Von der automatischen Erfassung bis zur Sortierung: In Lingen hat CWS Workwear eine neue Großwäscherei für 20 Millionen Euro eröffnet. Die Anlage verarbeitet bis zu 25.000 Kleidungsstücke täglich. Automatisierte Prozesse, digitale Steuerung und geplante KI-Qualitätskontrolle sollen die Abläufe effizienter machen.

CWS Workwear hat in Lingen (Ems) eine neue industrielle Wäscherei in Betrieb genommen. Der Textildienstleister investierte nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro in den Standort, der als modernste industrielle Wäscherei Europas ausgelegt sei.
Die Anlage kann bis zu 25.000 Kleidungsstücke pro Tag bearbeiten und soll mehr als 1.600 Kunden aus Industrie, Handwerk, Lebensmittelverarbeitung und Logistik in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen versorgen. Am Standort sind mehr als 120 Mitarbeitende beschäftigt. Der Neubau ist auf automatisierte Abläufe, digitale Prozesssteuerung und weiteres Wachstum ausgelegt.
„Mit der Eröffnung in Lingen investieren wir nicht nur in einen neuen Standort, sondern erneut in die Zukunft unseres Geschäftsmodells“, sagte CEO Hartmut Engler bei der Eröffnung am 29. Oktober 2026. An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter aus Politik und Verwaltung teil, darunter Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone.

Automatisierung vom Wareneingang bis zur Sortierung
Bereits bei der Anlieferung der Arbeitskleidung kommen Erkennungs- und Sortiersysteme zum Einsatz. Die Kleidungsstücke werden automatisch erfasst, nach verschiedenen Kriterien zugeordnet und über ein Fördersystem durch die weiteren Prozessschritte geleitet. Röntgentechnik soll Fremdkörper frühzeitig erkennen und so Risiken für Mitarbeitende, Maschinen und Textilien verringern.
Auch nach dem Waschen sind viele Arbeitsschritte automatisiert. Dazu zählen das Aufbügeln, Finishing, Sortieren und Zusammenstellen der Kleidung. Eine KI-gestützte Qualitätskontrolle ist ebenfalls geplant: Sie soll künftig Flecken und Beschädigungen erkennen und die Mitarbeitenden bei der Prüfung unterstützen. Nach Unternehmensangaben befindet sich das System noch nicht im Regelbetrieb.

Mitarbeitende und Reparaturen bleiben wichtig
Trotz des hohen Automatisierungsgrads bleiben die Beschäftigten ein wichtiger Teil der Abläufe. Qualitätsprüfung, Reparaturen, Prozesssteuerung und Kundenservice erfordern weiterhin Erfahrung und Fachwissen. „Automatisierte Systeme unterstützen uns bei vielen Prozessen. Die Verantwortung für Qualität, Sicherheit und Kundenservice liegt aber weiterhin in den Händen unserer Teams“, erklärte COO Oliver Mäske.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die hauseigene Näherei. Dort werden Kleidungsstücke repariert und angepasst, um ihre Nutzungsdauer zu verlängern. Das passt zum Workwear-as-a-Service-Modell (WaaS) von CWS Workwear: Das Unternehmen stellt seinen Kunden Arbeitskleidung zur Verfügung, übernimmt deren Wäsche, Pflege und Reparatur und nimmt die Textilien am Ende ihrer Nutzungsdauer zurück. Die Instandhaltung am Standort soll dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und den textilen Kreislauf zu stärken.
CWS Workwear ist nach eigenen Angaben seit mehreren Jahrzehnten in Lingen ansässig. Mit dem Neubau will das Unternehmen den Standort langfristig sichern und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffen.