1296 zelebrierte Venedig Karneval erstmals als Feiertag. Die Tradition selbst ist natürlich viel älter: Bereits im Jahr 1094 wird die fünfte Jahreszeit erstmals schriftlich erwähnt. Noch heute locken die aufwändigen Kostüme unzählige Besucher in die Stadt – die außergewöhnliche Wäscheleinen hat.

Damals, im Jahr 1094, begann die Zeit der Narren am 26. Dezember; im 18. Jahrhundert schon im Oktober.
Warum? In der Serenissima hebelten Maske und Kostüm soziale Unterschiede aus. Menschen aller Stände konnten sich bei rauschenden Festen treffen und Männern wie Frauen durften in neue Rollen zu schlüpfen.
Kostüme aus Brokat und Seide reinigen
Wie die Venezianer die Spuren der ausschweifenden Feiern aus ihren Kostümen aus Brokat und Seide entfernten, ist nicht im Detail überliefert. Vermutlich bürsteten sie groben Schmutz aus und hingen die Kostüme zum Auslüften an Wäscheleinen.
Wäscheleinen in Venedig
Diese sind noch heute ganz besonders raffiniert. Das Seil läuft über Rollen und kann zwischen zwei Fenstern oder quer über die schmalen Gassen zwischen zwei Häusern gespannt werden. Wäschestücke hängen Venezianer dann vom Fenster aus auf und ziehen dann das Seil ein Stück weiter.
Einen Karneval wie früher gibt es heutzutage nicht mehr. Einige Venezianer legen aber die traditionellen Gewänder und Masken extra für Besucher an und schlendern von der Rialtobrücke zum Markusplatz. Und statt eines Straßenumzugs, rudern verkleidete Venezianer in Gondeln den Canal Grande entlang.
Funfact: Karneval in Venedig zieht heutzutage Millionen von Besucher an. Zum traditionellen Engelsflug – bei dem eine als Engel verkleidete Person an einem Seil vom Glockenturm des Markusplatzes zum Dogenpalast schwebt, strömen so viele Besucher, dass Verkehrspolizisten den Fußgängerverkehr in den schmalen Gassen regel müssen.
