Wäsche waschen ist jedem selbst überlassen? Weit gefehlt. Zumindest in den USA wird dieses Thema zum Politikum. Dabei geht es nicht ums Waschen selbst, sondern um das anschließende Trocknen. Denn Haushaltstrockner verursachen in Amerika viele Brände. Doch wer jetzt denkt, Wäsche lässt sich ja an der frischen Luft trocknen – der hat das Kleingedruckte im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wohl nicht gelesen ...
2.900 Wäschetrockner fangen in den USA Feuer – und verursachen jährlich Sachschäden in Höhe von 35 Millionen US-Dollar. Verstopfte Flusensiebe nennt die US-Feuerwehrbehörde in 34 Prozent der Fälle als Brandursache. Die veröffentlichten Zahlen sind Teil einer langwierigen Debatte in den USA: Darf man Wäsche draußen aufhängen?
Der Siegeszug der Trockner
Fast 85 Prozent der US-Haushalte besitzen eigene Trockner. Das Wäschetrocknen verursacht jährliche Energiekosten in Höhe von neun Billionen US-Dollar. Dies entspricht rund sechs Prozent des Stromverbrauchs und zwei Prozent des Erdgasverbrauchs in Haushalten.
Verboten: Wäsche draußen trocknen
In den USA ist es nämlich nicht ganz so leicht, seine Wäsche einfach draußen aufzuhängen: Tatsächlich ist es in vielen Wohnkomplexen und Wohngebieten sogar verboten. Seit der Erfindung des Trockners gelten Wäscheleinen als überflüssig und luftgetrocknete Wäsche als Zeichen von Armut. In den Augen vieler Hausbesitzer mindern sichtbare Wäschespinnen sogar den Wert von Immobilien.
Gegenbewegung "Right to dry"
Seit mehr als 50 Jahren kämpfen gemeinnützige Organisationen und lokale Politiker für das "Right to dry", das Recht, Wäsche an der frischen Luft zu trocknen. In Pennsylvania entscheiden Politiker nun über einen Gesetzesentwurf, der zumindest das Aufstellen von Wäscheständern und -leinen in abgeschirmten Bereichen legalisiert. Es wäre der 21. Bundesstaat, der das Recht auf luftgetrocknete Wäsche garantiert.
