Die Geschäftsführer der Wäschereien Colonia, Troost und Volldampf befinden sich mit weiteren Unternehmen in der Startphase für ein neues Netzwerk. Nach dem Vorbild anderer Branchen möchten sie eine Genossenschaft gründen, um sich gegenseitig zu unterstützen und ein aussagekräftiges Benchmarking aufzubauen.

Neues Netzwerk für die Branche
„Gut vernetzt können kleine und mittlere Unternehmen der Branche ihre Zukunft sichern“, sind Andreas Agridopoulos und Stephan Palmer, Geschäftsführer und Gesellschafter der Wäscherei Colonia, überzeugt. „Gerade wegen des harten Wettbewerbs müssen sich fair arbeitende und qualitätsbewusste Unternehmen der Branche zusammenschließen, um gemeinsam mehr erreichen zu können“, erklärt Andreas Agridopoulos. Zusammen mit weiteren Unternehmen der Branche stecken die Geschäftsführer der Wäscherei Colonia derzeit in der Startphase für ein neues Netzwerk. Zusammen mit Philipp Wenzelburger, Geschäftsführer der Wäscherei Troost und der Volldampf Wäscheservice GmbH, sowie weiteren Kollegen möchten sie eine Genossenschaft gründen. „Das Ziel dabei ist nicht einfach nur, schnell zu wachsen“, stellt Andreas Agridopoulos dar. „Der klassische Gedanke der Genossenschaft ist schließlich auch nicht die Gewinnerzielung. Vielmehr soll unser Zusammenschluss aus Unternehmen bestehen, die tatsächlich an der Weiterentwicklung des Netzwerks arbeiten und sich einbringen möchten“.
Agridopoulos verweist auf Modelle in anderen Branchen, die gut funktionieren. So wurde z.B. die Bäckereigenossenschaft Bäko vor mehr als 100 Jahren als Selbsthilfeorganisation der Bäcker gegründet. Heute versorgt Bäko nahezu alle Bäckereien im Norden Deutschlands mit den Waren, die sie täglich brauchen. Auch in anderen Branchen, wie z.B. dem Malerhandwerk, sind Genossenschaften etabliert. Das Netzwerk steht Wäschereien aus dem gesamten Bundesgebiet offen. Aus jedem Bundesland können sich maximal vier Betriebe anschließen, wenn diese jeweils 100 Kilometer voneinander entfernt sind. Schließlich haben die Unternehmen untereinander auch Einblick in sensible Daten. Gerade aus dieser offenen Kommunikation untereinander erhoffen sich Andreas Agridopoulos und Stephan Palmer einen Mehrwert für alle angeschlossenen Unternehmen: „Jeder kennt seine Kosten für die Güter, die er einkauft, z.B. Öl, Gas. Ebenso die Verbräuche. Eine Datenbank, die diese Größen sammelt, gibt viel Aufschluss über die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens“, sagt Stephan Palmer. Die Mitgliedsunternehmen können so einschätzen, wo sie stehen, erhalten wichtige Anhaltspunkte für das Benchmarking und erkennen, wo noch Optimierungspotenzial steckt.
Außerdem ergeben sich Kostenvorteile beim gemeinsamen Einkauf oder z.B. beim Abschluss einer unternehmensübergreifenden Fuhrparkversicherung. Auch die Akquisebemühungen sollen zentral geschehen und überregional tätige Kunden angesprochen werden. So könnten beispielsweise auch Hotelketten oder andere bundesweit agierende Auftraggeber akquiriert werden. „Durch den Zusammenschluss kombinieren wir die Vorteile eines mittelständischen flexiblen Unternehmens mit denen eines überregional tätigen“, sagt Andreas Agridopoulos. Die flexible und übersichtliche Struktur eines jeden Unternehmens soll in jedem Fall beibehalten werden. Gerade dieser persönliche Kontakt sei schließlich ein wichtiger Wettbewerbsfaktor.
Alle drei Monate wollen sich die Unternehmer zum Gedankenaustausch treffen und wechselnde Themen behandeln. „Allein die vielen Tipps, die man sich gegenseitig geben kann, sind im Betriebsalltag Gold wert. Schon kleine Verbesserungen können bekanntlich viel bewirken“, sagt Stefan Palmer. Andreas Agridopoulos nennt ein Beispiel: „Für die Wäschereien gibt es gut passende Förderprogramme, nicht nur auf Länder-, sondern auch auf EU-Ebene. Viele Kollegen wissen über diese Thematik nicht im Detail Bescheid und lassen so interessante Möglichkeiten ungenutzt. Allein der einfache Austausch bringt hier unwahrscheinlich viele Vorteile.“
Wichtig ist den beiden Geschäftsführern der Wäscherei Colonia sowie ihren Partnern, dass die Unternehmen in ihrer Philosophie zusammenpassen: faire Bedingungen für Mitarbeiter, fairer Wettbewerb und ein Bekenntnis zur Qualität.Vanessa Ebert