175 Jahre Unternehmensgeschichte – und kein Stillstand in Sicht: Kampschulte hat sich von der Färberei zum modernen Textildienstleister entwickelt. Wie ein mutiger Standortwechsel zum preisgekrönten Erfolg wurde und warum die Zukunft schon längst begonnen hat, lesen Sie hier.

Es ist eine lange Geschichte. Aber sie ist alles andere als langweilig: Seit 1851 beschäftigt sich Kampschulte mit Textilien aus verschiedenen Bereichen. Zunächst wurde das Unternehmen als Färberei in Geseke gegründet, ab 1897 war es auch mit eigener Wäscherei und Reinigung auf dem Markt tätig. 1917 verlegte der Textildienstleister seinen Firmensitz nach Soest in den neu gebauten Betrieb am Oelmüllerweg verlegt. Das Unternehmen entwickelte sich 1974 weiter in Richtung Gesundheitswesen und bot dort auch die textile Dienstleistung an.
Zehn Jahre später erweiterte Kampschulte das Produktionsgelände auf 3.500 m². Mit dem Bezug eines neuen Verwaltungsgebäudes auf der gegenüberliegenden Straßenseite setzte das Unternehmen 2007 seinen Wachstumskurs fort. Gleichzeitig investierte Kampschulte in eine dritte Waschstraße und einen eigenen Bereich für Altenheimwäsche. Bereits im folgenden Jahr entstand eine neue Produktionshalle, bevor eine Finisher- und Sortieranlage die Produktionsabläufe weiter optimierte.
Neustart am Standort Lange Wende
In den Folgejahren kamen weitere An- und Umbauten hinzu, bis die Gebäude- und Grundstückskapazitätsgrenzen erreicht waren. Weiteres Wachstum war an diesem Standort nicht mehr möglich. 2020 entschied sich Kampschulte deshalb den Betrieb innerhalb von Soest zu verlegen. 2021 erfolgte der Umzug vom Oelmüllerweg an die Lange Wende in Soest. Am neuen Standort war die Umstellung von einer Tagschicht auf ein Zweischichtsystem möglich. Gleichzeitig stattete das Unternehmen den gesamten Produktionsbetrieb mit modernsten Maschinen aus. Der Umzug verlief reibungslos: Jeder Kunde konnte sich auch in dieser Zeit auf eine pünktliche Lieferung verlassen. Und so wurde Kampschulte als „Wäscherei des Jahres 2021“ mit dem Branchenaward RWin, vergeben von R+WTextilservice, ausgezeichnet. Das Unternehmen überzeugte die Expertenjury besonders mit seinem innovativen Konzept am neuen Standort: Automatisierte Prozesse entlasten Mitarbeitende körperlich, machen sie aber nicht überflüssig. Im Gegenteil, durch die verbesserten Strukturen schafft der Traditionsbetrieb mehr Kapazitäten und somit neue Arbeitsplätze.

Investitionen in Nachhaltigkeit und Wachstum
Bei Kampschulte ruht man sich nicht auf den Lorbeeren aus. 2023 nahm Kampschulte eine Photovoltaikanlage mit 670 kWp Leistung in Betrieb. Sie deckt heute rund ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs mit Sonnenenergie. Parallel installierte das Unternehmen sechs Ladesäulen, um die ersten Elektrofahrzeuge direkt am Firmensitz laden zu können. Mittlerweile besteht die PKW-Flotte zu über 50 Prozent aus E-Fahrzeugen. 2025 wurde eine weitere Halle angebaut. Mit dieser zusätzlichen Fläche wächst die Gesamtfläche des Betriebes auf 8.800 m².
2026 feiert Kampschulte nun sein 175-jähriges Bestehen. Mit Stolz blickt das gesamte Team auf die erfolgreiche Geschichte zurück, ohne den Fokus auf die aktuellen Herausforderungen zu verlieren. Nach der langen Historie hat das Textilservice-Unternehmen weiterhin große Ziele: Kampschulte will weiter wachsen und in Innovationen und Nachhaltigkeit investieren.
„Unser Verständnis einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit lässt sich vielleicht am besten mit der Analogie eines persönlichen Assisstenen vergleichen“, ist auf der Website des Unternehmens zu lesen. Durch die Nähe zu den Kunden und das über Jahrzehnte gewachsene Verständnis für die Besonderheiten der Branche handele man strategisch vorausschauend. Der Fokus liege auf der Entlastung der Kunden, die so ihr Kerngeschäft erfolgreicher vorantreiben können.
Stephan Hellwig – Geschäftsführer Kampschulte GmbH & Co. KG

Welche Entwicklungen haben Ihren Betrieb in den vergangenen Jahren am stärksten verändert?
In den letzten Jahren hat sich trotz modernster Anlagen der Aufwand für Energie deutlich erhöht. Wir haben im Sinne der Nachhaltigkeit an verschiedensten Einsparpotenzialen gearbeitet. Neben der Nutzung der Sonnenenergie sind hier vor allem die Wärmerückgewinnung und die Nutzung des Wasserdampfs zu nennen. Weiterhin hat sich der Mangel an Arbeitskräften deutlich verschärft. Wir haben auf der einen Seite auf Robotik gesetzt und auf der anderen Seite die Arbeitsplätze und das Umfeld so attraktiv wie möglich gestaltet. Wir haben sowohl alle mittlerweile üblichen Mitarbeiter-Benefits als auch Deutschkurse und Integrationsunterstützung eingeführt.
Wie stellen Sie sich Ihren Betrieb in zehn Jahren vor – was wird anders sein, was bleibt unverändert wichtig?
Wir werden auch in den nächsten zehn Jahren unseren eingeschlagenen Weg weitergehen. Die Robotik und KI-Unterstützung weiter ausbauen, die Nachhaltigkeitskonzepte weiter optimieren, die Mitarbeiterzufriedenheit steigern und den Fuhrpark weiter auf E-Mobilität ausbauen. Vielleicht fahren wir in zehn Jahren schon autonom? Unverändert bleiben unsere zuverlässigen Dienstleistungen und unser hoher Qualitätsanspruch.