Jeder hat andere Stärken: Manchen Auszubildenden fällt die praktische Arbeit im Betrieb leicht, sie tun sich aber mit der Theorie schwer oder andersherum. Wer schlechte Noten in der Berufsschule hat, muss nicht verzweifeln: Es gibt viele Wege, sich zu verbessern.
Richtiges Lernen kann man lernen
Wenn es in der Berufsschule nicht gut läuft, droht im schlimmsten Fall eine doppelte Standpauke: nicht nur von den Eltern, sondern auch vom Chef. Die Gründe für schlechte Noten sind unterschiedlich, ein Ansatzpunkt sind oft falsche Lernmethoden. Denn fehlende Intelligenz spielt nur in den seltensten Fällen eine Rolle. Deswegen haben wir im Folgenden einige Tipps für euch zusammengestellt.
-Verstehen statt auswendig lernen
Stur etwas auswendig zu lernen und das „Herunterbeten“ von Lernstoff bringt oft wenig. Schließlich geht es in den Prüfungen nicht darum, auswendig gelernte Sätze aufzuschreiben. Um für sich selbst zu wissen, ob man etwas wirklich verstanden hat, hilft es, anderen davon zu erzählen, z.B. den Eltern oder Freuden.
-Einprägen statt nur lesen
Über den Stoff nur „drüberzulesen“, reicht nicht aus. Wenn man sich den Lernstoff nicht richtig eingeprägt hat, kann es passieren, dass man sich in der Prüfung nicht mehr daran erinnern kann. Zur Kontrolle kann man sich abfragen lassen.
-Rechenaufgaben selber lösen können
Da es unwahrscheinlich ist, dass in der Prüfung genau die gleichen Rechenaufgaben drankommen werden, die im Heft stehen, sollte man das Lösen üben. Dazu kann man zu Hause Aufgaben aus dem Buch lösen, die man noch nicht kennt.
Eventuell kann man den Lehrer um eine kurze Korrektur oder die richtige Lösung von Aufgaben bitten, die man freiwillig gemacht hat - das zeigt auch Engagement.
-Genau lernen statt grob
Der Unterrichtsstoff sollte nicht nur grob, sondern genau gelernt werden. Die Lehrer wollen nämlich keine vagen Angaben, sondern den genauen Stoff hören oder lesen. Vor allem dann, wenn es um harte Fakten geht. Deswegen sollte man Definitionen und Formeln sicher beherrschen.
-Über mehrere Tage lernen
Ein häufiger Fehler, den viele Schüler machen: Sie fangen erst am Abend vor der Prüfung an, sich den ganzen Stoff ins Gedächtnis zu „prügeln“. Das ist nicht nur stressig, sondern auch fast unmöglich.
Außerdem ist dabei die Gefahr groß, dass das Kurzzeitgedächtnis doch nicht so will wie man selbst. Im schlimmsten Fall bringt man dann in der Prüfung Sachen durcheinander oder kann sich an gar nichts mehr erinnern.
Deswegen sollte man das Lernen über mehrere Tage verteilen. So kann man auch gut wiederholen: Das hilft, den Lernstoff im Gedächtnis zu verankern, und man setzt sich nicht unnötig unter Stress.
Wenn aber alle diese Tricks nichts helfen, sollte man sich rechtzeitig Hilfe holen. Schließlich sind schlechte Noten auf Dauer belastend und können sogar den Abschluss gefährden.
Sich rechtzeitig helfen lassen
Nachhilfe kann eine Lösung sein, vor allem, wenn die schlechten Noten nicht daran liegen, dass man nicht lernt, sondern echte Probleme in einem Fach hat. Es gibt sogar Angebote von kostenloser Nachhilfe für Azubis. Einfach mal bei der Agentur für Arbeit nachfragen.
Übrigens ist es auch bei schlechten Noten immer gut, das Gespräch mit den Lehrern zu suchen. Vielleicht haben sie einen Tipp für euch parat. Oder man kann durch die Abgabe zusätzlicher Arbeiten - zum Beispiel durch ein Referat - etwas gegen die schlechte Note tun. Wichtig ist, dem Lehrer zu zeigen, dass man sich bemüht und seine Noten ernsthaft verbessern möchte.