Information | Aus aller Welt Notwendige Nachhaltigkeit

In den Townships diverser südafrikanischer Großstädte geht Wasser durch viele Hände. Foto: Stefan Zeilner - © Stefan Zeilner

Notwendige Nachhaltigkeit

In den wenigsten Ländern der Erde kennt man eine geregelte Wasserversorgung zu erschwinglichen Preisen. In Soweto, Südafrikas größtem Township (Arbeiterviertel), wurden die Versorgungswege beispielsweise privatisiert und damit wurde einem Monopol mit allen seinen Nachteilen Tür und Tor geöffnet. So hat sich dort die persönliche Hygiene zu einer beschwerlichen und anstrengenden Tagesaufgabe entwickelt. Die Menschen in den Townships südafrikanischer Großstädte können nicht einfach den Wasserhahn aufdrehen. Stattdessen müssen sie zu entlegenen Flüssen oder öffentlichen Brunnen marschieren, um ihren Wasserbedarf zu decken. Mit Kanistern von bis zu 20 l Inhalt nehmen sie den beschwerlichen Weg der Beschaffung in Angriff. Um die lange Wegstrecke möglichst effektiv zu nutzen, wird an diesen Wasserstellen auch gleich die Wäsche der Bekleidung erledigt. Das kostbare Nass erfährt dabei gleich noch eine nachhaltige Nutzung: Es wird nicht nur sparsam dosiert, sondern, wenn möglich, von vielen Personen benutzt. Damit hat ein Waschtag im Township auch einen sozialen Charakter. Das Durchreichen der Wasch- und Spülwässer von Hand zu Hand dient - im wahrsten Sinne des Wortes - einem intensiven Austausch mit den Nachbarn. Immerhin - am Ende kehrt jeder wieder mit seiner eigenen Wäsche nach Hause zurück.Ulrike Jeck