Thielen Automation GmbH, Malbergweich Wäschereitechnologie: Der Weg in die Moderne

"In der Welt der industriellen Wäschereitechnologie fungieren wir als zentrale Schnittstelle, die andere Hersteller miteinander verbindet und gleichzeitig entscheidende Daten bereitstellt, um einen Betrieb so auf dem Weg zur digitalen Wäscherei zu unterstützen", sagt Bernd Thielen, der mit seinen Söhnen Lukas und Benedikt das Unternehmen als Geschäftsführer leitet.

Die Geschäftsführer der Thielen Automation GmbH (v.r.n.l.): Bernd Thielen mit seinen Söhnen Lukas und Benedikt Thielen. - © Thielen

Gezielte Modernisierung bestehender Anlagen, die Integration
neuer, innovativer Systeme und optimierte Logistikprozesse sollen Betriebe bestmöglich auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten. Mit diesem Ansatz will Thielen Automation Effizienz und Produktivität nachhaltig steigern.

Gegründet wurde die Firma bereits 2009, firmierte damals als LST GmbH und kümmerte sich um den Service und Installation von Kleiderausgabe-Systemen. Im Jahr 2019 übernahm die Familie Thielen die LST GmbH und firmierte sie um in die LST-Automation GmbH. Seitdem beschäftigt sich das Unternehmen mit der Automatisierung und Optimierung von Wäschereiprozessen. Mit Jahresstart 2024 firmiert das Unternehmen nun als Thielen Automation GmbH. Mittlerweile kümmern sich 30 Mitarbeiter um die Optimierung der Wäschereien.

Die Geschäftsfelder des Unternehmens umfassen die Automatisierung und Digitalisierung bestehender Wäschereimaschinen, die Entwicklung und Produktion von Sondermaschinen sowie die Optimierung und Neugestaltung von Logistikprozessen. Als ein neues Geschäftsfeld zeige sich zunehmend die Robotertechnik.

Um eine höhere Produktionskapazität zu erreichen, verlegt das Unternehmen im Sommer 2024 seinen ursprünglichen Standort in Malbergweich (einer Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz) ins nahe Badem. Dort entsteht ein Firmengebäude
mit 800 m² Bürofläche und 1600 m² Produktions- und Lagerfläche. "Dadurch wird die Produktionskapazität vervierfacht", sagt Lukas Thielen. In diesem Jahr präsentiere sich das Unternehmen auf der Messe Texcare zudem als Aussteller.

Automatisierte Wäschereien

In Wäschereien spielt Automatisierung seit Langem eine entscheidende Rolle. Eingabemaschinen, Faltmaschinen und vieles mehr automatisieren bereits bestimmte Schritte in der Wäscheverarbeitung. Von dieser Perspektive aus betrachtet sind viele Wäschereien bereits teilweise automatisiert. Dennoch bleiben einige Aufgaben weiterhin in menschlicher Hand.

"Um dem bestehenden Personalmangel entgegenzuwirken, ist es unser Ziel, eine durchgängige Automatisierung im gesamten Prozess zu erreichen", erläutert Bernd Thielen. "Wir sind der Ansicht, dass eine vollständige Automatisierung nicht mehr allein durch herkömmlichen Maschinenbau erreicht werden kann, sondern mithilfe moderner Robotertechnik, um maximale Zuverlässigkeit zu gewährleisten."

Im Moment entsteht in Badem ein neues Firmengebäude mit 800 m² Bürofläche und 1600 m² Produktions- und Lagerfläche.

Die Denkweise, die für einen erfolgreichen Einsatz dieser Robotertechnologie erforderlich ist, unterscheide sich dabei von der im herkömmlichen Maschinenbau. "Daher haben wir ein spezialisiertes Team aufgebaut, das über mehrjährige Erfahrung in der Robotertechnik verfügt, um diese Lösungen zu implementieren", sagt Bernd Thielen. Roboterlösungen werden sich seiner Meinung nach in der Breite in den Betrieben nur durchsetzen, wenn sie im täglichen Wäschereibetrieb einfach zu bedienen und äußerst zuverlässig sind.

Digitale Anbindung

Durch Thielen Automation sollen Anlagen ein umfassendes Update erhalten. "Wir erneuern dabei nicht nur die Steuerung und Software, sondern implementieren auch Automatisierungs- und Digitalisierungssysteme", sagt Benedikt Thielen: "Dies ermöglicht sowohl die Aufrechterhaltung der Prozesssicherheit als auch die Verbesserung der Abläufe und die Anpassung der Sicherheitstechnik an die aktuellen und zukünftigen Anforderungen. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass Systeme unabhängig vom Hersteller stets mit den neuesten Standards und Technologien kompatibel sind." Ob Waschstraße, Zentrifuge oder Hängebahn – durch gezielte Modernisierungsmaßnahmen und eine digitale Anbindung lassen sich, da sind sich die drei Geschäftsführer einig, Produktivität und Effizienz entscheidend steigern.

Fit für die Arbeit mit KI

Thielen Automation ist auch Gründungsmitglied des Vereins "Eifelkreis Digital". Gemeinsam mit anderen renommierten Unternehmen wie Stihl, Tesla und der Bitburger Brauerei wurde eine Kooperation mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) geschlossen. Ziel dieser Zusammenarbeit sei es, die ansässigen Unternehmen fit für die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu machen und gleichzeitig die Attraktivität der Eifel für Arbeits- und Nachwuchskräfte zu steigern. KI könne dazu beitragen, die Prozesse in der Wäscherei weiter zu optimieren, sei es durch das Erkennen verschiedener Wäscheartikel, die Identifizierung von Fremdkörpern innerhalb der Wäsche oder die Qualitätskontrolle. Neben der Prozessoptimierung kann KI auch zur vorbeugenden Wartung eingesetzt werden.

© Thielen

"Diese Themen betrachten wir als entscheidend für die Zukunft. Aus diesem Grund haben wir neben der Gründung des Vereins 'Eifelkreis Digital' und den ersten Schritten mit einem Forschungsinstitut einen neuen Mitarbeiter eingestellt, der bereits mehrere Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet hat", berichtet Bernd Thielen.

Solide Digitalisierung als Basis

Bei all diesen Entwicklungen dürfe nicht vergessen werden, dass zunächst der Grundstein für solche Technologien gelegt werden muss. Dies beginne mit der Modernisierung und Digitalisierung der bestehenden Prozesse und Anlagen. Bernd Thielen: "Wer durchgängig automatisieren möchte, benötigt zunächst eine solide Digitalisierung als Basis."

Ein Neuplanungsservice beginnt immer mit einer individuellen Bedarfsanalyse von bestehenden Prozessen bis zu zukünftigen Zielen. Mit kundenzentriertem Ansatz sollen dabei Lösungen entwickelt werden, die nicht nur aktuelle Anforderungen erfüllen, sondern auch Raum für Wachstum und kontinuierliche Verbesserung bieten.