Leasing von Schutzbekleidung Wenn der Knopf rostet

Bei persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ist besonders viel Sorgfalt und Know-how gefragt - bei der Herstellung ebenso wie bei der Bearbeitung durch textile Dienstleister. Durch enge Zusammenarbeit und Abstimmung können Fehler auf beiden Seiten vermieden werden, wie das Unternehmen Deutsche Berufskleider-Leasing und der Konfektionär Kamlah zeigen.

Schutzbekleidung fordert von Konfektionären und textilen Dienstleistern besonderes Know-how. Foto: DBL - © DBL

Wenn der Knopf rostet

Schutzbekleidung und Leasing - eine ideale Ergänzung. Denn so kann man sicherstellen, dass die Qualität der Materialien und die Waschverfahren zueinander passen. Wie sich die DBL - Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH und der Konfektionär Kamlah abstimmen, erläutert der Geschäftsführer der Kamlah Berufskleidung GmbH, Thomas Kamlah (43), im Interview.

RWTextilservice: Herr Kamlah, in welchen Segmenten liefern Sie Schutzbekleidung an die DBL?

Thomas Kamlah: Wir führen eine Multischutzbekleidung im Programm sowie eine spezielle Schutzbekleidung für Schweißer. Diese Kollektion umfasst ein Jackenmodell sowie Bund- und Latzhose. Damit beliefern wir seit einigen Jahren auch den textilen Dienstleister DBL.

RWTextilservice: Was leistet diese spezielle Bekleidung?

Thomas Kamlah: Sie ist in ihrer Verarbeitung und den Details auf die sicherheitstechnischen Bedürfnisse der Schweißer in ihrem Arbeitsalltag abgestimmt. Das tragekomfortable Gewebe hält gleichzeitig die Schweißerschutznorm EN 470-1, die Hitze- und Flammschutznorm EN 531 sowie die Lichtbogennorm ENV 50354 ein.

RWTextilservice: Wer prüft die Normen und Zertifikate der PSA? Wo wird geprüft?

Thomas Kamlah: Grundsätzlich arbeiten wir als Konfektionär nur mit namhaften Gewebeherstellern zusammen und verwenden nur zertifizierte Gewebe, die den geforderten Normen entsprechen. Bei Stoffen für die Schweißerschutzbekleidung ist z.B. eine glatte Gewebeoberfläche wichtig, an der flüssiges Metall abperlen kann. Daher werden die Textilien meist aus speziellen Ringgarnen gewebt. Zudem lassen wir unsere Kollektionsmodelle von der Zertifizierungsstelle des Sächsischen Textilforschungsinstituts (stfi) prüfen und zertifizieren.

RWTextilservice: Welche technischen Anforderungen muss die Schutzbekleidung erfüllen, um sie im Leasing einsetzen zu können?

Thomas Kamlah: Hier spielen die Qualität der Zutaten und die Art der Verarbeitung eine entscheidende Rolle: Insbesondere die Gewebe sind ein wichtiger Aspekt einer leasingfähigen Schutzbekleidung. Grundsätzlich müssen sie die Anforderungen der Norm ISO 15797 sowie die von der European Textile Service Association
(ETSA) aufgestellten Kriterien erfüllen. Und das sind einige!

RWTextilservice: Worauf kommt es hier an, was genau wird geprüft?

Thomas Kamlah: Textilien für den Einsatz im Leasing müssen eine besondere Qualität besitzen. Strapazierfähigkeit, Farbechtheit, Reißfestigkeit und Materialqualität zählen. Daher finden umfangreiche mechanische und chemische Prüfungen ebenso statt wie die Untersuchung der Farbigkeit. Auch das Schrumpfverhalten der Stoffe wird geprüft. Unser Kunde, die DBL, führt auch selbst Waschtests durch, um die Qualität der Kollektionsteile zu prüfen. Nur was sich dort bewährt, wird im Programm aufgenommen.

RWTextilservice: Welche Rolle spielen Verarbeitung und Zutaten von Schutzbekleidung bei der Industriewäsche?

Thomas Kamlah: Natürlich ist die Wirkung von Schutzbekleidung durch unsachgemäße Zutaten oder falsche Waschverfahren gefährdet. Reißverschlüsse können ihre Zähne verlieren, Druckknöpfe bei häufiger Wäsche rosten. Wir verwenden daher Edelstahlknöpfe. Auch das Material der Trägerschnallen ist wichtig, schließlich müssen sie den hohen Trockentemperaturen im Tunnelfinisher standhalten. Deshalb bestehen die Schnallen aus speziellem Polyamid-Granulat (PA 6) - sonst könnte es durchaus passieren, dass ein geschmolzener Klumpen am Ende des Tunnels ankommt.

RWTextilservice: Ein Resümee zum Schluss: Wo liegen die besonderen Herausforderungen bei leasinggeeigneter Schutzbekleidung?

Thomas Kamlah: In der Verbindung von Design, Schutzfunktion und Waschbarkeit. Auf der einen Seite haben wir die Wünsche der Träger an die optische Gestaltung der Schutzbekleidung. Diese werden uns von der DBL übermittelt. Daneben fordern die Waschverfahren den Einsatz bestimmter Materialien. Und zuletzt bestimmt der Gesetzgeber über die von ihm vorgeschriebenen Normen, welche Schutzwirkung die Bekleidung langfristig bieten soll. Dadurch sind der Kreativität Grenzen gesetzt. Hier die normgerechte Schutzfunktion, hohen Tragekomfort, guten Look sowie dauerhafte Qualität auch nach häufiger Wäsche zu gewährleisten, fordert unser ganzes Können und langjährige Erfahrung.

RWTextilservice: Vielen Dank für das Gespräch.

DBL - Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH

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