„Zwickau, gebt uns eure besten Teile!“ So lautet der Call to Action in einem Instagram-Post der Textilpflege Thieme. Tom Thieme und sein Team verbreiten Partylaune und feiern sich nun auch selbst. Dafür haben sie mindestens drei gute Gründe: das 40-jährige Jubiläum des Familienbetriebs, eine hervorragende Auftragslage und frische Markenkonzepte für ihre Zielgruppen.

Welches tolle Teil habe ich noch im Schrank, um es wieder partytauglich zu machen, genauer gesagt, machen zu lassen? Dazu animieren musikalisch unterlegte Instagram-Posts der Textilpflege Thieme auch mich. Die direkte Ansprache funktioniert, erklärt Inhaber Tom Thieme. Er nimmt die Menschen mit in seine Welt, setzt sein Business und sein Team lebensnah in Szene. Und lässt sogar die Vermutung zu, dass 40 Jahre Herzblut für die Textilpflege manchen nicht ‚ganz sauber‘ erscheinen könnte. Dafür sorgt der Chef höchstpersönlich.
Familienbetrieb im Herzen
Neudeutsch leite er ein kleines mittelständisches Unternehmen. Tom Thieme spricht lieber von einem Familienbetrieb. Das familiäre Miteinander sei Tradition und Erfolgsfaktor, v. a. aber eine Frage der unternehmerischen Haltung. Die gegenseitige Wertschätzung sei ausschlaggebend dafür, dass sein 15-köpfiges Team täglich sein Bestes gebe, um das gewünschte Qualitätsniveau zu halten.
Daher feiere er die Leistungen seiner Mitarbeitenden nicht nur zu besonderen Anlässen, betont der 42-jährige Unternehmer, Vater zweier Mädels im Alter von 8 und 10 Jahren, Alma und Clara. So sei auch das gemeinsame Frühstück, pünktlich um halb zehn, ein Zeichen der Anerkennung. Das hatte bereits seine Mutter eingeführt, um den Zusammenhalt zu stärken.
Von ihr hat Tom Thieme vieles übernommen, im Januar 2021 schließlich den gesamten Betrieb. Den Grundstein legt Heidi Thieme bereits 1986, als sie sich als Einzelunternehmerin selbständig macht, um zunächst die Nachbarschaft mit Mangelwäsche zu versorgen. Als immer mehr Kunden nach Wäschereidienstleistungen fragen, baut sie ihr Geschäft aus. 1990 führt sie bereits einen florierenden Mischbetrieb mit moderner Textilreinigungstechnik und ersten Mitarbeiterinnen.
Ihr Sohn Tom steigt 2004 in das Familienunternehmen ein. Dafür hatte er sich nach einem kurzen Umweg entschieden. „Grund dafür war die Erkenntnis, dass unsere Textilreinigung in Verbindung mit der Wäscherei ein sehr großes Potenzial hat, das wir nicht einfach aufgeben wollten. Das war der Moment, in dem ich gesagt habe: Okay, Mama, ich möchte einsteigen.“
Vom Elektrotechniker zum Textilreiniger
Zu diesem Zeitpunkt ist Tom Thieme bereits ausgebildeter Elektrotechniker. Sich seiner Verantwortung bewusst und mit einem hohen Anspruch an sich selbst, absolviert er eine dreijährige Ausbildung zum Textilreiniger und schließt die Gesellenprüfung mit Bestnoten ab. Gesellenbrief und eine Urkunde für „Bester Textilreiniger Sachsens 2007“ hängen im Unternehmen aus.
Tom Thieme und sein Team sind eingespielt, als er mitten in der Pandemie offizieller Nachfolger wird. „So konnten wir im Juni 2021 wieder Volllast fahren. Ich bin heute noch dankbar für den Einsatz meines Teams, das Verständnis unserer Kunden und die Unterstützung meiner Mutter. Sie ist immer noch Teil des Teams und arbeitet mit. Nicht mehr jeden Tag oder jede Stunde, aber immer noch mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung.“ Seine Frau Friederike Thieme arbeite nicht im Familienbetrieb, habe jedoch immer ein offenes Ohr, wenn es um die Firma geht, und halte ihm den Rücken frei.
Eigenes Label, neue Marke Die Anstrengungen der Corona-Zeit seien überwunden, vergessen nicht. „Heute schauen wir allerdings auf die gesamte Firmengeschichte zurück, auf ganze 40 Jahre und unseren Erfolg unter dem Motto ‚nicht mehr ganz sauber?‘ Das soll ein wenig provokant sein. Viele Kunden schmunzeln, wenn sie diesen Spruch lesen. Humor muss sein!“ Das gelte auch für den Arbeitsalltag in seinem Betrieb. Tom Thieme möchte, dass seine Mitarbeitenden eine gute Zeit bei der Arbeit haben. Wenn alle etwas zu lachen haben, gehe die Arbeit leichter von der Hand.
So konnte auch das Know-how des Teams über die Jahre wachsen.
„Wir sind 40 Jahre lang unseren Kernkompetenzen Wäscherei, Textilreinigung und Schneiderei treu geblieben. Unsere Spezialisierung auf Berufskleidung war allerdings entscheidend für unsere Weiterentwicklung und den Erfolg in den letzten Jahren“, sagt Thieme. „Daher haben wir diesen Bereich kontinuierlich und konsequent ausgebaut. Mit unserem Label ‚Thieme.Procare‘ und einer eigenen Website dazu sind wir seit dem 1. Juli dieses Jahres auf dem Markt.“ Das Angebot mit dem Slogan „Vom Werkstor bis zum OP-Saal“ richte sich speziell an B2B-Kunden nahezu aller Branchen: etwa den Handwerksbetrieb von nebenan, große Arztpraxen, Gewerbekunden oder Industriebetriebe.
Die Nachfrage im Bereich Berufskleidung mache heute einen großen Teil des Umsatzes aus und wachse weiterhin. „Viele Unternehmen haben erkannt, dass es ein Benefit für ihre Mitarbeitenden ist, frische und saubere Kleidung vom Arbeitgeber gestellt zu bekommen.“ Ein weiteres Entscheidungskriterium sei der Aspekt Arbeitssicherheit. „Wir waschen ja nicht nur, sondern warten und kontrollieren die Berufskleidung auch. Sollten beispielsweise Warnschutzeigenschaften nicht mehr gegeben sein, wird das Teil gesperrt und der Träger informiert.“
Das gehöre zum Service für inzwischen mehr als 600 Unternehmen im gesamten Großraum Zwickau, im Vogtland und Erzgebirge, in Glauchau, Hohenstein und Chemnitz. „Im Prinzip decken wir den kompletten Raum Westsachsen ab und selbst Gera oder Jena sind für uns kein Problem.“ Damit dieser Rundumservice auch in Zukunft sichergestellt ist und die gesamte Produktion reibungslos läuft, legt Thieme immer wieder seinen Fokus auf eine gut funktionierende Logistik. Sie allein sei aber nicht erfolgsentscheidend, betont er. „Daher haben wir uns in den letzten Jahren noch einmal vergrößert und separate Arbeitsbereiche geschaffen, für Wäscherei, Textilreinigung und Berufsbekleidung. Alle Bereiche arbeiten weitestgehend eigenständig, sind aber miteinander vernetzt.“
"Sneaker Glanz" für saubere Schuhe
Um auch im Privatkundengeschäft moderne Vielfalt zu signalisieren, hat sich die Textilpflege Thieme mit einer weiteren neuen Marke samt eigener Website aufgestellt: mit „Sneaker Glanz“ für die Schuhreinigung – einem Reinigungsservice für Sneaker sowie Turn- und Arbeitsschuhe. „Das Angebot wird sehr gut angenommen, auch von Firmenkunden. Gepflegte Schuhe halten länger und gehören auch im Beruf oder Business zum sauberen Image.“ Aufbereiten, statt wegwerfen! So lautet hier die Aufforderung zur Tat. Nachhaltigkeit ist die Klammer für alle Angebote, mit denen sich die Textilpflege Thieme als verantwortungsbewusstes Dienstleistungsunternehmen positioniert. Auch dafür hat ihr Inhaber frühzeitig gesorgt, aus Überzeugung und wirtschaftlicher Notwendigkeit: mit energieeffizienter Technik, einer Photovoltaik-Anlage für eigenen Strom und einer Solarthermie-Anlage zum Erwärmen des Wassers, das aus dem eigenen Brunnen kommt.
„Inzwischen haben wir größere Pufferspeicher für heißes Wasser angeschafft, die komplette Infrastruktur des Wassers verbessert, die PV-Anlage vergrößert und Batteriespeicher installiert. Aktuell arbeiten wir daran, die Abwärme von Maschinen noch besser zu nutzen. Im nächsten Jahr stellen wir unseren Fuhrpark komplett auf E-Antrieb um“, so Tom Thieme. Auch er lasse sich gern durch Social Media inspirieren, ob in Sachen Nachhaltigkeit oder Marketing.
Digital, aber nah am Mensch.
Für die regelmäßige Präsenz seines Betriebes in den sozialen Medien, auf Facebook, Instagram oder LinkedIn, räumt er sich feste Zeitfenster ein. Denn eine solche Präsenz sei heutzutage unverzichtbar. Diese Kanäle seien ideal, um Nähe zu schaffen und regionale Verbindungen zu stärken. Dazu gehöre eben auch, sich nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Mensch zu zeigen. Und so verrät Tom Thieme seinen Followern u. a. dass er nicht nur offizieller Sponsor des FSV Zwickau ist, sondern auch ein echter Fan.
Er spiele selbst aktiv Fußball, wenn auch nur in einer kleinen Herrenmannschaft, dafür aber regelmäßig. Auszeiten nehme er sich gern gemeinsam mit Familie und Freunden, am liebsten auf Reisen oder Trips mit dem Wohnmobil. Manchmal könne man ihn auch im Garten beim Löwenzahnstechen erwischen. Alles ganz Private komme natürlich nicht in die sozialen Medien.