Stromversorgung Warum nicht auch selbst produzieren?

Wir brauchen ihn alle - den Strom. Auch in Textilpflegebetrieben läuft nichts ohne elektrische Energie. Steigende Stromkosten und wachsendes Nachhaltigkeitsbewusstsein sind nur zwei Gründe, die bei der Energieversorgung für eine Photovoltaikanlage sprechen. Auch für Textilpflegebetriebe eine Alternative.

Diese 25,92-kWp-Photovoltaik-Anlage auf dem Firmendach der Textilpflege Maybach 13 in Niebüll hat 2013 ihr erstes komplettes Produktionsjahr absolviert. Das Ergebnis kann sich sehenlassen: 25.800 kWh (995 kWh/ kWp) erzeugter Strom, der maximal für den Eigenbedarf genutzt wurde.Foto: Solarpark Rodenäs GmbH

Warum nicht auch selbst produzieren?

Jahresende: Sie werden es kennen, dieses mehr oder weniger zufriedene Gefühl beim Blick auf das Firmenergebnis. Da schaut man zuerst auf die Zahl, die ganz am Ende steht, und dann - sollte das Ergebnis nicht so ausgefallen sein wie erwartet - macht man sich sofort auf die Suche nach den Schuldigen: Aufwendungen, die am deutlichsten hervorstechen. Und Sie werden schnell fündig, denn schon auf Platz 2 rangieren nicht selten die Energiekosten. Ein Teil dieses Pakets bilden die Strombezugskosten. Der Preis für eine Kilowattstunde Strom ist in den vergangenen Jahren durchschnittlich um sechs Prozent gestiegen. Und auch wenn dieser Trend aktuell abebbt, ist eines sicher: der Strompreis wird weiter steigen. Besonders energieintensive Unternehmen bekommen diese Spirale im andauernden Aufwärtstrend zu spüren. Man hat zwar die Möglichkeit, aus einer Vielzahl von Stromanbietern den günstigsten auszuwählen, aber unterm Strich ändert dies nichts an der Gesamtsituation.

Mehr Unabhängigkeit

Die erneuerbaren Energien und besonders die Photovoltaik (PV) zeigen, dass es anders geht. In dieser Branche prägen Begrifflichkeiten wie Preisstabilität, Kostensenkung, Autarkie und natürlich Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit den Zeitgeist eines sich wandelnden Bewusstseins. Dabei ist es unerheblich, welche Aspekte für jeden Einzelnen von Bedeutung sind. Die Solarbranche holt jeden dort ab, wo er gerade steht: Sei es, dass Preisstabilität und Unabhängigkeit der Motor für eine unternehmerische Entscheidung sind oder die Gestaltung eines „runden“ Energiekonzeptes für eine saubere Zukunft. Selbst ein Gespräch mit dem Steuerberater könnte den Bau einer PV-Anlage als künftiges Abschreibungsobjekt zur Folge haben.

In den vergangenen Jahren hat bei allen Überlegungen potenzieller Anlagenbetreiber die EEG-Vergütung den Ausschlag für den Bau einer PV-Anlage gegeben. Die Wirtschaftlichkeit errechnete sich aus dem Investitionsvolumen und der Zahlung der EEG-Vergütung. Dem als Startunterstützung für eine junge, aufstrebende Branche verabschiedeten „Erneuerbare-Energien Gesetz“ sei Dank (EEG; mehr dazu siehe Kasten „Ziel: 80 Prozent bis 2050“). Nun, Jahre später, hat sich das Blatt gewendet. Die EEG-Vergütung ist massiv reduziert und die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage damit in Frage gestellt. Übersehen wird, dass gleichzeitig die Preise für Modul, Wechselrichter und Unterkonstruktion ebenfalls stark gesunken sind.

Die Reduzierung der EEG-Vergütung ist vom Grundsatz her korrekt und notwendig, die Tragik für die gesamte Solarbranche besteht allerdings darin, dass die Chance in dem Wandel von vielen noch nicht erkannt wird: Die Chance des Umdenkens von Rentabilität aus EEG-Vergütung auf Rentabilität aus Stromkostenersparnis durch Nutzung des eigenproduzierten Stroms.

Überall dort, wo tagsüber Strom verbraucht wird - egal ob in Maschinenhallen, Kühlhäusern oder Bürogebäuden -, finden sich ideale Bedingungen für den Betrieb einer PV-Anlage. Bei Tageslicht wird Strom produziert, der bei Tageslicht am selben Ort auch verbraucht wird: Besser geht es nicht.

Heute spielt die Vergütung nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Rendite ergibt sich nicht mehr aus den Erträgen möglichst großer PV-Anlagen und der erhaltenen EEG-Vergütung, sondern aus dem optimalen Verhältnis dreier Faktoren:

-Strombedarf,

-Strombezugskosten und

-Anlagengröße.

Betrachtet man bereits im Planungsstadium einer PV-Anlage diese Faktoren mit entsprechender Priorität, so wird man den maximalen Nutzen aus dem eigenproduzierten Strom erzielen können. Eine PV-Anlage, die optimal auf den jeweiligen Strombedarf abgestimmt ist, kann im Gewerbebereich zwischen 60 bis 80 Prozent des täglichen Strombedarfs decken, so die Solarpark Rodenäs GmbH. Die Stromgestehungskosten, die sich durch die Anfangsinvestition und die berücksichtigten Folgekosten (Versicherung/Service) definieren, liegen dabei je nach Gegebenheiten und finanziellen Mitteln zwischen 9 und 13 Cent pro Kilowattstunde. Der ermittelte Wert ist nach Unternehmensangaben konstant und daher kalkulierbar und das über viele Jahre hinweg.

Mehr Individualität

All jene, die sich heute auf die Suche nach Alternativen zum Status quo begeben, denken irgendwann auf ihrem Weg auch über Photovoltaik nach. Und diese Gedanken sind gut, denn keine andere Energieform ist so anpassungsfähig wie die Solarenergie. Dank des technologischen Fortschritts ist man aus den Kinderschuhen heraus und heute in der Lage, Lösungen anzubieten, die individueller nicht sein könnten. Leistungsstarke Komponenten und erprobte Unterkonstruktionen bilden die Basis, eine akkurate Planung und ebensolche Umsetzung die Messlatte für qualitativ hochwertige Arbeit.

Energieintensive Unternehmen sind besonders prädestiniert, mit einer PV-Anlage ihre Energiekosten zu senken. Manch einer hat dies erkannt und entsprechend gehandelt. Manch anderer hängt gedanklich am Thema Wirtschaftlichkeit.

Die „Lohnt sich das?“-Frage ist nachvollziehbar, doch nicht einfach zu beantworten. Was erachtet man als lohnenswert? Legen Sie rein materielle Erwägungen zu Grunde oder dürfen es auch gefühlsorientierte sein, wie etwa ein hohes Maß an Unabhängigkeit oder das gute Gefühl, etwas für unser aller Zukunft getan zu haben? Die persönlichen Aspekte kann jeder nur für sich selbst bewerten, die materiellen lassen sich in den meisten Fällen mit „Ja“ beantworten. Quelle: Solarpark Rodenäs GmbH

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