Hygienemanagement in der Wäscherei Sicherheit auf allen Stufen

Um eine hohe Wäschequalität zu gewährleisten, müssen neben dem Aufbereitungsprozess der Wäsche auch die Maschinen und das Wäschereiumfeld hygienisch einwandfrei sein. Die Paul Hartmann AG unterstützt Wäschereien beim Hygienemanagement, u.a. mit einem Produkt für die einfache Sanierung von Taktwaschstraßen.

Eine wichtige Hygienemaßnahme in der Wäscherei: Die Sanierung der Taktwaschstraße.  Foto: Paul Hartmann AG - © Paul Hartmann AG

Rund 90 Prozent der Keime werden über die Hände übertragen. Entsprechend bedeutend sind sichere und einfach umzusetzende Maßnahmen für die sachgerechte Händehygiene. Die Ausstattung des Betriebs mit Händedesinfektionsmitteln sowie Schulungen der Mitarbeiter sollten deshalb auch in einer Wäscherei zum Hygiene– management gehören. Aber es gibt noch viele weitere, potenzielle „Baustellen“ in Sachen Hygiene. Was ist beispielsweise mit Keimbelastungen in der Taktwaschstraße?

Eine lückenlose Betriebshygiene schützt Wäschereien vor unangenehmen Überraschungen mit möglichen Haftungsfolgen. Hygienemängel können schnell zu einer Kontamination der Wäsche und damit zu einer Beeinträchtigung der Qualität führen. Ein Produktionsausfall durch eine kontaminierte Wäscheumgebung oder ein Mitarbeiterausfall durch Krankheit sind häufig auf Lücken in der Betriebshygiene zurückzuführen.

Kritische Punkte im Wäschekreislauf

Echte Hygienesicherheit verlangt daher eine gute Betriebshygiene bis ins Detail, weiß auch Jan Gladig, Marketmanager Industrie bei der Paul Hartmann AG: „Im Wäschekreislauf gibt es eine Vielzahl kritischer Punkte, die zu mikrobieller Kontamination führen können.“ Häufige Auslöser seien Kreuzkontaminationen durch Kontaktflächen und kontaminierte Hände der Mitarbeiter. Das Hartmann-Hygienemanagement soll Wäschereien dabei unterstützen, eine optimale Hygiene an allen kritischen Punkten in der Wäscheumgebung sicherzustellen. Um dabei effizient zu sein, müssen sich Hygienekonzepte an den individuellen Gegebenheiten des Betriebes orientieren – jeder Betrieb ist anders. Daher erfolgt die Beratung bei Hartmann durch erfahrene Fachberater direkt vor Ort.

Aus der Erfahrung weiß das Unternehmen: Häufige Ursachen für mangelhafte Hygienemaßnahmen sind Zeitdruck, fehlendes Know-how sowie, zum Teil daraus resultierend, falsche Produkte bzw. fehlerhafte Produktanwendungen. Jan Gladig sagt: „Eine sachgemäße Durchführung der Flächendesinfektion, die gleichzeitig effektive Arbeitsabläufe sicherstellt, gehört zusammen mit der Händehygiene zu den wichtigsten Bestandteilen der Betriebshygiene.“ Zusätzlich dürfe die sachgerechte maschinelle Aufbereitung von Containern, die zwischen dem unreinen und reinen Bereich eines Betriebs wechseln, nicht außer Acht gelassen werden. Eine optimale Betriebshygiene setzt auch die Bereitschaft zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen voraus; Unternehmen und Mitarbeiter sollten die Sensibilität des Themas Hygiene erkennen und verinnerlichen. „Einmal im Betrieb implementiert bedeutet ein auf die laufenden Prozesse zugeschnittenes Hygienemanagement keinen zeitlichen Zusatzaufwand, sondern vereinfacht kontinuierlich die Maßnahmen“, berichtet Gladig.

Hygienekonzept für die Wäscherei

Bei der Umsetzung eines Hygienekonzeptes in einer Wäscherei hilft Hartmann mit einem umfangreichen Produktsortiment und einfachen Systemlösungen rund um Personal- und Flächenhygiene. Abgerundet wird das Angebot durch Produkte zur Containeraufbereitung sowie für die Sanierung von Taktwaschstraßen. Denn auch Letztere können Keime beherbergen und an die Wäsche verteilen. Deshalb startete Hartmann Anfang 2014 mit der Entwicklung eines einfachen Verfahrens zur Sanierung von Taktwaschstraßen in Zusammenarbeit mit dem Maschinenhersteller Kannegiesser. Im Juli 2015 fand die Markteinführung von „Dismozon process“ statt.

Jan Gladig erläutert: „Der Eintrag von Schmutz und Keimen in wasserführende Systeme, wie in eine Taktwaschstraße, ist normal und meist systembedingt. Zusätzlich führen nicht ausreichend umgesetzte Hygienemaßnahmen, hohe Schmutzfrachten und die Überlastung des Waschverfahrens zu einer kontinuierlichen Verschmutzung in Form von Ablagerungen, Verkrustungen und Biofilmen im Inneren der Maschine.“ Einher gehe dies mit einer erhöhten Keimbelastung, insbesondere durch aerobe Sporenbildner. Ohne die Durchführung wirksamer Hygienemaßnahmen kann diese Verunreinigung zu einer Beeinträchtigung des Waschergebnisses, zum Eintrag von Keimen in das Betriebsumfeld und im schlimmsten Fall zu einer systemischen Versporung führen. Die Folge: Produktionsstillstand. Oft werden Sanierungsmaßnahmen von Taktwaschstraßen nur selten bzw. erst dann durchgeführt, wenn es ein unausweichliches Problem wie eine systemische Versporung gibt, berichtet Gladig. Ein Grund dafür sei, dass bisher kein standardisiertes und einfaches Verfahren zur regelmäßigen Sanierung von Taktwaschstraßen zur Verfügung stand. Auch deshalb wurde „Dismozon process“ entwickelt. „Unser Ansatz ist, dass eine regelmäßige und einfache Sanierung die optimale Lösung ist, um einen durchgehend hygienisch einwandfreien Zustand in den innenliegenden Kammern der Taktwaschstraße sicherzustellen“, so Gladig.

Bisher erfolgte die Sanierung einer Taktwaschstraße meist bei hoher Temperatur um die 70 °C und mit Chemikalien wie Peressigsäure, die wiederum das Material sowie die Gesundheit der Mitarbeiter beeinträchtigen und aufgrund der intensiven Geruchsentwicklung das gesamte Betriebsumfeld stilllegen können. „Dismozon process“ ist laut Hartmann schon bei energiesparenden 30 °C effektiv. Es handelt sich um einen sauerstoffaktiven Desinfektionsreiniger mit umfassendem Wirkungsspektrum und hoher Materialverträglichkeit. Der Sanierungsprozess mit „Dismozon process“ ist zweistufig und kann im laufenden Produktionsbetrieb erfolgen. Zunächst werden Verkrustungen sowie Biofilme gelöst und in der zweiten Phase die Keime abgetötet. Die Wirksamkeit des Granulats testete das Unternehmen unter praxisnahen Bedingungen. Außerdem wurde der Sanierungsprozess mit dem Produkt von unabhängiger Seite durch die Hohenstein Institute geprüft: Das vorliegende Gutachten bestätigt die Wirksamkeit von „Dismozon process“ für eine sichere Sanierung von Taktwaschstraßen. Mit „Dismozon process“ will Hartmann eine mögliche Lücke innerhalb des Hygienekreislaufs schließen. Durch eine hygienisch einwandfreie Taktwaschstraße sei nicht nur die Basis für die Qualität der aufbereiteten Textilien sichergestellt. Es werde auch vermieden, dass Keime wie aerobe Sporenbildner von Uferzonen der Maschine und über die Presse oder Zentrifuge ins Betriebsumfeld gelangen. „Wir empfehlen, ,Dismozon process‘ – genauso wie alle anderen Maßnahmen der Betriebshygiene – regelmäßig durchzuführen, mindestens zwei Mal im Jahr“, rät Jan Gladig. „Schließlich reden wir bei Hygienemaßnahmen in erster Linie von Infektionsprophylaxe und Kontaminationskontrolle.“