
3 Die EazyClean Technologies GmbH – ein Tochterunternehmen der Fresenius-Umwelttechnik – stellt Reinigungstechnik „made in Germany“ her. Im Gespräch mit RWTextilservice berichtet Daniel Dworatzek, Produktionsleiter bei EazyClean, u.a. über die Branche und ihre Entwicklung.
RWTextilservice: Wie schätzen Sie aktuell die Lage der Textilreinigungsbranche und deren Zukunftschancen ein?
Daniel Dworatzek: „Totgesagte leben länger!“ Die relativ kleine Branche der Textilreinigung im organischen Lösungsmittel bestätigt seit Jahrzehnten, dass an dieser Redensart etwas dran ist. Die Textilreinigung hat einen fulminanten Verbreitungserfolg in Form von Sofortreinigungen/Ladenreinigungen in den 60er/70er Jahren erlebt. Der Bedarf war gegeben und die entsprechende Technik mit Ladenmaschinen ebenfalls. Ebenso stark wie der Aufstieg vollzog sich der Rückgang der Textilreinigung bis heute, wo Ladenbetriebe eher selten anzutreffen sind. Die Ursachen dafür sind in der Branche hinlänglich bekannt.
Die heutige Situation lässt sich mit der Formulierung „das Gewerbe hat sich auf niedrigem Niveau konsolidiert“ charakterisieren. Dazu ein kleines Zahlenbeispiel: In der Bundesrepublik existierten vor der Wiedervereinigung etwa 9.000 eigenständige Unternehmen der Textilreinigung. Aktuell sind es – zusammen mit den „neuen“ Ländern, versteht sich – nur noch etwa 3.000. Wobei sich an der Anzahl in den letzten Jahren wenig geändert hat. Das Dienstleistungsangebot vieler Textilreinigungen hat sich dabei ausgeweitet, viele bieten zum Beispiel Hemdenservice, Bettenreinigung oder Waschservice an. Auch aus diesen Umsatzquellen speisen sich heute die Überlebenschancen der Unternehmen. Zukunftschancen für das Gewerbe sehen wir im Wesentlichen in
- der konsequenten Anpassung des Angebots an die Wünsche der Kunden.
- einer unbedingten Erfüllung hoher Qualitätsmaßstäbe.
- der Bereitschaft, moderne Verfahren und Techniken einzusetzen, was Investitionsbereitschaft und -fähigkeit voraussetzt.
Es gibt weitere Bedingungen für eine gedeihliche Zukunft der Textilreinigung, die allerdings außerhalb der Einflussmöglichkeiten des Gewerbes liegen, wie Mode oder Bekleidungsgewohnheiten. In den letzten Jahren hat sich eine Hinwendung zu edleren Materialien entwickelt, die eine Pflegebehandlung im organischen Lösungsmittel erfordern.
RWT: Welche Rolle spielt die Reinigungsmaschinentechnik für die Zukunft der Textilreinigung?
Dworatzek: Es ist evident, dass die Maschinentechnik eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Branche spielt. Die technischen Standards für eine ökologisch unbedenkliche und wirtschaftlich funktionierende Textilreinigung im organischen Lösungsmittel sind heute als weitgehend gegeben zu betrachten. Das Verbrauchsniveau an Primärenergie und Wasser ist in den letzten 20 Jahren gesunken. Der Einsatz ökologisch weniger bedenklicher Lösungsmittel mit brauchbaren Eigenschaften hat mitgeholfen, die Akzeptanz in der öffentlichen Wahrnehmung zu verbessern. Wobei die Verbreitung der alternativen Lösungsmittel seit Jahren stagniert. So liegt der Anteil der Reinigungen, die mit Per arbeiten, seit langem zwischen 60 und 70 Prozent. Allerdings ist es gelungen, den anfangs umstrittenen halogenierten Kohlenwasserstoff mit technischen Verfahren aus der Kritik herauszuholen.
RWT: Ökonomie und Ökologie – wie passen diese Begriffe im Hinblick auf Reinigungsmaschinen von EazyClean zusammen?
Dworatzek: Anknüpfend an die Beantwortung Ihrer vorigen Frage ist festzustellen, dass die Hersteller von Textilreinigungstechnik mit zunehmendem Erfolg bemüht sind, durch ihre Konstruktionen Ökologie mit Ökonomie zu versöhnen. Klar ist, dass es Umweltschutz praktisch nirgendwo zum Nulltarif geben kann. Allerdings ist die Denkweise, dass es ein „Entweder – Oder“ in der Verwirklichung ökologischer Vorgaben zu erschwinglichem finanziellem Aufwand gäbe, nicht mehr aktuell. Die Textilreinigungsmaschinen von EazyClean zeigen, dass es möglich ist, ökologische und ökonomische Vorteile zu realisieren. So ist es uns gelungen, die Chargenzeiten zu reduzieren, was einen geringeren Energieverbrauch mit sich bringt. Die Maschinen zeichnen sich zudem durch eine Rückgewinnungsquote des Lösungsmittels von 99,9 Prozent aus.
RWT: Worauf wird bei der Konstruktion der von Ihnen angebotenen Reinigungsmaschinen besonders Wert gelegt?
Dworatzek: EazyClean-Reinigungsmaschinen werden mit einer großen Produktionstiefe ausschließlich in Deutschland, in Herten im Kreis Recklinghausen, produziert. Das „Made in Germany“ beinhaltet hohe Fertigungsqualität unter Verwendung hochwertiger Materialien. Die kurzen Chargenzeiten fördern die Produktivität und ermöglichen eine zeitnahe Dienstleistung. Die Messtechnik steht für einen sicheren Betrieb, Grundvoraussetzung für den Einsatz brennbarer Lösungsmittel. Das frei schwingend aufgehängte Trommelgehäuse ermöglicht eine freie Aufstellung ohne Verankerung und hält so die Installationskosten niedrig. Die Schleuderdrehzahlen von bis zu 800 U/min verkürzen die Trocknung. Die logische Bedienung, die eine einfache Fehleranalyse und Wartung beinhaltet, wird von zahlreichen Betreibern herausgehoben.
RWT: Wird es zur EXPOdetergo 2014 Neuheiten bzw. Weiterentwicklungen im Hinblick auf Reinigungsmaschinen geben?
Dworatzek: Im Wesentlichen werden spezielle Entwicklungen zur Energieeinsparung bei elektrisch beheizten Reinigungsmaschinen im Oktober auf der EXPOdetergo 2014 präsentiert. So zeigen wir Maschinenkonzepte, die eine Energieeinsparung von bis zu
30 Prozent ermöglichen. Ferner wird EazyClean ein neues Konzept zur Reduzierung von antistatischer Ladung bei Textilien mit hohem Kunstfaseranteil vorstellen.
Infos: www.eazyclean.com