Verfärbungen auf Pullover Schaden hat sich eingebrannt

Brandschäden gibt es gerade zur Weihnachtszeit vermehrt. Wenn Christbaum oder Adventskranz Feuer fangen, verraucht und verrußt oft die gesamte Wohnung – inklusive aller darin befindlichen Textilien. So erging es auch Familie Huber im folgenden Schadensfall. Unter anderem ein Pullover war nicht mehr zu retten.

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    Im zusammengelegten Zustand sind die Verfärbungen nur am Rand zu erkennen. Fotos: Himmelsbach
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    Ursache der Verfärbung ist die thermische Schädigung durch den Brand.

Advents- und Weihnachtszeit – viele Menschen verbinden sie mit Besinnlichkeit bei Kerzenschein, Entspannen in gemütlicher Atmosphäre. So auch bei Familie Huber aus dem Schwarzwald. Traditionell wird der Adventskranz am Heiligen Abend mit auf den Tisch gestellt. Tannenreisig aus dem eigenen Garten wurde dazu bereits im November zu einem Kranz verarbeitet und die vier roten Kerzen mit Hilfe eines stabilen Drahtes aufgesteckt. Getrocknete Orangenscheiben, Zimtstangen und ein schönes Band – mehr braucht es nicht. So erfreuen sich alle in der Adventszeit am schönen Kranz im Wohnzimmer.

Ist der Heilige Abend gekommen, wird der Kranz zur Seite gerückt, damit Plätzchen und Geschenke Platz finden. Als sich die Familie gerade in der Küche befindet, vernimmt sie ein merkwürdiges Geräusch aus dem Wohnzimmer. Der Kranz brennt lichterloh, Tischdecke und Gardinen ebenfalls; nur die Holzdecke hat noch kein Feuer gefangen. Jetzt muss es schnell gehen: Feuerwehr anrufen und erste Löschversuche unternehmen. Alle helfen zusammen und können schließlich Schlimmeres verhindern. Aber die gesamte Wohnung ist verrauch und verrußt; die Gemütlichkeit weggeblasen.

Wie war es dazu gekommen? Die Kerze des ersten Advents war so weit abgebrannt, dass die Flamme den oberen Teil des Drahtes erreicht und diesen zum Glühen gebracht hatte. Die Hitze wurde durch den Draht ins Tannenreisig geleitet. Dieses, durch die lange Zeit im Wohnzimmer völlig ausgetrocknet, fing sofort Feuer. Die sich in der Nähe befindlichen Gardinen waren im Nu ebenfalls ein Opfer der Flammen.

Textilien von Rauchgeruch und Ruß befreien

Glück im Unglück: Familie Huber hatte eine Hausratversicherung abgeschlossen. Der Schaden konnte so ohne größere finanzielle Belastung geregelt werden. Fast alle Textilien konnten von Rauchgeruch und Rußablagerungen befreit werden.

Einige Textilreinigungen haben sich auf die Bearbeitung dieser Ware spezialisiert. Brandlöcher können auch die besten Profis selbstverständlich nicht weggereinigen. Aber eine Beseitigung von Geruch und Ruß kann mit einer differenzierten Verfahrenstechnik in vielen Fällen erreicht werden.

Bei der Auftragsannahme kann häufig nicht mit letzter Gewissheit vorhergesagt werden, ob sich die Auflagerungen vollständig entfernen lassen werden. Neben dem Fasermaterial der Textilien spielt auch die Zusammensetzung des Rauches und Rußes eine entscheidende Rolle. Verbrannte reichlich Plastik, sind viele Ablagerungen kaum mehr zu entfernen. Handelt es sich um einen Brand, bei dem auch viel Holz oder anderes Naturmaterial verbrannt ist, sind die Chancen besser.

Eine Einschränkung bei der Beseitigung von Brandschäden stellen thermische Schädigungen dar, die in der Regel unumkehrbar sind. Verkohlte oder versengte Stellen lassen sich meist nicht mehr entfernen. Besonderes Augenmerk ist auch auf Löschwasserschäden zu richten. Bis sich die Versicherung um die Schadensregulierung kümmern kann, vergehen oft Tage. Wird das Wasser in dieser Zeit nicht beseitigt, entstehen Folgeschäden, die das ursprüngliche Schadensmaß bei weitem übersteigen. Bei Textilien kann es insbesondere zu Schimmelschäden kommen, die befallenen Teile können dadurch unbrauchbar werden.

Schadensbild

Im März des darauffolgenden Jahres nach einer Wohnungssanierung im Gesamtumfang von mehr als 60.000 Euro waren beim Abschlussgespräch mit dem Schadensregulierer die Emotionen der Familie Huber zumindest teilweise abgekühlt. Immerhin ging es noch um einen Pullover im Wert von 70 Euro, der von der Reinigung nicht sauber zurückkam. Zudem hat sich bei drei teuren Lederjacken (Preis pro Jacke 500 Euro) die Farbe verändert. Die Jacken seien mit den nun vorhandenen Farbtönen wertlos. Aufgrund der hohen Schadensersatzforderung des Kunden wurde ein Gutachter um Rat gefragt.

Die Reklamation betreffend des Pullovers konnte schnell geklärt werden. Wie auf den Bildern (siehe vorhergehende Seite) gut zu erkennen ist, lag der Pullover während des Brandes wohl zusammengelegt auf einem Stapel – vielleicht von Geschenken. Betrachtet man den Pullover in zusammengelegtem Zustand, so lassen sich nur an den Randstellen die Verfärbungen erkennen.

Schadensursache

Die Ursache dieser Verfärbungen ist eine thermische Schädigung, die während des Brandes eingetreten und irreparabel ist. Der Versicherer übernahm auch diesen Schaden, sodass die Reinigung hier nicht den geforderten Ersatz leisten musste. Im Falle der Lederjacken konnte der Gutachter keine Anhaltspunkte einer Fehlbehandlung feststellen. Daraufhin lehnte der Schadensregulierer die Schadensersatzforderung des Kunden ab.

Die unausgesprochene Motivation des Kunden lag vermutlich nicht in einer Verbesserung des Aussehens der Lederjacken, sondern zielte auf einen Geldbetrag. Gelingt die Reinigung der Textilien und Lederwaren sehr gut, ist der Kunde nicht immer zufrieden. Oft sähe er es lieber, wären mehr Teile nicht wiederherstellbar. Dann könnte er bei der Hausratversicherung den Neupreis für die betreffenden Teile geltend machen.

Das Weihnachtsfest hat sich bei Familie Huber eingebrannt. Toll, dass die Versicherung alles bezahlt hat. Aber es war auch viel Arbeit und Zeit vonnöten, bis alles wieder an seinem Platz war.