Es ist sehr lange her, antwortet Peter Schwarz auf die Frage, seit wann er in der Branche aktiv ist. Er schmunzelt. Der BÜFA-Mann, wie ihn viele kennen, hat Humor und unermüdliche Leidenschaft für sein Handwerk. Es spornt ihn an, seinen Wissensschatz zu teilen, am liebsten mit anderen ambitionierten Gestalterinnen und Gestaltern der Branche und solchen, die es werden wollen.

Hauptberuflich ist Peter Schwarz bei der BÜFA Cleaning GmbH & Co. KG, Oldenburg, beschäftigt. Dort arbeitet er als Außendienstmitarbeiter im Bereich TextilCare. Darüber hinaus ist er bei der Handwerkskammer Dortmund als öffentlich bestellter Sachverständiger für das Textilreinigerhandwerk eingetragen und darf auch hier bundesweit tätig
sein. "Für diese Tätigkeit bin ich von der BÜFA freigestellt, damit die Objektivität und Neutralität gewahrt bleiben", ergänzt er.
Zu seinen "Lieblingsjobs" zählt seine Tätigkeit als Fachreferent an der Meisterschule des DTV, dem TBZ in Rheine und anderen Ausbildungsstätten. Erwähnenswert wäre zudem, dass das Multitalent der Branche Mitglied im Sachverständigengremium des DTV ist.
Verliebt in Textilien – von Anfang an
"Wenn ich darüber nachdenke, wie meine Karriere startet, sehe ich mich wieder im Betrieb meiner Eltern Ruth und Roman Schwarz. Bis Ende der 1990er Jahre betrieben sie eine Textilreinigung und Wäscherei. Schon als Kinder wurden meine beiden Brüder Rüdiger, Jörg und ich an das Handwerk herangeführt. Wir waren Handlanger für die Fachkräfte, in der Produktion oder bei der Reparatur des Maschinenparks. Ja, man kann sagen, ich habe das Handwerk von der Pike auf gelernt."
Bevor Peter Schwarz im Jahr 1982 eine Ausbildung zum Textilreiniger im elterlichen Betrieb machte, absolvierte er eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann. "Meine Eltern hatten nicht vorausgesetzt, dass ich das Geschäft übernehme. Ihr Wunsch bestand eher darin, vor dem offiziellen Einstieg in den Betrieb eine Ausbildung zu machen, die nichts mit der Textilreinigungs- oder Wäschereibranche zu tun hatte. Eine kaufmännische Ausbildung bot sich an." Die entscheidende Grundlage für die Weiterführung des Familienbetriebs sei schließlich die Meisterausbildung gewesen, mit dem Abschluss als Meister im Textilreinigerhandwerk. Das war 1989 und Peter Schwarz sieht das immer noch so.
Weise Worte: Wissen ist Sicherheit!
Diesen weisen Rat hatte ihm ein Dozent in der Meisterausbildung gegeben. Der Satz wurde ein Credo, das er auch an seine Schülerinnen und Schüler weitergibt. "Ich möchte den Kursteilnehmern helfen, Fehler zu vermeiden und besser zu werden. Je mehr die Meisterschüler über ihr eigenes Handeln wissen, je sicherer sind sie in ihrem Tun – auch im Umgang mit den Kunden." Er selbst sei im Herzen Textilreiniger, obwohl er den Betrieb seiner Eltern letztlich doch nicht weiterführte. Stattdessen unterschrieb er im Jahr 1995 einen Anstellungsvertrag bei der Firma BÜFA Reinigungssysteme. Dass dies eine gute Entscheidung war, belegt die Tatsache, dass er nach wie vor zum BÜFA-Team gehört.
Was ihn bis heute an seinem Handwerk fasziniert, verrät er uns gern. "Ich war schon immer neugierig auf Textilien. Die Reinigungs- und Waschverfahren, mit denen wir Stoffe und Materialien aller Art pflegen und aufbereiten können, begeistern mich. Wenn es gelingt, verschmutzte Kleidung oder Wäsche wieder sauber und schön zu machen und so zum Werterhalt von Textilien beizutragen."
Nachhaltigkeit sichtbarer machen
Dass gerade junge Menschen wenig Bewusstsein dafür besäßen, wie wichtig der Textilservice als nachhaltiger Wirtschaftszeig sei, bedauert er. "Junge Leute übersehen unsere Branche und unterschätzen die Vielseitigkeit an Möglichkeiten, in unserem Handwerk erfolgreich zu sein." Umso mehr freue er sich über alle, die sich für textilen Werterhalt stark machen und ebenfalls daran interessiert sind, die Leistungen der Branche durch qualifizierte Aus- und Weiterbildung aufzuwerten“, sagt Peter Schwarz nachdrücklich.
Junge Leute übersehen unsere Branche.
Peter Schwarz
Seine Überzeugungskraft steckt an. Wenn er die Meisterschüler unterrichtet, dann nicht frontal, sondern im direkten, persönlichen Gespräch – als Fachmann auf Augenhöhe. "Der Umgang mit Textilien macht mir einfach Freude: die ständige Weiterentwicklung oder Vereinfachung von Prozessen und die Schaffung einer schnelleren oder noch einfacheren Lösung. Ich bin eben durch und durch Handwerker."
Nicht immer hätten die Teilnehmenden der Meisterkurse eine Ausbildung im Textilreiniger-Handwerk abgeschlossen. Oft seien es Führungskräfte, Betriebs- oder Produktionsleiter, die ihr Wissen vertiefen wollen oder sich für die Ausbildung qualifizieren wollten. Auch für sie gelte der Leitsatz: Wissen ist Sicherheit, so Peter Schwarz.
Er vermittelt Fachwissen über Pflegekennzeichnung, Reklamations- und Schadensbearbeitung, Kundengespräche, Detachur, Nassreinigung und seit einigen Jahren über Reinigungsverstärker und Textilausrüstungen. Kurzum: Der Großteil der fachlichen Ausbildung zur ‚Chemischreinigung‘, wie es immer noch heißt, liegt in seinen Händen und wird innerhalb von drei ganzen Tagen vermittelt. Der Stoff ist umfangreich, umso wichtiger ist es Peter Schwarz, ihn nachhaltig zu vermitteln. Und seine Schülerinnen und Schüler profitieren nicht zuletzt von seiner Expertise als Sachverständiger.
Ehrlicher Sachverstand und echte Leidenschaft
Die Sachverständigenarbeit sei in der Tat seine allergrößte Leidenschaft: herauszufinden, was wirklich passiert ist, wie das Kleidungsstück bearbeitet wurde, was falsch gelaufen ist. "Das lässt sich mit Pathologie vergleichen. Aufgrund meiner Erfahrung und Beobachtungen unzähliger – richtiger oder falscher - Bearbeitungsprozesse kann ich Rückschlüsse auf die Ursache oder den Entstehungszeitpunkt ziehen: Ist es ein Bearbeitungsschaden? Liegt es am Gebrauch oder Trageverhalten? Oder handelt es sich um das Offenkundigwerden eines Herstellungsmangels?"
Sachverständiger für Textilreinigung gesucht?
Bei Reklamationen können Verbraucher öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige des Textilreinigungsgewerbes mit einer Schadensfallbeurteilung beauftragen. Hier finden Sie eine Übersicht der Sachverständigen für das gesamte Spektrum der Textilpflege, sortiert nach Postleitzahlengebieten.
Seit vielen Jahren sei zu beobachten, dass es immer wieder eine ähnliche Aufteilung bei den Verursachern eines Schadens gibt: jeweils zu einem Drittel bei der Textilreinigung, dem Endverbraucher und herstellungsbedingt beim Konfektionär. Überraschend für Endverbraucher und Rechtsanwälte sei häufig, dass nicht ‚automatisch‘ die Textilreinigung oder die Wäscherei für den jetzt sichtbaren Schaden verantwortlich sei. Spätestens dann sei die Kompetenz eines Sachverständigen gefragt.
Wenig überraschend für alle, die Peter Schwarz kennen, ist es, dass dieser dann unter Umständen stundenlang vor einem Kleidungsstück sitzt und sich Gedanken über den Leidensweg dieses Textils macht. So schließt sich der Kreis: Der Experte kennt alle Abläufe im Betrieb und weiß, ob fachlich richtig oder unprofessionell gearbeitet wird.
Die Branche und Mode sind im ständigen Wandel, diese Entwicklungen
Peter Schwarz
müssen wir aufmerksam verfolgen.
Als Repräsentant von BÜFA Cleaning liegt es in seinem Verantwortungsbereich, Neukunden zu akquirieren, Bestandskunden zu betreuen und Projektarbeit beim Kunden vor Ort durchzuführen. Hier gehe es ebenfalls stets darum, Prozesse und Ergebnisse zu optimieren, Kosten zu sparen und die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Auch er lerne als Beobachter immer wieder dazu und habe nicht vor, damit aufzuhören. "Die Branche und Mode sind im ständigen Wandel, diese Entwicklungen müssen wir aufmerksam verfolgen", betont er. "Textilien werden immer waschbarer, die Nachfrage nach ökologischen Waschverfahren steigt, gleichzeitig steigt der Anteil an synthetischen Fasern."
Textilpflege liegt im Blut
Es bleibe spannend, sagt der Textilreinigermeister, der beruflich alles erreicht hat, was er sich gewünscht hat. "Ob ich stolz auf etwas bin, kann ich gar nicht sagen. Ich habe einfach Freude daran, mit Gleichgesinnten zu arbeiten und zu diskutieren. Ich wünsche mir allerdings, dass dem Beruf des ‚Textilpflegers‘ in Zukunft mehr Achtung entgegengebracht wird."
Peter Schwarz ist zuversichtlich, von Haus aus positiv denkend und vor allem handelnd! Sein Beruf sei allerdings nicht sein einziges Hobby, betont er noch. Mit guten Freunden und beim Tanzen genieße er ebenfalls ein buntes, vielfältiges Leben. Er liebt den Swing. Dann sei er nicht mehr Herr Schwarz, sondern einfach Peter oder Papa. Seine Tochter werde übrigens nicht in die Textilpflegebranche eintauchen. Sie habe andere Leidenschaften. Auf die Frage, woher ihre Kenntnisse über Fleckentfernung stammten und warum sie so gut bügeln könne, antworte allerdings auch sie: 'Ich bin eine Schwarz – da liegt das im Blut.'