Die Altenpflege 2016, Leitmesse der internationalen Pflegewirtschaft, fand vom 8. bis 10. März 2016 in Hannover statt. Mit rund 28.000 Besuchern wurde laut Veranstalter die Vorjahreszahl auch in diesem Jahr erreicht. 579 Aussteller zeigten drei Tage lang zukunftsweisende Innovationen sowie Dienstleistungen aus der Pflegebranche, darunter auch Lösungen rund um die Textilpflege und den Textilservice.
„Die Altenpflege ist und bleibt die wichtigste Veranstaltung für die Pflegewirtschaft. Sie ist lösungsorientierter Partner, Trendbarometer und Plattform für die gesamte Branche“, sagte Miriam von Bardeleben, Verlagsleiterin beim Altenpflege-Veranstalter Vincentz Network, zum Abschluss der Messe in Hannover, die vom 8. bis 10. März 2016 lief. Das Angebot in den vier Messehallen umfasste die Bereiche Pflege & Betreuung, Wohnen & Quartier, Verpflegung & Hauswirtschaft sowie Arbeitswelten & Prozesse. Auch Aussteller aus dem Bereich Textilpflege, Wäscherei und Textilservice waren in Hannover dabei und präsentierten ihre Lösungen.
Textilien
Textilspezialist Dieckhoff zeigte auf der Altenpflege einen Überblick über sein vielseitiges Gesamtprogramm: von Frottierwaren über Geschirrtücher bis hin zur Bettwäsche. Alle Produkte sind laut Dieckhoff leasinggerecht. Die Besucher hatten die Möglichkeit, die neue, nachhaltige Produktlinie „Denken. Fühlen. Handeln.“ kennenzulernen. Sie wird nach den strengen Kriterien des „Cradle to Cradle“-Konzepts hergestellt. Es gab u.a. auch neue Modelle bei Bekleidung und Druckbettwäsche zu sehen. Einen eindeutigen Trend sieht man bei Dieckhoff zu individualisierten Textilien, außerdem habe spürbar die Nachfrage nach Tencel-Geweben zugenommen. Bei der Altenpflege 2016 standen für Dieckhoff Nachhaltigkeit, soziale Standards und die Umweltverträglichkeit im Fokus. Wichtig sei es aber auch, für jeden Bedarf und Geschmack eine große Design- und Qualitätspalette zu bieten. Man übernehme ebenso für Anfragen, die darüber hinausgehen, eine individuelle Anfertigung. Das Dieckhoff-Team war zufrieden mit dem Messeverlauf: Man konnte Kontakte pflegen, neue Kontakte knüpfen und die Produkte weiter bekannt machen.
Nybo Workwear stellte zwei Kollektionen in den Mittelpunkt des Messeauftritts. „Charisma Premium“ ist eine vollfarbige Kasackserie mit Tencel-Gewebe (190 g), welche das Unternehmen in sechs Farbstellungen anbietet. Als Neuentwicklung hatte Nybo „Nature“ dabei: aus ökologischer Baumwolle sowie recyceltem Polyester (Flächengewicht 140 g) und daher laut Unternehmen besonders nachhaltig und ressourcenschonend. Die Modelle gibt es in je zwei Damen- und Herrenvarianten und drei Farbstellungen (vollfarbig). Die Schnitte sind modisch, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken, und bieten durch das geringe Flächengewicht einen hervorragenden Tragekomfort, so Nybo. Verkaufsleiter Harald Reisinger sagte: „Die Veränderungen im Pflegeheimbereich – Stichwort: Wohngruppenkonzept – verändern auch die Anforderungen an die Bekleidung: Es muss freizeitlicher werden, Weiß verliert zunehmend an Bedeutung. Die Grenzen zwischen Berufs- und Freizeitbekleidung verschwimmen immer mehr.“ Diesen Anforderungen begegnet Nybo Workwear insbesondere durch das breite Angebot an vollfarbigen Serien in Geweben, die häufig unter 200 g Flächengewicht liegen, gerne in Tencel, was den Tragekomfort verbessert. Die Altenpflege wurde auch dazu genutzt, den Kunden den neuen Key-Account-Manager Bernd Schultz vorzustellen.
Maschinentechnik
Zum wiederholten Male stellte Alliance Laundry Systems mit der Marke Primus und dem autorisierten Primus-Partner Holzfuß Wäschereitechnik auf der Altenpflege in Hannover einen Auszug aus seiner Produktvielfalt vor. Neben der Hygienetrennwandwaschmaschine der FXB-Reihe mit innovativem Innentrommelverschluss und sensorischer Innentürüberwachung während des gesamten Waschzyklus wurden auch die bereits eingeführten Wärmepumpentrockner mit neuem Design gezeigt. Das Update u.a. mit Türen in Edelstahloptik umfasst alle Trockner der T-Reihe und die Wärmepumpentrockner. Bei allen Trocknern dieser Baureihe ist beispielsweise die Mikroprozessorsteuerung nun einheitlich in der Mitte des Bedienfeldes untergebracht. Stellvertretend für die große Auswahl an Mangeln wurde die platzsparende Primus-Zylindermangel I 33 gezeigt. In diesem Jahr stellte Primus außerdem erstmals live eine innovative Lösung zur Nassreinigung vor. Das neue SoftWash-Nassreinigungsverfahren zeigte Primus komplett – inklusive Waschmaschinen, Trockner und Einrichtungen zum Bügeln auch von hochwertiger und sensibler Oberbekleidung. Die Besucher hatten sogar die Möglichkeit, ihre Bekleidung vor Ort reinigen zu lassen und später in sauberem Zustand wieder in Empfang zu nehmen. Das Standteam war mit dem Messeergebnis zufrieden. Vor allem auch die Hinweise auf den sparsamen Umgang mit den Ressourcen stießen auf große Resonanz.
Am Messestand von Electrolux Professional zeigten Thomas Schauerte, Vertriebsleiter Deutschland und Segment Manager Care, und das Messeteam u.a. das neue „lagoon Advance Care“-Nassreinigungsverfahren. Es soll für delikate Bekleidungsstücke auch in der hauseigenen Wäscherei von Pflegeheimen von Nutzen sein. Pullover, Kleider, Sakkos usw. sollen innerhalb einer Stunde gewaschen, getrocknet und in Form gebracht werden können, ohne dass die Qualität leidet. Zudem fand die Barrierewaschmaschine WSB5180H großes Interesse, eine kompakte Maschine für die Hygienewäscherei mit 18 kg Trommelvolumen. Als weitere Neuheit präsentierte Electrolux die Barrierewaschmaschine WHB5500H mit Pullmantrommelteilung – allerdings noch ohne Vorführmaschine, also nur „auf Papier“. Dabei soll es sich um die kompakteste Maschine dieser Klasse handeln mit neuen Features wie „Automatic Inner Door Opening“. Thomas Schauerte betonte: „Viele Unternehmen suchen in Zeiten größer werdenden Wettbewerbs und vor dem Hintergrund der steigenden Ansprüche nach Möglichkeiten, sich zu differenzieren und den Bedürfnissen der Bewohner noch stärker zu entsprechen.“ Daher wurde das Thema Wäscherei-Insourcing, also der Gedanke, die Wäsche wieder zurück ins eigene Haus zu holen, stark diskutiert. Electrolux bietet dabei nicht nur technische Kompetenz hinsichtlich der Maschinen, sondern eine ganzheitliche Beratung mit Blick auf die Einhaltung der hohen Anforderungen an die Wäschehygiene.
Bei Miele Professional stand die Messepräsentation auf der Altenpflege 2016 ebenfalls im Zeichen der hauseigenen Wäscherei. Martin Hübner, Leiter Professional in der Miele Vertriebsgesellschaft Deutschland, sagte: „Immer mehr Senioreneinrichtungen übernehmen die Textilpflege wieder selbst.“ Wie sich der gesamte Wasch-, Trocken- und Mangelprozess kostensparend durchführen lässt und wodurch sich in jeder Einrichtung vorhandene Ressourcen optimal nutzen lassen, erlebten Besucher live auf dem 120 m2 großen Messestand von Miele Professional: in einer echten Wäscherei von der Wäscheannahme und Kennzeichnung im unreinen Bereich, dem Füllen der Waschmaschinen, der Schleuse im Übergang zur reinen Seite über die Entnahme der sauberen Wäsche bis hin zum anschließenden Trocknen und Mangeln mit moderner Technik. Bestandteil waren auch Zubehörprodukte wie Wäschewagen, die durch Lichtsignale eine sofortige Einordnung der gepatchten Bekleidungsstücke ermöglichen – und damit Verwechslungen ausschließen. Interessierte Besucher konnten das Konzept der modernen Inhousewäscherei auch zum Nachlesen mitnehmen: In einer neuen Broschüre, die erstmals auf der Altenpflege verteilt wurde und jetzt kostenlos bei Miele erhältlich ist.
Mit dem großen Interesse der Fachbesucher zufrieden war das Messeteam von Veit. Auch in diesem Jahr war der Bügelmaschinenhersteller aus Bayern wieder mit einem Messestand auf der Altenpflege in Hannover vertreten. Die meisten Fragen hatten die Besucher dem Standteam zufolge zum Thema effektives Bearbeiten von Bewohnerwäsche. Auch die Einzelheiten zu den von Veit angebotenen Inhouse-Bügelschulungen stießen auf großes Interesse. Das primäre Ziel einer solchen Bügelschulung ist laut Veit das Erhöhen der Stundenleistung – und das bei gleichbleibend hoher Qualität. Auf Wunsch wird auch der komplette Prozess innerhalb der Wäscherei überprüft. Hierfür hat Veit mit Caroline Drechsler, Ralf Frache und Johannes Thiel drei Fachleute im deutschen Markt. Alle drei führen den Meistertitel im Textilpflegehandwerk. Auf der Messe wurde dieses Team noch durch Vertriebsmitarbeiterin Karina Gilg ergänzt. Die Finishprofis werden nach eigenen Angaben auch auf der nächsten Altenpflege in Nürnberg wieder vertreten sein.
Kennzeichnungslösungen und Textilmangagement
Aufgrund des Erfolgs der Altenpflege-Messe in Nürnberg im letzten Jahr war deister electronic aus Barsinghausen erstmalig auf der Altenpflege in Hannover vertreten. Im Vordergrund standen bei diesem „Heimspiel“ das Schlüsselmanagement für Pflegedienste und Krankenhäuser, das Wegläuferschutzprogramm für Demente und das Wäschemanagementsystem „texTag Smart Cabinet“. Martin Hartwigsen, Sales- und Marketingmanager der deister electronic GmbH, zeigte sich sehr zufrieden mit der Anzahl wie auch der Kompetenz der Besucher. „Die Altenpflege Hannover war die ideale Plattform, um unsere RFID-basierten ,texTag Smart Cabinets‘ zu präsentieren. So konnten wir erfolgreich die Kombination der intelligenten Wäscheausgabesysteme mit zwei unterschiedlichen Wäschereisoftwares vorstellen“, so Hartwigsen. „Für uns ist es wichtig, dass sich unsere ,Smart Cabinets‘ nahtlos und ohne Medienbrüche in die verwendete Branchensoftware integrieren lassen. Neben einer validen Erfassung der Umlaufmengen sollen die Textilien schnell und intuitiv entnommen werden können, ohne umständliche Auswahlen an einem Touchpad. Denn jeden Tag fünf Sekunden summieren sich bei 500 Mitarbeitern auf knapp 140 Stunden pro Jahr und das kann man sparen“, erläuterte Hartwigsen.
Am Messestand von KEMAS konnten sich die Besucher informieren, wie Einrichtungen die Versorgung ihrer Mitarbeiter mit hygienisch sauberer Berufsbekleidung mit der Systemlösung texLOG optimieren können. Dezentrale Aus- und Rückgabesysteme sorgen für bereichsübergreifende Verfügbarkeit und garantieren den Mitarbeitern Zugang zu Berufsbekleidung rund um die Uhr, so
KEMAS. Die Ausstattung der Textilien mit UHF-RFID-Transpondern ist zudem die Grundlage für eine Versorgung mit Poolbekleidung wie auch für eine elektronische Bestandskontrolle. Aber auch für Textildienstleister bieten sich nach Angaben von KEMAS mit texLOG Ansatzpunkte zur Prozessoptimierung. UHF-Transponder im Textil ermöglichen die Dokumentation des Lebenszyklus von Einzelteilen über verschiedene Lesepunkte innerhalb des Unternehmens. Mit transparenten Bestandsdaten lasse sich die eigene Kapitalinvestition „Textil“ besser im Blick behalten. Zum anderen erfordere aber auch ein zunehmend vergleichbares Leistungsportfolio die Differenzierung von den Marktbegleitern. Ein Ansatz für Textildienstleister ist es, einerseits den Kunden bei der Einhaltung der Hygienevorgaben zu unterstützen und andererseits mit ihm gemeinsam seine Textilversorgung zu optimieren.
Für ThermoTex war es auch in diesem Jahr wichtig, wieder als Aussteller auf der Messe vertreten zu sein. Durch die Kooperation mit Miele und mithilfe des Livemodus der Software Saturn und der Sortierhilfe SORTEXX (sowohl auf dem ThermoTex-Stand als auch auf dem Miele-Stand) war es möglich, komplette Prozessabläufe in Pflegeheimwäschereien zu präsentieren und abzubilden. Die Attraktion für Besucher war laut Unternehmen zusätzlich die Möglichkeit, auch den RFID-Einsatz zu demonstrieren und darzustellen. Dies führte zu interessanten Gesprächen mit Wäschereileitern und -inhabern und es entstanden sogar Projekte, so ThermoTex. Das Standteam war zufrieden und freut sich bereits wieder auf die nächste Altenpflege-Messe.
Textilservice
In Hannover präsentierte CWS-boco seine Berufsbekleidungskollektion für die Gesundheitsbranche „boco Healthcare“. Neu im Sortiment ist der leichte, kurzärmelige Unisex-Schlupfkasack. Dieser soll sich durch ein Gewicht von nur 180 g/m2 auszeichnen sowie durch vielfältige Taschenlösungen zum Verstauen von Arbeitsutensilien. Die Berufsbekleidung ist in den sechs Farben Lavendel, Aqua, Mint, Jade, Bordeaux und Apricot erhältlich. Besucher konnten sich am CWS-boco-Stand außerdem zum textilen Full-Service des Unternehmens erkundigen oder über die Vorteile des neuen Kundenportals. Einrichtungen können beispielsweise bequem und rund um die Uhr Stationswäsche bestellen, Statistiken zu Wäschebeständen ansehen oder Bestandszählungen von Flachwäsche durchführen, verspricht das Unternehmen.
Mit besonderem Service punktete auch LavanTex. Der Zusammenschluss mittelständischer Unternehmen zu einer bundesweiten Serviceallianz für textile Vollversorgung präsentierte die Dienstleistung „Pflege der Lieblingsstücke der Bewohner“. Die qualitativ hochwertige Bearbeitung der Leibwäsche und Oberbekleidung mit sicherer Rückführung zum Besitzer stand dabei im Vordergrund. Der LavanTex-Stand war Teil des täglichen Messerundgangs, durchgeführt durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft. Hier wurden mehr als 30 Fachkräfte der Hauswirtschaft aus erster Hand mit innovativen Ideen und Lösungen über ein hygienisch sicheres und logistisch ausgereiftes Wäschekonzept informiert. Matthias Köberlein, Geschäftsführer der LavanTex Deutschland GmbH, sagte: „Wir haben die Messe zur Image- und Kundenpflege genutzt. Auch der branchenübergreifende Erfahrungsaustausch war rege und interessant.“
Die Altenpflege 2017 findet vom 25. bis 27. April turnusmäßig im Messezentrum der Nürnberg-Messe statt.
Infos: www. altenpflege-messe.de