Bis zu 800 Großteile pro Stunde. Das schafft die Warener Waschfee mit einer neuen Mangelstraße. Die Anlage ist softwaregesteuert. Die Vernetzung bietet neben Prozesskontrolle auch eine Datenauswertung hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, wie Geschäftsführer Dirk Müller beim Vor-Ort-Besuch von R+WTextilservice erläutert hat.
Vor gut zwei Jahren wurden in der Warener Waschfee GmbH & Co. eine neue Drei-Roller-Mangelstraße sowie eine Trockenfaltmaschine mit Stapelanlage von Kannegiesser installiert. Dank innovativer Technik haben sich die Effizienz und die Produktivität in dem Betrieb in Waren (Müritz) wesentlich verbessert, wie Geschäftsführer Dirk Müller berichtet.
Früher konnten Großteile nur einbahnig gemangelt werden. Auf der neuen „Kannegiesser Highpower EMT Synchro“ mit drei Eingabestationen würden jetzt großformatige Bettlaken einbahnig quer, Bettbezüge aber längs in zwei Bahnen bearbeitet, so Müller. Da im Mangelsaal der Platz begrenzt ist, musste die Trockenfaltmaschine (TFS II) zusammen mit Kannegiesser in akribischer Maßarbeit angepasst werden.
Große Posten Flachwäsche
In der Großwäscherei bearbeiten mehr als 50 Mitarbeiter täglich bis zu 12 t Wäsche für Rehakliniken, Pflegeeinrichtungen, die Hotellerie und die Gastronomie. Mit 60 Prozent habe Mietwäsche den größeren Anteil an der Auftragsdecke – darunter große Posten Bett- und Frotteewäsche sowie Tischtücher, Servietten etc., erklärt der Geschäftsführer. Da in Drei-Roller-Mangeln die Mangelbänder Abdrücke hinterlassen, werden hochwertige Tischwäsche und Kopfkissenbezüge auf einer Ein-Roller-Mangel mit Handauflage – ebenfalls von Kannegiesser – bearbeitet.
Die neue Mangelstraße zeichnet sich durch eine höhere Leistungsfähigkeit gegenüber dem Kannegiesser-Drei-Roller einer früheren Generation, auf dem in der Vergangenheit gemangelt wurde, aus: „Wir können jetzt bis zu 800 Großteile pro Stunde bearbeiten“, erläutert Müller. Möglich machen dies eine höhere Geschwindigkeit, insbesondere aber die Arbeitsbreite von 3,50 m, die eine Quereingabe auch großformatiger Wäschestücke mit einer Länge bis zu 3,30 m erlaubt.
Ein weiterer Vorteil: „Früher musste jedes Teil durch zwei Mitarbeiterinnen synchron eingelegt werden. Das war mitunter sehr anstrengend“, erinnert sich der Geschäftsführer. Jetzt erfolgt die Eingabe durch jeweils eine Mitarbeiterin pro Teil. Die Synchro-Klammern leiten es auf die Vakuumablegeleiste über. Nach dem Mangelprozess wird es bei gleicher Geschwindigkeit in die Faltmaschine überführt. Sollen Großteile in kleineren Posten gemangelt werden, kann die Eingabestation auch auf Handauflage umgestellt werden. Auf Grund der hohen Eingabegeschwindigkeit ist im Gegensatz zur vorherigen Mangel eine Sichtkontrolle kaum möglich. Mit weniger als zwei Prozent sei die Reklamationsquote aber sehr gering, sagt Müller.
Großteile ein- oder zweibahnig falten
Auf der neuen Hochleistungsfaltmaschine mit Stapelanlage werden Großteile ein- oder zweibahnig gefaltet. Gegebenenfalls können hier aber auch Kleinteile in mehreren Bahnen bearbeitet werden. Durch ein Welle-Gurt-Prinzip wird der Faltprozess automatisch an die jeweilige Artikeldicke angepasst. Je nach Bahnigkeit sind bis zu drei Kreuzfaltungen möglich. Die automatische Faltspaltanpassung erlaubt die Bearbeitung eines breiten Artikelspektrums von Laken und Bezügen in allen Größen bis zu Tischwäsche und Kleinteilen. Auf der Stapelanlage können Posten mit bis zu zehn Teilen gestapelt werden. Die gesamte Anlage wird durch Software von Kannegiesser gesteuert und überwacht. So können die Daten sowohl im Mangelsaal als auch in der Geschäftsleitung jederzeit eingesehen werden. „Durch die Vernetzung können wir die Prozesse gut kontrollieren und auf Störungen – zum Beispiel einen Mangelbandriss – sofort reagieren“, erklärt Müller. Darüber hinaus sei nach Auswertung der Daten jederzeit eine Überprüfung der Prozesse auf ihre Wirtschaftlichkeit möglich.
Reinhard Wylegalla
www.warener-waschfee.de
- Durch die Vernetzung können wir bei Störungen sofort reagieren.
- Dirk Müller, Geschäftsführer der Warener Waschfee