Technik, Prozessparameter, Personal, Instandhaltung, Fasermaterial – beim Bügeln spielen viele Dinge eine Rolle. Mehr dazu erfuhren die Teilnehmer des Checkpoints EFIT im österreichischen Wolkersdorf. Neben theoretischen Tipps gab es auch einen praktischen Workshopteil.
3 „Mit Volldampf zu effizienter Bügelqualität“, hieß es bereits im November 2016 in der Schweiz. Nun veranstaltete die Europäische Forschungsvereinigung innovative Textilpflege (EFIT) eine ähnliche Veranstaltung aus der Reihe Checkpoint EFIT auch in Österreich. Am 4. März 2017 kamen mehr als 30 Teilnehmer nach Wolkersdorf nahe Wien, informierten sich über Themen rund ums Bügeln und beteiligten sich rege an dem Praxisteil, der im ortsansässigen Unternehmen, der Putzerei Klaus, stattfand.
Wie in der Schweiz hat sich die Veranstaltungsreihe Checkpoint EFIT auch in Österreich etabliert und fand ebenfalls zum dritten Mal statt. Sie dient nicht nur dem Austausch von Fachwissen, sondern auch der Zusammenarbeit zwischen der EFIT und den Verbänden in den angrenzenden Alpenstaaten. So wurde der Tag mit einem Überblick über die Neuigkeiten der EFIT sowie des österreichischen Bundes- und Landesverbandes begonnen. Birgit Jussen von der EFIT berichtete unter anderem von den neuen Vorhaben 2017. Das Projekt „Neue Lösungsmittel“ wird in die zweite Runde gehen und mit den neuen Lösungsmitteln HiGlo, Sensene und Intense weitergeführt. Das Kick-off-Meeting ist im Zusammenhang mit der diesjährigen EFIT-Mitgliederversammlung am 23. und 24. Juni 2017 in der Nähe von Frankfurt am Main geplant. Außerdem berichtete Jussen über das neue Projekt „Verhalten von Reflexmaterialien bei der Pflege“, das auf Anstoß von EFIT-Mitgliedern ins Leben gerufen wurde. Dazu soll es eine Infoveranstaltung am 16. Mai 2017 in der Nähe von Göttingen geben. Ein weiteres Highlight unter den EFIT-Veranstaltungen 2017 findet am 20. und 21. April statt: der FashionCare-Marketingclub unter dem Motto „Neue Wege der Qualität: Hemden, Logistik und Betriebssicherheit im Fokus“. Die EFIT wird bei der WKS Textilveredlungs-GmbH in der Grafschaft Bentheim zu Gast sein und im Rahmen der Veranstaltung auch die Museumsfabrik des Stadtmuseums Nordhorn besichtigen. Anschließend berichtete Bundesinnungsmeister KommR Walter Imp über die bevorstehende Bundesinnungstagung der Österreichischen Textilreiniger, Wäscher und Färber vom 11. bis 13. Oktober 2017 in Niederösterreich. Er informierte zudem über einige politische Herausforderungen, vor denen die Österreicher derzeit stehen, unter anderem Lohndebatten und neue gesetzliche Regelungen für Registrierkassen.
Prozesse und Technik beim Bügeln
Da nicht zuletzt die Produktionskosten in der Textilpflege durch stetig steigende Löhne in die Höhe schießen, ist es wichtig, die Prozesse gut im Griff zu haben. Im Fokus der Veranstaltung stand der Prozess des Bügelns. Frank Ziermann, Geschäftsführer der BÖWE Textile Cleaning GmbH sowie der Ziermann GmbH, stellte das Sparpotenzial beim Hemdenfinishen dar. „Nicht nur die Technik ist entscheidend“, sagte Ziermann, „der ganze Prozess und die Prozessparameter müssen aufeinander abgestimmt sein, um effektiv arbeiten zu können.“ Angefangen vom Waschprozess über die Dampf- und Druckluftversorgung, die Aufstellposition der Finishgeräte bis hin zur Verpackung. Ebenfalls über Einsparpotenzial referierte Maria Bischoff von der EFIT. Die einzelnen Schritte beim Hemdenfinish stellte sie in Euro und Cent dar.
Dennoch spielt auch der Maschinenpark eine wichtige Rolle. Einen Überblick über den technischen Stand der Finishgeräte, unterschiedliche Möglichkeiten zum Finishen und Pressen von Hemden sowie Automatisierungspotenzial erhielten die Teilnehmer anschließend durch Präsentationen und Filmbeiträge der drei Bügel- und Finsihtechnikhersteller Veit, Sankosha und Eco Impact. Im Anschluss erläuterte Caroline Drechsler von Veit die Relevanz von Bügelbezügen, -sohlen sowie der Wartung und Pflege des Bügelplatzes im Zusammenhang mit Effizienz. „Ich sehe immer wieder schlecht gewartete Maschinen, zerschlissene, verschmutzte bis verkohlte Bezüge und Ähnliches“, berichtete Drechsler. Dass dies auch Einfluss auf die Produktivität hat, liege auf der Hand. Dennoch werde der Instandhaltung in vielen Betrieben wenig Beachtung geschenkt, so die Bügelexpertin.
Faserkunde und Praxis
Neben den Technikthemen gab es – wie in der Schweiz – auch wieder einen Vortrag zur Faserkunde. Textilexpertin Birgit Jussen erläuterte, welche Fasern natürlichen Ursprungs sind und welche synthetisch hergestellt werden, welche Eigenschaften sie haben und wie diese sich auf den Bügel- und Finishprozess auswirken.
Nach viel Theorie ging es am Nachmittag in die Putzerei Klaus in Wolkersdorf, wo die Erkenntnisse praktisch verinnerlicht werden konnten. Angeregte Gespräche bildeten den Ausklang des Tages und machten Vorfreude auf die nächste gemeinsame Veranstaltung Anfang 2018.
Infos: www.efit-textilpflege.de