Kurze Hose und T-Shirt oder doch lange Hose und Hemd? Eine europaweite Studie zeigt, wie unterschiedlich Beschäftigte an heißen Tagen zur Arbeit erscheinen –– und überrascht mit klaren Gegensätzen zwischen Deutschland, der Schweiz und Italien.

Eine aktuelle Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen europäischen Ländern, wenn es um die Kleidung an heißen Arbeitstagen geht. Während deutsche Männer häufig T-Shirts und kurze Hosen tragen, bleiben Schweizer und Italiener auch bei hohen Temperaturen überwiegend bei langen Hosen.
Europa erlebte im Juni 2026 Rekordtemperaturen. Wie sich das auf die Arbeitskleidung auswirkt, unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen den Ländern. Das zeigt eine Umfrage des Onlinehändlers Galaxus, für die das Marktforschungsinstitut YouGov 2.616 Personen in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich befragte.
Dresscodes werden lockerer
Knapp die Hälfte der Befragten kann laut der Studie ihre Arbeitskleidung frei wählen. Wo Vorgaben gelten, betreffen sie vor allem geschlossene Schuhe (20 Prozent) und lange Hosen (18 Prozent). Rund 15 Prozent tragen Uniformen, Schutzkleidung oder Kleidung mit Firmenlogo. Einen klassischen Anzug schreiben nur noch vier Prozent der Arbeitgeber vor.
Deutsche Männer greifen am häufigsten zur kurzen Hose
Die größten Unterschiede zeigen sich bei den Männern. Deutsche tragen mit 69 Prozent am häufigsten T-Shirts und greifen mit 38 Prozent auch am häufigsten zu kurzen Hosen.
Deutlich formeller kleiden sich Schweizer Männer: 60 Prozent tragen selbst an heißen Tagen lange Hosen, 56 Prozent geschlossene Schuhe. Ähnlich konservativ fällt die Kleiderwahl in Italien aus. Dort erscheinen lediglich 16 Prozent der Männer in kurzen Hosen zur Arbeit. Französische Männer zeigen sich dagegen beim Schuhwerk am lockersten: Nur 37 Prozent tragen geschlossene Schuhe.
Bei den Frauen unterscheiden sich die Länder deutlich weniger. In allen fünf Staaten dominieren T-Shirt und lange Hose. Eine Besonderheit zeigt sich beim Schuhwerk: Deutsche Frauen tragen mit 29 Prozent am seltensten offene Sandalen. Mehr als die Hälfte entscheidet sich für geschlossene Schuhe – der höchste Wert im Ländervergleich.
Schweiz hat die strengsten Vorstellungen
Geht es um angemessene Kleidung am Arbeitsplatz, zeigt sich die Schweiz laut der Studie am konservativsten. In nahezu allen abgefragten Kategorien liegt dort die Ablehnung bestimmter Kleidungsstücke am höchsten.
Bikinis und Badehosen gelten zwar in allen Ländern als ungeeignet für den Arbeitsplatz, in der Schweiz fällt die Ablehnung mit 66 Prozent jedoch besonders deutlich aus. Auch bauchfreie Kleidung stößt dort auf wenig Akzeptanz: 73 Prozent halten sie bei Kundenkontakt für unpassend, 57 Prozent selbst ohne Kundenkontakt. In Italien lehnt dagegen nur rund ein Drittel beziehungsweise ein Viertel der Befragten bauchfreie Kleidung ab.
Französische Beschäftigte zeigen sich gegenüber Tanktops und Trägershirts deutlich toleranter als die Befragten der übrigen Länder. Selbst bei Kundenkontakt halten dort nur rund 20 Prozent diese Kleidungsstücke für unangemessen. In Deutschland ergibt sich ein differenziertes Bild: Ohne Kundenkontakt stören sich lediglich 25 Prozent an Tanktops, bei direktem Kundenkontakt steigt die Ablehnung auf 44 Prozent.
Auch Jogginghosen werden unterschiedlich bewertet. In der Schweiz lehnen 61 Prozent der Befragten sie bei Kundenkontakt ab – so viele wie in keinem anderen der untersuchten Länder.
Kleidung ist selten Gesprächsthema
Trotz unterschiedlicher Vorstellungen über angemessene Arbeitskleidung sorgt die Kleiderwahl im Alltag nur selten für Diskussionen. Rund 70 Prozent der Befragten in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich haben ihre Kolleginnen und Kollegen nach eigenen Angaben noch nie auf deren Kleidung angesprochen.
Wenn es doch Kommentare gibt, fallen sie meist positiv aus. Nur rund fünf Prozent äußern sich ausschließlich kritisch. Am häufigsten verteilen Französinnen und Österreicher Komplimente für die Kleidung ihrer Kolleginnen und Kollegen.
Eine Sonderrolle nimmt Italien ein. Dort wird Kleidung im Arbeitsalltag am häufigsten kommentiert – oft sowohl positiv als auch negativ. Ob dies auf eine offenere Feedbackkultur oder auf andere Vorstellungen von angemessener Arbeitskleidung zurückzuführen ist, lässt die Studie offen.