Die Miettex Service Meeß GmbH in Sankt Augustin ist auf Textilleasing spezialisiert. Das 2008 von Michael Meeß gegründete Unternehmen zeichnet sich durch eine hohe Innovationskraft aus. Beim Rundgang durch den Betrieb wird schnell deutlich, dass die eigentliche Leistung des Unternehmens nicht in der Pflege von Textilien liegt. Ein Vor-Ort-Besuch.
Das Leasingmodell für Textilien gehört heute für viele Unternehmen und Behörden zum betrieblichen Alltag. Sie kaufen die Textilien nicht, sondern nutzen sie gegen eine regelmäßige Gebühr. Damit entfallen nicht nur die Investitionskosten für die Beschaffung, sondern auch die Lagerhaltung. Der Kunde gibt die Verantwortung weitestgehend ab. Er bekommt alles aus einer Hand.
Die Herausforderung liegt dabei jedoch nicht allein in der Bereitstellung der Textilien, sondern in der zuverlässigen Organisation des gesamten textilen Versorgungssystems. Verfügbarkeit, Qualität, Trägerzuordnung, Reparaturmanagement, Prüfung und termingerechte Belieferung müssen ineinandergreifen, damit der textile Kreislauf für den Kunden reibungslos funktioniert. Genau diese Vielzahl an Aufgaben verlangt Textildienstleistern immer mehr ab. Steigende Anforderungen an Transparenz, Lieferqualität und Prozesssicherheit treffen auf den zunehmenden Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel.

Um diese komplexen Abläufe dauerhaft beherrschen zu können, werden Digitalisierung und Automatisierung zunehmend wichtiger. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Blick hinter die Kulissen von Miettex Service Meeß. Das Unternehmen hat sich unter anderem auf Rettungsdienstbekleidung spezialisiert und bearbeitet täglich gut 22.000 Teile.
Trägerbezogene Versorgung als Kernaufgabe
Das Leasing von Rettungsdienstbekleidung beginnt lange, bevor ein Kleidungsstück erstmals zum Einsatz kommt. Zunächst müssen gemeinsam mit dem Kunden die individuellen Anforderungen ermittelt werden. Darauf aufbauend werden die Träger erfasst, die passenden Größen bestimmt und individuelle Ausstattungskonzepte entwickelt. Die Berücksichtigung der branchenspezifischen Anforderungen spielt dabei eine große Rolle, ebenso die jeweiligen Abläufe an der Einsatzstelle oder auch Vorgaben zur Corporate Identity.
Da es jedoch regelmäßig zu Personalwechseln bzw. Neueinstellungen kommt, sich die Größen der Träger ändern können und auch aus Gründen wie Verschleiß oder Verlust Teile ausgetauscht werden müssen, ist die Aufgabe mit der Erstausstattung längst nicht abgeschlossen. Laufende Anpassungen des Bekleidungsbestands stehen auf der Tagesordnung und erfordern eine kontinuierliche Abstimmung und perfekte Prozesse.


Auf diese Veränderungen schnell eingehen zu können, stellt nahezu eine Königsdisziplin dar. Dabei drängt häufig die Zeit. Abhängig von Hersteller, Modell und Verfügbarkeit können Beschaffungszeiten von mehreren Wochen auftreten. Miettex begegnet dieser Herausforderung mit einem vollautomatisierten Lager, in dem mehrere Hunderttausend sowohl neue als auch bereits im Leasingkreislauf befindliche Bekleidungsteile vorgehalten werden. Das ist ein durchaus kostenintensiver Unternehmensbereich, der jedoch in Bezug auf Flexibilität und Versorgungssicherheit ein zentrales Leistungsmerkmal der Dienstleistung darstellt und dem Kunden zugutekommt.
Anlieferung und Vorbereitung für den Pflegeprozess
Ist der Kunde mit Kleidung versorgt, wird sie genutzt und dann beginnt der eigentliche textile Kreislauf. Die verschmutzten Textilien werden zur Pflege zurückgeführt. Sie müssen erfasst, sortiert und den jeweiligen Aufbereitungsprozessen zugeführt werden. Auch hier setzt Miettex auf innovative Technik.
Mit dem eigenen Fuhrpark, der auch E-Transporter umfasst – ihr Anteil soll nach eigener Aussage in Zukunft weiter ausgebaut werden –, holen die Servicefahrer die Schmutzwäsche am jeweiligen Standort der Kunden ab. Im Betrieb wird sie dann über ein Förderband einer Sortieranlage zugeführt. Jeder Artikel wird einzeln gegriffen, rund 3.000 Teile pro Stunde. Wäscheposten werden dadurch sortenrein den entsprechenden Waschprogrammen zugeordnet. Integrierte HF-Chips bilden die Grundlage für die Erfassung der Teile und die sachgerechte Sortierung.


Ein Röntgengerät stellt sicher, dass keine Fremdgegenstände im Teil verbleiben. Vergessene Gegenstände werden so entdeckt und können entnommen werden. „Die unterschiedlichsten Dinge werden gefunden: von Stiften über Stethoskope, Fahrzeugschlüssel und Feuerzeuge bis zum Mobiltelefon“, sagt Miettex-Vertriebsleiter Jan Bredthauer, der den Betriebsrundgang begleitete. Alles über einem Wert von fünf Euro wird dann in einen Umschlag verpackt und gelangt so zurück zum Besitzer. Ein besonderer Service von Miettex, der sicherlich die eine oder andere kostenintensive Neubeschaffung verhindert hat, ist sich Bredthauer sicher.
Um zu den entsprechenden Waschstraßen zu gelangen, werden die Teile angesaugt. Dies spart den Einsatz von Körperkraft und schont folglich auch die Gesundheit der Mitarbeiter. Gespart wird im Übrigen auch an Energie. Miettex setzt auf Photovoltaik und versorgt die Fahrzeuge und Maschinen am eigenen Standort weitestgehend mit selbstproduziertem Strom. Übers Jahr gerechnet erzeugt das Unternehmen so sogar mehr Strom, als es tatsächlich benötigt, sagt Bredthauer.

Aufbereitung und Instandhaltung
Der Pflegeprozess kann beginnen – auch er erfolgt nahezu vollautomatisiert. Im Anschluss daran darf die Prüfung nicht fehlen. Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) wird auf Defekte kontrolliert und die Funktionsfähigkeit der Reflexstreifen überprüft. Die Kontrolle erfolgt derzeit durch erfahrene Mitarbeiter. Das KI-gestützte Kontrollsystem zur Erkennung etwa von Flecken und Löchern lernt bereits parallel zum händischen Prüfprozess mit und wird das Team zukünftig ergänzen und unterstützen, berichtet Bredthauer. Wann die Reflexstreifen zu überprüfen sind, ist klar definiert. In den festgelegten Zyklen fährt das Teil dann automatisch zur entsprechenden Kontrollstation.
Bei der Prüfung ist darüber hinaus ein ausgeklügeltes System der Reparaturmeldung hilfreich. Über eine App kann der Träger Miettex bereits im Vorhinein über einen Defekt an der Kleidung informieren. Dazu wird das Kleidungsstück gescannt, es wird angegeben, welcher Defekt wo vorhanden ist, und der Auftrag abgeschickt. Die Miettex-Mitarbeiter erhalten diese Information über das System und können zielgerichtet Reparaturen in der hauseigenen Näherei vornehmen. Instandhaltung steht hier also vor Austausch. Das ist auch ein Beitrag im Sinne des schonenden Umgangs mit Ressourcen. Ziel ist es, die Nutzungsdauer der Textilien wirtschaftlich auszuschöpfen und einen frühzeitigen Austausch zu verhindern.

Kommissionierung und Auslieferung
Nach Kundenwunsch gefaltet, natürlich von einem Faltroboter, oder hängend findet dann das gepflegte, geprüfte und ggf. instandgesetzte Kleidungsstück seinen Weg zurück zum Kunden. Selbstverständlich termingerecht! Je nach Vereinbarung wird das Kleidungsstück bis ins Fach des jeweiligen Trägers geliefert und einsortiert – jedes Teil dorthin, wo es hingehört.
Resümee
Der Blick hinter die Kulissen von Miettex Service Meeß zeigte eindrucksvoll, dass hinter jedem Wäschestück ein System steckt und dass modernes Textilleasing weit mehr ist als die Bereitstellung und Pflege von Textilien. Erst das Zusammenspiel zahlreicher Einzelaufgaben schafft die Versorgungssicherheit, die Kunden voraussetzen, wenn sie das Thema PSA gänzlich in fremde Hände geben. Die Zukunft des Textilleasinggeschäftes liegt also offensichtlich nicht allein in leistungsfähiger Technik, sondern in der intelligenten Verknüpfung von Automatisierung, effizienten Prozessen und engagierten Mitarbeitern.
Miettex Service Meeß kümmert sich im Übrigen nicht nur um Kleidung für Rettungsdienste, Lebensmittelhändler, Pflegeheime oder Industrie-PSA. Ergänzend zum Bekleidungsvollservice können die Kunden auch Schmutzfangmatten oder Produkte zur Waschraumhygiene bei Miettex mieten.