Nachhaltigkeit Fristads: Kein PFAS mehr für Arbeitskleidung

Laut Fristads sollen sich in Zukunft keine absichtlich zugesetzten PFAS in der Arbeitsbekleidung des Anbieters mehr befinden. Fristads möchte damit die Umweltbelastung reduzieren, ohne Abstrichte bei Sicherheit, Haltbarkeit oder Leistung.

Gelbe Arbeitsschutzkleidung von Fristads und eine Schutzjacke, die auf einer Leiter liegt.
© Fristads

PFAS sind nicht nur im Bereich Arbeits- und Schutzbekleidung ein Problem für Mensch und Umwelt. Die auch als „ewige Chemikalien“ bezeichneten Stoffe sorgen zwar für eine wasser-, öl- und schmutzabweisende Wirkung, lassen sich jedoch sehr schwer bis gar nicht abbauen. Aus diesem Grund kündigte der Entwickler Fristads an, keine absichtlich zugesetzten PFAS mehr in seiner Arbeitskleidung zu verarbeiten.

Die Ankündigung sei ein wichtiger Schritt zur Eliminierung von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen im Segment. Derzeit enthalte 99 Prozent des Arbeitskleidungssortiments entweder keine absichtlich zugesetzten PFAS oder befänden sich in der Umstellung auf PFAS-freie Produkte. Die Initiative ist laut Fristads Teil eines langfristigen Engagements, die Umweltbelastung durch Arbeitskleidung zu reduzieren, ohne dabei Abstriche bei Sicherheit, Haltbarkeit oder Leistung zu machen.

Umweltrisiko PFAS

PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind nicht nur in vielen Haushaltsartikeln zu finden – von Antihaft-Kochgeschirr und Kosmetika bis hin zu Textilien und Möbeln –, sondern kommen auch häufig in bestimmten Arten von Arbeitskleidung vor. Aufgrund ihrer schlechten Abbaufähigkeit reichern sich PFAS im Boden, im Wasser und in Lebewesen an und stellen somit ein langfristiges Risiko für Ökosysteme und die menschliche Gesundheit dar.

„PFAS werden seit Jahrzehnten in Arbeitskleidung verwendet, insbesondere in Schutzkleidung“, sagte Petra Öberg Gustafsson, Geschäftsführerin bei Fristads. „Auch wenn unsere Arbeitskleidung sicher zu tragen ist, sind die ökologischen Kosten dieser Chemikalien unserer Meinung nach einfach zu hoch. Deshalb sehen wir einen verantwortungsvollen Ausstieg als einzige Option.“

Vom Industriestandard zum Ausstieg

PFAS werden häufig in Warnschutzkleidung, Regenbekleidung und Schutzkleidung verwendet, um Leistungseigenschaften wie Wasserabweisung und Chemikalienbeständigkeit zu verbessern. In vielen Fällen lassen sich diese Funktionen jedoch auch ohne PFAS erzielen. In den letzten Jahren hat Fristads eng mit Lieferanten zusammengearbeitet, um für alle Produktkategorien Alternativen ohne absichtlich zugesetzte PFAS zu entwickeln.

Fristads wird keine neuen Produkte mehr einführen, die absichtlich zugesetzte PFAS enthalten, und die verbleibenden Produkte werden entweder durch Alternativen ersetzt oder vollständig aus dem Sortiment genommen. Dazu gehören auch einige flammhemmende Kleidungsstücke, bei denen PFAS nach wie vor als unverzichtbar gelten, um vor bestimmten Chemikalien auf Ölbasis zu schützen.

„Sicherheit steht immer an erster Stelle“, sagte Lisa Rosengren, Managerin für Nachhaltigkeit und Rohstoffe bei Fristads. „Und nachdem wir die Umgebungen, in denen unsere Arbeitskleidung zum Einsatz kommt, sorgfältig bewertet haben, sind wir zuversichtlich, dass unsere Ausrüstungen ohne absichtlich zugesetzte PFAS den Anforderungen unserer Kunden gerecht werden.“

Lesetipp: PFAS-Regulierung bei PSA

PFAS-Regulierung, Kreislaufwirtschaft und neue Herstellerpflichten: Beim neunten PSA-Fachgespräch in ­Frankfurt am Main standen drängende Herausforderungen für die textile Lieferkette im Mittelpunkt. ­Vertreter aus Verbänden, Industrie und Textilservice diskutierten über rechtssichere Analytik, Risiken beim ­Einsatz von Rezyklaten sowie die Folgen europäischer Vorgaben für PSA und Leasingmodelle.

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Transparenz auf Produktebene

Um Abfall zu minimieren und sicherzustellen, dass bereits produzierte Materialien und Kleidungsstücke noch zum Einsatz kommen, erfolgt die schrittweise Einstellung. Während einer Übergangsphase kann es daher vorübergehend vorkommen, dass Kunden auf ein gemischtes Sortiment stoßen, bei dem einige Produkte zugesetzte PFAS enthalten, andere hingegen nicht. Um vollständige Transparenz zu gewährleisten, hat Fristads den Status jedes Produktmodells auf seiner Website veröffentlicht, wo die Kleidungsstücke entweder als „ohne absichtlich zugesetzte PFAS“ oder als „in der Übergangsphase“ gekennzeichnet sind. Dies hilft den Kunden, fundierte Entscheidungen auf der Grundlage ihrer spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen zu treffen.

Warum PFAS von Bedeutung sind

Studien zeigen, dass PFAS weltweit im Grundwasser, in Wildtieren und im menschlichen Blutkreislauf nachgewiesen werden können. Selbst geringe Expositionen wurden mit Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht, darunter Hormonstörungen, Auswirkungen auf das Immunsystem und bestimmte Krebsarten. Während PFAS-haltige Kleidungsstücke als sicher im Tragen gelten, liegt die Hauptsorge in ihren Umweltauswirkungen während der Produktion, Nutzung und Entsorgung. Durch die proaktive Entwicklung von Produkten ohne zugesetzte PFAS zielt Fristads nicht nur darauf ab, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern, sondern auch den Wandel in der gesamten Branche zu beschleunigen.

„Der Verzicht auf PFAS ist nicht der einfachste Weg, aber es ist der richtige“, sagte Petra Öberg Gustafsson. „Er spornt uns dazu an, innovativ zu sein, etablierte Lösungen zu überdenken und letztendlich bessere Produkte zu entwickeln – sowohl für unsere Nutzer als auch für die Umwelt.“

Auch auf der diesjährigen Techtextil war PFAS-freie Schutzkleidung ein Thema. Den Nachbericht zur Messe in Frankfurt am Main lesen Sie hier.

Über Fristads Workwear

Fristads hat seit 1925 die Entwicklung langlebiger und funktioneller Arbeitskleidung herausgefordert und vorangetrieben. Dabei standen stets die Ansprüche professioneller Arbeiter im Fokus, angetrieben durch Innovation und Nachhaltigkeit. Das Bekleidungssortiment umfasst sowohl klassische als auch moderne Kleidungsstücke für eine Vielzahl von Branchen. Fristads ist Teil der Hultafors Group, die im Besitz von Investment Latour AB ist und ein breites Portfolio an Produkten und Marken für professionelle Arbeiter bietet.