Im Gespräch mit Textilreinigermeisterin Tatjana Preitschopf, ptex – meine Reinigung in Wolfratshausen Wer viel gibt, bekommt mehr zurück!

Textilreinigermeisterin Tatjana Preitschopf liebt, was sie tut. Das spüren die Kunden, deren Erwartungen in der Reinigung ihres Vertrauens stets übertroffen werden. Mutter Uschi Preitschopf, die den Familienbetrieb gründete, hat es vorgelebt. Heute arbeiten beide Hand in Hand und mit der gleichen Leidenschaft für saubere Textilien.

Tatjana Preitschopf ist eine junge Textilreinigermeisterin mit vielen Plänen.  Foto: Preitschopf - © Preitschopf

Tatjana Preitschopf erinnert sich gut an die ersten anstrengenden Jahre. Schon damals war sie stolz auf ihre „Mum“, die sich im Jahr 2000 mit einer Franchisefiliale selbstständig gemacht hatte. Sieben Jahre später startete Uschi Preitschopf mit der unabhängigen „ptex – meine Reinigung“ noch einmal durch. „Die Kunden, deren Erwartungen wir übertreffen, kommen wieder!“ So lautet ihr Leitsatz, der sich seit 18 Jahren bewährt und den auch die Juniorchefin nicht nur im Kopf, sondern im Herzen trägt. Sie stand 2009 vor der Frage, ihren beruflichen Werdegang als Gymnastiklehrerin fortzusetzen oder ihr Interesse an der Textilpflege zu professionalisieren. Beide Bereiche waren spannend und so versuchte sie zunächst, sie unter einen Hut zu bringen. Tagsüber arbeitete sie in der Reinigung, abends gab sie Fitnessunterricht. Ziemlich bald wuchsen die Anforderungen im Familienbetrieb und Tatjana Preitschopf setzte Prioritäten. Der Sport wurde Hobby.

Den Beruf ohne Ausbildung auszuüben, kam für die ambitionierte junge Frau trotz umfassender Praxiserfahrungen nicht in Frage. Im Frühjahr 2015 begann sie mit den Vorbereitungskursen zur Textilreinigermeisterprüfung, die sie im Jahr 2016 erfolgreich bestand. Seither sind Mutter und Tochter ein unschlagbares Erfolgsduo mit einem kleinen, bestens geschulten Mitarbeiterteam. Im nächsten Jahr wird Tatjana Preitschopf 30, gehört seit zehn Jahren zum Team und wird das Geschäft der Mutter übernehmen. Wir fragten sie:

R+WTextilservice: Frau Preitschopf, freuen Sie sich auf Ihre Zukunft als Chefin?

Tatjana Preitschopf: Definitiv! Damit ist die Nachfolge unseres Betriebes gesichert. Mein oberstes Ziel wird es sein, den Betrieb gut zu übernehmen. Wenn das alles klappt, darf die eine oder andere Veränderung kommen. Stehen bleiben ist nicht unser Motto. Der Betrieb läuft gut und es gibt keinen Tag, an dem ich nicht gerne arbeiten gehe. Ich kenne unseren Kundenstamm genau, die Gespräche sind meist sehr persönlich und wir lachen viel miteinander. Ich liebe es, wenn Kunden ihre Lieblingsstücke mit einem Grinsen abholen. Was natürlich auch an der guten Zusammenarbeit mit meiner Mutter liegt. Sie ist offen für Neues, lässt mich ausprobieren und schenkt mir das Vertrauen, dass ich ihren Betrieb erfolgreich weiterführen kann. Von Anfang an hat sie mein Vertrauen in mich selbst gestärkt. Nun freue ich mich auf neue Herausforderungen und Neuerungen der Branche. Dabei ist es gut zu wissen, dass meine Mum mich weiterhin unterstützen wird.

War Fleckentfernen für Sie immer schon spannend?

Ja, darum habe ich auch mein Fachwissen in der Meisterausbildung ausgebaut. Mich haben die Hintergründe interessiert. Warum ich zum Beispiel einen Blutlöser leicht „einklopfe“. Heute weiß ich, dass ich die Eiweißketten im Blut mit dem Klopfen durchtrenne. Ich wusste zwar immer, was ich machen muss, aber nicht warum. Das wollte ich ändern. Eine kompetente Kundenberatung gehört für uns zum Service und den will ich langfristig gewährleisten. Meinen Beruf sehe ich als eine Mischung aus Wissen und Erfahrung. Mit beidem kann ich selbstbewusst auftreten und sicher arbeiten. Das gibt auch unseren Kunden Sicherheit. Sie wissen, dass ihre Textilien bei uns bestens aufgehoben sind.

Sind Sie mit Ihrer Textilreinigung für die Zukunft gut aufgestellt?

Durchaus. Wir sind eine klassische Textilreinigung, vor allem aber serviceorientiert – und das wird in Zukunft vor allem bei jungen Menschen die entscheidende Rolle spielen. Zufriedene Kunden sind beständige Kunden. Bei uns können sie die Ware am selben Tag bringen und abholen; das wird speziell für Hemden und Anzüge genutzt. Unsere Logistik macht es möglich. Und die jungen Männer, die heute ihre Hemden waschen lassen, bringen früher oder später andere Sachen, womöglich bald das Brautkleid ihrer Frau.

Oberbekleidung, Bettenreinigung und Vorhänge sind momentan unser Kerngeschäft, sowohl für Privatkunden als auch für gewerbliche Geschäftspartner. Im Oberbekleidungsbereich sind wir richtungstechnisch starke Vertreter und Liebhaber der Nassreinigung! Das funktioniert in optimaler Zusammen­arbeit mit unserem Hilfsmittellieferanten und einer neuen, hochmodernen Flüssigdosieranlage. Ob Anzüge oder Trachtengilets, alles kein Problem. Seit gut einem Jahr behandeln wir sogar die trendigen UGG-Boots in der Nassreinigung. Damit haben wir eine kleine Marktnische gefunden. Das kommt total gut an, der Vorher-nachher-Effekt ist für uns und die Kunden immer wieder ein Aha-Erlebnis.

Bei Ihnen im Betrieb lässt selbst der Pfarrer reinigen!

Stimmt, wir versorgen Privatkunden und Businesskunden in unterschiedlichen Berufszweigen und dazu gehören auch Pfarreien. Ich selbst war früher Ministrantin und so lernten wir zwei Pfarreien unseres Landkreises gut kennen. Durch diese Vernetzung kam es dazu, dass wir heute tatsächlich alles reinigen, von den klassischen Ministrantengewändern über die Kostüme der Heiligen Drei Könige bis zu den Alben des Pfarrers. Das ist für mich ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig eine gute Vernetzung und die regelmäßige Werbung für unsere Branche sind.

Sie haben ein Faible für kreative Marketingideen, richtig?

Ja, für unser Video auf unserer Website, das als Kinospot gedreht wurde, haben wir im Jahr 2014 den „RWin“ bekommen. Unsere „Symphonie der Sauberkeit“ zeigt, wie Sauberkeit klingt, und bleibt im Ohr. Ich bin davon immer noch begeistert, da sie zu unserer Idee passt, Kunden zu überraschen. Das haben wir auch mit unserem Gewinnspiel zu Weihnachten erreicht, einem kreativen Onlineadventskalender. Die Mitspieler hatten viel Spaß mit den fleißigen Wichteln auf unserer Internetseite – und wir haben neue Adressen potenzieller Kunden. Wir wollen nicht als ­steriler Reinigungsbetrieb gesehen ­werden, sondern als lebendiges, menschliches Unternehmen mit Wohlfühlcharakter. Vertrauen ist das Wertvollste, was unsere Kunden uns geben können. Wenn uns das gelingt, vertrauen sie uns über kurz oder lang all ihre Schätze zum Reinigen an. Etwas Besseres kann uns nicht passieren.

Wie pflegen Sie Ihre eigene Dienstleistungsmentalität?

Indem ich mir immer wieder die Frage stelle: Was erwartet mein Kunde von mir? Als Unternehmerin, die noch am Anfang steht, ist es wichtig, dass ich mich kontinuierlich fortbilde, derzeit in der Buchhaltung und Finanzplanung. So gewinne ich Sicherheit in der unternehmerischen Zahlenwelt. Ich will die Auswertungen meines Steuerberaters richtig lesen und definieren können, damit ich meinen Betrieb schützen und die richtigen Entscheidungen treffen kann. Für mich ist außerdem meine persönliche Entwicklung in der Selbstständigkeit spannend. Gerade in unserer Branche muss man ein wenig robust sein, vor allem aber Energie und Lebensfreude mitbringen, um das hohe Arbeitspen­sum zu bewältigen. Wie es außerdem gelingt, Privatleben und Beruf miteinander in Einklang zu bringen, um in allen Lebensbereichen zufrieden zu sein, habe ich bei meiner Mutter gesehen. Von ihr habe ich gelernt, wie viel Freude es macht, Wissen weiterzugeben.

Werden Sie Ihr Wissen weitergeben, beispielsweise Branchennachwuchs ausbilden?

Das möchte ich in den nächsten Jahren angehen, nicht nur, weil unsere Branche dringend Nachwuchs braucht, sondern auch, um meine Erfahrungen zu teilen.

Mein Beruf bietet mir alles, was ich mir immer gewünscht habe. Er ist ­abwechslungsreich, vermittelt handwerkliche Fähigkeiten und technisches Verständnis, erklärt chemische Zusammenhänge, fördert logistisches Denken und bietet die Chance zum direkten Kundenkontakt. Man muss sicherlich genauer hinsehen, um zu entdecken, dass wir nicht nur waschen und reinigen.

Sie sind Mitglied im Arbeitskreis der Junioren. Ist das Teil Ihrer Vernetzung?

Ja, der Austausch im AKJ hilft ungemein. Dort wird Wissen vermittelt und geteilt. Wir können Kontakte zu unterschiedlichen Unternehmen knüpfen und die Verbindungen zu Zulieferern, Herstellern und Beratern festigen. Das bringt letztendlich die ganze Branche nach vorne. Netzwerken ist für mich das A und O; daher sind wir auch in der Innung und im Deutschen Textilreinigungs-Verband (DTV). Überall kann ich Eindrücke und Informationen sammeln und aus vielen Kontakten entstehen Freundschaften. Jede Fortbildungsveranstaltung ist eine Auszeit vom betrieblichen Alltag, aus der ich mit neuer Energie aufgeladen zurückkomme. Das liebe ich.

Gabriele Rejschek-Wehmeyer

www.ptex-meinereinigung.de