Mastel Linen Services hat seine Produktion am Standort Phoenix umfassend automatisiert und setzt dabei unter anderem auf einen Robofeed in der Trockenwäschestraße. Der US-amerikanische Familienbetrieb berichtet von geringerer körperlicher Belastung, flexiblerem Personaleinsatz und gleichmäßigerer Bearbeitungsqualität.

Als Mastel Linen Services vor zweieinhalb Jahren in das neue Werk in Phoenix (Arizona, USA) umzog, machte das Unternehmen einen großen Schritt nach vorne. Weg von einem arbeitsintensiven, komplett manuellen Betrieb, hin zu einem modernen, automatisierten. Seit mehr als 20 Jahren bilden engagierte Mitarbeiter das Herz von Mastel, und diese Veränderung hat sowohl ihren Arbeitsalltag als auch die Qualität der Wäsche verbessert.
„Früher brauchten Sie kein Fitnessstudio“, sagt David Moss, CFO von Mastel. „Man zieht zehn Stunden am Tag an der Wäsche. Stellen Sie sich Folgendes vor: Man greift einen Kissenbezug, legt ihn auf die Maschine. Alles per Hand und ohne Vakuum. Man schüttelt die Wäsche aus, zieht sie auseinander. Alles ist verheddert und verknotet. Das war Knochenarbeit!“ Genau diese Arbeit hat Mastel groß gemacht.
Die Familie Moss ist seit vier Generationen in der Wäschereibranche, angefangen bei Davids Urgroßvater Vern Moss, der Sackgestelle und Kleiderbügelständer patentieren ließ, die heute noch im Einsatz sind. Der Standort in Phoenix startete 2007 in einer einzigen Halle mit rund 1.400 Quadratmetern und wuchs über fünf benachbarte Gebäude, zusammengeflickt wie Frankensteins Monster. Bis 2020 lief er rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, mit über 300 Mitarbeitern und einer Tagesleistung von etwa 27 Tonnen Wäsche.
„Jedes Teil wurde 16-mal angefasst“, sagt Moss. Dann kam Corona. Die Familie zog Bilanz. „So konnten wir als Unternehmen nicht weiterwachsen. Das war weder den Mitarbeitern noch den Kunden gegenüber fair. Wir mussten etwas ändern.“
Die Suche nach dem richtigen Partner
Mehrere Maschinenhersteller kamen in die engere Wahl. Am Ende entschied sich Mastel für Kannegiesser. Für David Moss ist klar: „Wir fühlen uns dort wirklich als Teil der Familie.“ Was er beim Lieferanten schätzt, gibt Mastel weiter: „Das ist uns wichtig, bei unseren Mitarbeitern genauso wie bei unseren Kunden. Es geht um Verlässlichkeit. Was wir versprechen, bekommen sie auch. Und wenn etwas nicht funktioniert, kümmern wir uns. Wir finden immer eine Lösung.

„Wir fühlen uns dort wirklich als Teil der Familie.“ - © Herbert Kannegiesser GmbH
Für Moss war die Entscheidung außerdem eine Investition in die Zukunft: „Wir haben uns für Kannegiesser entschieden, weil das Unternehmen nicht aufhören wird zu wachsen. Es wird sich immer weiter verändern und es bleibt ein Familienunternehmen. Wir haben nicht nur einen Maschinenlieferanten gesucht. Wir haben einen Partner gefunden, der mit uns wächst.“
Ein Roboter für die Produktion
In der neuen Wäscherei steckt überall Technik von Kannegiesser. Aber die Anlage, die für das meiste Aufsehen sorgt, ist der RFT – der Robofeed, das Herzstück der Trockenwäschestraße von Kannegiesser. Mastel gehört zu den ersten Wäschereien in Nordamerika, die einen RFT im Produktivbetrieb einsetzen.
„Ich habe zwei XFM-Faltmaschinen. Die schaffen etwa vier bis fünf Posten – zwei Säcke, 100 Kilo oder mehr – pro Stunde. Der RFT schafft die Hälfte davon, aber das ist eine Maschine gegen zwei XFM. Und niemand muss eingeben, also zwei Mitarbeiter weniger. Ich habe zwei Schichten, also vier Mitarbeiter pro Tag, sieben Tage die Woche. Rechnen Sie das mal aufs Jahr. Da haben Sie Ihre Einsparung.“

60 Kunden aus den Bereichen Hotellerie, Restaurant und Spa. - © Herbert Kannegiesser GmbH
Über den Durchsatz redet Moss weniger als über die Gleichmäßigkeit. Ein geübter Mitarbeiter kann den Roboter zu Schichtbeginn überholen. Aber auch ein geübter Mitarbeiter wird müde. „Nach acht Stunden, nach zehn Stunden, nach der Mittagspause sind die Leute platt. Dann landet das Handtuch nicht mehr genau in der Mitte – mal links, mal rechts, mal zu kurz. Dann leidet die Qualität. Wir wollen für unsere Kunden der stille Partner im Hintergrund sein. Das funktioniert nur über höchste Qualität. Sonst gibt es diese Anrufe. Und dann bringen mein Vater und mein Onkel mich um.“
Der Roboter lässt in der neunten Stunde nicht nach, er macht keine Mittagspause. Und wenn Feierabend ist, läuft er weiter. „Wenn meine Leute nach Hause gehen, kann ich die Maschine durchlaufen lassen. Genau da sieht man den echten Nutzen.“
Was sich in der Produktion verändert hat
Mastel Linen Services versorgt als industrielle Wäscherei 60 Kunden in Phoenix und Scottsdale: Hotels, Resorts, Restaurants, Bankettsäle und Spas. Bei rund der Hälfte fällt Frotteewäsche an. Der RFT ist in den Wäschereialltag bereits voll eingebunden. Die Trockenwäschestraße spart vier Mitarbeiter-Schichten am Tag.
Der RFT verändert auch, wie die Schichten laufen. „Mit dem RFT sind wir jetzt in der Lage, unsere Leute breiter auszubilden und flexibler einzusetzen. Ich brauche niemanden mehr, der acht oder zehn Stunden am Stück Handtücher in die Maschine eingibt. Ich kann die Mitarbeiter rotieren lassen und auf ihre Schichtwünsche eingehen. Die Work-Life-Balance hat sich durch die Automatisierung wirklich verbessert.“ Die Technik von Kannegiesser nimmt dem Team dabei die Arbeit ab, die niemand vermisst.