Die Anforderungen an das Berufsbekleidungsmanagement in Krankenhäusern oder im Rettungsdienst sind hoch. Kostendruck, Gesetzesvorschriften, aber auch Individualisierung und Corporate Identity wollen unter einen Hut gebracht werden. ABG Systems bietet Lösungen für diese komplexe Aufgabe in Form von automatischen Ausgabe- und Rückgabesystemen.
Speichern, verteilen, rückverfolgen
Das Management von Berufsbekleidung im heutigen Gesundheitswesen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Durch die vielfältigen Einsatzgebiete im Klinikumfeld werden unterschiedlichste Bekleidungsarten benötigt. Hinzu kommt, dass ein Wechsel von Bekleidungsstücken aufgrund von Kontaminierung im OP- oder Intensivbereich oft sogar mehrmals am Tag erforderlich ist. Eine erweiterte Komplexität entsteht durch folgende Punkte:
-Kostenrechnung (welche Abteilung verursacht welche Kosten),
-Einhaltung von Hygienevorschriften,
-Personalwechsel (Stammdaten wie Größe, Bekleidungstypologie müssen gepflegt und die Bekleidung von ausgeschiedenem Personal muss eingesammelt werden),
-Zustimmung des Betriebsrats,
-kurzfristig geänderte Tagesplanung,
-Einhaltung von Haus- und Gesetzesvorschriften,
-Layout des Gebäudes und Geländes für die Ausgabestellen,
-personalisierte Bekleidung oder Poolwäsche (unterschiedliche Berufsprofile haben unterschiedliche Anforderungen).
Wird die Berufsbebekleidung gemietet, ergeben sich für die Textilserviceunternehmen eine Vielzahl von zusätzlichen potenziellen Problemen. Teile werden gestohlen oder gehen verloren - das sind in der Regel etwa 10 bis 15 Prozent pro Jahr. Es gibt keine Statistik über die Anzahl von Reparaturen, aber fast fünf bis sieben Prozent werden pro Tag aus dem normalen Prozess aussortiert und es kommt vor, dass die Wäsche versehentlich einige Male neu gewaschen wird. Die vorhandenen Vorräte pro Kunde werden oft nicht überwacht und es werden Einzellieferungen initiiert, unabhängig von der gesammelten Schmutzwäsche. Zudem werden die Lebenszyklen der einzelnen Teile meist nicht festgehalten - was eigentlich ein wichtiger Aspekt für die Lieferantenauswahl wäre. Bei personalisierter Arbeitsbekleidung sind die Anforderungen an den Prozess noch größer, weil die Vorratshaltung höher ist und Ausgabe sowie Rücknahme komplexer sind. Darüber hinaus ist die Arbeitsbekleidung heutzutage Teil der Firmenidentität und wichtiger Bestandteil der Gesamtidentität. Qualität und optischer Eindruck der Bekleidung werden so zu einer entscheidenden Komponente für den Service eines Dienstleisters. Diese Prozessprobleme resultieren in hohen Vorräten, Fehlbeständen pro Kunde und unzureichender Kosteneffizienz. Das Fehlen einer Rückverfolgung über den Gebrauch der Textilien führt zu einer nicht homogenen Abnutzung, was ungeplante und teure Aufstockungen notwendig macht.
Systeme mit RFID-Chip
ABG Systems präsentiert verschiedene Lösungen für das Wäschemanagement, die alle auf einer RFID-Chip-Technologie basieren. Laut Unternehmen ermöglicht nur RFID (Radio-Frequenz-Identifikation) eine automatische Distribution der Wäsche, die sich nahtlos in den Prozess einbinden lässt und die lückenlose Rückverfolgung garantiert.
GTS - Ausgabeautomat für hängende Wäsche: GTS ist ein flexibles und effektives System zur Speicherung und Verteilung bzw. Ausgabe von Berufsbebekleidung
in unterschiedlichen Branchen. Dabei setzt der Anbieter auf die neueste Technologie fürs Lagermanagement und den Transport in Verbindung mit RFID. Das Prinzip lautet: „Bewege nur das angeforderte Teil.“ Durch die Benutzung von fest installierten Ständern mit einem Abfertigungsroboter, der auf kartesischen Achsen X und Y das angeforderte Bekleidungsstück zur Ausgabetür transportiert, ist es möglich, auf einer kleinen Fläche viele Teile unterzubringen (2.500 Teile auf 70 m2). Viele derzeit am Markt verfügbaren Systeme basieren auf einem Karussell, wobei für die Ausgabe eines Teils sich alle Teile in einem Kreis drehen. Die Ausgabe dauert dadurch länger und es entstehen Staub sowie mechanischer Abrieb. Die Staub- und Faserentwicklung wird durch die Möglichkeit, einzelne Bekleidungsstücke zu transportieren, verringert. Außerdem ist es dadurch möglich, Teile im Lagerraum zu bewegen. Bei einem Karussell kann das Teil nur bewegt werden, wenn es durch den Nutzer angefordert wird. Mit GTS kann das Teil zu folgenden Zwecken bewegt werden:
-Um den Lagerraum umzuorganisieren, damit die Umschlaghäufigkeit berücksichtigt wird.
-Um spezifische Anforderungen zu erfüllen.
-Teile mit einer hohen Umschlaghäufigkeit in die Nähe der Ausgabetür zu hängen, um die Wartezeit zu verkürzen.
Ein kartesisches Abfertigungsshuttlesystem (mit X- und Y-Bewegungen) ist nach Angaben von ABG Systems schnell, weil es sich diagonal bewegen kann, ohne einem bestimmten Pfad folgen zu müssen. GTS könne so konstruiert werden, dass es einen breiten Anforderungskatalog erfüllt und einige hundert bis tausende Teile ausgibt.
LGD - Ausgabeautomat für gefaltete (OP-) Bekleidung: Der LGD ist ein Gerät zur Ausgabe von OP-Kasacks und -Hosen und eignet sich auch dort, wo intensiver Bebekleidungstausch eine schnelle Ausgabe ohne viel Personalaufwand erfordert, z.B. im Rettungswesen. Es handelt sich um einen Rotationsverteiler mit zehn separaten Plexiglasschiebetüren und 180 oder 200 unabhängigen Fächern. Eine LED markiert das jeweils aktive Fach. Das „Stand-alone“-Gerät benötigt wenig Platz (1 m2) und ist mit einem Acht-Zoll-PC-Bildschirm ausgestattet. Wenn mehrere Automaten zum Einsatz kommen, werden sie über Ethernet vernetzt. Jeder LGD enthält eine Lizenz der HTMS-Softwareplattform zur Interaktion mit der Maschine, wie die Steuerung der Befüllung, Festlegen der Schwellenwerte pro Nutzer etc. Zur Identifizierung der Nutzer gibt es einen Ausweisleser für Karten mit Magnetstreifen. Optional sind Leser für verschiedene RFID-Ausweise verfügbar.
LSL - Laundry Smart Locker: Dieser Ausgabeschrank ist ein System zur Ausgabe von gefalteter Bekleidung und/oder sonstiger persönlicher Schutzausrüstung wie Warnbekleidung, Schuhe etc. Das Mastermodul verfügt über 18 Fächer und einen Acht-Zoll-PC-Terminal. Der Nutzer kann sich über einen Magnetkartenleser, Pincode oder RFID-Karte anmelden und über das Auswahlmenü das Teil in der gewünschten Größe auswählen. Ein Fach öffnet sich automatisch und sein Konto wird belastet. Weitere Schränke mit 20 Fächern können neben dem Mastermodul aufgestellt werden. Die Standardfachbreite ist 30 cm, kann jedoch auf 40 cm erweitert werden.
LSC - Rückgabeautomat: Bei den Rückgabeautomaten gibt es die Wahl zwischen drei verschiedenen Modellen. Modell A ist ein Rückgabeautomat für schmutzige Arbeitsbekleidung mit einem Schrank für einen Rollcontainer mit den Abmessungen 500 x 600 x 1.800 mm. Die Größe ermöglicht die Aufstellung in schmalen Gängen, ohne den Fluss von Personal oder Ware zu behindern. Bei Einwurf der Bekleidung wird der Chip gelesen, eine LED leuchtet und das Teil wird über ein Gebläse in den Rollcontainer befördert. Der Rollcontainer kann zwischen 300 und 350 Bekleidungsstücke aufnehmen, je nach Größe und Material. Das Modell B des Rückgabeautomaten ist die größte Version, weil der Schrank für den Rollcontainer kundenspezifisch gestaltet werden kann. Mit einer Tiefe von
1.000 mm kann die Breite nach Kundenwunsch gestaltet werden. Die Funktion ist identisch mit Modell A. Eine zusätzliche Option ist der Auswurf von nichtgechipter Bekleidung unterhalb des Einwurfs. Modell C arbeitet über Schwerkraft. Die Wäsche bzw. Clogs fallen in einem halbhohen Container unterhalb der Einwurfklappe.
Für jeden Automaten können die Schwellenwerte für die Entleerung individuell festgelegt werden. Über das Ethernetnetzwerk wird ein Alarm an den Zentralrechner geschickt, wenn die Container voll sind. Der integrierte Chipleser speichert
die Anzahl der gelesenen Bekleidungsstücke auch intern, damit im Falle eines temporären Netzwerkausfalls die Daten nicht verloren gehen.
HTMS Software: Jeder Automat ist über Ethernet mit einer zentralen Datenbank vernetzt. Beim Einsatz mehrerer Geräte ist es üblich, die Datenbank und die HTMS-Software auf einem Rechner an einer zentralen Stelle zu installieren. Diese Datenbank wird als Master definiert und die Automaten als Client, wobei die Datenbanken kontinuierlich synchronisiert werden. Diese Architektur ermöglicht die Verteilung von Informationen über die angeschlossenen Knoten, so dass ein Nutzer z.B. eine Hose aus einer Maschine entnehmen und sein Guthaben auf einer anderen Maschine kontrollieren kann. Auch bei der Notwendigkeit, das System an eine übergeordnete EDV anzuschließen, erfolgt die Integration über die zentrale Datenbank. Die HTMS-Applikation überwacht alle Teilnehmer im Netz und beinhaltet das Berichtswesen über die Nutzung der Arbeitsbekleidung. Die HTMS-Applikation auf dem Zentralrechner kann auch für das Management der Befüllung eingesetzt werden.
Fazit: Ausgabelösungen von ABG Systems ermöglichen Kliniken bzw. Wäschereien die kontrollierte Ausgabe von Wäsche. Neben einer erhöhten Dienstleistung (ständige Verfügbarkeit, kurze Wege) können auch die Bestände reduziert werden. Darüber hinaus wird der Bebekleidungswechsel dokumentiert und die Rückverfolgung eines jeden Teils möglich.Jos Fransen, ABG Systems GmbH i.G.