Software und Technologien sowie Zubehör für die Wäschelogistik waren in Frankfurt am Main ein großes Thema. Neben den Maschinen sollen auch hiermit die Prozesse in Textilpflegebetrieben noch effizienter gemacht werden. Messeneuheiten der Texcare sind im Folgenden zusammengefasst.
Prozesse effizient gestalten
Viel Aufmerksamkeit zog das Thema RFID auf der Texcare International 2012 auf sich. Aber auch im Bereich Thermotransferdruck für Berufsbekleidung gab es Neuheiten zu sehen. Im Softwarebereich stand ebenfalls die Effizienz ganz im Vordergrund.
Softwarelösungen im Bereich Lageroptimierung wurden am Stand von Advantex präsentiert. Ob dynamischer Warenfluss oder „on-demand-Lösung“ - das Unternehmen bietet die abgestimmte Software für alle Gegebenheiten. Bei den großen Betrieben sei das Zentrallager ein absehbarer Trend, den Advantex mit seiner Software bedienen will.
Das italienische Unternehmen Alvi bietet „alles für die Wäscherei an, was sich auf vier Rädern bewegt“, sagte Silvia Molé, Sales Responsible. Alvi hat sich auf den Werkstoff Aluminium spezialisiert, weil dieser leicht - und damit ergonomisch -, stabil und robust und laut Molé auch preislich günstiger sei. Für weitere ergonomische Optimierung gebe es den Federbodenwagen. Das Aluminium ist nach Angaben von Molé zusätzlich anodisch eloxiert und soll damit leicht zu reinigen sein.
Zum Banderolieren hat ATS Tanner verschiedene Maschinen, Produkte und Systeme entwickelt. Die „US-2000 TRW-MP“ bedruckt und banderoliert unterschiedlich große Wäschestapel. Die personifizierten Druckdaten und Stapelinformationen werden vom Computer übermittelt. Die Höhenmessung der Stapel beim Einlauf bestimmt die Position des Druckers. Das übermittelte Druckbild wird nach Unternehmensangaben dadurch oben mittig auf dem Stapel platziert. Die „US-2000 AD“ ist eine mobile, kompakte und halbautomatische Maschine. Die zuschaltbare und einstellbare Fixlänge oder Softspannung soll nebst straffer auch eine sanfte Banderolierung für weiche Produkte ermöglichen.
RFID für Pulkerfassung
Weiterentwickelt und verbessert hat Datamars seine UHF-Technologie (Ultrahochfrequenz). Damit ist die Pulkerfassung möglich, d.h. es kann z.B. der Inhalt eines ganzen Wäschewagens auf einmal gelesen werden. RFID-Tags für Flachwäsche sind aufpatchbar und haben einen mangelbaren Transponder. Per Handleser können die Chips z.B. auch beim Kunden zur Lagerbestandsaufnahme gelesen werden.
Deister Electronic präsentierte RFID-Lösungen zur Identifizierung unterschiedlicher Wäschereiartikel. Die internetbasierte Ubigrate-Software stieß laut Standteam auf großes Interesse. Bei dieser Software handelt es sich um eine Tracking- und Tracing-Software, die aber nicht die vorhandene Wäschereisoftware ersetzen soll und kann. Sie soll eine Ergänzung sein, um eine permanente Verfolgung und Inventarisierung der Artikel zu gewährleisten und soll auf Wunsch in existierende Systeme eingebunden werden können. Die auf die Deister-Komponenten abgestimmte und cloudbasierte Software von Ubigrate wurde praxisnah gezeigt. Der Administrator kann sich über das Internet einloggen und die einzelnen Bewegungen verfolgen. Dazu wurde auf der Texcare ein Stapel Handtücher über den Scanner gezogen. Diese Artikel werden unmittelbar im Pulk erfasst und dem jeweiligen Kunden zugewiesen. „Wäschereien haben alles, nur keinen Platz“, sagte Reinhard Knörnschild, Key-Account-Manager textag bei Deister Electronic. „Deshalb hat Deister Electronic ein platzsparendes, von der Decke hängendes RFID-Gate entwickelt, das speziell auf die Anforderungen in Wäschereien eingeht.“ Das RFID-Gate kann auch als Sicherheitsschleuse eingesetzt werden.
Euro ID stellte auf dem Gemeinschaftsstand mit ABG Systems ein komplettes Angebot rund um RFID aus. Der Fokus lag auf Komplettlösungen wie Kleiderausgabeautomaten sowie Verfolgung von Mopps und Flachwäsche. Für Bewohnerwäsche gibt es von Euro ID Tags, die wie Knöpfe an die Wäscheteile anzunähen sind. Ebenfalls präsentiert wurde ein Mop-Registrierungssystem, bei dem die Wäschestücke mit Chip versehen in einem Tunnel oder über eine Tischantenne gelesen werden.
Das Systemhaus Fuhlrott aus Düsseldorf zeigte eine kostengünstige Alternative für mobiles Tourenmanagement. „Astrum mobile“ ist eine Lösung basierend auf Smartphones. Diese Anwendungen soll die Software ermöglichen: liefern, navigieren, ausliefern, abholen, scannen und Empfangsbestätigungen speichern. Wenn „Astrum mobile“ mit einem mobilen Bluetooth-Drucker verbunden ist, ist auch der Druck von Quittungen, Lieferscheinen und Barcodes für die Aufträge möglich. Die Software kennt alle Codes - egal ob Strichcode, Data Matrix Code oder RFID-Chip. Über WLan oder UMTS steht das Smartphone ständig in Verbindung mit dem Server und sendet so die Daten der Tour in Echtzeit an die Wäscherei. Das System ist momentan im Testeinsatz, die Nachfrage auf der Messe war laut Vertriebsleiter Michael Hild groß.
Mit „Just-Print“ präsentierte Gera-Ident eine Messeneuheit. Die kostengünstige Kleinstlösung soll einfache Wäschekennzeichnung gewährleisten. Das Produkt besteht aus einem Drucker und einer Software, die speziell für Altenheime und kleine Wäschereien entwickelt wurde. Einfache Bedienung steht dabei im Vordergrund.
Mit speziellen Messeangeboten lockte Kassen und Rollen Huth die Besucher. Die „RCM 30 Special-Edition“ kommt als Spezialkasse für die Textilreinigung mit 20 Sparten, Nachkassespeicher, Bestelldrucker, EC- und Kundenkartenfunktion und einigem mehr.
Kassensysteme waren am Stand von Kurtz Software zu sehen. Sie sind laut Unternehmen intuitiv zu bedienen und leicht erlernbar. So sollen auch Aushilfen damit nach kurzer Einweisung sofort loslegen können. Das Unternehmen bietet die Kassensysteme als individuelle Lösungen für kleine und mittelständische Wäschereien und Textilreiniger an.
Maxi-Press Elastomertechnik stellte seine neuen, patentierten „Power Membranen“ vor: kompatible Entwässerungsmembranen mit einvulkanisiertem Stahlgerüst für eine längere Lebensdauer. Die Membranen sind laut Unternehmen erstmalig in einem speziell entwickelten weißen Kautschuk erhältlich, der öl-, temperatur- und waschmittelbeständig sein soll. Zudem präsentierte das Unternehmen die Waschstraßendichtungen „Longlife“. Sie werden aus der Maxi-Press Gummimischung „XT-NR“ in hellem Werkstoff hergestellt. Alle „Longlife“-Dichtungen sollen temperatur- und laugenbeständig sein. Durch die helle „XT-NR“-Mischung können die Dichtungen den Angaben zufolge nicht abfärben - im Gegensatz zu üblichen schwarzen Kammerdichtungen.
Bügel in individuellen Farben
Der österreichische Drahtkleiderbügel- und Folienproduzent
Mevo-Metzler zeigte seine Neuheit „Mevo Rainbow“. Die durchgehend verzinkten und pulverbeschichteten Farbbügel gibt es in sieben Standardfarben und ab einer bestimmten Abnahmemenge auch in individuellen Farben. Die Verzinkung und eine besondere Bügelstärke sollen für längere Verwendbarkeit sorgen. Der nicht pulverbeschichtete Haken garantiert laut Unternehmen die Förderbandtauglichkeit der Bügel. Außerdem präsentierte das Unternehmen einen Bügel mit Hosensteg mit Latexbeschichtung und Knickschutz. Neu dabei: Er ist mit einem Logo etc. bedruckbar.
MiRiCal Emblems ist ein Hersteller von Emblemen und Transferen aus Großbritannien und hat auf der Texcare 2012 erstmalig selbst und nicht über Zwischenhändler die Produkte vorgestellt. Bei den Druckerzeugnissen waren für die Besucher die industriewaschbeständigen, digital gedruckten Embleme „Topgrade“ von Interesse. Durch den digitalen Druck sind Logos bis zur Fotoqualität bzw. auch Logokombinationen mit Namen oder Mitarbeiterfotos möglich. Als Neuheit bei den Pressen wurde die Zweistationenpresse „Omega 500“ vorgestellt.
Embleme in verschiedensten Farben und Formen waren auch am Stand von Reimold zu sehen. Im Kommen ist laut Unternehmen auch die Direkteinstickung, z.B. von Namen zur Personalisierung der Berufsbekleidung.
Eine Neuentwicklung aus dem Hause RS Etiketten & Embleme präsentierte Walter Steigerwald: ein Gerät sowohl für die dauerhafte als auch für die Einmalkennzeichnung von Wäscheteilen. Es ist codefähig, Klartexte oder auch Grafiken können auf die Kennzeichnung gedruckt werden. Unterschiedlich breite Bänder sind einlegbar. Das Gerät soll sich für Altenheime oder Wäschereien eignen, die sowohl dauerhafte als auch Einmalkennzeichnung benötigen. Das System wird noch optimiert und soll in zwei bis drei Monaten in Serie gehen.
„Fast alles“ an Wäscherei- und Textilreinigungszubehör kann man beim Unternehmen Hans-Joachim Schneider bestellen. Das Produktangebot wird ständig nach Kundenwünschen erweitert, sagte Geschäftsführer Olaf Schneider-Grsözt auf der Texcare. „So können wir auch ganz spezielle Sachen liefern.“ Im Laufe des Jahres soll es außerdem einen Onlineshop geben. Das Unternehmen Fritz Rode war mit am Stand und erweiterte das Sortiment in Richtung Logistik. Ebenfalls mit am Stand war die Agentur Bewegende Werbung und stellte ihre AdHanger und SampleHanger vor.
Virendichte Transporttextilien präsentierte Schürmann Transportsysteme unter anderem auf der Texcare 2012. Das System soll Einweglösungen ersetzen und besteht aus 100 Prozent Polyester und einer speziellen PU-Beschichtung. Die Wäschesäcke sind laut Unternehmen bis 90 °C waschbar.
Zuverlässige Partner gefragt
Das Softwarehaus SoCom feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. „Die optimistische Branchenstimmung und ein deutlich gestiegenes Interesse an Produkten zur Effizienzsteigerung waren an unserem Messestand eindeutig zu verzeichnen“, sagte Geschäftsführer Peter Turek. Mit den neuen Modulen „Produktionssteuerung“, „Bonusverwaltung“, „Mobile Kommissionierung“ sowie einem Kundendienstmodul für Berufsbekleidung und der Erweiterung des Moduls „Reklamationsverwaltung“ bot das Unternehmen hierzu das entsprechende Angebot. Innerhalb der Branche war laut SoCom zudem das Interesse an einer langfristig orientierten Zusammenarbeit zu erkennen. „Interessenten sind wieder verstärkt auf der Suche nach einem zuverlässigen und erfahrenen Partner, auch wenn dies nicht zwingend der günstigste Anbieter ist“, so Geschäftsführer Wolfgang Faist.
Thermopatch präsentierte eine neue Möglichkeit zur Kennzeichnung von Berufsbekleidung. Mit einer neuartigen Drucktechnik ist das Unternehmen nach eigenen Angaben ab sofort in der Lage, vorbedruckte Thermotransfermedien, wie z.B. „HiQ-Kennzeichnungsband“, schneller und preisgünstiger herzustellen, als das in herkömmlichen Siebdruckverfahren bisher möglich war. Die Fertigung erfolgt in Pantone-Farben oder im Full-Colour-Druck. Das Ergebnis sollen individuelle Etiketten in brillanten Farben innerhalb nur einer Woche sein. Die Berechnung der Bedruckungskosten erfolgt unabhängig von der Anzahl der ausgewählten Farben. Somit sind die Kosten übersichtlich und der Festpreis für die Bedruckung einer Einheit Kennzeichnungsband bedeutet einen Preisvorteil für den Kunden, verspricht Thermopatch.
Eine neue Maschine zur Einmal- und Dauerkennzeichnung im Thermotransferdruckverfahren stellte ThermoTex vor. „Thermo-Ident“ ist laut Unternehmen vielseitig einsetzbar: von Etiketten zum Aufpatchen über Knopflochetiketten bis hin zu Etiketten zum Anschießen mittels Heftpistole. Für das Gerät gibt es zwei verschiedene Arten von Kennzeichnungsbändern. Die Bänder für die temporäre Kennzeichnung (IT) sollen ein scharfes Druckbild bieten, rückstandsfreies Ablösen der Etiketten, Reinigungsbeständigkeit, mangelbar und industriell waschbeständig sein. Die Bänder für die permanente Kennzeichnung (IP) sind zudem Oeko-Tex Standard 100 zertifiziert, ebenfalls chemisch reinigungsbeständig und in einer speziellen Qualität auch mangelbar. Thema am Stand des Unternehmens war auch das „Multicolor-Emblem“, das eine Kombination aus Sieb- und Digitaldruck ist.
WSP entwickelt Logistiklösungen für industrielle Wäschereien. Auf der Texcare präsentierte das Unternehmen das Managementinformationssystem „Laundry Dashboard“. Die webbasierte Applikation bietet in Echtzeit Einsicht in den Status wichtiger Produktionsdaten. Auf einer Art Tachoanzeige sieht man z.B., ob Maschinen oder Mitarbeiter gerade im „grünen“ oder „roten“ Bereich arbeiten - sprich, ob sie die individuellen Zielvorgaben erfüllen oder nicht. Anhand einer Datenanalyse kann man Verbesserungspläne erstellen, um so Produktivität und Qualität zu steigern.
Elena Schönhaar/Julia Förder