Textilreinigung -

Im Gespräch mit Sandra Brammen und ihrem Chef Rainer Buchholz „Textilreinigerin – mein Traumjob!“

Sie will Textilreinigerin werden. Sandra Brammen hat ihren Traumjob gefunden. Ohne Übertreibung, sagt sie. In ihrem Ausbildungsbetrieb in Bad Oldesloe und unter den Fittichen ihres Chefs Rainer ­Buchholz lernt sie ein Handwerk, das sie liebt. Eine Auszubildende wie aus dem Bilderbuch in einem ­Bilderbuchbetrieb. Wir haben sie gefunden und mit ihr und ihren Ausbildern gesprochen.

Sandra Brammen ist froh, dass sie angekommen ist, in einem Ausbildungsbetrieb, der ihr eine berufliche Zukunft bietet. Ein halbes von insgesamt drei Jahren hat sie bereits hinter sich. Noch nie habe sie so einen tollen Chef gehabt, so nette Kolleginnen und so viel Spaß bei der Arbeit. Die zurückhaltende 20-Jährige spricht fast ausschließlich in Superlativen. Mit journalistischer Skepsis haken wir nach, ja insistieren nahezu. Aber nein. Wir finden kein Haar in der Suppe, sondern eine zufriedene junge Frau, die einfach gern tut, was sie tut.

In einer klassischen Textilreinigung, der größten in Norddeutschland, einem echt „exotischen“ Betrieb, wie ihn der Inhaber Rainer Buchholz nennt. Sein Dienstleistungsunternehmen mit Schwerpunkt Textilreinigung hat mit über 80 Mitarbeitern die Größe eines mittelständischen Unternehmens. „Es ist trotzdem sehr familiär bei uns“, sagt die angehende Textilreinigerin, deren Erfolgsgeschichte auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz kein Märchen ist. Es war eher eine Odyssee, bis Sandra Brammen weiß, was sie wirklich will und kann, bevor sie am 1. August 2016 ihre Ausbildung zur Textilreinigerin startet.

Zunächst ein Praktikum

Wie viele Jugendliche sucht sie mit abgeschlossener Hauptschule den richtigen Beruf und vor allem einen geeigneten Ausbildungsplatz. Erste Berufserfahrungen macht sie während eines einjährigen Bundesfreiwilligendienstes in einem Alten- und Pflegeheim. Hier stellt sie fest: Die Altenpflege ist es nicht, aber vielleicht etwas im Bereich Hauswirtschaft. Die Agentur für Arbeit hilft ihr bei der Suche. Gemeinsam mit ihrer Beraterin entdeckt sie einen Praktikumsplatz bei der Buchholz Textilpflege, zunächst für zwei Wochen.

Sie hat absolut keine Ahnung, was in so einer Reinigung passiert. Um das Waschen und Bügeln ihrer Bekleidung kümmert sich die Mutter. Dass sie selbst einmal mit Hingabe und größter Sorgfalt Hemden, Hosen und andere Bekleidungsstücke bügeln würde, hätte sie niemals geglaubt. Wäschewaschen war so gar nicht ihr Thema.

Sie ist dennoch neugierig, bewirbt sich und bekommt die Gelegenheit, den Arbeitsalltag eines Textilpflegebetriebes hautnah kennenzulernen. Vorab googled sie, um sich zumindest ein Bild vom Unternehmen machen zu können. Der Internetauftritt gefällt ihr. Der Blick hinter die Kulissen ist eher ernüchternd. Ihr erster Eindruck: sehr viel Wäsche und sehr viel Arbeit! Sandra Brammen bleibt optimistisch, packt beherzt mit an, lässt sich bereitwillig anleiten und strengt sich an. Denn Rainer Buchholz bietet ihr die Perspektive, das Praktikum auszuweiten, damit sie tiefer in die Materie einsteigen kann, bevor beide Seiten den Ausbildungsvertrag unterschreiben.

Realistische Chance

Der im Prüfungsausschuss aktive Unternehmer gehört zu den Idealisten seiner Zunft, mit mehr als 30 Jahren Branchenerfahrung ist er jedoch vor allem Realist. „Ich bin sehr kritisch bei der Auswahl meiner Auszubildenden“, betont er. „Im eigenen Interesse, aber auch, weil ich als Unternehmer eine menschliche und persönliche Verantwortung habe. Mir ist es wichtig, dass die jungen Leute eine realistische Chance haben, bis zur Prüfung durchzukommen und diese zu bestehen. Wer branchenfremd ist, hat keine Vorstellung davon, wie anspruchsvoll das Berufsbild ist und wie komplex die theoretische Ausbildung. Wenn im Vorstellungsgespräch jemand sagt, dass er sich für Chemie noch nie wirklich interessiert hat oder in Mathe eigentlich schon immer schlecht war, weiß ich, es wird schwierig.“ Dann gibt es Klärungsbedarf, ob die intellektuellen Fähigkeiten insgesamt ausreichen. Im Idealfall haben seine Azubis den Wunsch, für ihr Handwerk zu brennen, so wie Sandra Brammen. Sie sei auch für den Betrieb ein echter Glücksfall.

Dass man Leidenschaft für den Beruf ein Stück weit fördern kann, räumt Rainer Buchholz ein. „Wenn sie aber so gar nicht da ist, macht es wenig Sinn.“ Der Textilreinigermeister spricht aus Erfahrung. Weil er sich noch gut an die Höhen und Tiefen seiner eigenen Ausbildung erinnern kann, hat er neben hohen Erwartungen immer wieder größtes Verständnis. Motivation ist Chefsache! So sieht er es. Die Arbeit mit der schmutzigen Wäsche sei eben nicht so attraktiv wie ein Job in der IT-Branche und vor allem schlechter bezahlt. „Seien wir doch mal ehrlich“, sagt er. „Es wird uns kaum gelingen, junge Menschen oder zuverlässige Fachkräfte für unsere Branche zu gewinnen, wenn wir außer Arbeit nichts zu bieten haben. Wenn wir uns Mitarbeiter mit Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft wünschen, müssen wir das erst einmal vormachen.“ Rainer Buchholz tut es. Und Sandra Brammen ist nach wie vor begeistert. „Schon im Praktikum hat mir Herr Buchholz alles gezeigt und mich darauf aufmerksam gemacht, in welchen Bereichen ich ausgebildet werde. Ich wusste, was auf mich zukommt.“

Sich wertgeschätzt fühlen

Ihr Chef ist jemand, mit dem man reden kann. Keiner, der grundlos meckert, sondern einer, der es ernst meint. In der Sache und mit den Menschen. Sandra Brammen fühlt sich wertgeschätzt, zum ersten Mal in ihrem jungen Berufsleben. Für sie ist das eine ganz besondere Erfahrung, die sie durch die Ausbildung und einen oftmals anstrengenden Arbeitsalltag trägt.

In der Schule läuft es bestens, erzählt Sandra Brammen sichtlich erleichtert. Ihr Chef ist es ebenfalls. Er legt großen Wert darauf. Betrieb und Auszubildende profitieren davon, dass es die Berufsschule für Textilreiniger in Neumünster noch gibt. Die Fahrtzeit von einer Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei ein akzeptabler Aufwand. „Ich kann mich in der Bahn auf den Unterricht vorbereiten oder nach der Schule noch mal etwas nachlesen“, kommentiert Sandra Brammen. Den Blockunterricht findet sie ideal. In diesen Wochen könne sie sich voll und ganz auf den Lehrstoff konzentrieren. Denn auch in der Schule möchte sie Bestleistungen erreichen; mit dem Zeugnis nach dem ersten Halbjahr ist sie zufrieden, Rainer Buchholz ebenfalls.

Gutes Geld für gute Noten

Rainer Buchholz honoriert jede gute Note seiner Azubis mit einer monatlichen Leistungszulage, zusätzlich zur Ausbildungsvergütung. Für jedes „sehr gut“ gibt es die doppelte Summe, allerdings nur solange die Noten auf dem Niveau bleiben. Ausruhen auf einer einmaligen Leistung funktioniert nicht! Denn es geht darum, das Durchhaltevermögen zu trainieren. Und das funktioniert, bestätigt Sandra Brammen. „Ich habe mich sehr gefreut, dass ich nach dem Zeugnis mehr Geld bekommen habe“, sagt sie. „Selbstverständlich gebe ich weiterhin mein Bestes.“ Einen finanziellen Bonus nach dem Prämienprinzip erhalten die Auszubildenden bei Buchholz übrigens auch für Leistungssteigerungen in der Praxis. Als fairen Ausgleich für alle, die nicht nur gute Noten schreiben. Für Sandra Brammen sind kollegiale Unterstützung, ein freundlicher Umgangston und ein respektvolles Miteinander das A und O. Eingebunden in das Team fühlt auch sie sich dafür verantwortlich, dass alles rundläuft. Dazuzugehören, nicht allein vor einer Aufgabe zu stehen, jederzeit um Rat fragen können und sich keine Sorgen machen zu müssen, wenn doch einmal etwas schiefgeht. All das schätzt sie besonders an ihrer Ausbildung. Ihre wichtigste Stütze, neben ihrem Chef, ist dabei ihre Ausbilderin Mareike Berger. „Sie kann ich wirklich alles fragen und ich hoffe, ich bin eines Tages genauso gut wie sie“, schwärmt Sandra Brammen. Das Fachwissen und handwerkliches Können der Teamleiterin der Textilreinigung beeindruckt sie sehr. Die Vize-Siegerin im Bundesleistungswettbewerb 2015 ist ihr Vorbild. „Ich schaue mir sehr viel von Mareike ab. Sie ist eine ganz Schlaue und hat immer ein offenes Ohr. So kann ich jeden Tag etwas lernen und weiterkommen.“

Attraktive Aufstiegschancen

Bei so viel Enthusiasmus liegt es eigentlich nahe. Ja, sie würde ihren Beruf jederzeit weiterempfehlen. Allerdings jedem ein ausgedehntes Praktikum ans Herz legen, um herausfinden zu können, ob Textilreiniger wirklich der Traumjob ist. Attraktiv ist für sie die Aussicht auf einen festen Arbeitsplatz und Aufstiegschancen in der Branche. Textilreiniger werden gebraucht. Das sei sehr beruhigend, denn sie geht davon aus, ihren Beruf langfristig auszuüben. Er sei abwechslungsreich und biete täglich neue Herausforderungen. Um daraus Erfolgserlebnisse zu machen, eigne sie sich das nötige Fachwissen an. „Erst wenn ich weiß, um welche Faser oder Verschmutzung es sich handelt, kann ich besser werden und am Ende eigenständig arbeiten.“ Der hohe Qualitätsstandard der Buchholz Textilpflege ist ihre Messlatte: Textilien perfekt zu pflegen und in jedem Fleck „Materie am falschen Platz“ zu erkennen. Dafür lohne es sich, eine dreijährige Ausbildung zu machen. „Wenn ich ein Sakko oder ein teures Kleid so gereinigt und gebügelt habe, dass es fast wieder wie neu aussieht, weiß ich, dass ich in meinem Beruf richtig bin. Und wenn Mareike oder meine Chef das sehen, weiß ich, dass ich etwas geschafft habe. Das fühlt sich einfach gut an.“ Das glauben wir sofort.

Im Artikel " Jung, ambitioniert, top ausgebildet " von R+WTextilservice lesen Sie, wie Mareike Berger ihren Weg zur Textilreinigerin und Ausbilderin gegangen ist.

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