Zugriff auf saubere Bekleidung rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche ist ein Muss für Krankenhausangestellte. Da der Service kostspielig ist, setzen viele Arbeitgeber auf Automation – so wie die ZithaKlinik in Luxemburg. Ein SpeedDress-Ausgabeautomat von Jensen sorgt hier für die textile Versorgung der Mitarbeiter. Haber Textile Dienste in Landstuhl kümmert sich um die Wäscheaufbereitung.
3 Wenn Ärzte und Pflegepersonal des Klinikverbundes „Hôpitaux Robert Schuman“ am Standort ZithaKlinik ihren Dienst antreten, muss alles schnell gehen: Nach einer anstrengenden Fahrt durch die hektische und eng verwinkelte Innenstadt brauchen sie nur noch Arbeitsbekleidung für den neuen Arbeitstag. Entlang des Weges vom Parkplatz zur Garderobe, im vierten Untergeschoss der Klinik, steht ein Ausgabesystem von Jensen. Hier beziehen die Mitarbeiter ihre Arbeitsbekleidung, die von Haber Textile Dienste in Landstuhl gewaschen und gefinished wurde.
Die Wäscherei sieht sich als Systemanbieter, der ausschließlich eigene Wäsche verarbeitet und eine lückenlose Versorgungssicherheit garantiert. Ihre Kunden in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Hessen und Luxemburg leiten Krankenhäuser, Pflegeheime und Seniorenresidenzen. Mit mittlerweile 504 Vollzeitmitarbeitern erzielt Haber Textile Dienste einen jährlichen Umsatz von 21 Millionen Euro. Pro Tag verarbeitet die Wäscherei mehr als 60 t Wäsche. Gegründet wurde das Unternehmen 1938, seither setzt die Firma auf Qualität und Innovation. Haber Textile Dienste war der erste Rentex-Partner, und entwickelte u.a. die Systemversorgung von Bewohnerwäsche. Anstelle von individualisierter Wäsche setzt Haber auf absolute Systemkonformität mit eigener Wäsche. Diese lückenlose, sofortige Versorgungssicherheit ist immer mehr gefragt: Infektiöse Krankheiten wie Krätze oder Epidemien durch Noroviren treten häufiger als früher auf. Wenn ein Kunde schnell die gesamte Wäsche austauschen muss, spielt Haber seine Stärken aus.
Innovative Wäschereilogistik
Die Ausgabeautomaten für Berufsbekleidung sind ein integrierter Bestandteil des Dienstleistungsangebotes von Haber. Mit der neuen SpeedDress-Anlage für die 500 Mitarbeiter der ZithaKlinik in der luxemburgischen Hauptstadt zeigte die Wäscherei, dass Innovation in der Wäschereilogistik möglich ist. Gleichzeitig stieg die Versorgungssicherheit an: SpeedDress löste ein erst sieben Jahre altes System ab, dessen Ausfälle und Unzuverlässigkeit die Mitarbeiter verärgert hatten. Neben einer soliden Konstruktion war der Klinik vor allem die technische Betreuung nach der Inbetriebnahme wichtig – und diese Anforderungen konnte Jensen nach eigenen Angaben erfüllen. Mit SpeedDress erhalten die Angestellten ihre Bekleidung auf Knopfdruck. Das System ist speziell für den Kunden angefertigt und besteht aus zwei Hauptteilen: dem Schnittstellenbereich mit der gegenüberliegenden Abhol- und Rückgabestation für Schmutzbekleidung; und dem Backroom-Bereich, wo die Bekleidungsstücke auf Metricon-Schienen gespeichert und von dort automatisch in die SpeedDress-Anlage eingegeben werden. Der Nutzer der Bekleidung identifiziert sich mit einer Personalkarte an der Abholstation und wählt die Bekleidung aus, die er mitnehmen möchte. Die gewünschte Bekleidung wird laut Jensen schnell und zuverlässig geliefert. Der Nutzer nimmt die Bekleidung entgegen und geht entweder zur Arbeit oder setzt seinen „Einkauf“ mit SpeedDress fort.
Keine Wartezeiten
SpeedDress verwaltet die Logistik, Abholung und Rückgabe der Schmutzbekleidung. Die Bekleidungsausgabe erfolgt schneller als mit einem Mitarbeiter, so der Anbieter, und es entstehen keine Mehrkosten durch Nacht- und Wochenendarbeit. Auch wenn die Zahl der Anwender bei Schichtbeginn hoch ist, sollen bei der Bekleidungsausgabe keine Wartezeiten entstehen: Das System fängt Stoßzeiten auf und gibt, abhängig von der Anzahl der gewählten Teile, alle 10 bis 19 Sekunden ein Bekleidungsstück aus.
Ein Problem bei Kleiderautomaten kann die nicht genutzte Bekleidung sein, d.h. solche Bekleidungsstücke, die gewaschen, zum Automaten transportiert und dann nicht verwendet werden. Diese Bekleidungsstücke stellen einen echten Ballast dar, erhöhen die Zahl der im Umlauf befindlichen Bekleidungsstücke, verschwenden Platz auf den Last- und Wäschewagen – und im Automaten selbst, wo sie über lange Zeiträume hängen können. Die SpeedDress-Software sieht den Bekleidungsbedarf voraus und teilt ihn der Wäscherei mit, so dass die Zahl der an der SpeedDress-Anlage angelieferten Bekleidungsstücke optimiert wird, verspricht Jensen. Die Zahl der in die Anlage eingesetzten und dann nicht benutzten Bekleidungsstücke sei dadurch gering.
Track-and-Trace-Funktionalität
In Anbetracht der steigenden Nachfrage nach Berufsbekleidung, die rund um die Uhr verfügbar ist, wird die Nachverfolgung einzelner Bekleidungsstücke immer wichtiger. Die Track-and-Trace-Funktionalität bietet beim Input für Lieferungen genaue Zeitangaben. SpeedDress informiert dem Anbieter zufolge jederzeit über die Position der Bekleidungsstücke im Nutzungskreislauf. Diese Kontrolle wird abgerundet durch eine ausgeklügelte Software, die Informationen über den derzeitigen und über die bisherigen Nutzer des Bekleidungsstücks bereithält.
Dank der Industrieausführung soll die Anlage nur geringe Wartungskosten verursachen. Sie muss nach Angaben von Jensen lediglich hin und wieder geschmiert werden. Jörg Scherf und Ralph Rouget, die Geschäftsführer von Haber Textile Dienste, hatten sich die damals brandneue SpeedDress-Anlage von Jensen auf der Texcare 2012 in Frankfurt am Main angeschaut. „Unser erster Eindruck hat sich bestätigt. Die an und für sich unspektakuläre Technik war in ein ordentliches Stück Maschinenbau installiert – solide, zuverlässig, und ohne unnötige Features“, sagt Jörg Scherf. „Genau wie bei den Jensen-Trocknern, die 2010 installiert wurden, überzeugt SpeedDress mit hoher Wirtschaftlichkeit.“ Das System laufe stabil und störungsfrei. Wenn doch mal etwas klemmt, sei ein Servicetechniker schnell vor Ort. Jensen setzt in diesem Fall auf einen lokalen Servicepartner, der die drei Amtssprachen beherrscht und die Eigenheiten des Großherzogtums bestens kennt. „Unser Servicepartner in Luxemburg vertritt unser Unternehmen in der ZithaKlinik. Nebst einer profunden technischen Ausbildung legen wir auch Wert auf die Persönlichkeit der Servicetechniker und darauf, wie sie sich beim Kunden verhalten“, bestätigt Bernd Eschweiler, Vertriebsmitarbeiter bei der Jensen GmbH und zuständig für Kunden im Verkaufsgebiet Deutschland-West. Der Servicepartner unterstützte auch bei der SpeedDress-Installation im vierten Untergeschoss der Parkgarage. Die Einbauarbeiten gestalteten sich anspruchsvoll: Die Systemteile mussten über eine enge und steile Rampe angeliefert werden und die notwendigen Mauerdurchbrüche waren eine harte Nuss für die Statiker wie auch für die Bauarbeiter. Bauland ist ein knappes und teures Gut in Luxemburg, deshalb sind kreative Ideen zur Nutzung der bestehenden Fläche gefragt. Gerade mal zwölf Wochen nach Vertragsabschluss wurde nach Angaben von Jensen die Anlage in Betrieb genommen.
„Jensen ist ein hochwertiger Anbieter und professioneller Vertragspartner. Die Verbindlichkeit aller Ansprechpartner war top. Jensen hat während des gesamten Projektes sehr verzahnt gearbeitet. Die fachliche Kompetenz aller Teamkollegen war gewaltig. Insbesondere die tolle Zusammenarbeit mit den Softwareingenieuren möchten wir hervorheben“, bestätigt Jörg Scherf.
Infos: www.jensen-group.com