Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Multitalent Erdgas: Einsatz in Textilreinigungen

Die Textilreinigungsbranche ist im Wandel: Die Zahl der Betriebe schrumpft, gleichzeitig steigt der Umsatz der verbliebenen Unternehmen. Um wirtschaftlich zu bestehen, spielen die Betriebskosten eine entscheidende Rolle. Erdgas soll es Textilreinigungen ermöglichen, den eigenen Energiebedarf kosteneffizient zu decken.

Die Anwendungsgebiete von Erdgas in der Textilreinigung: Für Unternehmen jeder Größenordnung sind Erdgastechnologien verfügbar, denn in nahezu allen Produktionsprozessen besteht ein Bedarf an Wärme. Grafik: bdew - © bdew

In Textilreinigungen herrscht ein hoher Bedarf an Wärme in nahezu allen Produktionsprozessen. Neben der Reinigung ist auch beim Vor- und Nachdetachieren, beim Dämpfen und Bügeln sowie beim Finishen thermische Energie erforderlich. Doch wie kann man den Energiebedarf kosteneffizient decken?

Dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew) zufolge sind für Textilpflegeunternehmen jeder Größenordnung Erdgastechnologien verfügbar – auch für kleine Reinigungen. Mithilfe des Erdgases wird Dampf erzeugt, der dann als Prozesswärme in den Reinigungsmaschinen, Trocknern und Finishergeräten zum Einsatz kommt. Durch Erdgasbrenner entsteht laut bdew der eingesetzte Dampf besonders energiesparend. Ein langes Aufheizen der Dampferzeuger sei nicht notwendig und die Prozesstemperaturen lassen sich gut regulieren. Zudem sei die Abwärme des Brenners zusätzlich nutzbar. Dadurch könne sowohl die Umwelt durch vermiedene CO2-Emissionen als auch das Unternehmen durch geringere Betriebskosten profitieren. Wie gut Erdgas als Energieträger prinzipiell zu Wäschereien passt, berichtete R+WTextilservice bereits in der Februarausgabe.

Die Vorteile von Erdgas

Die Gesamtenergiekosten in Reinigungen bewegen sich dem bdew zufolge zwischen fünf und zehn Prozent des Umsatzes. Der Betrieb einer Reinigung ist sehr energieintensiv: Die eingesetzte Reinigungsflüssigkeit muss aufgeheizt und verdampft werden. Die anschließende Trocknung der Textilien sowie das Dämpfen, Bügeln und Finishen verlangen ebenfalls viel Wärme.

Erdgas hat dem bdew zufolge einige Vorteile für den Einsatz in einer Textilreinigung: Als Primärenergie ermögliche es eine effiziente Wärmeerzeugung. Die vorgegebene Temperatur lasse sich exakt und individuell einstellen und für den Betrieb erdgasbetriebener Schnelldampf­erzeuger oder Trockner sei beispielsweise kein kostenintensives oder langwieriges Aufheizen notwendig. Die saubere Verbrennung von Erdgas schone die Umwelt und vereinfache die Reinigung der Maschinen.

Neben der Wärme für die Pro­zess­schritte sei Erdgas auch ein guter Energieträger für die Deckung des weiteren Wärmebedarfs. So ließen sich beispielsweise die Betriebsräume der Textilreinigung mithilfe von Erdgas beheizen. Und auch die Erzeugung von warmem Wasser könne günstig sichergestellt werden.

Dampf effizient bereitstellen

Im Vergleich zu Wäschereien benötigen die meisten Textilreinigungen kleine bis mittlere Mengen Dampf. Dem bdew zufolge liegt der Dampfbedarf pro Kilogramm Trockenware an Textilien in einer Reinigungsmaschine bei 0,9 kg. Diese Mengen lassen sich am besten durch Schnelldampferzeuger bereitstellen. Mit Erdgas betrieben erzielen diese Geräte laut bdew eine besonders hohe Effizienz bei gleichzeitiger Flexibilität. In größeren Betrieben werden häufig die etwas trägeren, aber leistungsstärkeren Wasserraumkessel eingesetzt. Großwasserraumkessel befinden sich überall dort, wo Heißwasser oder Dampf in beständiger Qualität und nahezu gleichbleibender Menge benötigt werden.

Schnelldampferzeuger haben nur einen geringen Dampfraum. Dadurch unterliegen sie dem bdew zufolge keiner Überwachungspflicht. Bei Schnelldampferzeugern gibt es zwei Funktionsprinzipien: Modelle mit Heizschlange und Modelle mit kleinem Wasserraum. Während Wasserraumkessel durchgehend unter Druck stehen müssen, sind Schnelldampf­erzeuger mit Heizschlange deutlich flexibler. Sie passen sich der jeweils benötigten Dampfleistung ohne langwieriges Vorheizen an. Diese Maschinen lassen sich daher auch über Nacht abschalten und zu Betriebsbeginn wieder anschalten. Bei ­einigen wird ein Teil des Dampfes an die Umgebung abgegeben, beispielsweise bei Finishern oder Bügeleisen.

Ein weiterer Vorteil der Schnelldampferzeuger mit Heizschlange ist laut bdew ihre geringe Baugröße. Wird plötzlich Dampf benötigt, reduziert sich zwar der Dampfdruck im Dampf­erzeuger für eine kurze Zeit. Durch die Erhöhung der Verbrennungsleistung lässt sich allerdings die Dampfmenge schnell erhöhen und der Dampfdruck flexibel wieder dem Sollwert anpassen. Wird Erdgas bei der Dampferzeugung eingesetzt, entsteht der Dampf laut bdew effizient und kostengünstig. Ist durch die Raumaufteilung der Textilreinigung der Einsatz direkt mit erdgasbefeuerten Anlagen möglich, können effiziente erdgasbeheizte Trockner für weitere Spareffekte sorgen.

Immer grüner: Bioerdgas und Power to Gas

Moderne Erdgasheizungen können nicht nur erneuerbare Energien als Kombinationsmodell einbinden – auch der Energieträger selbst wandelt sich: Der Anteil von erneuerbarem Gas am Gasverbrauch in Deutschland nimmt stetig zu. Das liegt laut bdew an der Erzeugung von Bioerdgas und an der zunehmenden Nutzung von Power to Gas. Bioerdgas werde aus kommunalen und industriellen Abfällen, Reststoffen aus der Landwirtschaft sowie aus Energiepflanzen nahezu klimaneutral gewonnen. Es habe dieselben Eigenschaften wie konventionelles Erdgas, wird genauso über das Gasnetz direkt bis zum Verbraucher transportiert und spart bis zu 97 Prozent CO2 ein. Viele Energieversorger hätten Bioerdgasprodukte im Angebot. Beim Power-to-Gas-Verfahren werde Strom aus regenerativer Erzeugung dem Stromnetz entnommen. Mit diesem grünen Strom werde Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der Wasserstoff werde entweder ­direkt dem Erdgasnetz zugeführt oder durch Methanisierung zu erneuerbarem Erdgas aufbereitet und ebenfalls eingespeist.

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