Mit dem Verbundprojekt „Reward“ wollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland und Polen gemeinsam ein Recyclingverfahren für Wasser und Waschmittelkomponenten für gewerbliche Wäschereien entwickeln und so auch die Branche wirtschaftlich kräftigen.

3 Die aktuelle Situation sieht so aus: Ein hoher Verbrauch von Wasser und Waschchemikalien sowie gefährliche Abwässer stellen laut Hohenstein-Gruppe Herausforderungen für die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit von Wäschereien dar. Recyclingraten von Waschmittelinhaltsstoffen seien bisher sehr niedrig, Wartungskosten durch Verblocken der Filtermembranen sehr hoch und die Wasseraufbereitung durch Abtrennung von Mikroorganismen und Schmutz noch nicht optimal.
Neues Recyclingkonzept
Im Verbundprojekt „Entwicklung eines nachhaltigen Recyclingverfahrens für Wasser und Waschmittelkomponenten für gewerbliche Wäschereien (Reward)“ untersuchen Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland und Polen Strategien für die Verwertung von Abwässern aus gewerblichen Waschprozessen. Dies teilt Hohenstein in einer Pressemeldung mit. Ziel sei es, effiziente Technologien für die Wäschereibranche zu entwickeln, um eine optimale Nutzung der Ressourcen Wasser und Waschmittelchemie sicherzustellen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen der Maßnahme „Deutsch-Polnische Nachhaltigkeitsforschung II (STAIR)“.
Geplant sei, mit der neuentwickelten Technologie nahezu das gesamte Abwasser aus gewerblichen Waschprozessen wiederzuverwenden. Die Qualität der Waschprozesse, unter anderem Hygiene und Werterhalt der gewaschenen Textilien, soll bei Einführung des neuen Recyclingkonzepts erhalten bleiben. Das nachhaltige Wasser- und Ressourcenmanagement soll zur Steigerung des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit in der Wäschereibranche führen.
Branche wirtschaftlich stärken
Die Bedeutung von Hygiene im europäischen Gesundheitswesen steigt stetig und die normativ geregelten Anforderungen an den Schutz der Mitarbeiter in der verarbeitenden Industrie werden noch strikter, so Hohenstein. Somit werde auch die Wäschereibranche künftig eine größere Rolle für die europäische Gesellschaft spielen. Deshalb sei es notwendig, die Wasser- und Ressourcenkosten in der Wäschereibranche durch Einführung innovativer Recyclingkonzepte zu reduzieren und die Branche somit wirtschaftlich zu stärken. Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen in den Wäschereien führt nach Angaben von Hohenstein zu positiven Effekten hinsichtlich des Umweltschutzes, was ebenfalls der Gesellschaft zugutekomme.
Um diese Herausforderungen in dem Forschungsprojekt zu meistern, wird eine Recyclingtechnologie entwickelt, deren Herzstück die Dipolinduktionstechnologie der Firma Aqon und eine maßgeschneiderte Membranfiltration von Atec bilden, so Hohenstein. Die Dipolinduktionstechnologie arbeitet mit gepulsten elektrischen Feldern und soll zu einer besseren Abtrennbarkeit von Schmutz aus dem Abwasser verhelfen. Außerdem sollen u.a. Membranen in der Filtrationsanlage speziell angepasst werden, um die bestmöglichen Recyclingquoten von Waschmittelinhaltsstoffen zu realisieren.
Praxistest in Polen
Das Konzept wird zunächst im Labormaßstab untersucht und anschließend in der Praxis in einer polnischen Wäscherei in Sierpc angewandt, teilt Hohenstein mit. Durch die Bündelung deutsch-polnischer Forschungskompetenzen seien die besten Bedingungen für ein optimiertes, wirtschaftliches und nachhaltiges Recyclingkonzept gegeben, das vielen industriellen Nutzern zur Verfügung stehe. Von dem Projekt können nach Angaben von Hohenstein zunächst die gewerblichen Wäschereien profitieren, da dies zur Steigerung der Nachhaltigkeit und zur Reduzierung der Kosten in der Branche führen würde. Das Konzept könne aber auch auf weitere industrielle Wirtschaftszweige übertragen werden, wie beispielsweise die Lebensmittelindustrie.
Infos: www.hohenstein.de