Textilpflege Stuhl, Bruck an der Leitha Ohne Dampf zur Zielvorstellung

Im vergangenen Jahr expandierte die Textilpflege Stuhl und nahm am neuen Standort im Industriegebiet eine dampflose Wäscherei in Betrieb. Der Verbrauch an Wasser und thermischer Energie konnte mit Hilfe des durchgängigen Energiekonzeptes erheblich gesenkt werden.

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    Das Team der Textilpflege Stuhl vor der neuen Betriebshalle in Bruck an der Leitha.
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    Das Team der Textilpflege Stuhl vor der neuen Betriebshalle in Bruck an der Leitha.
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    Gerald Haller, Di Sulejman Seferovic und Rudolf Stuhl haben die Energiekosten im Griff.
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    Gerald Haller, Di Sulejman Seferovic und Rudolf Stuhl haben die Energiekosten im Griff.
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    Günter Harthold von Ecolab erklärt die Wirkungsweise der Aquaheater.
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    Günter Harthold von Ecolab erklärt die Wirkungsweise der Aquaheater.
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    Der Aquacycler filtert das Spülwasser. In Filtrattanks wird das gereinigte Wasser gespeichert.
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    Der Aquacycler filtert das Spülwasser. In Filtrattanks wird das gereinigte Wasser gespeichert.
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    Die Jensen-Mangelstraße für Großteile besteht aus einer Eingabemaschine Logic Plus mit vier Eingabestationen, einer Zwei-Roller-Gasmangel Jenroll EXPG 1200 und einer Universal-Faltmaschine.
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    Die Jensen-Mangelstraße für Großteile besteht aus einer Eingabemaschine Logic Plus mit vier Eingabestationen, einer Zwei-Roller-Gasmangel Jenroll EXPG 1200 und einer Universal-Faltmaschine.
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    Die Senking-Taktwaschanlage wird mit 3 l Frischwasser pro Kilogramm Wäsche gefahren.
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    Die Senking-Taktwaschanlage wird mit 3 l Frischwasser pro Kilogramm Wäsche gefahren.
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    Alle Energie- und Wasserverbrauchswerte können mit Hilfe des Datenmanagementsystems H.E.L.M.S. eingesehen werden.
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    Alle Energie- und Wasserverbrauchswerte können mit Hilfe des Datenmanagementsystems H.E.L.M.S. eingesehen werden.

Rudolf Stuhl kann stolz darauf sein, wie sich sein Unternehmen entwickelt hat. Als er im Jahr 1954, direkt nach der Lehre zum Chemischreiniger und Färber, zusammen mit seiner Frau Edeltrude seine eigene chemische Reinigung im Herzen der österreichischen Stadt Bruck an der Leitha eröffnete, konnte er noch nicht ahnen, dass sein Unternehmen im Jahr 2009 einmal über die Grenzen hinweg zu den Vorbildbetrieben zählen würde. Kontinuierlich wuchs der Betrieb, Filialen wurden eröffnet, neue Geschäftsfelder kamen hinzu. Im Jahr 1957 wurde die Wäscherei in Betrieb genommen. 1989 stiegen die Eheleute Stuhl ins Mietwäschegeschäft ein.

Rudolf Stuhl will aber lieber in die Zukunft schauen, als die Vergangenheit als Revue passieren zu lassen: Die Textilpflege Stuhl gilt derzeit als einer der modernsten Textilpflegebetriebe in Europa. Nachdem der Gründerbetrieb in der Innenstadt aus allen Nähten zu platzen drohte und die historischen Stadtmauern des Städtchens, das rund 30 km südöstlich von Wien liegt, keine Erweiterung mehr zuließen, begann das Unternehmen mit dem Bau einer neuen Betriebshalle im Industriegebiet von Bruck. Anfang Oktober 2008 ging dort eine dampffreie Großwäscherei in Betrieb.

Textilpflege Stuhl: Dampffreie Großwäscherei

Dass die Wäscherei zum Vorzeigebetrieb in Sachen Umweltschonung und Ressourceneinsparung geworden ist, freut Rudolf Stuhl sowie die mittlerweile dritte Unternehmergeneration Barbara und Gerald Haller aus ökonomischer sowie ökologischer Sicht. "Die Verknüpfung dieser beiden Themen ist stark in unsere Firmenphilosophie eingebunden und kann jetzt noch intensiver gelebt werden", sagt Betriebsleiter und Gesellschafter Gerald Haller und erklärt weiter: "Unsere Überzeugung ist es, dass betriebliche Erfordernisse und Umweltschutz keine Gegensätze darstellen, sondern sich sogar auf vielen Gebieten ergänzen. Die Investition in die Wasseraufbereitung ist ein klassisches Beispiel dafür, wie durch eine Prozessänderung eine Verbesserung der wirtschaftlichen und umweltrelevanten Situation erreicht werden kann."

Diese Einstellung spiegelt sich auch in der erfolgten Zertifizierung des Unternehmens nach ISO 14001, der internationalen Norm für Umweltmanagementsysteme, wider. Diese Zertifizierung belegt den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und die Berücksichtigung von Umweltaspekten. Für die Familie Stuhl-Haller ein Weg, eine langfristige Entwicklung des Unternehmens unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen und ökologischen Zielen zu erreichen.

So läuft der dampffreie Betrieb

Der große Kundenkreis zeigt, dass diese Orientierung honoriert wird. Zu den Kunden der Textilpflege Stuhl gehören die gehobene Hotellerie und Gastronomie, Krankenhäuser, Pflegeheime, öffentliche Auftraggeber, Gewerbe- und Industriebetriebe, das Militär sowie Privatkunden. Die beiden Standorte in Bruck erreichen zusammen eine Leistung von rund 25 t. Am neuen Standort im Industriegebiet werden derzeit rund 8 t Hotelwäsche und 2 t Matten bearbeitet.

Der Auftragseingang zeigt jedoch, dass diese Zahlen schon bald nach oben korrigiert werden können. Umso wichtiger ist eine effiziente Bearbeitung. Die Installationen, die von den Firmen Ecolab und Jensen im neuen Betrieb vorgenommen wurden, haben für eine deutliche Energieeinsparung gesorgt.

Der aktuelle Wasserverbrauch liegt bei 6,5 l Frischwasser pro Kilogramm Wäsche. Die Waschstraße wird mit 3 l Frischwasser pro Kilogramm Wäsche gefahren. "Der Verbrauch an thermischer Energie konnte von 1,9 kWh/kg Wäsche in der alten dampfbetriebenen Wäscherei auf 0,9 kWh/kg Wäsche in der neuen Wäscherei ohne Dampf gesenkt werden. Dabei war im ursprünglichen Plan des Betriebes ein Kesselhaus vorgesehen", erinnert sich Gerald Haller. Aber als die Unternehmer vom dampflosen Konzept der beiden Anbieter hörten, wagten sie den Schritt, als Pilotunternehmen neue Wege in Sachen Ressourceneinsparung zu beschreiten.

Die Wäsche der Hotels wird in einer Senking-Taktwaschanlage mit 15 Kammern gewaschen, in einer Presse entwässert und anschließend geschüttelt oder getrocknet. "Wir erzielen sehr gute Restfeuchtewerte, so dass auch der Trocknungsprozess wirtschaftlich abläuft", berichtet Wäschereileiter Di Sulejman Seferovic. Beheizt werden die Waschstraße, Trockner und Mangeln direkt mit Gas. Die Maschinen wurden nach Angaben des Herstellers für einen minimalen Energie- und Wassereinsatz bei hoher Leistung konstruiert. Dies beinhaltet neben dem direkten Gasbetrieb auch die Integration von internen Energie- und Wasserrückgewinnungssystemen.

Niedrigtemperaturverfahren und Aquaheater

Günter Harthold, der für die Textilpflege Stuhl zuständige Betreuer von Ecolab, erklärt die weiteren Maßnahmen zur Energieeinsparung: "Die Wäscherei arbeitet mit dem Niedrigtemperaturverfahren Performance. Die Kombination von Niedrigtemperatur bei Hotelwäsche 50 °C und hochkonzentrierten Produkten erzielt bereits erhebliche Einsparungen. Der Einsatz von zukunftsweisenden Energieerzeugern sorgt dafür, dass Ressourcen wie Gas, Strom und Wasser hocheffizient genutzt werden. Das beschreibt kurz gesagt unser Konzept Performance Ultimate die dampflose Wäscherei."

Eine Komponente des Konzeptes ist der Aquaheater von Ecolab, dieser heizt das Frischwasser für die Waschstraße in einem Tank auf 50 °C auf. Direkt an der Waschstraße wurden zwei gasbetriebene Wärmeerzeuger Aquaheater angebracht, die das Prozesswasser der Kammern erhitzen, in die üblicherweise Dampf geleitet wird, nämlich die Kammern 3, 5 und 6.

Das Abwasser der Waschstraße wird mit Hilfe eines Aquacyclers wiederverwertet. Dieses Feinfiltrationssystem wurde entwickelt, um das Spülwasser zu filtern und wieder dem Prozess zuzuführen. Das Spülwasser wird dazu in einem Tank zwischengespeichert und anschließend durch den Filter des Aquacyclers gereinigt. "Wie fein gefiltert wird, kann die Wäscherei selbst bestimmen, möglich sind Feinheiten von 40 bis 200 my", beschreibt Gebietsleiter Günter Harthold. "Das saubere Filtrat wird in drei Filtrattanks gepuffert und kann in der Vor- und Klarwäsche wiederverwendet werden." In der Wäscherei Stuhl wird dieses für die Mattenwäsche genutzt, die einem anderen Gebäudeteil untergebracht ist. Drei Waschschleudermaschinen mit einer Kapazität von 180, 200 und 250 kg sind hier im Einsatz. In einer Ringleitung wird das Wasser kontinuierlich befördert, bleibt so ständig in Bewegung und kühlt daher nicht stark ab. Mit einem Aquaheater wird nachgeheizt.

Textilpflege Stuhl spart Wasser

Das Wasser, das aufgrund von Verfärbungen nicht wiederverwendet wird, gibt mit Hilfe eines Energy Optimisers seine Wärme an das Frischwasser ab. Das Abwasser wird so abgekühlt und das warme Frischwasser kann zum Spülen verwendet werden.

Durch diese Maßnahmen werden derzeit nur rund 8 l Frischwasser pro Kilogramm Wäsche im Betrieb verbraucht. Einen Überblick über ihre Verbrauchswerte bekommt das Team der Textilpflege Stuhl mit Hilfe des Datenmanagementsystems H.E.L.M.S. von Ecolab. Gas- und Stromzähler übermitteln die benötigen Werte per Funk an das System.

Die Übertragung der Daten des Wasserzählers erfolgt mittels Impulsen. So können alle Energie- und Wasserverbrauchswerte ermittelt, verarbeitet und ausgewertet werden. "Das Reportsystems macht den Ablauf wesentlich transparenter“, sagt Gerald Haller. "Wir können jetzt Schwachstellen identifizieren und beheben." Das System zeichnet die wichtigen Parameter jedes Waschprozesses auf, wie z.B. Kundennummer, Programmbezeichnung, Beladung, Dosiermengen, Temperatur und pH-Werte. "Dem Kunden gegenüber kann jederzeit die richtige Wäschebearbeitung nachgewiesen werden", fügt Günter Harthold an.

Von seinem Laptop aus kann Gerald Haller die Verbrauchsdaten aller Wäschereien, die zum Stuhl-Unternehmen gehören, einsehen. Dazu zählt neben dem alten Standort in der Stadt Bruck und dem neuen Standort seit dem Jahr 2002 auch eine Wäscherei in der Slowakei. Rund 20 t Wäsche werden dort täglich bearbeitet. Eine "verlängerte Werkbank" aufgrund niedrigerer Arbeitskosten ist der Betrieb hinter der Grenze jedoch nicht. Vielmehr wurde hier ein Betrieb nach europäischen Standard für den lokalen Markt errichtet. Rund 100 Mitarbeiter sind im rund 80 km entfernten Trnava beschäftigt. Von hier aus werden Kunden in der Slowakei, Tschechien und Ungarn mit frischer Wäsche beliefert.