes aufgenommen und berücksichtigt. So entstanden Bediensprache und Programmdetails für den deutschen Markt in enger Kooperation mit der Heprotex Maschinen GmbH, die die Domus-Maschinen in Deutschland vertreibt. In Mailand stellte Domus die neue hochtourige Waschschleudermaschine mit einer Beladekapazität von 35 kg Trockenwäsche vor. Die 40-kg-Waschschleudermaschine wird modifiziert und künftig als 45-kg-Maschine angeboten. Im Bereich Trockner präsentierte das Unternehmen technische Lösungen zur Energieeinsparung. So seien die Trockner gegen Wärmeverlust gut isoliert; die Beladetür beispielsweise ist in Doppelverglasung ausgeführt. Darüber hinaus wird die erhitzte Trocknungsluft zurückgewonnen und wieder in den Trocknungskreislauf eingespeist. Die Trommeln der neuen Trockner sind mit Trichterlochung zur Wäscheschonung ausgestattet. Eine elektronische Trocknungskontrolle soll Übertrocknung vermeiden und damit auch unnötigen Energieeinsatz. Die Fülle der Modifikationen an der Trocknerbaureihe wird durch ein neu konzipiertes, wartungsfreundliches Flusensieb abgerundet.
Die Firma Eco-Impact Bügelsysteme präsentierte auf ihrem Stand den Bügelautomaten TEX 15. Der patentierte Bügelautomat bietet laut Unternehmen viele Vorteile: Alle Garderobenteile wie Hosen, Röcke, Sakkos, Jacken, Hemden, Mäntel, Pullover und T-Shirts können darauf bearbeitet werden. Durch das geschlossene Ein-Kammer-System werde weniger Energie verbraucht und es werde nur ein kleiner Dampfkessel benötigt. Laut Eco-Impact ist neben der Quantität und Qualität auch der finanzielle Aspekt ein Thema. Die einfache Bedienung und die körperlich leichte Arbeit ist ein stetiger zunehmender Aspekt in der Textilpflegebranche, welche der Bügelautomat TEX 15 in jeder Hinsicht erfüllt, verspricht Eco-Impact.
Einen Sortierstand mit Pressvorrichtung zeigte Engel Gematex an seinem Stand. Das in Güglingen ansässige Unternehmen verspricht durch Anwendung des vollautomatischen Presssystems die Verdoppelung der Wäschemenge im Transportcontainer – und somit 50 Prozent Kosteneinsparung bei Auslieferung der Wäsche, da z.B. auch 50 Prozent mehr in den Lkw passen. Bei Engel Gematex wird jedes Projekt zuerst mit dem Kunden besprochen, sein Bedarf und Ziel analysiert. Danach wird nach der besten Lösung – sowohl wirtschaftlich als auch technisch – gesucht.
Innovationen zur Automation und Leistungssteigerung im Finishbereich waren Thema bei Fimas, Tochter der italienischen Macpi-Gruppe. Fimas stellte in Mailand sein neu entwickeltes Hemdenpresskarussell vor. „F 298“, so die Typbezeichnung, verfügt über zwei einander gegenüberliegende „Dummies“, die jeweils mit Schulterpresseinrichtungen sowie mit Ärmelfixierarmen mit integrierten Ärmelschlitzpresselementen ausgestattet sind. Während die nach vorn gedrehte Büste mit einem neuen Hemd bestückt wird, findet bei der entgegengesetzten Büste der Pressvorgang statt. Als Weiterentwicklung zeigte Fimas den Universalfinisher
„F 317“. Dank höhenverstellbarem Puppenkorpus lassen sich laut Unternehmen auf diesem Finisher Kittel in jeder Größe und Länge bearbeiten. Walter Cividini, Managing Director von Fimas, sowie die internationalen Vertriebsrepräsentanten des Unternehmens berichteten von einem durchaus gelungenen Messeverlauf.
Der Finishspezialist Fintec aus Gersthofen informierte über sein gesamtes Produktspektrum. Das Unternehmen zeigte die Kombination der bewährten Faltanlage VarioFold F 85 mit einer neu konzipierten Sortiereinrichtung als wirtschaftliche Lösung für die Bearbeitung von Formteilen. In nur einem Arbeitsschritt kann laut Unternehmen die gefinishte Ware, exakt auf die Warenart abgestimmt, passgenau gefaltet und sortiert werden. Fintec-Maschinenbaukonstrukteur Moritz Köppendörfer erläuterte: „Unsere neue Sortiereinrichtung lässt sich beliebig erweitern und kann nachträglich an eine Faltanlage VarioFold F 85 angebaut werden. Die Faltautomaten VarioFold F 85 M für eine manuelle Bedienung und VarioFold F 85 A für die automatische Bestückung mittels Automatikbügel falten Formteile in allen denkbaren Waren- und Konfektionsarten. Dank modernster SPS-Technologie mit Zykluszeiten im Nanosekundenbereich erzielen sie exakte Faltgenauigkeit.“ Die automatische Warensortierung nach ausgewählten Kriterien sei die Fortsetzung des vollautomatischen Faltvorgangs. Dabei werde die Ware auf eine variable Zahl von Abförderbändern gestapelt, die Farberkennung des Wäschestücks übernimmt eine Kamera. Wirtschaftlich attraktiv soll diese Vario-Kombination aufgrund ihres geringen Energieverbrauchs durch die Reduzierung der Antriebe sein. Zudem sei ein besonderes Merkmal der Fintec-Anlage: Je nach Wäscheanfall entscheidet die Maschine eigenständig, in welcher Stundenleistung sie arbeiten muss; eine Leistung von bis zu 900 Teilen pro Stunde sei möglich. „Was die Möglichkeit betrifft, internationale Kontakte zu machen und zu pflegen, hat die Mailänder Messe für uns denselben Stellenwert wie die Messe in Frankfurt. Besonders interessant waren für uns neue Geschäftskontakte nach Mexiko und Indien“, erläuterte Fintec-Geschäftsführerin Claudia Pollauf.
Viel Farbe gab es am Stand von Firbimatic, denn die Reinigungsmaschinen hatten alle verschiedene, neue Designs. Der Kunde kann aus zahlreichen Motiven wählen, die dann die Maschine zieren – sei es eine Landschaft, ein Muster oder eine Landesflagge. So lassen sich die Maschinen personalisieren, sind ein Eyecatcher in jeder Textilreinigung und tragen zum Außenauftritt bei. Auch eine neue Version der „Hydroflex“-Maschine zeigte Firbimatic. Mit ihr kann man waschen oder reinigen, und zwar in derselben Trommel. Neu ist, dass die Maschine jetzt auch eine Destillation besitzt.
Inwatec ist ein Maschinenhersteller und Experte für Automatisierung in Industriewäschereien aus Dänemark. Auf der EXPOdetergo stellte das Unternehmen einen Mattenroller für Schmutzfangmatten aus. Außerdem hat Inwatec eine Röntgenmaschine für das Detektieren fremder Gegenständen in Wäschereiartikeln entwickelt. Die Maschine erkennt nach Unternehmensangaben automatisch Fremdkörper wie Nadeln, Büroklammern, Lippenpflegestifte oder Haarnadeln auf Basis von Röntgentechnologie. Wäschereiartikel, die Fremdkörper enthalten, werden automatisch in einen Ausschussbehälter sortiert. Das System erkennt und akzeptiert jedoch Knöpfe, Reißverschlüsse und RFID-Transponder, verspricht Inwatec. Jeder detektierte und aussortierte Fremdkörper wird vom System dokumentiert und mit einem Bild gespeichert.
Viel zu entdecken gab es auch bei Jensen. In einer anschaulich gestalteten Modellwaschstraße „Senking Universal XL“ konnten die Fachbesucher das „QuickSoak“-System unter die Lupe nehmen. Es soll dank einer speziellen Schöpfrippe für einen noch effizienteren Vorwaschprozess sorgen. Spezielle Rippen in der ersten Kammer des Tunnels nehmen Wasser vom Boden der Trommel auf, das mit der Schwenkbewegung der Trommel nach oben befördert wird. In der oberen Trommelposition strömt die Flotte aus seitlichen Öffnungen in der Rippe und beregnet die Wäsche von oben. Das optimiert laut Unternehmen die Durchmischung von Wasser- und Waschmitteln und führe zu einer besseren und gleichmäßigeren Verteilung im Wäscheposten. Außerdem sollen so auch leichte, schwimmende Wäschestücke effizienter benetzt werden. Die neueste Entwicklung im Bereich der Prozessüberwachung, der EcoSafeguard von Jensen, bietet eine optionale, unabhängige Kontrolle der Prozessparameter. Dazu gehören die Erfassung von pH-, Leitwert und der Wasserhärte sowie eine automatische Alarmmeldung, wenn sich Parameter außerhalb vorab definierter Grenzwerte befinden. Die unabhängige Prozessüberwachung erhöht die Waschqualität und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf eventuelle Prozessstörungen, verspricht Jensen. Dies senke den Rückwäscheanteil und ermögliche es den Wäschereibetrieben, die Qualität der Waschergebnisse anhand der in einer Logdatei protokollierten Messdaten zu dokumentieren und zu vergleichen. Zudem präsentierte der Hersteller die neue WR-Trocknerserie. Die Verdampfungsleistung konnte gegenüber den Durchschnittswerten herkömmlicher Trockner um etwa zehn Prozent gesteigert werden, bei gleichzeitiger Senkung des Energieverbrauchs um bis zu 15 Prozent. In Tests habe sich ein Energieverbrauch von unter 1 kWh pro Liter verdampften Wassers ergeben. Diese Leistung kommt dem Hersteller zufolge im Wesentlichen durch folgende Funktionsmerkmale zustande: eine optimierte Luftführung mit frequenzgesteuerten Hochleistungsventilatoren, eine stufenlose Umluftregelung, voll integrierbare Wärmetauscher, eine fortschrittliche Trommelgeometrie sowie ein gut isoliertes und abgedichtetes Trocknergehäuse.
Mit Maschinenvorführungen lockte Kannegiesser die Messebesucher an seinen Stand. Da gerade für den italienischen Markt Tischwäsche ein Thema ist, präsentierte der Maschinenhersteller eine Faltmaschine speziell für Tischtücher und Servietten. Neben einer Produktionsstraße für Hotelwäsche inklusive individueller Lösungen für den Expeditionsbereich, stellte Kannegiesser in Mailand auch eine Waschstraße „PowerTrans“ sowie einen Trockner mit „ECO2power“-Technologie aus. Letztere verfügt über eine ausgeklügelte Trockengraderkennung, bei der die Ware überwacht wird und so keine Überhitzung stattfinden soll. Ebenfalls in Aktion auf der Messe zu sehen war die Speedline, eine der derzeit schnellsten und präzisesten Trockenwäschefaltmaschinen auf dem Markt. Eine logistisch und ergonomisch verbesserte Zuführung und Abstapelung der Wäscheposten und Wäscheteile sollen das Leistungspotenzial des Bedienpersonals erhöhen. Die Speedline faltet im Durchlauf – die Maschine muss also nicht anhalten, um den Faltprozess durchzuführen. Die Luftstrahlfaltung mittels Jetdüsen soll für ein präzises Faltresultat und wartungsarme Prozessabläufe sorgen. An die Speedline angebunden war auf dem Kannegiesser-Stand ein Vectura-Stapelmanagementsystem, mit dem eine Sortierung nach Maschine, Artikel oder Kunde für eine übersichtliche Kommissionierung möglich ist.
Mit der „Mediwave“ hatte Lapauw eine Neuheit in Mailand dabei. Die Durchladewaschmaschine legt den Fokus auf Hygiene. So hat sie z.B. kein Edelstahlgehäuse, sondern eines aus glasfieberverstärktem Polymer. Dieses alternative Material soll hygienischer sein, da es sich teilweise selbst reinigt, wie Lapauw erklärte. Bei der Konstruktion achtete man außerdem darauf, mehr auf Rundungen zu setzen, um keine „Verstecke“ für Keime zu bieten. Ebenfalls optimiert ist die Arbeitshöhe, um ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen. Eine weitere Besonderheit: Im Griff zum Öffnen der Maschine sind LEDs integriert. Diese leuchten in verschiedenen Farben, abhängig vom aktuellen Status der Maschine (arbeitet, Stopp, Wartung; geöffnet auf anderer Seite etc.). So sehen Mitarbeiter auch aus einiger Entfernung, was die „Mediwave“ gerade macht. Ebenfalls am Lapauw-Stand zu sehen war neben der Eingabemaschine „Starfeed“ und einer kompletten Linie aus Eingabemaschine, Mangel und Hochleistungsfaltmaschine auch der Tunnelfinisher von Lapauw. „HotStream“ funktioniert ähnlich wie ein normaler Tunnelfinisher: Die Bekleidung geht durch einen Tunnel, wo sie mit Heißluft getrocknet wird. Der Unterschied laut Lapauw: HotStream hat einen schmalen Durchgang mit 100 mm Breite, durch den die Bekleidung Schulter an Schulter läuft. Auf diese Weise soll der warme Luftstrom optimal über die komplette Oberfläche des Bekleidungsstücks verteilt werden. HotStream kombiniert Lapauw zufolge die Tunnelfinishergeschwindigkeit mit hoher Finishqualität. Das Gerät ist verfügbar mit einer Leistung von 100 Teilen pro Stunde bis zu 2.000 Teilen pro Stunde.
Lavatec Laundry Technology und die Girbau Group haben zur EXPOdetergo 2014 eine Kooperation bekannt gegeben. Die Vereinbarung zur Zusammenarbeit soll es beiden Unternehmen ermöglichen, die Produktionsfähigkeiten des jeweils anderen zu nutzen. Die Produktsortimente werden gegenseitig ergänzt – Lavatec fertigt sein gesamtes Sortiment an Industrieprodukten, das von Girbau angeboten wird, und Girbau bietet sein Sortiment an Wäscherei-, Falt- und Mangelprodukten durch Lavatec an. Von der Lavatec-Technik konnten sich die Messebesucher am Stand überzeugen, z.B. vom energieeffizienten EcoDryer.
Der italienische Dampfkesselspezialist Manara liefert seine Dampfkessel weltweit in Betriebe unterschiedlichster Branchen. In Deutschland werden die Manara-Kessel durch Heprotex vertrieben. Für Betriebe der Textilpflegebranche werden häufig Wasserraumkessel der Bauart „TFI“ eingesetzt, die in Mailand einen Schwerpunkt der Messepräsentation bildeten. Vorgestellt wurde ein Kompaktkessel mit etwa 100 kg Dampfleistung und 7 bar Maximaldruck, der öl- oder gasbefeuert für viele kleinere Betriebe eine Lösung darstellen kann. Für besonders schnelle Dampferzeugung sorgt laut Unternehmen ein „Vertreter“ der „GS2-Baureihe, ein Rohrschlangenkessel. Auf dem Messestand waren auch elektrische Dampferzeuger der „GE-Serie“ vertreten, die Manara im Leistungsspektrum von 2 bis 720 kg Dampf pro Stunde baut. Mit der neu entwickelten Computersteuerung mit Touchscreendisplay, die in Mailand Premiere feierte, werden sukzessiv alle Manara-Kesselbaureihen ausgerüstet. Firmenchef Roberto Manara zeigte sich über das Interesse an seiner ökonomisch ausgerichteten Dampfkesseltechnik sehr erfreut. Auch der hohe Anteil an ausländischen Fachbesuchern, mit denen in Mailand interessante Gespräche geführt werden konnten, trug zum Messeerfolg bei.
Wer den Messestand von Miele Professional in Mailand besuchte, konnte u.a. eine neue Mangelgeneration entdecken. Die drei neuen Mangeln passen mit Arbeitsbreiten zwischen 100 und 166 cm auch in kleine und mittelgroße Wäschereien, so der Hersteller. Sie sind höhenverstellbar und einfach über ein Touchdisplay zu bedienen. Alle Modelle sind durch eine Person zu bedienen. Bei der PM 1217 (166 cm Arbeitsbreite) ist zusätzlich auch die Bedienung durch zwei Personen möglich, von denen je eine an der Ein- und Ausgabeseite steht. Schnelles Umschalten zwischen Frontbedienung und Durchgabe gewährleistet laut Miele die flexible Wäscheführung – für Mangeln dieser Größe exklusiv bei Miele und zum Patent angemeldet. Die neue Steuerung regelt und überwacht die Temperatur präzise für eine optimale Wärmeverteilung. Dies soll nicht nur dem Wäschefinish zugute kommen, sondern ermögliche auch hohe Stundenleistungen. Die PM 1217 ist für 60 kg Textilien stündlich ausgelegt. Neu ist dem Hersteller zufolge die durch Luftfedern flexibel gelagerte Mulde. Diese befinden sich in den Seitenständern der Maschine und sollen einen gleichmäßigen Anpressdruck über die gesamte Arbeitsbreite garantieren. Diese Technologie stand laut Miele bisher nur für größere Mangeln zur Verfügung. Auf der Messe konnte das Standteam von Miele schon gute Rückmeldungen zu den neuen Mangeln einfangen.
Auf der Messe präsentierten sich auch verschiedene Partner von Multimatic. Die iLSA Deutschland GmbH & Co. KG in Melle und iLSA S.p.A in Bologna sind seit mehr als 30 Jahren Technikpartner für Bau, Vertrieb und Service von Textilreinigungsmaschinen. Multimatic-Maschinen werden speziell für die Anforderungen in Deutschland konzipiert. Am Messestand von iLSA war Reinigungstechnik in verschiedensten Größen zu sehen. Als Weiterentwicklung zeigte iLSA die Maschinenserie Flex. Bisher gibt es die Maschine in Deutschland unter der Modellbezeichnung Multi-Flex
für alle Lösungsmittel außer Per mit 12 und 16 kg Füllgewicht, mit Destillation und Multicolor-Filterkartusche. Sie ist seit der Messe in Mailand in mehreren verschiedenen Konfigurationen erhältlich, ohne Destillation, mit Schleuderfilter und in zwei unterschiedlichen Maschinenbreiten mit zwei bzw. drei Tanks. Neu entwickelt wurde die Maschinenserie C2 Micro-Flex mit dem Ziel bei voller Verfahrensvielfalt, den Energieverbrauch noch einmal deutlich zu senken. Der Wasser- und Energiebedarf liegt laut Unternehmen 10 bis 30 Prozent unter vergleichbaren Maschinen im Markt. Das Kürzel „C2“ steht für die neueste SPS-gesteuerte Sicherheitstechnik. Die Flottenregeneration geschieht durch Schleuderfilter und Destillation; Tanks und Destillator sind zylindrisch ausgeführt. Die Mini-Flex aus dieser Serie ist nur 99 cm breit und soll daher leicht durch jede Standardtür einzubringen sein. Micro-Flex und Mini-Flex gibt es mit 10 kg und 12 kg Füllgewicht. Für iLSA war die Messe sehr erfolgreich.
Auch Barbanti in Modena ist ein langjähriger Technikpartner der iLSA Deutschland GmbH & Co. KG in Melle. In Mailand gab es am Stand von Barbanti einige Weiterentwicklungen zu sehen. Der MaxiShirty 484 ist die neueste Version des nunmehr 20 Jahre alten Hemdenfinishers. Der Arbeitsplatz ist dem Unternehmen zufolge bei hoher Stückleistung und guter Finishqualität noch bedienungsfreundlicher, angenehmer und gesünder geworden. Die Bedienungsperson sei nicht mehr bei jedem Maschinenzyklus einem Dampf- oder Heißluftstoß ausgesetzt. Das soll die neuartige Wärmerückgewinnung verhindern. Auch der Geräuschpegel sei deutlich gesenkt worden. Das Auflegen des Hemdes ist durch eine neuartige Manschettenhalterung noch einfacher geworden, verspricht der Hersteller. Der Shirty 435 ist das Einsteigermodell für maschinelles Hemdenfinishen. Eine neuartige, integrierte Doppelnutzung der Heizenergie soll beim Shirty 435 in dampfbeheizter Ausführung die Finishleistung erhöhen. Dabei wird die im Kondensat vom Heizregister verbleibende Energie zum Vorwärmen der angesaugten Finishluft genutzt. Das führe zu einer höheren Energieausbeute sowie zu einer Steigerung der Leistung und Finishqualität. Eine Neuheit ist die Touchscreensteuerung. Der integrierte Stand-By-Modus wird aktiviert, sobald der Finisher für eine bestimmte Zeit nicht benutzt wird. Alle Heizfunktionen sind im Standby-Modus außer Betrieb. Die Steuerung hat außerdem u.a. ein großes 7-Zoll-Display (18 cm diagonal), eine Stückzahlkontrolle mit Statistik für das Einhalten/Nichteinhalten der eingestellten Normstückzahl sowie eine USB-Schnittstelle für Updates sowie für das Auslesen/Aufspielen der Finishprogramme über einen Laptop. Für Barbanti war die Messe eine gute Gelegenheit, Gespräche mit Anwendern der Maschinen und Geräte zu führen und aus ihren Anregungen Erkenntnisse für Weiterentwicklungen zu gewinnen.
Ein dritter Partner von iLSA Deutschland in Melle ist Metalprogetti in Perugia. Der italienische Hersteller hatte einige Neuheiten in Mailand dabei, u.a. eine Handy-App mit PayPal-Bezahlsystem. Die Anwendung arbeitet in Verbindung mit dem bewährten automatischen Annahme- und Ausgabesystem von Metalprogetti. Die App erzeugt einen QR-Code auf dem Handy des Reinigungskunden, mit dem er sich am Scanner der Annahmeautomaten anmeldet und wie bisher seine Ware abgibt. Die Software registriert den Auftrag anhand des QR-Codes zusammen mit den über die Tastatur eingegebenen Artikeldaten. Beim Abholen identifiziert sich der Kunde wieder mit seinem QR-Code, erhält seine fertige Ware und zahlt automatisch mit dem Bezahlsystem PayPal. Eine weitere Neuheit von Metalprogetti ist die Smart Locker Box. Sie bietet eine vereinfachte Version des bewährten Annahme-/Ausgabe-Systems von Metalprogetti auf kompakter Fläche und kann laut Unternehmen in Büro- oder Apartment-Häusern, Flughäfen, Bahnhöfen oder an ähnlich hochfrequentierten Plätzen aufgestellt werden. Im Innern arbeitet ein Lagerband des Typs Battista light. Durch die Online-Anbindung an das Metalprogetti-Softwaresystem B2K soll die sichere Verwaltung der Kundenaufträge gewährleistet sein. Kunden, die die Smart Locker Box nutzen möchten, registrieren sich einmalig im Geschäft der Reinigung und erhalten eine Kundenkarte und einen Kleidersack, der dauerhaft mit Barcode-Kundennummer gekennzeichnet ist. Eine ebenfalls platzsparende Lösung ist das „UHF Smart Kabinett“ zur automatischen Verwaltung von Berufsbekleidung. Die Teile werden in Schubladen eines Schranks abgelegt. Registrierte Mitarbeiter öffnen den Schrank mit ihrer Personalkarte und entnehmen ein Teil oder mehrere aus den Schubladen. Der Vorgang wird von der bewährten Metalprogetti-Software B2K erfasst. Als Weiterentwicklung zeigte Metalprogetti die „Giulietta“-Verpackungstechnik zur Beladung einer automatischen Verpackungsmaschine mit zwei Beladearmen.
Multitex zeigte auf der EXPOdetergo ihre weiterentwickelten Reinigungsmaschinen für verschiedene Lösungsmittel. Als Highlight hatte das Standteam eine neue 10-kg-Maschine dabei. Mit ihren Abmessungen passe sie durch jede normale, 2 m breite Tür. Wie alle Multitex-Reinigungsmaschinen sei sie hochschleudernd und benötige keine Befestigung am Boden. Niedrige Trocknungstemperaturen unter Vakuum (ca. 60 ºC bis 70 ºC am Trommel-Eingang) und eine hohe Schleuderleistung führen zu geringen Energiekosten. Vorgestellt wurde auch ein neuer Steuerungscomputer, der nicht nur für einfache Bedienung sorgt, sondern auch neue Möglichkeiten erschließen soll. Bereits in der zweiten Generation werden im Rottenburger Familienbetrieb Reinigungsmaschinen für die Textilpflege entwickelt und Maßstäbe in der technischen Entwicklung gesetzt.
In buntem Licht präsentierte sich der italienische Maschinentechnikhersteller Renzacci auf der Messe. „Cleanbio“ umschreibt die Tendenz des Unternehmens, den Hauptakzent bei den neuentwickelten Textilreinigungsmaschinen auf den Einsatz biologisch abbaubarer Lösungsmittel zu setzen. Zur ökologischen Ausrichtung der technischen Innovationen passend wurde auf der Messepräsentation der Bezug zu zeitgemäßen „Wellness“-Bestrebungen deutlich. Eine farbige, umweltbewusste, gesunde Welt – in diesen Dreiklang sollte sich die Technik harmonisch einfügen. Die Waschschleudermaschinen und die Kondenstrockner ohne Abluft offerieren dem Unternehmen zufolge äußerst sparsame Verbräuche an Wasser, Hilfsmitteln und Energie. Interesse fand auch ein Kabinett zum Auffrischen und Desodorieren von Bekleidung und Ausrüstung von Feuerwehrpersonal – vor allem bei Betrieben, die öfters Brandschäden zu bearbeiten haben. „Mit dem Messeverlauf sind wir durchaus zufrieden, was Interesse, Besuch und Gespräche an und auf unserer Präsentation angeht“, resümierte Dott. Gabrio Renzacci, Präsident des Unternehmens. Entscheidend sei allerdings das Nachmessegeschäft.
Das Schweizer Unternehmen Schulthess bot innovative Wäschereitechnik für den professionellen Einsatz. Als Neuheit präsentierte das Standteam die Waschmaschinen-Generation „wmi“ für Gewerbe und Industrie. Die Maschinen mit Füllmengen von 10 bis
30 kg sind neu mit einer USB-Schnittstelle ausgerüstet, sollen einfach zu bedienen sein und sparsam im Verbrauch von Strom und Wasser. Bei den „wmi“-Maschinen können beispielsweise Waschprogramme schnell und mühelos per USB-Stick geladen werden und sofort zum Einsatz kommen. Die neue Gerätegeneration spart im Vergleich zu den Vorgängermodellen bis zu 40 Prozent Wasser und 20 Prozent Strom ein, verspricht Schulthess. Auch das für Schulthess-Geräte entwickelte Wet-Clean-Verfahren war ein Thema auf der Messe. Es ermöglicht laut Unternehmen, anspruchsvolle Textilien wie Tischwäsche, Küchenwäsche, Kochschürzen, Uniformen, Blusen, Hemden und vieles mehr in der Waschmaschine zu reinigen und zu imprägnieren. Die Wet-Clean-Programme reinigen die Textilien schonend und pflegen sie hygienisch sauber. Neu auf der EXPOdetergo dabei war im personellen Bereich Daniel Kolland, der seit August 2014 Exportmanager Middle Europe bei Schulthess ist.
Wäschereitechnikkomplettanbieter Stahl war auf der Messe ebenfalls mit von der Partie. Äußerlich wurde bei den meisten Produkten wenig verändert, aber im Innern hat sich einiges getan. Die Waschschleudermaschinen Atoll, die mitteltourigen Waschmaschinen WS sowie die Durchladewaschmaschinen Divimat sind laut Unternehmen sparsamer geworden. Bezüglich Strom, Wasser, Dampf und Druckluft werde teilweise bis zu 30 Prozent eingespart. Ausschlaggebend hierfür seien zahlreiche Weiterentwicklungen, wie neueste Schöpfrippentechnik, eine sensitive Innentrommel, ein hydrodynamisches Wasserdurchflutungssystem und Pendelüberlaufspülen sowie eine verbesserte Trommellagerung. In Mailand zeigte Stahl außerdem erstmals die Durchladewaschmaschine Divimat mit Y-Teilung. Mit dabei war auch erstmalig die Divimat D 350 mit Pullman-Teilung. Aus der Baureihe der offenen Trommeln wurde die Divimat D 180 vorgestellt. Die neue Generation der Wäschetrockner von Stahl ist laut Unternehmen ebenso weiter verbessert worden. Der wartungsfreie Direktantrieb komme ohne Verschleißteile wie Riemen oder Antriebsrollen aus. Zu einem noch größeren ökonomischen und ökologischen Nutzen soll die Umluftrückgewinnung beitragen. Dieser serienmäßig eingebaute „Sparstrumpf“ recycelt nach Unternehmensangaben rund 60 Prozent der Abluft. Nur die feuchte Luft gelange nach außen und die trockene, noch warme Luft werde wieder in den Trockenprozess integriert. Eine Neuheit, die Stahl auf der EXPOdetergo zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte, ist die Desinfektionsschleuse DesCoS 2000. Sie ist ein System zur Behandlung von Wäschewagen, Regalwagen und Containern. Wie alle Stahl-Maschinen verfügt auch die Schleuse über die Mikroprozessorsteuerung FREEpro. Durch sie werden alle Funktionen zentral gesteuert und weiter können beispielsweise die Durchlaufzeiten pro Ladung, das Aufsprühen von Chemikalien sowie Wasser und/oder Dampf frei programmiert werden, verspricht Stahl. Ihre Bauweise ermögliche einen Einbau in eine Trennwand und die direkte Installation auf dem Boden.
Der Finishtechnik-Hersteller Trevil zeigte ein überarbeitetes und auf Energiewirtschaftlichkeit überprüftes Programm. So wurde „Presto“, die vor zwei Jahren in Frankfurt am Main auf der Texcare als Neuheit vorgestellte Hemdenpresse, in ein Gehäuse verbracht, das Abstrahlverluste verringern soll. Als Neuheit präsentierte Trevil auch den „Pantastar“, einen Hosentopper mit integrierter vertikal arbeitender Hosenbeinpresse. Der „Pantastar“ ist in einem dreiseitig geschlossenen Gehäuse untergebracht, was dazu beiträgt, Wärmeverluste zu verhindern. Der auch in deutschen Textilpflegebetrieben vielfach eingesetzte Hemdenspezialfinisher „Trevistar“ ist in den vergangenen Jahren immer wieder überarbeitet, ergänzt und technisch aufgerüstet worden. Auf der EXPOdetergo wurde „Trevistar“ jetzt in einer energiewirtschaftlich modifizierten Ausführung präsentiert. Über eine auf dem Korpus angebrachte Haube wird die im Finishprozess entstehende Warmluft abgesaugt. Diese energiereiche Warmluft dient laut Unternehmen zur zusätzlichen Beheizung des Korpus und wird der angesaugten Frischluft zugemischt. Trevil-Chef Felice Mapelli berichtet von einem sehr regen Besuch auf dem Stand seines Unternehmens.
Von Waschstraße über Trockner bis zu Faltmaschine – Vega Systems informierte umfassend über sein Produktportfolio. Das Standteam zog ein positives Messefazit und war mit der Qualität der Besucher sehr zufrieden.
Stilecht in bayerischer Tracht kümmerte sich das Standteam von Veit aus Landsberg am Lech um seine internationalen Besucher. Neben bewährter Finishtechnik von Bügeltisch über Hosenpresse bis zu Hemdenpuppe hatte das Unternehmen auch Neuheiten dabei. Speziell für den deutschen Markt bietet Veit jetzt einen Hemdenfinisher mit einem neuartigen Abrechnungssystem nach dem Prinzip „pay per shirt“. Dabei wird das Gerät für eine Pauschale geliefert. Ab dem ersten Monat zahlt der Textilreiniger eine Grundgebühr und dann wird pro bearbeitetem Hemd abgerechnet. Ein geeichter Zähler sowie eine eingebaute SIM-Karte ermöglichen es, dass die Berechnungsgrundlage einmal täglich an Veit gemeldet wird. Der Finisher bleibt Eigentum von Veit; nach Ablauf einer vereinbarten Zeitspanne (36 Monate) gibt es dann die Möglichkeit, z.B. ein anderes oder neueres Gerät von Veit zu bekommen. Damit will das Unternehmen v.a. Textilreinigern mit schwankendem Hemdengeschäft eine wirtschaftliche Lösung bieten.
Vertriebsleiter Jürgen Pfattheicher sagte: „Auch dieses Mal haben wir wieder angeregte Gespräche auf der EXPOdetergo geführt. Zur Messe als solches ist zu sagen, dass wir die Besucherzahl geringer empfanden. Gerade Samstag und Sonntag war es nicht mehr so überfüllt wie in den Jahren zuvor. Die Zahl der Besucher an unserem Stand und das Messe- und Messenachgeschäft bewegten sich allerdings auf dem gleichen positiven Niveau wie die letzten Male.“