Gewebeschädigung durch Metallknöpfe Nicht zu scharf behandeln bitte!

Eine Mikrofaserjacke zeigte nach der Reinigung Gewebeschädigungen im Knopfbereich. Das anschließende Gutachten entlastete den Reiniger, mahnt jedoch zur Vorsicht: Übersieht der Textilreiniger scharfkantige Knöpfe, die Gewebeschäden verursachen, kann der Kunde Schadensersatz fordern.

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    Bild 1:Das Mikrofasergewebe zeigte nach der Reinigung Schädigungen unterschiedlich starker Ausprägung.Fotos: Himmelsbach
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    Bild 2:Der bloße Gebrauch der scharfkantigen Druckknöpfe wurde schließlich als Schadensursache identifiziert. Hier sehen Sie den gratartigen, scharfen Rand des Knopfes in 200-facher Vergrößerung.

Nicht zu scharf behandeln bitte!

„Am besten melden Sie das gleich Ihrer Versicherung. Da wurde offensichtlich zu scharf gereinigt!“ Welcher Textilreiniger kennt diesen Satz nicht? Wer hat in solch einer Situation noch nicht mit den Augen gerollt? In diesem Fall bezog sich die Forderung des Kunden auf eine Mikrofaserjacke mit Druckknöpfen aus Metall. Sie zeigte Gewebeschäden mit unterschiedlich starker Ausprägung, die sich in der Nähe der Knöpfe befanden (siehe Bild 1).

Um Streitigkeiten am Ladentisch zu vermeiden, meldete der Textilreiniger den Schaden seiner Versicherung. Diese prüfte den Fall und kam zum vorläufigen Ergebnis, dass der Schaden nicht durch die Reinigung verursacht wurde. Sie bot dem Kunden jedoch die Erstellung eines Gutachtens durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für das Textilreinigerhandwerk an.

Sollte der Kunde mit seiner Behauptung „unterliegen“, hätte er die entstehenden Kosten zu tragen. Andernfalls würde die Versicherung die Bezahlung des Gutachtens übernehmen, so der Vorschlag des Versicherers. Der Kunde stimmte diesem Vorschlag zu.

Bei der Begutachtung der Jacke fiel zunächst auf, dass die Beschädigungen des Mikrofasergewebes ausschließlich im Bereich der jeweiligen Druckknöpfe zu finden waren, während der Gesamtzustand der Jacke - abgesehen von den Schädigungen - sich als sehr gut herausstellte.

Darüber hinaus waren die Druckknöpfe relativ schwer. Bei den mittleren Knöpfen, die in der Regel bei Gebrauch öfter verwendet werden, waren die Faserschäden stärker ausgeprägt. Im Bereich des obersten Druckknopfes befanden sich dagegen keine erkennbaren Schäden.

Schadensursache

Es konnte daraus geschlossen werden, dass die Schädigungen bereits durch Gebrauch entstanden und durch die Reinigungsbehandlung lediglich sichtbar geworden waren. Aufgrund ihrer ausgeprägten Feinheit sind Mikrofasergarne besonders anfällig für Schädigungen durch mechanische Einflüsse. Im vorliegenden Fall sind die mechanischen Einflüsse durch das Zu- und Aufknöpfen der Jacke und die dabei erfolgten Berührungen der Knöpfe mit dem umliegenden Gewebe entstanden. Insofern hatte der Kunde sogar Recht damit, dass das Gewebe zu „scharf“ behandelt wurde - allerdings nicht durch die Reinigung, sondern durch die scharfkantigen Metallknöpfe an der Jacke (siehe Bild 2).

Schadensregulierung

Im Gegensatz zum vorliegenden Schadensfall können knopfbedingte Schädigungen für den Textilreiniger auch weniger glimpflich ausgehen: Sind scharfkantige Knöpfe bei der fachmännischen Warenschau erkennbar und entstehen durch diese bei der Reinigungsbehandlung Gewebeschädigungen, die nicht gebrauchsbedingt sind, könnte vom Textilreiniger sehr wohl Schadensersatz verlangt werden. In diesem Falle wären die Schädigungen durch Unachtsamkeit im Rahmen der Textilpflegebehandlung entstanden.