Viele Textilpflegebetriebe haben Bedenken, ihr Unternehmen auf Facebook zu präsentieren. Dabei bietet die Plattform gerade für kleine und mittelständische Betriebe viele Möglichkeiten. Wir geben in einer dreiteiligen Serie Tipps, wie der Einstieg gelingen kann.
Mit weltweit täglich rund 1,28 Milliarden aktiven Nutzern ist und bleibt Facebook das beliebteste soziale Netzwerk schlechthin. Das zeigt der Facebookreport für das erste Quartal 2017. Zum Vergleich: Twitter verzeichnete Anfang 2017 nur 319 Millionen aktive Nutzer, Instagram etwa 700 Millionen. Wäre Facebook ein Land, wäre es nach China und Indien das drittgrößte der Welt. Dabei nutzen nicht nur Privatpersonen die Plattform, auch für Unternehmen hat das Netzwerk in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Facebook bietet zahlreiche Möglichkeiten, den eigenen Betrieb von einer persönlichen Seite zu zeigen und potenzielle Kunden sowie Mitarbeiter zu gewinnen. Nach Angaben des Netzwerks waren 2014 weltweit etwa 30 Millionen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) auf Facebook vertreten, Tendenz steigend, darunter auch zahlreiche deutsche Betriebe. 77 Prozent der deutschen Facebooknutzer liken laut Facebook mindestens ein KMU, 2014 gab es bereits über 387 Millionen Verbindungen zwischen Nutzern und Unternehmen. Warum nicht auch als Textilpflegebetrieb davon profitieren? Denn Facebook hat deutlich mehr zu bieten als peinliche Partybilder. Hier ist es möglich, direkt mit der Zielgruppe zu kommunizieren und wertvolles Feedback zu bekommen.
Auffindbarkeit bei Google verbessern
Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kommunizieren bereits ein Viertel der Handwerksbetriebe in Deutschland mit ihren Kunden oder Partnern über soziale Netzwerke. Ein weiterer Vorteil, der laut Frank Miller, freiberuflicher Trainer und Dozent für Informatik sowie Social Media, nicht unterschätzt werden sollte, ist die Auffindbarkeit der Facebookseite bei den Google-Suchergebnissen. „Darüber hinaus lässt sich die Facebookseite einfach verwalten und bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Erstellung von Werbeanzeigen sowie Aktionen“, sagt Miller. Damit der Einstieg in das soziale Netzwerk gelingt, gibt RWTextilservice in einer dreiteiligen Serie hilfreiche Tipps, erklärt, wie Facebook funktioniert und welche Punkte beachtet werden sollten.
Die Anmeldung: Bei Facebook gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Konto anzulegen. Nutzer können u.a. ein privates Konto von einer realen Person anlegen, z.B. von Max Mustermann, oder ein Unternehmenskonto für einen lokalen Betrieb, z.B. von Wäscherei ABC. Den vollen Funktionsumfang einer Unternehmensseite können Sie jedoch nur nutzen, wenn die Seite zu einem persönlichen Profil gehört. Daher ist es sinnvoll, sich bei Facebook zuerst als Privatperson anzumelden, um erste Erfahrungen mit dem Netzwerk zu sammeln, und erst im Anschluss eine Seite für das eigene Unternehmen zu erstellen.
Für die Anmeldung als Privatperson unter www.facebook.com muss der Nutzer folgende Informationen ausfüllen: Vorname, Nachname, Handynummer oder E-Mail-Adresse, Passwort, Geburtsdatum und Geschlecht. Mit der Zustimmung zu den Facebookrichtlinien wird das Konto erstellt. Nach dem Einloggen gelangen Sie zunächst auf die Startseite. Diese stellt die eigene Nachrichtenzentrale von Facebook dar und vereint sämtliche Nachrichtenströme der Vernetzungen, die man eigegangen ist, z.B. mit anderen Personen, Gruppen, Fanseiten oder auch geschäftlichen Unternehmensseiten. Facebook filtert dabei die Meldungen individuell nach Ihrem Nutzerverhalten, dem sogenannten Edge Rank. Oben rechts können Sie von der Startseite auf Ihre persönliche Seite wechseln.
Eine Unternehmensseite erstellen: Um eine neue Unternehmensseite bei Facebook anzulegen, loggen Sie sich mit Ihren persönlichen Daten ein und rufen diesen Link auf: www.facebook.com/pages/create.php. Hier wählen Sie die Art des Unternehmens: „Lokales Unternehmen oder Ort“ für ein regionales Unternehmen bzw. „Unternehmen, Organisation oder Institution“ für ein Unternehmen ohne regionalen Bezug. In einem Drop-Down-Menü legen Sie die passende Kategorie für Ihr Unternehmen fest, z.B. lokale Dienstleistung. Zusätzlich geben Sie den Namen des Unternehmens (ein zusätzlicher Slogan ist nicht erlaubt), Adresse sowie Telefonnummer an. Mit Akzeptanz der Facebookrichtlinien wird die Seite erstellt.
Den Nutzern möglichst viele Infos bieten
Die Seite einrichten: Anschließend fragt Facebook die wichtigsten Daten über das Unternehmen ab. Geben Sie unter dem Reiter „Info“ so ausführlich wie möglich Auskunft – das hilft Ihren späteren „Fans“, sich auf der Seite zurechtzufinden. Dazu gehört z.B. das Einfügen einer E-Mail für Rückfragen oder der Website des Unternehmens. Geben Sie auch Berufsverbände an, in denen Sie organisiert sind, am besten mit Link auf deren Facebookseite oder Website. Laden Sie als Nächstes ein Profil- und Titelbild hoch. Das kann z.B. das eigene Logo sein oder ein Foto des Betriebes. Achten Sie darauf, dass Sie die Bildrechte besitzen und eventuell abgebildete Personen mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Die Einwilligung sollte bestenfalls schriftlich vorliegen und angeben, wofür das Foto genutzt wird. Bedenken Sie, dass ein Verstoß gegen das Urheberrecht sehr teuer werden kann.
Darüber hinaus können Sie auf Ihrer Unternehmensseite sogenannte Meilensteine eintragen. Das sind wichtige Ereignisse in der Geschichte des Unternehmens, beispielsweise die Gründung, spezielle Veranstaltungen oder besondere Auszeichnungen, z.B. mit dem Branchenaward „RWin“. Tragen Sie nicht alle Meilensteine auf einmal ein, sondern nach und nach. Die Funktion finden Sie direkt unter dem Titelbild unter „…“ und „Meilenstein erstellen“. Haben Sie einen Twitter-Account, können Sie diesen ebenfalls angeben, über „Einstellungen“, „Seite bearbeiten“ und „Tab hinzufügen“.
Seit kurzem können Sie bei Facebook auch einen sogenannten Call-to-Action-Button einrichten, über den Besucher direkt auf eine gewünschte Aktion weitergeleitet werden, z.B. „E-Mail senden“, „Jetzt anrufen“ oder „Nachricht senden“. Der Button befindet sich direkt unter dem Titelbild. Über „+ Button hinzufügen“ können Sie eine Aktion unter verschiedenen auswählen.
Privatsphäreeinstellungen bearbeiten: Anders als bei Ihrer privaten Facebookseite möchten Sie Ihre Unternehmensseite mit Inhalten füllen, die für möglichst viele sichtbar sind. Hier spielen Ihnen die viel diskutierten Voreinstellungen von Facebook, die sehr locker mit dem Datenschutz umgehen, in die Hände. Dennoch lohnt sich ein Blick in die Privatsphäreeinstellungen, zu finden unter: „Einstellungen“ und „Allgemein“. Dort können Sie z.B. einstellen, wer Ihnen Nachrichten senden darf oder ob es für Ihre Seite Altersbeschränkungen gibt.
Impressum angeben: Auf Ihrer Facebookseite müssen Sie ein rechtssicheres Impressum vorweisen. Haben Sie bereits eine Website mit einem ordnungsgemäßen Impressum, können Sie dieses auch bei Facebook verwenden. Unter dem Reiter „Info“ und „Bearbeiten Impressum“ können Sie entweder den Direktlink zum Impressum Ihrer Website setzen oder einen Text bis maximal 2.000 Zeichen einfügen. Verfügen Sie noch über kein Impressum, können Sie dies beispielsweise unter www.anwalt.de/vorlage/impressum-generator.php kostenlos generieren. Wer auf Nummer sicher gehen will, kontaktiert einen Rechtsanwalt.
Facebookseite nach außen kommunizieren
Benutzername ab 25 Fans: Sobald Sie 25 „Gefällt mir“-Angaben auf Ihrer Unternehmensseite haben, können Sie eine sogenannte Vanity URL hinzufügen. Damit ist eine kurze Internetadresse gemeint, wie www.facebook.com/wäschereiABC. Der Benutzername hinter „www.facebook.com/“ ist frei wählbar und würde in diesem Fall lauten: @wäschereiABC. Diese kurze Internetadresse können Sie anlegen unter „Info“ und „Benutzername erstellen“. Sobald Facebook die Verfügbarkeit bestätigt hat, können Sie die neue Adresse z.B. auch in Ihrem Briefkopf oder Ihrer E-Mail-Signatur verwenden.
Mit diesen ersten Schritten haben Sie bereits den Grundstein für Ihre Facebookseite gelegt. Im nächsten Teil der Serie erklärt RWTextilservice, wie Sie Ihre Unternehmensseite mit Inhalten füllen können.